Freitag, 28. April 2017

Neuzugänge #79


Es geht langsam voran mit dem SuB-Abbau. Aber gleichzeitig natürlich leider auch wieder mit dem SuB-Aufbau. Eigentlich war das anders geplant, aber ich konnte meine Finger mal wieder nicht von einer Leserunde lassen und meine Oma wollte mir unbedingt ein Buch schenken. Daher habe ich jetzt schon wieder zwei Neuzugänge. Zum Glück habe ich für den Mai eine Prioritätenliste geschrieben, welche Bücher ich dringend brauche und welche noch etwas warten müssen. Vielleicht bekomme ich damit die Neuzugänge in den Griff.


"Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken" hat mir meine Oma geschenkt. Den zweiten Band habe ich vor ... einigen Monaten gewonnen. Jetzt besitze ich auch den ersten Teil und kann die Reihe anfangen. Sobald ich Zeit dafür finde. Irgendwann.
Von lovelybooks habe ich außerdem "Vier Farben der Magie" als Leserundenexemplar bekommen. Damit bin ich auch schon fast halb durch. Und ich muss sagen, dass es mir echt richtig gut gefällt. Ja, es hat durchaus konstruierte Momente, ohne die die Geschichte nicht funktionieren würde, aber es ist spannend und unvorhersehbar. Zum Glück stehen die Erscheinungstermine für die folgenden Teile auch schon.

Mittwoch, 26. April 2017

[Rezension] Zwölf – Nick McDonell


Titel: Zwölf
Autor: Nick McDonell
Verlag: KiWi
Erscheinungsdatum: 20. Februar 2003
Einband: Softcover
Seiten: 230
ISBN: 978-3-462032-28-4
Preis: 7,90 € [D]

Klappentext:
White Mike ist clean. Er raucht nicht, er trinkt nicht, er kifft nicht. Aber er ist ein erfolgreicher Drogendealer. White Mike war gut in der Schule, doch die Schulzeit ist seit sechs Monaten vorbei. Und obwohl sich manche Leute fragen, was er eigentlich die ganze Zeit treibt, kümmert es keinen, dass sich White Mike ein Jahr Auszeit nimmt, bevor er dann aufs College geht. Vielleicht aber auch nicht. White Mikes Kunden sind reiche weiße Highschool-Schüler, die in den Schulferien gegen die Langeweile kämpfen und dabei viel Geld ausgeben. Während ihre erfolgreichen Eltern im Urlaub oder auf Geschäftsreise sind, feiern sie in deren New Yorker Villen Sex- und Drogenpartys. Es ist kurz nach Weihnachten, und Silvester soll die größte Party aller Zeiten stattfinden ...

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
An dieses Buch bin ich vollkommen ohne jegliche Erwartung herangegangen. Trotzdem hat das Buch es geschafft, irgendwie noch schlechter zu sein. Denn auf den ersten 225 (von 230) Seiten passiert: nichts. Die einzelnen Kapitel, die manchmal nur eine und selten mehr als vier Seiten lang sind, sind kaum zusammenhängende Aneinanderreihung derselben Dinge. Es geht um das Beschaffen von Drogen, das Konsumieren von Drogen, Schlägereien und andere Gewalttaten, Partys, Alkohol und Sex – wobei die Charaktere nicht einmal wirklich Sex haben, sondern sich einfach nur in aller Vulgarität darüber auslassen, dass sie jedes Mädchen gerne ins Bett bekommen würden. Mehr Handlung hat das Buch nicht, bevor es dann mit einem kurz zusammengefassten, vollkommen aus dem Zusammenhang gerissenen Knaller endet. Das war wirklich unglaublich langweilig zu lesen. Möglicherweise soll die Tatsache, dass die Charaktere beinahe alle minderjährig sind, den Leser schockieren, aber das ist völlig an mir vorbei gegangen.

