Sonntag, 24. November 2013

[Veröffentlichung] Wünsch dich ins Wunder-Weihnachtsland Band 6



Titel: Wünsch dich ins Wunder-Weihnachtsland Band 6 [Anthologie]
Herausgeber: Martina Meier
Verlag: Papierfresserchens MTM-Verlag
Erscheinungsdatum: 29. Oktober 2013
Seiten: 211 Seiten
ISBN: 978-3-861962-68-7
Preis: 11,90 € [D]

Klappentext:
Die Geschichten, Gedichte und Märchen von über 40 Autorinnen und Autoren steigern die Vorfreude und verkürzen das Warten auf Weihnachten.
Lustige und besinnliche, kurzweilige und lehrreiche Erzählungen entführen in die abenteuerliche und nicht selten märchenhafte Zauberwelt des Wunder-Weihnachtslandes.

Meine Geschichte:
„Hendrik hilft dem Weihnachtsmann“ ist eine Geschichte über den kleinen Hendrik, der über die Weihnachtsferien im Internat bleiben muss, weil seine Eltern kein Geld haben, um ihn nach Hause zu holen. Während er traurig auf einer Parkbank sitzt und den anderen Kindern bei der Abreise zusieht, gesellt sich eine alte Dame zu ihm. Und Oma Irene hat eine dicke Überraschung im Gepäck!

Freitag, 22. November 2013

[Rezension] Die Roboter kommen - Wolfgang Bellaire



Titel: Die Roboter kommen
Autor: Wolfgang Bellaire
Verlag: Nordfriesischer Kinderbuch Verlag
Erscheinungsdatum: 10. Oktober 2012
Einband: Hardcover
Seiten: 214
ISBN: 978-3-944243-10-8
Preis: 17,90 € [D]

Klappentext:
Die Wobotniks sind ganz besondere Roboter. Sie sehen aus wie Menschen, und über einen Emotionschip haben sie auch menschliche Gefühle. Als Roboterkrieger sind sie nicht mehr zu gebrauchen und müssen fliehen. Im Hamburg tauchen sie unter, aber ein fetter Detektiv ist ihnen hart auf den Fersen. In der städtischen Kanalisation kommt es zur Entscheidung.
Der 12-jährige Patrick erzählt ihre Geschichte – und die seine, die bald untrennbar mit dem Los der Wobotniks verbunden ist.

Einordnung:
- Die Roboter kommen (Teil 1)
- Die Roboter auf der Flucht (Teil 2)
- Die Roboter im Eis (Teil 3)
nach Neuauflage der gesamten Reihe gibt es außerdem demnächst

Rezension:
Das Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Obwohl der 12-jährige Patrick Niemann der Ich-Erzähler der Geschichte ist, berichtet im Prolog der Roboterwissenschaftlicher Yamamoto Hirochika. Die Tatsache, dass der Chef der Yamamoto Robotics Ltd., der weltweit führenden Firma zur Herstellung und Entwicklung von Robotern, ein Japaner ist, halte ich für sehr authentisch. Selbst die amerikanische Regierung wendet sich an Yamamoto, um für das Army und Marine Corps neue Kampfroboter zu bekommen.
Diese Details sind es, die mich von Anfang an beeindruckt haben. Obwohl es ein Kinderbuch ist, werden die Personen und Institutionen korrekt benannt und nicht vereinfacht. Das gefällt mir ausgesprochen gut. Es lässt sich schon aus dem Beginn der Geschichte viel lernen, auch über das Wesen der Japaner, denn da hier Yamamoto Hirochika der Ich-Erzähler ist, erfährt der Leser seine Gefühle und Gedanken hautnah.

Der Konflikt des Buches wird im Prolog ausführlich dargestellt. Yamamoto hatte die Aufgabe, für die U.S. Army Roboter zur Aufklärung, Spionage, Minenräumung und Zielbekämpfung zu entwickeln. Ausgestattet sollten sie sein mit künstlicher Intelligenz und der Fähigkeit, in Kampfsituationen zu entscheiden, auf wen sie zu schießen haben. Zu diesem Zweck hat der Japaner einen Emotionschip entwickelt. Bei einem Test der sieben existierenden Prototypen sollten sie Aufständische niederschießen, die ihre Waffen weggeworfen hatten. Der Oberst wollte, dass sie die Menschen trotzdem erschießen, doch der Emotionschip hat sie mit Gefühlen überflutet, sodass sie nicht dazu in der Lage waren.
Hier wird sehr schön deutlich, was Moral ist und dass die Roboter in gewisser Weise menschlicher sind als echte Menschen. Jedoch hat dieses Verhalten zur Folge, dass der Oberst befiehlt, sie zu verschrotten. Yamamoto hat jedoch Freundschaft mit den Robotern geschlossen und möchte sie nicht zerstören. So bleibt ihnen nur eine Chance: Flucht. So bekommen sie menschliches Aussehen, werden zu einer richtigen Familie mit allen zugehörigen Mitgliedern und machen sich auf den Weg.

