Donnerstag, 18. Januar 2018

[Aktion] Top Ten Thursday #30 | 10 liebste Einzelbände

Die Suche nach den zehn Büchern für den heutigen Top Ten Thursday hat deutlich gemacht: Ich bin ein Reihen-Leser. Unter den 46 Büchern, an die ich schon die volle Punktzahl vergeben habe, sind gerade einmal 14 Einzelbände. Allerdings war es trotzdem nicht leicht, mich für meine zehn Favoriten zu entscheiden. Letztlich habe ich überlegt, bei welchen Büchern ich mich am meisten erinnere. Die Hälfte der Bücher hat schon wieder schwule Protagonisten, das war schon beim letzten Top Ten Thursday so, bei dem ich mitgemacht habe (Highlights 2017). Ich bin sehr gespannt, ob ich bei euch interessante Einzelbände finde, die die Mischung etwas bunter machen.

Weitere Informationen zur Aktion findet ihr bei Aleshanee von 'Weltenwanderer'. :)


Das heutige Thema
10 liebste Einzelbände 

Meine Top Ten
(willkürlich sortiert)

"Der Tintenschnüffler und die Weltenweber": Es handelt sich um ein wirklich tolles Kinderbuch mit wunderschönen Illustrationen. Die fantastische Welt ist der Autorin wunderbar gelungen und die Protagonisten erleben ein spannendes Abenteuer.

"Battle Island": Das Buch war unfassbar spannend. Es wird nicht in chronologischer Reihenfolge erzählt, wodurch die Dramatik besonders deutlich geworden ist. Die aufgeheizte, gewalttätige Stimmung war wirklich mitreißend.

"Seelen": Das Buch war eine riesige Überraschung. Charaktere, Handlung, Spannung, Schreibstil - alles war anders als in 'Twilight', was ich echt nicht mochte. In 'Seelen' ist es zu einer gelungenen Mischung zusammengebaut, sodass ich viel Spaß beim Lesen hatte.

"Ich und die Menschen": Mein erstes Buch von Matt Haig war gleichermaßen lustig und herzerwärmend. Die Menschheit durch die Augen eines Außerirdischen zu betrachten, hat mich mehrmals zum Lachen gebracht. Doch es gibt auch Berührendes zu entdecken.

"You're never weird on the internet (almost)": In meiner Liste findet sich sogar eine Autobiographie. Felicia Day hat es geschafft, so von ihren eigenen Erfahrungen zu berichten, dass der Leser daraus lernen kann. Oft habe ich mich in diesem Buch wiedererkannt.

"Drahtseiltänzer: Die Geschichte von Noah und Ciro": Die Geschichte ist traumhaft. Das Buch hat mir eine emotionale Achterbahnfahrt beschert, ohne dabei den realistischen Bezugsrahmen zu verlassen. Es war mitreißend geschrieben und Ciro ist ein ungewöhnlicher und faszinierender Charakter.

"Cavaliersreise: Die Bekenntnisse eines Gentlemans": In diesem Buch findet eine der sorgfältigsten Charakterentwicklungen statt, die ich letztes Jahr gelesen habe. Diese ist langsam, sanft und liebevoll erzählt. Außerdem gab es viel zu lernen und Humor und Ernsthaftigkeit haben sich in gutem Rhythmus abgewechselt.

"Simon vs. The Homo Sapiens Agenda": Dieses Buch hatte mich sofort. Beim zweiten Satz habe ich das erste Mal laut gelacht. Und dann konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen - im Bus, beim Essen, beim Laufen. Das Buch ist sehr sanft, lebensfroh, subtil und innig.

"The Love Interest": Es ist perfekt. Ein Jugendbuch, das alle Klischees, Stereotype und die nervigen, immer gleichen Aspekte wie Liebesdreiecke aus Jugendbüchern aufgreift und sich gnadenlos darüber lustig macht. Das alles verpackt in eine interessante Geschichte mit sehr sympathischen Charakteren.

"Shilsas: In den Nebeln": Die Atmosphäre des Buches ist gigantisch und die Spannung nervenaufreibend, selbst wenn gar nichts passiert. Die Intensität war unglaublich mitreißend. Ich habe mich gefühlt als wäre auch ich in Shilsas in den Nebeln.