Neben der fehlenden Handlung waren auch die ständigen Perspektivenwechsel ein großes Problem für mich. Bis zum Schluss konnte ich die Figuren schlichtweg nicht auseinander halten. Sie sind alle Kinder reicher Eltern, nehmen Drogen, feiern Partys, betrinken sich und denken, egal ob männlich oder weiblich, ständig über den Sex nach, den sie dann doch nicht haben. Weder im Charakter noch in den Handlungen haben sich die Charaktere irgendwie unterschieden. Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass ich nicht einmal weiß, aus wie vielen Perspektiven das Buch eigentlich geschildert wird. Geschätzt hätte ich zwischen zehn und zwanzig. Jede neue Perspektive war aber bloß eine Wiederholung der Beschreibungen irgendeines vorherigen Erzählers – mit einem neuen Namen. Noch verwirrender wurde es dadurch, dass die Charaktere sich zum Teil kennen, zum Teil aber auch nicht, manchmal haben sie schon voneinander gehört oder sie kennen sich um mehrere Ecken. Oder auch nicht.

Die einzige Figur, die aus der gleichförmigen Masse heraussticht, ist White Mike. Allerdings sind die Kapitel, die aus seiner Perspektive geschildert werden, kein Stück interessanter. Er trifft einfach nur nacheinander die unzähligen Charaktere und verkauft ihnen Drogen. Dabei wird auch keinerlei Begründung geliefert, warum er das macht. Er ist intelligent genug, um aufs College zu gehen, hat das Geld nicht nötig, die falschen Freunde hat er auch nicht und unter Druck gesetzt wird er ebenfalls nicht. Er dealt halt einfach. Das hebt ihn zwar von den anderen Charakteren ab, da er auf der anderen Seite des Tisches sitzt, aber schlussendlich ist er genauso platt konstruiert wie alle andere Figuren.

Fazit:
Mit diesem Buch konnte ich überhaupt nichts anfangen. Es wird erzählt von einer extrem großen Anzahl an Figuren, die ich aber überhaupt nicht auseinander halten kann, weil sie alle gleich denken und handeln. Daher weiß ich nicht einmal, wie viele Erzähler es tatsächlich sind. Die kurzen, aneinander gereihten Kapitel wiederholen trotz vieler Erzähler immer dieselben Elemente: Drogen, Alkohol, Sex, Partys und Gewalt. Nur die letzten fünf Seiten haben tatsächlich Handlung, die allerdings völlig aus dem Zusammenhang gerissen ist. Da für mich an „Zwölf“ absolut gar nichts gestimmt hat, vergebe ich nur eine Schreibfeder.

Montag, 24. April 2017

[Rezension] Quidditch im Wandel der Zeiten – Joanne K. Rowling


Titel: Quidditch im Wandel der Zeiten
Autor: Joanne K. Rowling
Verlag: Carlsen
Erscheinungsdatum: 17. März 2010
Einband: Softcover
Seiten: 71
ISBN: 978-3-551359-47-6
Preis: 4,99 € [D]

Klappentext:
Falls Sie sich je gefragt haben, woher der goldene Schnatz stammt, wie die Klatscher ins Spiel kamen oder weshalb auf den Umhängen der Wigtown Wanderers ein Fleischerbeil prangt, dann brauchen Sie „Quidditch im Wandel der Zeiten“. Diese Sonderausgabe ist ein Nachdruck eines Bandes aus der Schulbibliothek von Hogwarts, den Quidditch-Fans täglich zu Rate ziehen.

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe, spielt aber im Harry Potter Universum.

Rezension:
Es tut mir in der Seele weh, ein Buch aus dem Harry Potter Universum schlecht zu bewerten, aber dieses Buch war echt langweilig. Während „Phantastische Tierwesen“ noch informativ und durch die von Harry, Ron und Hermine eingefügten Kommentare auch witzig war, ist „Quidditch im Wandel der Zeiten“ einfach nur dröge. Hauptsächlich liegt das am Inhalt, dem ich beim besten Willen nichts abgewinnen konnte. Die meisten gelieferten Informationen sind jedem bekannt, der mindestens ein Buch der Reihe gelesen oder einen Film gesehen hat, denn über weite Strecken befasst sich das Buch mit den verschiedenen Bällen und Spielerpositionen. Dazu werden zwar Hintergrundinformationen geliefert, aber dass der Quaffel früher Grifflöcher hatte und primitive Klatscher aus Gesteinsbrocken bestanden, ist auch nur bedingt wissenswert. Die wirklich interessanten Informationen, wie dass Schnatze Körperspeicher haben, werden gar nicht angesprochen. Natürlich ist dieser Fakt auch weithin bekannt, aber es hätten sich bestimmt noch ähnliche Informationen finden lassen, die über eine bloße Erzählung, wie sich die Materialien der Bälle, das Aussehen der Tore und die Form des Feldes verändert haben, hinaus gegangen wären.

