Dienstag, 15. Oktober 2013

[Vorstellung] Iris Deitermann

Diesen Monat stelle ich euch keinen Verlag vor, sondern eine ganz wunderbare Autorin. Iris Deitermann hat sich bereit erklärt, mir in einem Interview einige Fragen zu beantworten.


Iris Deiterman, geboren 1984, ist die Autorin des Kinderbuches „Der Tintenschnüffler und die Weltenweber“, das ich euch im Anschluss an das Interview noch kurz vorstelle. Als ich sie gefragt habe, ob sie mir für meine Vorstellungsrunde einige Fragen beantworten würde, war sie sofort dabei. Ich war sehr auf ihre Antworten gespannt und bin stolz, sie euch heute präsentieren zu können.


Jenny: Woher stammt die Idee zum Tintenschnüffler? Gibt es einen bestimmten Ort, der dich so inspiriert, dass du dort deine besten Ideen hast?

Iris: Nein, es sind keine Orte die mich inspirieren, sondern meistens einfach Dinge, die ich sehe. So auch beim Tintenschnüffler. Einige Figuren haben bereits vor dem Buch als Bild existiert, aber keine weitere Aufgabe gehabt, als auf dem Bild zu stehen und süß auszusehen. Also habe ich mich gefragt, was diese drolligen Figuren wohl außerhalb des Bildes machen. So kam es dann zum Tintenschnüffler und seinen Freunden.

Autorin Iris Deitermann und Illustrator Marcel Hampel

Jenny: Wie gehst du vor, wenn die Idee einmal vorhanden ist? Planst du alles ausführlich oder schreibst du munter drauf los und lässt dich überraschen, wohin die Geschichte dich führt?

Iris: Es ist so und so. Natürlich plant man die Geschichte, aber während des Schreibens entwickelt das Ganze eine solche Eigendynamik, dass man am Ende doch überrascht ist, wohin der Weg hier und da geführt hat.


Jenny: Welwenia hat unglaublich viele unterschiedliche Orte. Doch im Laufe des Buches werden nur einige davon bereist. Wie sehr musstest du dich zusammen nehmen, um dem Leser nicht gleich alle Orte zu präsentieren, die du dir schließlich extra für diese Geschichte ausgedacht hast?

Iris: Das war eigentlich gar nicht so schwer. Da ich wusste, wohin die Reise geht und wo entlang der Weg führen würde, konnte ich von Anfang an abwägen, welche Orte ich für den ersten Band brauche und welche für den zweiten.

Tintonius, der Tintenschnüffler

Jenny: Wie auch die Inhaltsangabe auf der Rückseite des Buches erklärt, geht es in der Geschichte unter anderem um die Wahrnehmung der Umwelt, Toleranz und Andersartigkeit. Hattest du diese Motive von Anfang an so geplant oder ist das so eine "Wir analysieren, was der Autor sich dabei gedacht hat, obwohl er eigentlich nichts dabei gedacht, sondern einfach aus Spaß geschrieben hat"-Situation?

Iris: Ich wollte auf jeden Fall kein Buch schreiben, dass nicht das Ein oder Andere transportiert. Von Anfang an stand die Umwelt im Vordergrund, der Rest kam mit der Entwicklung der einzelnen Charaktere langsam hinzu. Wie gesagt, während des Schreibens entwickelt sich eine Eigendynamik, deren Entwicklung sich einfach nicht aufhalten lässt. Es ist also keine Autoren-Analyse-ohne-analytischen-Inhalt-Situation :D


Jenny: Mit 218 Seiten ist das Buch ja nun nicht ganz so kurz. Wie schwer ist es, eine Geschichte tatsächlich fertig zu stellen? Welche Hilfsmittel benutzt du, wenn du wirklich einmal feststeckst?

Iris: Es ist auf jeden Fall nicht ganz einfach. Gerade zum Ende hin hat man immer das Gefühl, dass noch etwas fehlt. Ich weiß nicht, wie oft ich zwischendurch wieder vorne angefangen und Änderungen vorgenommen habe, bevor die Geschichte letztlich so stand, wie sie heute ist. Wenn ich wirklich feststeckte hilft eigentlich nur: aufhören! Kopf frei machen, selbst ein Buch lesen, rausgehen... Irgendwas... Hauptsache, es hat nichts mit dem Schreiben zu tun. Dann kommt der Rest von ganz alleine wieder.


Jenny: Wie hat es sich angefühlt, als der Tintenschnüffler schließlich tatsächlich fertig gestellt für uns Leser zu erwerben war?