Montag, 15. Januar 2018

[Rezension] Herrscherin der tausend Sonnen – Rhoda Belleza


Titel: Herrscherin der tausend Sonnen
Autor: Rhoda Belleza
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 30. Oktober 2017
Einband: Softcover
Seiten: 394
ISBN: 978-3-570164-70-9
Preis: 14,99 € [D]

Klappentext
Kronprinzessin Rhiannon Ta'an will nur eins: Rache. Offiziell wird sie als zartes, hilfloses Geschöpf dargestellt, das unter dem strengen Schutz des Kronregenten steht: Rhee, die einzige noch lebende Nachfahrin der uralten Herrscherdynastie von Kalu, soll mit 16 zur Kaiserin gekrönt werden – ohne wirklich Macht zu erhalten. Für Rhee bedeutet die Krönung die heiß ersehnte Stunde der Rache. Denn seit ihre gesamte Familie, als Rhee sechs Jahre alt war, brutal ausgelöscht wurde, arbeitet sie darauf hin, die Mörder zur Strecke zu bringen.
Doch dann entgeht sie selbst nur knapp einem Anschlag auf ihr Leben und taucht unter. Kaum wird Rhees vermeintlicher Tod verkündet, hat die Regierung den angeblichen Mörder bereits im Visier – Pilot Alyosha, Medienstar und Mädchenschwarm, den allein seine Herkunft verdächtig macht: Er stammt aus Wraeta, dem Erzfeind Kalus. Aly und Rhee, beide auf der Flucht vor der Regierung, ahnen noch nicht, dass das Schicksal der ganzen Galaxie in ihren Händen liegt. Denn ein perfider Plan droht ihre Welt in einen interplanetaren Krieg zu stürzen.

Einordnung
- Herrscherin der tausend Sonnen (Teil 1)
- Rebellin der tausend Sterne (Teil 2, ET Juni 2018)
- unbekannt

Erster Satz
Rhee rannte über den belebten Marktplatz und wirbelte dabei Staub auf, der sich in der geringen Schwerkraft Nau Frumas nur langsam wieder legte.
(Seite 13)

Rezension
Nachdem ich jetzt für die Rezension den Klappentext noch mal gelesen habe, gefällt mir die Konzeption des Buches noch besser. Insbesondere der zweite Teil des Klappentextes klingt nämlich viel mehr nach Klischee-Jugendbuch als die Geschichte eigentlich war. Unter anderem ist Soldat Aly zwar galaxieweit durch die Serie bekannt, die auf seinem Raumschiff gedreht wird, doch die Kameras sind ihm genauso unangenehm wie die Aufmerksamkeit. Er versucht einfach immer, sich von seiner besten Seite zu zeigen, die aber weder arrogant noch charmant, sondern einfach freundlich, gutherzig und loyal ist. Ein Mädchenschwarm ist er nur, weil er gezwungen wird, jede seiner Bewegungen von Kameras aufzeichnen zu lassen. Damit war er als Figur schon ganz anders als erwartet.
Noch mehr überrascht hat mich allerdings, dass Aly und Rhee nicht zufällig in der Weite der Galaxie aufeinander treffen, sich sofort unsterblich verlieben und gemeinsam flüchten. Das hatte ich nach dem Klappentext erwartet, insbesondere als nach dem Aufschlagen des Buches dann auch noch deutlich wurde, dass abwechselnd aus beiden Perspektiven berichtet wird. In Wahrheit erlebt dann aber jeder von ihnen sein ganz eigenes Abenteuer, sie treffen nur einmal ganz kurz aufeinander, wechseln dabei aber kein Wort, und haben zudem Gefühle für zwei andere Personen. Damit hat mich der Ablauf der Handlung wirklich überrascht. Ich kann also nur raten, sich nicht vom Klappentext abschrecken zu lassen.