Hinzu kommt, dass es mir so gut wie unmöglich war, mir genannte Dinge zu merken. Zum Teil liegt das daran, dass die Bezeichnungen wahre Zungenbrecher sind. Beispielsweise gibt es ein Foul, dass 'Stutschen' heißt. Dieser neu geschaffene Begriff lässt außerdem in keinster Weise vermuten, was dahinter steckt, sodass wohl nur Hardcore-Fans am Ende den Unterschied zwischen Flacken, Kollern, Stutschen und Zockeln kennen werden. Der Teil, der mir jedoch weit größere Probleme gemacht hat, betrifft die Flut an Namen. Da es in dem Buch um die Entwicklung des Quidditch geht, finden sich immer wieder abgedruckte Berichte von Zeitzeugen in den Kapiteln, die von Fachleuten kommentiert werden. Darüber hinaus wird die Entwicklung von Besen geschildert, die häufig nach ihrem Erfinder benannt sind. Gleiches gilt für die unzähligen Spielmanöver. Berühmte Spieler, mutige Schiedsrichter oder begeisterte Zuschauer werden ebenfalls genannt. Und dann gibt es natürlich auch noch die gegenwärtigen und ehemaligen Quidditch-Mannschaften Britanniens und Irlands, deren Namen zwar fast alle Alliterationen, aber trotzdem nicht hängen geblieben sind. Schon am Ende einer Seite konnte ich die Namen, die auf dieser genannt wurden, nicht mehr auflisten. Außer 'da war so ein Typ, der Besen gemacht hat, mit denen unterschiedliche Geschwindigkeiten geflogen werden konnten' kann ich leider nichts wiedergeben.

Dass ich dem Buch so wenig abgewinnen konnte, hat mich doch irgendwie überrascht, denn der Anfang war noch ziemlich gut. Da es sich um eine Kopie eines Buches aus der Bibliothek von Hogwarts handelt, findet sich ganz vorne eine Liste der Personen, die das Buch ausgeliehen haben (allesamt Quidditchspieler + Hermine). Darunter hat Madame Pince, die Bibliothekarin, eine Notiz hinterlassen, in der ganze elf Arten genannt werden, wie das Buch auf keinen Fall zu behandeln ist. Das fand ich ziemlich witzig, besonders da der Autor des Buches im Vorwort beschreibt, wie viel Mühe er hatte, Madame Pince zu überreden, eine Kopie anfertigen zu dürfen. Zudem befindet sich am Anfang eine Seite mit Leserstimmen. Es sind unter anderem Kommentare von Gilderoy Lockhart, Ludo Bagman und Rita Kimmkorn abgedruckt, die die jeweilige Person einfach perfekt illustrieren. Leider ist sämtlicher Witz am Beginn des ersten Kapitels verloren gegangen.

Fazit:
Das Buch war eine echte Enttäuschung. Ausleihliste, Leserstimmen und Vorwort waren witzig und haben den Charakter der betreffenden Personen auf den Punkt gebracht. Doch ab dem ersten Kapitel war es langweilig und dröge. Inhaltlich werden kaum neue Informationen geliefert und diese wenigen Neuerungen sind auch noch alles andere als interessant. Zudem hatte ich meine liebe Mühe damit, die Wortneuschöpfungen der Autorin überhaupt auszusprechen. Merken konnte ich sie mir schon gar nicht. Dasselbe gilt für die unendlich vielen Namen von Personen, Mannschaften, Spielzügen, Firmen und so weiter, die mir den Kopf haben schwirren lassen. Insgesamt kann ich an „Quidditch im Wandel der Zeiten“ daher beim besten Willen nicht mehr als zwei Schreibfedern vergeben.