Iris: Das kann man gar nicht beschreiben. Ich war völlig durch den Wind. Als hätte jemand einen inneren Flummi losgelassen. Man ist total glücklich und gleichzeitig bibbert man auch den ersten Meinungen entgegen. Totales Gefühlschaos kann ich da nur sagen :)

Lesung in der Grundschule Holdorf am 12.12.2012

Jenny: Bei welchem deiner Wesen würde es dich am meisten freuen, wenn es dieses im realen Leben geben würde?

Iris: Ich würde auf jeden Fall alle gerne einmal treffen. Da sie alle nur im Gesamtpakt funktionieren, würde ich sie natürlich alle gerne hier haben :D


Jenny: Ich habe gehört, du liest auch viel. Welche Genres magst du denn und liest du auch Kinderbücher wie der Tintenschnüffler eines ist?

Iris: Ich lese vor allem Fantasy aus dem Jugendbuchbereich. „Erwachsenenliteratur“ wie Romane oder „Problemwälzungsbücher“ liegen mir derzeit einfach nicht. Die Welt hat schon so viele Probleme, die man auch aus dem Alltag kennt, dass ich mich dann lieber in ferne Welten begebe, wo ich wirklich den Kopf einfach mal vom Alltag ausblenden kann :)


Jenny: Gehen einem Autor denn vor lauter Schreiberei nicht andere Hobbies verloren? Wie viel deiner Freizeit verbringst du mit dem Schreiben?

Iris: Nein, mir gehen meine Hobbies nicht verloren. Ich verbringe zwar so einige Zeit mit dem Schreiben, aber achte darauf, auch alles andere nicht schleifen zu lassen... An meiner Freizeit hängt ja nicht nur das geschriebene Wort, sondern auch meine Freunde, meine Familie etc. Die unterstützen mich zwar alle, aber, wie sagt man so schön: Alles zu seiner Zeit :)

Primelchen auf einer Brotdose

Jenny: Es wird ja eine Fortsetzung zum Tintenschnüffler geben. Wenn du an der Geschichte arbeitest, bevorzugst du zum Schreiben den Computer oder hältst du dich an Stift und Papier und streichst lieber zehnmal durch als alles sofort unwiderruflich zu löschen?

Iris: Jeder einzelne Satz des Tintenschnüfflers ist auf Papier festgehalten. Ich muss einfach einen Stift in der Hand haben, wenn ich schreibe. Ich muss rumstreichen können, ausbessern und alte Ideen vielleicht woanders einbauen können. Erst dann kommt der PC zum Zug. Mal davon abgesehen kann ich Stift und Papier überall hin mitnehmen und mir auch zwischendurch mal schnell ein paar Notizen irgendwo hinkritzeln, die ich dann später verarbeite. Das geht nicht mit einem unter den Arm geklemmten PC. Schreiben ist für mich wirklich schreiben, nicht tippen ;)


Jenny: Was bedeutet das Schreiben für dich?

Iris: Ohne das Schreiben wäre ich nicht dieselbe. Mit dem Schreiben schenke ich meinen Lesern auch ein Stück von mir selbst. Ich schreibe, weil es mich glücklich macht und präsentiere es, um andere vielleicht für einen kleinen Moment ebenfalls glücklich machen zu können :)


Vielen, vielen Dank für dieses Interview!


Im Anschluss an das Interview möchte ich euch noch kurz ein Video vorstellen. HeimatLive OL Münsterland hat einen Beitrag über die Arbeit von Iris und Marcel gedreht.
 



Wer neugierig geworden ist, der kann sich den Tintenschnüffler auch selbst nach Hause holen. Ein paar kurze Informationen habe ich hier für euch zusammengestellt:

















Titel: Der Tintenschnüffler und die Weltenweber
Autor: Iris Deitermann
Illustrator: Marcel Hampel
Verlag: Sperling Verlag
Erscheinungsdatum: 20. November 2012
Einband: Softcover
Seiten: 218
ISBN: 978-3-942104-17-3
Preis: 12,80 € [D]






„Mit allem haben die vier Freunde Tabea, Katie, Simon und Michael gerechnet, nur nicht mit einem winzigen blauen Wesen namens Tintonius. Eben noch auf einem Campingausflug, befinden sie sich plötzlich mitten in Welwenia, dem Reich der Weltenweber, die vor einem scheinbar unlösbaren Problem stehen und dringend ihre Hilfe benötigen. Zusammen mit Tintonius brechen die vier zu einer abenteuerlichen Reise auf, die sie quer durch das wundersame Land führt. Schnell finden sie heraus, dass viel mehr hinter all den Dingen steckt, die sie täglich in ihrer Umwelt sehen und erleben. Erst durch ihre neuen Freunde erfahren sie, wohin die Pusteblumensamen fliegen, wer sich um die Bäume kümmert, warum Kornblumen eigentlich blau sind und wieso immer ihre Socken verschwinden.“


Wenn ihr genauso begeistert seid wie ich, dann schaut euch den Blog der Autorin an,
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