Donnerstag, 19. Oktober 2017

[Rezension] Sturm der Zeit – Julie Cross


Titel: Sturm der Zeit
Autor: Julie Cross
Verlag: Fischer
Erscheinungsdatum: 23. Oktober 2014
Einband: Hardcover
Seiten: 505
ISBN: 978-3-841422-11-8
Preis: 16,99 € [D]


Während Jackson Meyer sich auf der Insel der Außenseiter allmählich von den Folgen seines letzten Sprungs in die ferne Zukunft erholt, kommt er der Entstehung des Zeireise-Gens weiter auf die Spur. Er ist immer noch Gefangener von Eyewall, der gegnerischen Geheimdienstabteilung. Aber er ist umgeben von den Menschen, die er liebt: seinem Vater, seiner Schwester und Holly. Auch einige der Original-Zeitreisenden sind bei ihnen, und Jackson erfährt mehr Details über ihre Vergangenheit und wie sich das Zeitreisen ausgewirkt hat. Es wird immer klarer, dass sie die Experimente von Thomas und Dr. Ludwig im Eyewall-Hauptquartier für immer stoppen müssen. Was als schlichter Fluchtplan beginnt, wird so zu einem rasanten Showdown zwischen Jackson und seinen Gegnern, einem weltumfassenden, finalen Kampf gegen den Untergang der Menschheit. Für diesen Kampf wurde Jackson geborgen, und er weicht ihm nicht aus. Für nichts und niemanden.


- Sturz in die Zeit (Teil 1)
- Feinde der Zeit (Teil 2)
- Sturm der Zeit (Teil 3)


Ich stand vor der Zelle und starrte, nun ja, mich an.
(Seite 7)


Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten.

Das Buch schließt nahtlos an den vorherigen Band an. Wie schon zu Beginn des letzten Teils stößt Jackson auch hier wieder auf eine neue Gruppe von Zeitreise-Experten. Er lernt von ihnen weitere Details und bekommt Einblicke in die Arbeit von Eyewall und die Machenschaften von Thomas. Damit wird die Geschichte weiter mit Details und Erklärungen aufgefüllt. Allerdings wird der Hintergrund auch noch komplexer, sodass ich zwischenzeitlich Mühe hatte, der Logik zu folgen. Durch die enorme Komplexität der Geschichte, einigen überraschenden Enthüllungen und das immer größer werdende Chaos ist jedoch auch viel Spannung entstanden. Erst kurz vor dem Ende wurde mich klar, worauf die Geschichte hinauslaufen soll. Bis dahin sind die Absichten sehr gut verschleiert gewesen.

Das Ende selbst hat mich dann allerdings in zahlreichen Aspekten enttäuscht. Die grundlegende Idee und die Tatsache, dass es sich um ein vollkommenes, endgültiges Ende handelt, haben mir gefallen. Im Rest fehlten Pfeffer und Logik. Im finalen Showdown erledigen Jackson und seine Kollegen beispielsweise mal eben nebenbei, was ihnen bis dahin noch nie gelungen ist. Das ging so schnell und einfach, dass gar keine Spannung aufkam. Außerdem fällt die Logik der bisher sehr überzeugenden und nachvollziehbar konstruierten Geschichte immer mehr in sich zusammen, je mehr Fäden zusammen laufen. Viele Dinge machten dann einfach keinen Sinn. Allem voran ist da die größte aller Lügen in diesem komplizierten Netz aus Geheimnissen und Unwahrheiten zu nennen. Diese ganz große Lüge, die angeblich wichtig war, damit Jackson tut, was getan werden muss, wird in einem dramatischen Moment enthüllt – dabei wäre die Wahrheit viel überzeugender gewesen. Leider konnte die Autorin das große, komplexe Konstrukt nicht angemessen auflösen. Zumal die große Wendung auch nicht sonderlich überraschend war. Alles in allem fand ich das Ende eher schwach.