Mittwoch, 19. April 2017

[Rezension] Das Runner's World Laufbuch für Einsteiger – Jennifer van Allen, Bart Yasso, Amby Burfoot, Pamela Nisevich Bede


Titel: Das Runner's World Laufbuch für Einsteiger
Autor: Jennifer van Allen, Bart Yasso, Amby Burfoot, Pamela Nisevich Bede
Verlag: Südwest
Erscheinungsdatum: 12. Dezember 2016
Einband: Softcover
Seiten: 230
ISBN: 978-3-517095-27-1
Preis: 19,99 € [D]

Klappentext:
Gewicht verlieren, Stress abbauen und sich im eigenen Körper rundum gut fühlen: Laufen ist der einfachste und effektivste Weg, um diese Ziele zu erreichen. Aber wie startet man als Laufanfänger richtig durch – und wie bleibt man dauerhaft dabei und wird zum regelmäßigen Läufer? „Das Runner's World Laufbuch für Einsteiger“ widmet sich all den Themen, die Laufeinsteiger und -wiedereinsteiger interessieren: nötige Ausrüstung und die ersten Laufschritte, Inspiration, um motiviert zu bleiben, Tipps zur gesunden Ernährung und zur Verletzungsprophylaxe, realistische Trainingspläne, um Schritt für Schritt voranzukommen, und natürlich viele Erfahrungsberichte anderer Einsteiger. Laufen macht Spaß und belohnt. Also: Start to run!

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe, es gibt aber auch ein Buch für die Vorbereitung auf einen Halbmarathon oder Marathon.

Rezension:
Wo soll ich nur anfangen? Dieses Buch ist absolut genial! Ich halte nichts von Sachbüchern, Ratgebern oder Ähnlichem, aber dieses Buch ist genau so, wie es sein muss, damit es mich anspricht. Seit dreieinhalb Wochen folge ich dem Trainingsplan und es ist einfach fantastisch. Früher habe ich Laufen gehasst, jetzt macht es mir richtig Spaß – weil das Buch mir gezeigt hat, was ich alles falsch mache. Außerdem habe ich mich absolut verstanden und ganz wunderbar aufgehoben gefühlt. Denn das Buch kann Gedanken lesen. Es kam immer auf das Essen von Chips auf dem Sofa zu sprechen, wenn ich das gerade getan habe. Und wenn ich Kritikpunkte bezüglich der geschilderten Dinge hatte, konnte ich sicher sein, dass die Autoren im nächsten Abschnitt darauf eingehen. Damit hat sich das Lesen eher wie ein Gespräch angefühlt als wie die Lektüre eines Buches.

Unterteilt ist das Buch in die drei Abschnitte „Starten Sie durch“, „Ernährung und Gewichtsabnahme“ und „Gesundes Laufen“. Im ersten Abschnitt werden Fragen der Motivation angesprochen, grundsätzliche Dinge erläutert, nützliche Ausrüstungsgegenstände genannt und Trainingspläne vorgeschlagen. Der zweite Teil stellt Nahrungsmittel mit besonderem Wert für Läufer vor und erläutert, welche Lebensmittel in der Küche stehen sollten und welche besser nicht gekauft werden, um effektiv abzunehmen. Außerdem werden verschiedene Diät-Formen diskutiert. Im letzten Abschnitt geht es um verschiedene Läuferverletzungen, wie sie sich anfühlen, wie sie behandelt werden und wie Prophylaxe funktioniert. Es werden aber auch generelle Hinweise zum Laufen bei extremen Temperaturen, bei Dunkelheit, in der Stadt etc. gegeben. Damit betrachtet das Buch nicht nur das Laufen an sich, sondern auch alle Bereiche, die damit assoziiert sind. Das hat es mir ermöglicht, das Laufen nicht nur als Sport, sondern als Teil eines gesunden Lebensstils anzusehen.

