Dienstag, 19. September 2017

Neuzugänge #85

Da sind auch schon die nächsten Bücher bei mir eingezogen. Diesmal handelt sich sich ausschließlich um Leserunden- und Rezensionsexemplare, sodass sie den SuB schnell wieder verlassen werden. Nächste Woche wird es noch einmal Neuzugänge geben, dann kehrt hoffentlich erst einmal wieder Ruhe ein, damit ich meinen SuB im Griff behalte. Ich arbeite darin, ihn auf eine zweistellige Anzahl ungelesener Bücher zu schrumpfen. Die vielen interessanten Neuerscheinungen und Fortsetzungen machen es mir leider nicht leicht.



Amani 2: Verräterin des Throns (Q)
Ehrlich gesagt, habe ich den ersten Band der Amani Reihe von Alwyn Hamilton immer noch nicht gelesen. Er liegt seit Ewigkeiten auf meinem SuB, aber ich bin einfach nicht dazu gekommen. Jetzt habe ich den zweiten Band als Rezensionsexemplar bekommen. Da ist ein sehr guter Grund, diese Reihe endlich mal anzufangen! Ich bin schon sehr gespannt, wie sie mir gefallen wird. Mit orientalischen Settings tue ich mich häufig schwer, weil das eine mir völlig unbekannte Welt ist. Aber ich bin sehr gerne bereit, mich darauf einzulassen.


Chosen 2: Das Erwachen (Q)
Nachdem ich schon den ersten Teil der Reihe von Rena Fischer im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks gelesen habe, hatte ich nun auch beim zweiten Band Glück. Da die Meinungen zum Finale positiver ausfallen als zum Auftakt, hoffe ich sehr, dass auch mir das Buch besser gefallen wird als der erste Band. Auf jeden Fall freue ich mich schon auf den Austausch mit vielen Lesern, mit denen ich auch schon den ersten Teil gemeinsam gelesen habe.


Moon Chosen 1: Gefährten einer neuen Welt (Q)
Auch das neue Buch von P. C. Cast habe ich für eine Leserunde auf Lovelybooks gewonnen. Das ist schon ein paar Tage her, sodass ich es mittlerweile, endlich, beendet habe. So richtig gefallen hat es mir leider nicht. Die Welt wirkte unausgereift, in der ersten Hälfte kam die Handlung kaum vorwärts (und bei einem 700seitigen Buch zieht sich eine Hälfte ganz schön, wenn kaum etwas passiert), eine Erzählerin wirkte die meiste Zeit wie ein trotziges Kleinkind, auf den vielen Seiten war scheinbar leider kein Platz für irgendwelche Erklärungen zur Welt oder Handlung und die für ein Jugendbuch typische Instant-Liebe durfte natürlich auch nicht fehlen. Genaueres könnt ihr in meiner Rezension nachlesen, die übermorgen erscheint.

Sonntag, 17. September 2017

[Blogparade] Außergewöhnliche Liebesromane

Ich habe noch nie bei einer Blogparade mitgemacht. Und eigentlich hatte ich das auch bei Sophias Parade nicht vor, da ich kaum Liebesromane lese. Als ich genauer darüber nachgedacht habe, sind mir dann aber doch einige Bücher eingefallen, die zum Thema passen. Denn: Ich lese Liebesromane nicht, weil ich das immer gleiche Schema total langweilig finde. Sophia hat es gut zusammengefasst mit: "Mann und Frau treffen sich - Mann oder Frau haben gewisse Probleme - Schwierigkeiten treten auf - Mann und Frau finden doch zusammen". In dieser Blogparade geht es aber eben gerade nicht um solche prototypischen Liebesromane, sondern um außergewöhnliche Geschichten. Und da habe ich doch einige gelesen, die zum Thema passen. Gerade, weil ja mittlerweile im Grunde in jedem Buch eine Liebesgeschichte eine Rolle spielt, unabhängig davon, welchem Genre dieses Buch zuzuordnen ist.