Außerdem muss ich zu diesem Teil mal anmerken, dass es im Grunde die ganze Zeit schon eher um die Liebesgeschichte zwischen Jackson und Holly als um die Zeitreise-Geschichte ging. In diesem Band ist das allerdings etwas übermächtig geworden. Da sie sich zu Beginn als Agent Meyer und Agent Flynn gegenüber stehen, verliebt sich Holly nicht einfach direkt wieder in ihn. Sie lässt ihn abwechselnd an sich heran und stößt ihn weg, landet fast mit ihm im Bett und zeigt ihm die kalte Schulter, empfindet etwas für ihn und will nichts von ihm wissen. Ich als Leser fand das ein wenig anstrengend. Jackson dagegen ist so unglaublich in sie verliebt, dass ihn jede Zurückweisung enttäuscht, er sie aber sofort weiter anschmachtet. Seine Handlungen, seine Gedanken, seine Entscheidungen, alles dreht sich nur noch um Holly. Diese Schmachterei war wirklich schrecklich. Wenn nicht gerade Zeitreisende, Klone und Eyewall-Agenten getötet wurden, las sich das Buch wie ein kitschiger Liebesroman mit einer sechzehnjährigen, weiblichen Protagonistin, deren Leben draus besteht, ihren Schwarm anzuhimmeln.


Der Beginn des Buches ist wieder spannend und interessant. Es werden weitere Details zu den Zeitreisen geliefert und die Komplexität nimmt noch einmal zu. Zwischendurch verlor sich die Handlung leider in Jacksons kitschiger Schmachterei. Alles drehte sich fast nur noch um seine angehimmelte Holly. Das war ziemlich anstrengend. Ein bisschen Spannung blieb jedoch, weil sich erst sehr spät auflöst, worauf die Geschichte hinausläuft. Leider ist das Ende der bis dahin überzeugend konstruierten Geschichte dann nicht gerecht geworden. Es war fast schon lahm, viel zu einfach und machte an einigen Stellen keinen Sinn. Da ich von „Sturm der Zeit“ eher enttäuscht war, vergebe ich nur drei Schreibfedern.

Montag, 16. Oktober 2017

[Gewinnspiel] Vielen Dank an meine 200 Follower!

Liebe Leser,

vor Kurzem habe ich festgestellt, dass ich über diverse Kanäle nun insgesamt 200 Follower habe. Das hätte ich echt niemals erwartet, als ich mit diesem Blog angefangen habe. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle mit einem Gewinnspiel bei euch bedanken. :)



Was könnt ihr gewinnen?

#1: Die Fäden der Zeit
"Das Labyrinth, wie die Bewohner die Slums von Ninurta bezeichnen, ist düster und steckt voller Geheimnisse. Eines davon hütet die 17-jährige Kai - sie kann die Fäden der Zeit sehen und manipulieren. Gemeinsam mit ihrem Bruder Reev lebt sie daher unauffällig, mit dem Ziel, eines Tages das Elend des Labyrinths hinter sich zu lassen. Doch dann verschwindet Reev. Zusammen mit Avan, ihrem einzigen Freund, setzt Kai alles daran, ihren Bruder zu finden. Selbst wenn sie dafür ihr Geheimnis aufs Spiel setzen und die schützenden Mauern der Stadt hinter sich lassen muss ..."



#2: Dämonenasche
"Seit Jahren wird Ivy von Visionen heimgesucht: Sie sieht düstere Orte, bedrohlich nah und dennoch jenseits der Realität. Wird sie etwa verrückt? Plötzlich verschwindet ihre Schwester Jasmine und jemand versucht, Ivy zu töten. Aber der mysteriöse Adrian rettet sie - und offenbart ihr die schockierende Wahrheit: Diese dämonische Parallelwelt existiert wirklich und Jasmine ist dort gefangen. Gemeinsam mit Adrian begibt sich Ivy auf die Suche nach einem alten Relikt, um Jasmine zu befreien. Was Ivy allerdings nicht weiß: Adrian, zu dem sie sich immer mehr hingezogen fühlt, ist vom Schicksal dazu bestimmt, im Krieg der Engel und Dämonen auf der anderen Seite zu kämpfen. Als ihr Todfeind ..."