Wo das Buch Stärken in der Konzeption hatte, hatte es allerdings leider Schwächen im Inhalt. Das Verhältnis der Protagonisten zueinander verlief ganz anders als erwartet, dafür war ein Großteil der restlichen Handlung vorhersehbar. Manche Dinge wusste ich schon, bevor ich das Buch auch nur angefangen hatte, weil es in den typischen, altbekannten Bahnen verlief. Doch auch während des Lesens war es kaum anders. Insbesondere bezüglich der Offenbarung ganz am Ende wurden so viele Hinweise gestreut, dass es einfach nicht mehr zu übersehen war.
Außerdem habe ich bis zum Schluss Schwierigkeiten mit den Örtlichkeiten der Galaxie gehabt. Es gibt zwar ganz vorne im Buch eine Liste mit Planeten, Monden und Galaxien, die ist aber alles andere als vollständig. Zudem sind manche Planeten Territorien anderer Planeten und die jeweiligen Quadranten, in denen sie liegen, haben dann nochmals andere Namen. Das allein war schon verwirrend genug. Hinzu kam dann noch, dass abwechselnd als Rhees und Alys Perspektive berichtet wird, die beide ihre eigene wilde Odyssee kreuz und quer durch den Weltraum unternehmen. Die meiste Zeit hatte ich keine Ahnung, wo sie gerade eigentlich waren und ob es sich dabei um Freundes- oder Feindesland handelte.

Nichtsdestotrotz habe ich mich durch das Buch ganz gut unterhalten gefühlt. Sowohl Aly als auch Rhee waren mir von Anfang an sympathisch und ich habe ihre Reise gerne verfolgt, auch wenn sie mich nicht übermäßig berührt haben. Außerdem hat es eine ganze Weile gedauert, bis mir klar wurde, worauf das Buch im Gesamtkontext hinauslaufen würde. Dadurch war es an manchmal Stellen durchaus spannend. Das Buch ist keine überwältigende Space-Opera, aber es eignet sich gut als leichte Lektüre nebenbei.

Fazit
Das Buch war anders als erwartet. Der Klappentext hat es nach einem Klischee-Jugendbuch klingen lassen, doch das war es meist nicht. Die beiden Protagonisten treffen nur ein einziges Mal kurz aufeinander, sodass unglaubwürdige Zufälle und die obligatorische Liebesgeschichte ausbleiben. Allerdings haben die strikt getrennten Aufenthaltsorte meine Orientierung in der Galaxie noch mehr erschwert. Bis zum Schluss habe ich mich nicht zurecht gefunden. Außerdem waren Teile der Handlung trotzdem vorhersehbar. Insgesamt habe ich mich aber nett unterhalten gefühlt. „Herrscherin der tausend Sonnen“ bekommt für eine gute Konzeption, aber schwachen Inhalt drei Schreibfedern von mir.


Ich bedanke mich beim cbt Verlag und beim Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.

Sonntag, 14. Januar 2018

[Rezension] Masterminds 3: Im Angesicht der Wahrheit – Gordon Korman


Titel: Masterminds – Im Angesicht der Wahrheit
Autor: Gordon Korman
Verlag: Beltz & Gelberg
Erscheinungsdatum: 02. September 2017
Einband: eBook
Seiten: 243
ISBN: 978-3-407749-12-3
Preis: 11,99 € [D]

Klappentext
Bevor Eli und seine Freunde, die Klone des Projekts Osiris, sich im aufreibenden Finale endlich ihre Freiheit erkämpfen können, erfahren sie Niederschmetterndes über sich und ihre Identität. Malik gerät in den Bann seines DNA-Spenders, dem berüchtigten Mafiaboss Gus Alabaster. Er fühlt sich wohl in der Rolle als Gangster und bringt Amber – und auch sich – in große Gefahr. Eli und Tori versuchen derweil herauszufinden, wer der DNA-Spender von Eli ist – und entdecken eine bittere Wahrheit.

Einordnung
- Im Auge der Macht (Teil 1)
- Im Sog des Verbrechens (Teil 2)
- Im Angesicht der Wahrheit (Teil 3)

Erster Satz
Der Ast kommt wie aus dem Nichts.
(Seite 1)

Rezension
Kann Spoiler zu den ersten beiden Teilen enthalten!