Dabei ist das Buch aber immer sehr ehrlich. Direkt zu Beginn, im Kapitel zur Motivation, stellen die Autoren klar, dass das Buch zwar Tipps geben kann, die Motivation aber aus jedem selbst kommen muss. Das Buch hilft, Energie zu kanalisieren und einen Anfang zu finden, aber aufstehen muss der Leser doch selbst. Diese Ehrlichkeit zieht sich durch das gesamte Buch, da in den Erfahrungsberichten von anderen Läufern auch von Fehlschlägen berichtet wird. Zudem räumt das Buch mit einigen Vorurteilen und Mythen auf. Besonders gut gefallen hat mir dabei, dass die Autoren immer wieder deutlich machen, dass es nicht den einen Weg gibt, um motiviert zu starten und langfristig erfolgreich zu sein. Niemand ist erfolgreicher, nur weil er morgens statt abends läuft. Niemand bleibt länger motiviert, nur weil er im Wald statt auf der Straße läuft. Im Buch werden Vor- und Nachteile von allen möglichen Bedingungen aufgeführt (Untergrund, Tageszeit, Temperatur, etc.), aber die Quintessenz lautet: Es ist völlig egal, wann, wie und wo du läufst, die Hauptsache ist, dass du es tust!

Auf Kommerz und Werbung verzichtet das Buch außerdem auch. Wann immer Ausrüstung oder Ähnliches genannt wird, wird auf Markennamen verzichtet. Selbst beim Hinweis, dass eine GPS App sehr praktisch ist, empfiehlt das Buch nicht die Runner's World App, sondern spricht immer nur von „GPS App“. Gleiches gilt auch für die Trainingspläne. Laut den Autoren ist es wichtig, sich an einen Trainingsplan zu halten. Dabei wird ein Beispielplan im Buch vorgegeben, aber mit der Anmerkung, dass es sich nicht um den perfekten Plan handelt, sondern dass es nur wichtig ist, irgendeinem Plan zu folgen. Bei der Vorstellung der Energieriegel gehen die Autoren sogar noch einen Schritt weiter und empfehlen, unterschiedlichste Marken auszuprobieren, um individuell den besten Riegel zu finden. Dabei wird kein Markenname genannt, sondern immer nur auf die Vor- und Nachteile der verschiedenen inhaltlichen Zusammensetzungen eingegangen.

Als wäre das noch nicht genug, wird außerdem auch noch auf Nachhaltigkeit geachtet. Im Kapitel zur Ernährung werden Lebensmittel genannt, die für Läufer und zum Abnehmen geeignet sind. Besonders im Abschnitt zu Fisch und Meeresfrüchten wird jedoch selbst der gesündeste Fisch nicht empfohlen, wenn er nicht nachhaltig gefangen wird. Dort sind immer Hinweise zu finden und nachhaltige Alternativen wie Kammmuscheln statt Jakobsmuscheln. Zeitweise hatte ich beim Lesen wirklich das Gefühl, dass das Buch mich zu einem besseren Menschen macht.

Die einzige Anmerkung, die ich neben meiner Begeisterung trotzdem machen muss, ist die Tatsache, dass ich nur zur Hälfte zur Zielgruppe gehöre. Das Buch war sehr informativ und ich habe jede Menge Klebezettel hinterlassen, um die wichtigen Stellen sofort wiederzufinden. Nichtsdestotrotz ist besonders das Kapitel zur Ernährung relativ einseitig, da es nur auf Gewichtsreduktion ausgelegt ist. Ich, die ich eher am Gegenteil arbeite, konnte da nicht so viele Hinweise mitnehmen. Allerdings werden auch viele Lebensmittel und sogar Essenspläne für Läufer vorgestellt, die mich dann wiederum auch angesprochen haben. Zur Hälfte vorbei gingen an mir auch die Erfahrungsberichte, da Verringerung des Cholesterin-Spiegels und Training für die Herzgesundheit zwar auch für mich wichtig sind, die meisten Personen, die ihre Erfahrungen teilen, aber mit einem Gewicht von 150+ kg angefangen haben. Das macht deutlich, dass „für Einsteiger“ tatsächlich Couch-Potatoes mit extremem Übergewicht meint. Dementsprechend befasst sich der erste Trainingsplan auch lediglich mit dem Walking und beginnt damit, dass die Personen 15 Minuten am Stück gehen sollen. Da es aber insgesamt fünf Trainingspläne mit steigenden Anforderungen gibt, ist es auch kein Problem, ins fortgeschrittene Training einzusteigen.