Ab dem ersten Kapitel berichtet Patrick über das Geschehen. Er ist vollkommen begeistert von Robotern. Haushaltsroboter sind weit verbreitet und jede Stunde läuft ein Werbespot zu ihnen im Fernsehen. Patricks Mutter, die seit einiger Zeit Witwe ist, mag die Roboter dagegen überhaupt nicht, zumal die Familie kaum genug Geld zum Leben hat, sich also keinen Roboter leisten könnte. In diesen verschiedenen Einstellungen steckt sehr viel Konfliktpotenzial, das über das ganze Buch hinweg immer wieder aufgegriffen wird. Dass die Mutter, die als Krankenschwester arbeitet, oftmals mehrere Schichten nacheinander übernimmt, so kaum Zuhause ist und offensichtlich unter enormem psychischen Stress steht, verschärft die Situation nur noch weiter.

Eine weitere Figur, die mir sehr gefällt, ist Frau Carstensen. Sie wohnt in der Wohnung über Patrick und seiner Mutter. Die alte Dame sitzt den ganzen Tag am Fenster und späht durch die Vorhänge nach draußen. Ihr entgeht nichts. Obwohl das natürlich eine Menge Probleme verursacht, mochte ich sie sofort. Sie ist verschroben und sehr direkt, hat jedoch ein gutes Herz.

Schon bald, nachdem die Wobotniks in die riesige Villa gegenüber der Wohnung eingezogen sind, spricht der dicke Detektiv Duclot Patrick an und bietet ihm viel Geld dafür, dass er die Wobotniks ausspioniert. Doch Patrick, der von Jonathan, dem Jungen der Wobotniks, freundlich behandelt und nicht, wie von allen anderen, gemobbt wird, will seinen Freund nicht verraten, obwohl er bereits die Vermutung hat, dass mit der Familie etwas nicht stimmt.

Während Patricks Mutter immer seltener Zuhause ist und Patrick sich richtig mit Jonathan anfreundet, wird die Gefahr, die von Duclot ausgeht, immer größer. Die Spannung, die über die gesamte Geschichte aufrechterhalten wird, erreicht ihren Höhepunkt, als der Detektiv und Patrick allein in der Kanalisation sind. Letzterer hat sich dabei auch noch den Fuß gebrochen.

Das Buch ist von Anfang bis Ende durchdacht. Detailreiche Beschreibungen, ordentlich abgeschlossene Handlungsstränge und ausgearbeitete Konsequenzen erhöhen den Lesespaß, der allein schon aufgrund der schönen Geschichte besteht. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Für die Handlung wichtige Dinge hat der Autor nicht bloß aneinander gereiht, sondern auch immer wieder unwichtige Alltagssituationen eingestreut, wie beispielsweise Patricks Schreck, als er feststellt, dass er die Kakaotüte versehentlich auf die heiße Herdplatte gestellt hat, sodass sie geschmolzen ist.

Fazit:
Das Buch vereint Spannung, schönen Schreibstil und eine gute Idee. Im Laufe der Geschichte lernt der Leser Charaktere zum Lieben und zum Hassen kennen, die manchmal viel tiefgründiger sind, als sie auf den ersten Blick erscheinen. Traurige Augenblicke fließen in die Handlung ein, ebenso wie Momente zum Lachen. Ich finde, „Die Roboter kommen“ verdient auf jeden Fall alle fünf Schreibfedern.



Ich bedanke mich ganz herzlich bei Wolfgang Bellaire für dieses Rezensionsexemplar.

Freitag, 15. November 2013

[Vorstellung] Sperling Verlag


Nachdem ich letzten Monat die Autorin Iris Deitermann interviewt habe, stelle ich euch heute den Sperling Verlag vor, bei dem sie ihr erstes Buch veröffentlicht hat.



