Freitag, 11. Oktober 2013

[Projekt] 101 Dinge in 1001 Tagen - #43 Umzug

Natürlich ist auf der Liste mit den 101 Dingen, die ich erledigen möchte, auch der Umzug in eine eigene Wohnung gelandet. Da ich seit Anfang Oktober auf der anderen Seite Deutschlands studiere, musste ich natürlich bei meinen Eltern ausziehen. Nachdem ich nachgefragt habe, habe ich dann tatsächlich auch eine Zusage vom Studentenwerk bekommen.

Das war mein erster (bewusster) Umzug. Und vor allem ziemlich weit weg von der Familie. Entsprechend aufgeregt war ich auch. Ich konnte es gar nicht erwarten, das Zimmer endlich zu übernehmen und mich einrichten zu können. Aber schließlich war es soweit.

Als ich aus dem Aufzug in den Flur getreten bin, ist mir fast schlecht geworden. Es roch (und riecht übrigens immer noch) nach abgestandenem, asiatischem Essen. Sehr intensiv und auch für Menschen, die gerne asiatisch essen, kein bisschen lecker.
Der Geruch lag auch in meinem Zimmer in der Luft. Allerdings nicht nur der, sondern auch noch viele andere, von denen ich immer noch nicht so genau weiß, was das eigentlich alles war. Eine Schachtel Zigarillos mit Schokoladengeschmack (so was gibt es?) lag auf dem Regal, möglicherweise war es Schokorauch. Und der Abfluss der Dusche war verstopft. Auf jeden Fall war es ein Mix an Gerüchen, der sich auch nach vier Stunden lüften und Raumspray kein bisschen gebessert hat.

Der zweite Schock war bei genauerem Umsehen der Zustand der Wohnung. Der Dreck war wirklich absolut ekelerregend, auch wenn ich bezüglich Staub und Schmutz nicht empfindlich bin. Ich habe mich nicht einmal getraut, meine Schuhe auszuziehen. Ein paar Eindrücke habe ich für euch fotografiert.





Habe ich nicht einen schicken Boden? Er ist tatsächlich knall-orange-rot. Am liebsten hätte ich die Schlüssel zurückgegeben und wäre ganz schnell weggelaufen. Das war aber nicht möglich und meine Eltern waren auch schon unterwegs.

Letztendlich hilft gegen diesen Dreck und Gestank nur eine große Putzaktion. Also haben wir zu dritt angefangen zu putzen. Und geputzt. Und geputzt. Und geputzt. ... Mein Vater hat drei Stunden im winzigen Badezimmer verbracht, in Gesellschaft von Scheuermilch und Wurzelbürste. Seinen Erfolg habe ich euch fotografiert. (Das ist übrigens die Wand der Dusche. Eigentlich sehen die Fliesen aus wie in der oberen Hälfte. Der Vormieter hat sie mir hinterlassen wie auf der unteren Hälfte. Schick!)



Die Wurzelbürste und die Scheuermilch waren aber natürlich nicht die einzigen tapferen Helden, die mir geholfen haben. Leider habe ich es verpasst, ein Foto von allen Putzmitteln zu machen, aber wir hatten noch einen Staubsauger, mehrere Wischer für den Boden, Lappen und Bürsten, Essig-, Fugen-, Bad-, Küchen-, Fensterreiniger... Ich bekomme es nicht mehr alles zusammen.



Insgesamt haben wir mit drei Leuten sechs Stunden lang geputzt, gewischt, geschrubbt und gebürstet, um meine 23m² sauber zu bekommen. Das Regal im Badezimmer war verklebt mit feuchtem Waschpulver. Unter den Knöpfen des Herds lief beim Säubern braune Bratensoße heraus. Die Fettrückstände im Kleiderschrank ließen sich erst mit Essigreiniger halbwegs beseitigen.

Als es dann endlich halbwegs sauber war, konnten wir die ganzen Kisten, Taschen und Tüten in den Aufzug und nach oben schaffen. Ich war immer der Meinung, nicht viel zu besitzen. Umso erschreckender war es, wie viel Zeug sich plötzlich in meinem Zimmer gestapelt hat. (Zugegeben, in den Kartons waren auch ca. 200 Bücher.) Zum Glück kamen dann noch zwei weitere Hände zum Helfen dazu.

   



 Nach inzwischen einer Woche habe ich immer noch nicht alle Sachen sortiert. Aber der Windstopper vor der Tür hält den Geruch draußen und sauber ist es auch. Der erste Schock ist überwunden. Und damit ist auch der dringende Wunsch, auf der Stelle wieder auszuziehen, verschwunden.

So habe ich mir den Umzug bestimmt nicht vorgestellt. Trotzdem fühle ich mich inzwischen wohl hier. Und ich bemitleide die Menschen, die ständig umziehen müssen. Wirklich. Das ist viel chaotischer als ich es mir vorgestellt habe.


Seid ihr schon mal umgezogen?
War das auch so chaotisch wie bei mir?

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