Fazit:
Ich bin hin und weg von diesem Buch. Es hat mich ans Laufen gebracht und mir meine Fehler gezeigt, sodass ich jetzt sogar Spaß daran habe. Alle Kritikpunkte haben die Autoren vorhergesehen und sind darauf eingegangen. Ich habe mich wunderbar aufgehoben gefühlt. Außerdem ist das Buch sehr ehrlich, verzichtet auf Kommerz und Schleichwerbung und legt Wert auf Nachhaltigkeit. Viele Tipps, Erklärungen und Hinweise helfen dabei, den Weg zu einem gesunden Lebensstil zu finden. Ich kann „Das Runner's World Laufbuch für Einsteiger“ wirklich jedem nur ans Herz legen und vergebe daher alle fünf Schreibfedern!


Ich bedanke mich beim Südwest Verlag und beim Bloggerportal Randomhouse für das Rezensionsexemplar.

Samstag, 8. April 2017

[Rezension] Der Schattenjäger-Codex – Cassandra Clare


Titel: Der Schattenjäger-Codex
Autor: Cassandra Clare
Verlag: Arena
Erscheinungsdatum: 04. März 2014
Einband: Hardcover
Seiten: 295 + 16 Seiten Zettelwirtschaft
ISBN: 978-3-401069-81-4
Preis: 15,99 € [D]

Klappentext:
Dies ist die ganz persönliche Ausgabe von Clarys Schattenjäger-Codex. Hier lernt sie den Umgang mit der Stele und erwirbt ihre Kenntnisse über Dämonen. Und weil Clary gerne zeichnet, finden sich darin ihre Skizzen von Freunden und Familie sowie handschriftliche Notizen am Rand. Irgendwie konnte sie Jace und Simon nicht davon abhalten, ebenfalls ihre Kommentare zu hinterlassen. Damit ist dieses Handbuch ein einzigartiges Werk – teils Nachschlagewerk, teils Geschichtsbuch, teils Trainingsanleitung, ergänzt mit Kommentaren von Schattenjägern, die schon viel erlebt haben.

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe, enthält aber Spoiler bezüglich der Chroniken der Unterwelt und der Chroniken der Schattenjäger.

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der Chroniken der Unterwelt und der Chroniken der Schattenjäger enthalten!

Anfangs beinhaltet das Buch sehr viele Informationen, die ich mir unmöglich alle merken kann. Es werden zum Beispiel sämtliche Waffengattungen aufgeführt mit Vor- und Nachteilen, die aber zumeist noch logisch abgeleitet werden können (z. B. ist es logisch, dass ein Schwertkämpfer einen Dämon näher an sich heran lassen muss, um ihn töten zu können, als ein Bogenschütze). Im Anschluss daran werden allerdings alle Materialien aufgeführt, denen irgendeine magische oder für Schattenjäger nützliche Kraft innewohnt. Silber gegen Werwölfe sowie Adamant als Grundlage der Seraphklingen sind mir noch bekannt gewesen, aber als dann auch noch Gold, Kupfer, Eiche, Esche, Stahl, Eberesche und so weiter aufgeführt wurden, habe ich echt den Überblick verloren. Als Nachschlagewerk eignet sich das Buch da aber gut. Und es greift Details aus den Reihen auf, die einfach so hingenommen werden müssen. Beispielsweise werden die unterschiedlichen Dämonenarten genauer beschrieben und ihre Fähigkeiten erläutert. Zwar kann ich mir die auch nicht alle merken, aber über die häufigsten Dämonen gibt das einen guten Überblick.