Wie könnt ihr teilnehmen?

Schreibt mir bis zum 26. Oktober 2017 um 23.59 Uhr in die Kommentare, wo ihr mir folgt und für welches Buch ihr in den Lostopf hüpfen möchtet. Bitte gebt außerdem eure Mailadresse an, damit ich euch erreichen kann.


Die Auslosung erfolgt am 27. Oktober 2017.
Viel Erfolg. ;)



Teilnahmebedingungen
1. Mit der Teilnahme erklärst du dich mit den Teilnahmebedingungen einverstanden.
2. Du bist mindestens 18 Jahr alt oder hast die Erlaubnis deiner Eltern.
3. Du hast eine Postadresse in Deutschland.
4. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, kein Ersatz bei Verlust auf dem Postweg und keine Barauszahlung möglich.
5. Falls du gewinnst, wird dein Name (Nickname / Teilnehmername) auf meinem Blog veröffentlicht.
6. Falls du gewinnst, hast du bis zum 02. November 2017 um 23.59 Uhr Zeit, mir deine Postadresse zukommen zu lassen, sonst wird erneut ausgelost.

Sonntag, 15. Oktober 2017

[Rezension] Feinde der Zeit – Julie Cross


Titel: Feinde der Zeit
Autor: Julie Cross
Verlag: Fischer
Erscheinungsdatum: 22. August 2013
Einband: Hardcover
Seiten: 540
ISBN: 978-3-841422-10-1
Preis: 16,99 € [D]


Jackson Meyer wirft sich voller Elan in seine Rolle als Agent für Tempest – die geheimnisvolle CIA-Abteilung, die für alle mit Zeitreisen verbundenen Bedrohungen zuständig ist. Trotz seines Kummers darüber, dass er seine große Liebe aufgeben musste, zeigt Jackson, dass er ein hervorragender Agent ist – auch ohne, das er seine eigenen Kräfte nutzt und durch die Zeit springt. All das ändert sich jedoch, als Holly erneut in sein Leben tritt. Dann wird plötzlich Eyewall, eine gegnerische CIA-Abteilung, aktiv. Die Mitarbeiter von Tempest werden angegriffen und müssen fliehen. Jackson erkennt, dass die Welt um ihn herum sich verändert hat. Jemand weiß von seiner ausgelöschten Beziehung zu Holly, so dass sie beide wieder in Gefahr sind.


- Sturz in die Zeit (Teil 1)
- Feinde der Zeit (Teil 2)
- Sturmder Zeit (Teil 3)


Ohne die Erinnerungsbilder, die in mir aufblitzten, hätte ich wohl nie die Kraft gefunden, von dieser Stelle im Gras aufzustehen und mich weiter von Holly zu entfernen.
(Seite 7)


Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten.