Der finale Band der Masterminds-Reihe war, abgesehen von einem relativ offensichtlichen Punkt, wieder so spannend, dass ich ihn einfach weggeatmet habe. Ich habe das ganze Buch in einem Rutsch gelesen und nicht einmal daran gedacht, mir Notizen zu machen. Nachdem sich die Handlung im letzten Teil etwas im Kreis drehte, spitzt sie sich in diesem Teil wieder zu, denn es läuft alles der großen Konfrontation entgegen. Besonders spannend daran fand ich, dass ich mir jeden möglichen Ausgang gut vorstellen konnte. Projekt Osiris hat enorme Macht und da niemand den Kindern glaubt, bestand die Möglichkeit, dass sie tatsächlich wieder eingefangen werden. Auf der anderen Seite habe ich schon ein positives Ende für Eli und seine Freunde erwartet, in dem sie die Öffentlichkeit von ihrer Geschichte überzeugen und die Wissenschaftler festgenommen werden. Während des Buches wird aber mehrfach angebracht, dass sie in diesem Fall wohl auch keine selbstbestimmte Zukunft hätten, weil sich die Wissenschaft erneut auf sie stürzen würde. Es nicht öffentlich zu machen hieße aber auch, sich für immer vor Osiris verstecken zu müssen, sofern keine Alternative gefunden wird, um die Organisation auszuschalten. Zwischen all diesen möglichen Enden schwappt die Geschichte immer hin und her, sodass ich bis zum Ende nicht wusste, wie das Dilemma aufgelöst werden würde.

Darüber hinaus hatte das Buch auch sehr viele realistische Momente, die die Charaktere vor Schwierigkeiten gestellt haben. Denn abgesehen von der Tatsache, dass sie Klone auf der Flucht sind, sind sie immer noch zwölf- und dreizehnjährige Kinder. Sie können keine Autos mieten, nur schlecht allein weit reisen, nicht allein leben und ständig müssen ihre Erziehungsberechtigten kontaktiert werden. Es hat mir gut gefallen, dass die Charaktere immer wieder vor diesen Schwierigkeiten stehen.

Faszinierend fand ich auch wieder die Weiterführung des Experiments. Denn obwohl Eli und seine Freunde Projekt Osiris entkommen sind, stellt sich ihnen sowie mir natürlich bei jedem Gedanken und jeder Handlung weiter die Frage, welcher Aspekt sich nun durchsetzen würde: Gene oder Umwelt. Nachdem sie im letzten Band immer wieder gezwungen waren, Dinge zu stehlen, zu lügen und Gesetze zu brechen, hebt dieser Band die Beobachtungen auf eine ganz neue Stufe, denn es geht nicht mehr immer um ihr Überleben. Die Charaktere können frei Entscheidungen treffen und sich entfalten. Ich fand es sehr interessant zu beobachten, wie Malik immer weiter in die Mafia abrutscht und sich dort sogar wohl fühlt, während Amber mit allen Mitteln versucht, Gutes zu tun, um seine schlechten Handlungen auszugleichen. Der Autor hat erst ganz am Schluss durchblicken lassen, für welche (natürlich wissenschaftlich nicht belegte) Beantwortung der Fragestellung er sich denn nun entschieden hat: Gene oder Umwelt?

Fazit
Der finale Band der Reihe war wieder sehr spannend. Bis zum Schluss war unklar, wie die Auseinandersetzung zwischen den Klonen und den Wissenschaftlern enden würde. Das wurde unter anderem durch viele realistische Szenen unterstützt, denn die Klone sind und bleiben Kinder, die selbst im Fall eines Sieges über Projekt Osiris Erziehungsberechtigte brauchen, die sich um sie kümmern. Außerdem fand ich die Beobachtungen bezüglich des Experiments unglaublich faszinierend, da die Charaktere sich nun endlich ohne Druck frei entscheiden konnten. Der Autor hat seine Auflösung der Frage „Gene oder Umwelt“ erst ganz am Schluss mitgeteilt. „Im Angesicht der Wahrheit“ war ein spannender Abschluss, der mir richtig gut gefallen hat und dafür fünf Schreibfedern bekommt.




Vielen Dank an den Beltz Verlag und  für das Rezensionsexemplar.