A little something different (dt. Klar ist es Liebe) [Q]


Autorin Sandy Hall hat hier eine Geschichte geschrieben, die tatsächlich etwas 'different' ist. In dem Buch geht es um Lea und Gabe, die sich an der Uni kennenlernen und sich langsam ineinander verlieben. Besonders ist an diesem Buch nicht die Liebesgeschichte, sondern die Erzählperspektive. Die Geschichte wird nämlich aus vierzehn unterschiedlichen Perspektiven erzählt - Lea und Gabe selbst kommen dabei aber nie zu Wort. Stattdessen berichtet der Mann vom Lieferservice von ihnen, der Busfahrer, die Dozentin, eine Parkbank, ein Eichhörnchen, die besten Freunde und so weiter. Alle finden Lea und Gabe unheimlich niedlich und gemeinsam erzählen sie diese Liebesgeschichte, in der die Protagonisten selbst nie zu Wort kommen. Das ist der Autorin wunderbar gelungen und war herzerwärmend zu lesen. [Rezension]



Die Chroniken der Unterwelt 1: City of Bones [Q]




Wird die Reihe als Ganzes betrachtet, sind die vielen Liebesgeschichten nicht mehr so außergewöhnlich. Aber in diesem ersten Band dachte ich durchaus noch, dass die Liebe zwischen Jace und Clary ungewöhnlich ist. Da ich nicht spoilern möchte, nur so viel: Es ist eine verbotene Liebe. Und zwar verboten auf eine Art und Weise, die ich bis dahin noch nie in einem Buch gelesen hatte. [Rezension]






Simon vs. The Homo Sapiens Agenda (dt. Nur drei Worte) [Q]


In gewissem Sinne ist das Buch von Becky Albertalli schon deshalb außergewöhnlich, weil es um die Liebesgeschichte zweier Jungen geht. Schon damit weicht das Buch vom typischen Schema ab, das Sophia genannt hat. Darüber hinaus finde ich aber auch noch ungewöhnlich, dass die beiden Jungen sich den Großteil des Buches gar nicht kennen. Sie finden sich im Internet und schreiben E-Mails, aber alles unter Pseudonymen. Sie wissen, dass sie auf dieselbe Schule gehen, aber es dauert sehr, sehr lange, bis sie die Identität des jeweils anderen herausfinden. Die ganz zarte, langsame und unschuldige Liebesgeschichte entspinnt sich also fast das gesamte Buch über durch zögerliches, schriftliches Flirten und ein Gefühl der Vertrautheit und Geborgenheit, ohne dass sie einander kennen. [Rezension]



The Love Interest (keine deutsche Übersetzung) [Q]

Dieses Buch ist die ultimative Antwort auf die gerade für Jugendbücher typischen Liebesdreiecke. Die gesamte Geschichte, die Cale Dietrich sich ausgedacht hat, nimmt jede Menge Klischees aus Jugendbüchern auf die Schippe. Unter anderem die Tatsache, dass das Mädchen sich immer zwischen zwei Jungen entscheiden muss, von denen einer der liebe, nette Junge von nebenan ist, den sie schon ewig kennt, und der andere der düstere, gefährliche Macho mit tragischer Vergangenheit, der neu in die Stadt kommt. Es werden wirklich alle Klischees der prototypischen Liebesgeschichte verwendet - inklusive 'Kratz dich am Nacken, damit dein Shirt hoch rutschen kann und eine Streifen glatter, muskulöser Bauch zu sehen ist'. Das alles jedoch auf herrlich parodierende Art. Dem Ganzen hat der Autor dann noch dadurch die Krone aufgesetzt, dass den beiden Jungen das Mädchen eigentlich völlig gleichgültig ist, weil sie stattdessen Gefühle füreinander entwickeln. [Rezension]

Freitag, 15. September 2017

[Rezension] Helden des Olymp: Der verschwundene Halbgott – Rick Riordan


Titel: Helden des Olymp – Der verschwundene Halbgott
Autor: Rick Riordan
Verlag: Carlsen
Erscheinungsdatum: 25. September 2012
Einband: Hardcover
Seiten: 576
ISBN: 978-3-551556-01-1
Preis: 17,90 € [D]


Jason erinnert sich an gar nichts – nicht einmal an seine besten Freunde Piper und Leo. Und was hat er in Camp Half-Blood zu suchen, wo angeblich nur Kinder von griechischen Göttern aufgenommen werden? Zu allem Überfluss gehören die drei Freunde laut Prophezeiung zu den legendären sieben Halbgöttern, die den Olymp vor dem Untergang bewahren sollen. Kein Problem – Leo treibt einen mechanischen Drachen als Transportmittel auf und los geht’s! Und dann gilt es auch noch einen seit längerem verschwundenen Halbgott zu finden, einen gewissen Percy Jackson ...


- Der verschwundene Halbgott (Teil 1)
- Der Sohn des Neptun (Teil 2)
- Das Zeichen der Athene (Teil 3)
- Das Haus des Hades (Teil 4)
- Das Blut des Olymp (Teil 5)
Diese Reihe spielt im Anschluss an die „Percy Jackson“ Reihe und vor den Reihen „Die Abenteuer des Apollo“ und „Magnus Chase“, wobei letztere bislang kaum Verbindungen zur „Helden des Olymp“ Reihe hat.