Als ich mit der Waffenkunde, der Kampfkunst und der Dämonologie durch war, hat der Informationsgehalt des Buches allerdings immer weiter abgenommen. Es folgt eine Zusammenfassung der einzelnen Schattenweltler-Gruppen und ein Kapitel zu Engeln und Menschen, aber da gab es im Grunde beinahe keine Informationen, die nicht schon in den anderen Büchern des Schattenjäger-Universums geliefert wurden. Die Informationen sind lediglich gebündelt aufgelistet. Zudem ist der Codex an dieser Stelle extrem veraltet, denn Tessa Gray ist bereits 145 Jahre alt, der Codex behauptet aber immer noch, dass aus der Verbindung eines Dämons mit einem Schattenjäger keine Kinder hervorgehen können.
Nachdem dieser zumindest noch halbwegs interessante Teil abgehandelt war, wird das Buch in der letzten Hälfte aber tatsächlich staubtrocken. Für Clary ist es ein blödes, langweiliges Lehrbuch, aber auch für mich war es zu dem Zeitpunkt nicht mehr interessanter, obwohl es um eine faszinierende fantastische Welt geht. Die Auszüge aus dem Gesetz lasen sich tatsächlich trotz Zusammenfassung einfach nur wie dröge Gesetzestexte. Und der Auszug aus „Eine Geschichte der Nephilim“ war genauso langweilig wie Geschichtsbücher unserer Welt. Wobei das vermutlich hauptsächlich daran liegt, dass die dort geschilderten Ereignisse bereits in den Abschnitten zu den Brüdern der Stille, den Eisernen Schwestern, den Parabatai und in beinahe jedem anderen Kapitel schon einmal erzählt wurden. Je weiter ich gelesen habe, desto redundanter wurden die Informationen.

Die Entwicklung der Kommentare, die Clary, Simon und Jace im Codex hinterlassen haben, verläuft im Grunde parallel. Am Anfang sind die Anmerkungen noch wirklich witzig und interessant zu lesen. Simon macht ständig Wortwitze wie „Werwolf? Wiewolf? Waswolf?“ (S. 91) oder hinterlässt bei spannenden Abschnitten Kommentare, in denen er wie ein Fangirl klingt. Clarys Anmerkungen sind meist sarkastisch, weil der Codex ganz andere Dinge für selbstverständlich hält als ein Mundie, oder korrigieren die Angaben im Codex, wenn er, beispielsweise bezüglich des Engelsspiegels, veraltet ist. Und Jace versucht, Clarys Ausbildung ernsthaft voran zu bringen, indem er hilfreiche Ergänzungen hinterlässt oder Zettel mit Trainingsplänen zwischen die Seiten des Codex' legt (unter anderem daher stammen die 16 Seiten Zettelwirtschaft, die im Buch enthalten sind). Für diesen Fleiß und Enthusiasmus wird er von Clary und Simon gnadenlos auf den Arm genommen, zum Beispiel indem Clary statt des echten Kampftrainings lieber die Kampfszenen von Gladiator anschaut.
Nach dem ersten Drittel ist die Luft dann aber irgendwie raus. Die Kommentare werden immer seltener. Es gibt ganze Abschnitte, in denen niemand eine Anmerkung hinterlassen hat. Die wenigen Notizen, die noch zu finden sind, bestehen meist aus einem mehr oder weniger ernst gemeinten Flirt zwischen Clary und Jace, worunter Simon mindestens fünfmal kommentiert, dass die beiden sich ein Zimmer nehmen sollen. Neben der inhaltlichen Redundanz haben damit auch die Anmerkungen keinen wirklich Mehrwert mehr.

Fazit:
Die erste Hälfte des Buches ist sehr gelungen. Details aus den anderen Büchern werden aufgegriffen und ausführlicher erklärt. Informationen werden gebündelt dargestellt. Das Buch eignet sich sowohl zum Lesen als auch als Nachschlagewerk. Außerdem sind die Anmerkungen von Clary, Simon und Jace witzig und informativ. Ab der Mitte wird es aber immer langweiliger. Staubtrockene Gesetzestexte und Auszüge aus Geschichtsbüchern, deren Inhalt schon in fast jedem vorherigen Kapitel besprochen wurde, machen das Buch ziemlich dröge. Außerdem werden die Anmerkungen am Rand immer seltener und besonders Simon bringt immer nur noch den gleichen Spruch. Insgesamt vergebe ich an „Der Schattenjäger-Codex“ daher nur drei Schreibfedern.