Sonntag, 1. September 2013

[Rezension] Der Tintenschnüffler und die Weltenweber - Iris Deitermann



Titel: Der Tintenschnüffler und die Weltenweber
Autor: Iris Deitermann
Verlag: Sperling-Verlag
Erscheinungsdatum: 20. November 2012
Einband: Softcover
Seiten: 218
ISBN: 978-3-942104-17-3
Preis: 12,80 € [D]

Klappentext:
Mit allem haben die vier Freunde Tabea, Katie, Simon und Michael gerechnet, nur nicht mit einem winzigen blauen Wesen namens Tintonius. Eben noch auf einem Campingausflug, befinden sie sich plötzlich mitten in Welwenia, dem Reich der Weltenweber, die vor einem scheinbar unlösbaren Problem stehen und dringend ihre Hilfe benötigen. Zusammen mit Tintonius brechen die vier zu einer abenteuerlichen Reise auf, die sie quer durch das wundersame Land führt. Schnell finden sie heraus, dass viel mehr hinter all den Dingen steckt, die sie täglich in ihrer Umwelt sehen und erleben. Erst durch ihre neuen Freunde erfahren sie, wohin die Pusteblumensamen fliegen, wer sich um die Bäume kümmert, warum Kornblumen eigentlich blau sind und wieso immer ihre Socken verschwinden.

Einordnung:
- Der Tintenschnüffler und die Weltenweber (Teil 1)
- weitere Teile sind geplant, aber noch nicht erschienen

Rezension:
Schon als ich das erste Mal den Tintenschnüffler gesehen habe, wollte mir dieses kleine, blaue Wesen nicht mehr aus dem Kopf. Es hat mich unglaublich fasziniert. Nachdem ich die Geschichte gelesen habe, kann ich sagen, dass es nicht nur Tintonius, der Tintenschnüffler, ist. Im ganzen Buch sind Illustrationen von diversen Wesen abgebildet. Es ist eine Sache, sie sich nach den Beschreibungen vorzustellen, aber gerade für Kinder noch um ein Vielfaches schöner, die liebevoll ausgearbeiteten Zeichnungen zu sehen.

Doch in der Geschichte stecken nicht nur knuffige, kunterbunte Wesen, sondern auch wundersame Orte. Es gibt den Tripf-Tropf-See, die Regenbogenhänge, den Funkelwald, die Schneeflockenausschneidefabrik, den Pusteblumenflugplatz und noch viele, viele weitere Plätze. Welwenia ist ein riesiges Land, das voller phantastischer Ideen.
Auf der Suche nach Emily, einer Menschenfrau, die in Welwenia verloren gegangen ist, durchqueren Tabea, Katie, Simon und Michael viele dieser Orte. Dennoch hat das Buch genau die richtige Länge, denn die Autorin hat der Versuchung widerstanden, den Leser durch ihre gesamte Welt zu führen. Viele Dinge erleben die für Kinder auf ihrer Reise, doch das Schicksal treibt sie nicht zu jedem Ort. Das lässt auf eine Fortsetzung hoffen, in der der Rest von Welwenia bereist wird.

Der ängstlichen Katie kommen viele der Wesen, denen sie begegnen, unheimlich vor. So befürchtet sie beispielsweise, dass die sprechenden Steine ganz und gar nicht nett zu ihr sein werden, weil ihr Murmeln so tief und durchdringend ist. Tintonius weist sie zurecht, dass sie nicht so vorschnell über jemanden urteilen soll, nur weil er anders ist als sie. Im Laufe der Geschichte lernt Katie, mit der Andersartigkeit der Bewohner von Welwenia umzugehen und entwickelt ihnen gegenüber eine große Toleranz.

Auch das Umweltbewusstsein spielt eine große Rolle. Während die Kinder nach Emily suchen, um Welwenia und ihre eigene Welt vor einem drohenden Chaos zu retten, begegnen sie vielen Wesen, die sich um die Natur kümmern. In der Schneeflockenausschneidefabrik werden die Schneeflocken für den nächsten Winter ausgeschnitten. Der Blumenschnüffler gibt den Blumen ihren unverwechselbaren Duft. Und die Wurzelwanderer kümmern sich um die Gesundheit der Bäume. Doch traurig müssen die Kinder erkennen, dass die Bäume in ihrer eigenen Welt schon viel zu krank sind, als dass die Wurzelwanderer ihnen noch helfen könnten.
So gehen Tabea, Katie, Simon und Michael nicht nur mit einem neuen Gefühl für Toleranz, Freundschaft und Hilfsbereitschaft in ihr weiteres Leben, sondern auch mit einem gesteigerten Bewusstsein für ihre Umwelt und dem Wissen, dass sie den zahlreichen Wesen aus Welwenia helfen müssen.

Den Schreibstil möchte ich auch noch lobend erwähnen. An zwei oder drei Stellen finden sich Ausdrücke, von denen ich fast sicher bin, dass Kinder sie nicht kennen, doch insgesamt sehr schön, einfach und doch anschaulich beschrieben. Die vier Freunde haben eine ihrem Alter angepasste Ausdrucksweise und die Wesen aus Welwenia an ihre Herkunft angepasste Flüche wie „Tintengraus und Weberschreck“ und „Verkleckst nochmal“.

Fazit:
Es handelt sich um ein wunderschönes Kinderbuch mit liebevollen Illustrationen. Ganz Welwenia mit all seinen Wesen und Orten ist fantastisch durchdacht. Wie nebenbei fließen kleine Belehrungen in das Abenteuer mit ein. Ich bin immer noch hin und weg, deswegen bekommt „Der Tintenschnüffler und die Weltenweber“ von mir fünf Schreibfedern!


Kommentare:

  1. Liebe Jenny,

    vielen lieben Dank für diese tolle Rezension zum Tintenschnüffler. Tintonius und ich freuen uns sehr über deine Worte und dass es dir so gut in Welwenia gefallen hat.
    Schreibfedern und Tintenfassempfehlungen - die bringen wir direkt bei Fridolin vorbei, damit er für uns darauf aufpasst :)

    Tintenblaue Grüße
    Iris und Tintonius :)

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    1. Ich danke ebenfalls für diese wunderschöne Geschichte!

      Liebe Grüße zurück, auch an Tintonius, Fridolin und den Illustrator Marcel Hampel, ich finde er hat ganze Arbeit geleistet!

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