Jasons Tag war auch schon vor dem elektrischen Schlag mies gewesen.
(Seite 7)


Entgegen meiner Erwartung wurde das Buch nicht nur von Jason erzählt, sondern auch von seinen Freunden Piper und Leo. Das ergab mehrfach interessante Perspektiven auf die Ereignisse und hat die Charaktere noch um einiges sympathischer werden lassen. Jason macht trotzdem den Eindruck als wäre er die Hauptfigur. Er hat sein Gedächtnis verloren und befindet sich während des gesamten Buches auf der Jagd nach seinen Erinnerungen. Er scheint eine wichtige Figur zu sein, der eine ganz besondere Rolle zukommt. An seiner Seite ist Leo, sein beste Freund. Er ist ebenfalls wichtig und außerdem begabt, sehr sympathisch, charmant und talentiert. Dass er sich selbst ständig in Jasons Schatten sieht, sorgt durchaus schon mal für Reibereien. Trotzdem verbindet die beiden Jungen eine innige Freundschaft, die beiden viel bedeutet. Dritte Erzählerin ist Piper. Ihre Perspektive ist am interessantesten, da der Leser von Anfang an weiß, dass sie eine Verräterin ist. Es war sehr spannend, darauf zu warten, dass sie es tut oder auffliegt. Damit hatte das Buch drei ganz unterschiedliche Perspektiven, die allesamt spannend zu verfolgen waren und sich immer im richtigen Moment abgewechselt haben.

Bei allen anderen Aspekten kann ich mich nur aus meinen anderen Rezensionen zu Büchern des Autors wiederholen. Rick Riordan fällt wirklich immer etwas Neues ein. Diese Buch widmet sich hauptsächlich dem Wetter, insbesondere dem Wind. Aeolus, der durchgedrehte Gott der Winde, ist in gewissem Sinne eine Parodie menschlicher Meteorologen durch seine vagen, sich ständig ändernden Wettervorhersagen. Ihm sozusagen untergeordnet sind die Götter des Nord-, Süd-, West- und Ostwinds, die sich häufig gegenseitig in die Haare kriegen und damit für stürmisches Chaos verantwortlich sind. Auch wenn er sich der Mythologie bedient, ist es immer wieder faszinierend, wie der Autor seine Geschichte in der realen Welt verankert, indem er alltägliche Begebenheiten oder große Katastrophen wie den Brand von 1666 in London durch das Verhalten von Göttern, Halbgöttern oder anderen mythischen Wesen erklärt.

Aufgefallen ist mir außerdem, dass dieses Buch wesentlich reifer wirkt als die Percy Jackson Reihe. Das liegt natürlich unter anderem daran, dass die Charaktere 16 oder 17 Jahre alt sind und damit älter als Percy zu Beginn. Doch auch Erzählstil und Komplexität wirken reifer. Die unterschiedlichen Perspektiven, ausführlichere Beschreibungen und die Erweiterung der bereits bekannten Welt machen dieses Buch anspruchsvoller. Zudem werden auch rückwirkend Erklärungen geliefert oder neue Erkenntnisse enthüllt, die die Ereignisse der Percy Jackson Reihe anreichern und erweitern. Die Reihe bewegt sich damit weg von Kinder- und hin zum Jugendbuch. Nichtsdestotrotz verliert der Autor dabei nicht den Humor und im Grundsatz bleibt die Erzählweise weiterhin locker und lässig. Mir hat sehr gut gefallen, wie der Autor seinem Stil treu bleibt, während seine Geschichte langsam erwachsen wird.


Das Buch wird aus drei sehr unterschiedlichen Perspektiven geschildert. Jeder Erzähler ist interessant und es hat mir gefallen, mehr über die Figuren zu erfahren. Ihre Entwicklungen waren spannend zu verfolgen. Fasziniert hat mich wieder, wie der Autor sich immer etwas Neues ausdenkt und das in der realen Welt verankert. Ich habe wieder viel gelernt. Und obwohl der wunderbare Humor und der lockere, lässige Erzählstil bleiben, wirkt die Geschichte reifer. Sie ist ein wenig anspruchsvoller und reichert die in der Percy Jackson Reihe geschaffene Welt noch weiter an. „Helden des Olymp – Der verschwundene Halbgott“ war ein tolles Leseerlebnis und ein wunderbarer Start in die Reihe und bekommt dafür fünf Schreibfedern von mir.