Das Buch hat mich von der ersten Seite an direkt wieder gepackt. Auch nach zwei Jahren Pause zwischen diesem und dem ersten Teil hatte ich keinerlei Probleme, sofort wieder in die Handlung einzusteigen. Durch Jacksons Ausbildung und sein Tagebuch werden alle Irrungen und Wirrungen der bisherigen Geschehnisse noch einmal wiederholt und systematisch veranschaulicht. Es gibt sogar Abbildungen von Zeitstrahlen, um deutlich zu machen, in welcher Reihenfolge und zu welcher Zeit Jackson von einer Welt in eine andere gesprungen ist. Zudem lernt er in der Ausbildung mehr Details über Zeitreisen, sodass seine vollen Sprünge sowie die Halbsprünge genauer erklärt werden. Damit wird der komplexe Teil über Zeitreisen so weit veranschaulicht, dass ich alles verstehen und nachvollziehen konnte, obwohl ich mich kaum noch an den ersten Band erinnern konnte. Das ist der Autorin wunderbar gelungen. Und die verschiedenen Methoden der Darstellung, beispielsweise den unterschiedlichen Parallelwelten verschiedene Namen zu geben, werden durch das ganze Buch immer weiter verwendet, sodass es kein Problem ist, den neuen Erkenntnissen und wechselnden Welten und Daten zu folgen. Ein gewisses Grundmaß an Verwirrung bleibt nur dadurch bestehen, dass selbst Jackson nicht zweifelsfrei sagen kann, durch wie viele Welten er nun eigentlich gesprungen ist. Ich als Leser wurde also lediglich auf dem gleichen Niveau der Unsicherheit gehalten, das auch bei den Charakteren vorherrscht.

Auch unabhängig von den Erklärungen zu den Zeitreisen war die Handlung anfangs spannend. Jacksons Ausbildung bei der CIA war interessant beschrieben und die unterschiedlichen Missionen, die er durchführen musste, waren jedes Mal packend, weil sie manchmal doch etwas aus dem Ruder gelaufen sind. Zudem tritt immer wieder die gegnerische CIA-Abteilung Eyewall in Erscheinung. Während Jacksons Abteilung Tempest vollständig bekannt ist, weiß er über Eyewall-Agenten nur sehr wenig. Dadurch gab es immer wieder überraschende Momente, wenn ein neuer Agent enttarnt wurde. Wie in jeder CIA-Geschichte gibt es aber natürlich auch hier Doppelagenten und Personen, die eigentlich nur ihr eigenes Interesse verfolgen. Bis zum Schluss war daher nie klar, welche Person offiziell zu welcher Abteilung gehört, welche Person heimlich für wen arbeitet, wer wie viel weiß und manchmal sogar, aus welcher Zeit die jeweilige Person stammt. Zugehörigkeiten und Absichten hat die Autorin sehr gut verschleiert und zusätzlich immer wieder Situationen geschaffen, in denen sich doch wieder alles geändert hat.

Nichtsdestotrotz war das Buch am Schluss etwas handlungsarm. So spannend Jacksons Ausbildung am Anfang auch war, sie hat irgendwie kein Ende gefunden. Zwar gab es dramatische Missionen, aber keine davon hat die Geschichte tatsächlich weiter gebracht. Nach zwei Dritteln hatte ich das Gefühl, dass die Handlung stecken geblieben ist. Es folgte eine Auseinandersetzung zwischen Tempest und Eyewall nach der anderen. Die Feinde der Zeit selbst, also die anderen Zeitreisenden, sind kaum aufgetaucht. Zwar folgen noch einige Entwicklungen und zum Schluss gibt es einen dramatischen Showdown, aber für meinen Geschmack standen sich etwas oft einfach junge CIA-Agenten gegenüber oder Jackson hat sich ununterbrochen Gedanken um Holly gemacht. Im letzten Drittel hätten es daher durchaus einige Seiten weniger sein dürfen, um die Spannung aufrecht zu erhalten.


Der Einstieg in die Geschichte fiel mir trotz langer Pause sehr leicht. In seinem Tagebuch veranschaulicht Jackson systematisch die bisherigen Ereignisse und legt dazu sogar Abbildungen an. Zudem vermittelt ihm die Ausbildung neues Wissen und mehr Details zu den Zeitreisen. Dieser komplexe Aspekt wird sehr anschaulich und verständlich dargestellt. Zudem war die Handlung spannend. Es gab packende Auseinandersetzungen, überraschende Erkenntnisse und die Autorin hat viele Dinge gut verschleiert. Lediglich im letzten Drittel blieb die Handlung zwischenzeitlich stecken. „Feinde der Zeit“ war nicht ganz so gut wie der erste Band und bekommt daher vier Schreibfedern.