Bei vielen bekannten Verlagen handelt es sich um Druckkostenzuschussverlage, bei denen die Autoren dafür bezahlen müssen, dass ihre Geschichten veröffentlicht werden. Um Autoren eine Möglichkeit zu geben, ihre Werke kostenfrei an die Öffentlichkeit zu bringen, hat sich die Autorin Irina Piechulek dazu entschieden, einen eigenen Verlag zu gründen. Der 01. September 2009 war schließlich die Geburtsstunde des Sperling Verlags.


Zunächst ist ein Märchenbuch erschienen, auf das inzwischen viele weitere folgten. Dabei sind besonders in letzter Zeit viele Märchen aus fremden Ländern hinzugekommen. Auf „Wüstenlied – Orientalische Märchen“ folgte zu Beginn dieses Jahres „Terem – Russische Märchen“.

          


Ein weiterer Zweig des Verlags ist die Reihe „Fantasy aus dem Sperling-Verlag“. Sie besteht bislang  aus vier Bänden, in denen diverse Kurzgeschichten zusammengefasst sind.

               

Der fünfte Band wird sich mit dem Thema „Geister“ beschäftigen. Noch bis zum Februar läuft die öffentliche Ausschreibung, sodass jeder, der möchte, eine Geschichte einreichen kann.


Doch es werden nicht nur Geschichtensammlungen veröffentlicht, sondern auch Werke einzelner Autoren. Den Anfang gemacht hat damit im Oktober 2011 die Autorin Elisabeth Schwaha mit ihrem Roman „Urschl Untam in Midgard“.






Titel: Urschl Untam in Midgard
Text: Elisabeth Schwaha
Erscheinungsdatum: 20. Oktober 2011
Seiten: 350
ISBN: 978-3-942104-07-4
Preis: 13,95 € [D]









„Ein spannender Roman, der die uralten nordischen Legenden um die Weltenesche Yggdrasil und die Feindschaft zwischen Alben und Elfen und allen Nachbarvölkern, wieder auferstehen lässt.
(Inhaltsangabe von amazon)



Wollt ihr mehr über die Märchen aus fremden Ländern oder die Ausschreibung für die Anthologie über Geister erfahren? Dann seht euch auf der Homepage oder dem Blog des Verlags um oder klickt bei Facebook auf „Gefällt mir“.


    


Sonntag, 10. November 2013

Neuzugänge #8

Was wäre eine Shopping Tour ohne neue Bücher? Ich bin über einen ganz wunderbaren Laden gestolpert, in dem es gebrauchte Bücher gibt wie Sand am Meer. Am liebsten hätte ich den ganzen Laden leer gekauft. Letztlich sind es glücklicherweise nur drei Bücher geworden und ein ganzer Haufen DVDs.

Ich habe "Sanctum" von Markus Heitz, "Dark River" von John Twelve Hawks und "Flieh" von Jamie Freveletti ergattert.


Klappentext "Sanctum":
Rom, Ewige Stadt, Hort uralter Geheimnisse. Hierhin führen die Spuren einer Verschwörung, in deren Mittelpunkt Eric von Kastell steht, der Werwolfjäger. Immer wieder trifft er auf das Vermächtnis einer Frau, die im 18. Jahrhundert um ihr Leben kämpfte: Gregoria, die Äbtissin eines entweihten Klosters. Eric und Gregoria sind untrennbar verbunden durch die heiligste Substanz, die sich auf Erden findet: Das Sanctum kann Wunder wirken - oder den Tod bringen ...


Klappentext "Dark River":
Gabriel und Michael Corrigan sind Traveler, die letzten Überlebenden einer Riege von Propheten, die gemeinsam für Liebe und Freiheit auf der Welt kämpfen. Doch eines Tages reißt das enge Band zwischen den Brüdern - denn Michael läuft über zur Bruderschaft der Tabula, die die gesamte Menschheit mit Hilfe eines gigantischen Überwachungsnetzes zu kontrollieren versucht. Als Gabriel erfährt, dass sein tot geglaubter Vater noch lebt, bricht er mit seiner Beschützerin Maya auf, um ihn zu suchen. Aber auch Michael folgt der Fährte seines Vaters, und er wird nicht eher ruhen, bis er ihn getötet hat. Es beginnt ein dramatisches Duell zwischen den beiden Brüdern, das nur einer von ihnen gewinnen kann ...


Klappentext "Flieh":
Golf von Aden. Die Biochemikerin Emma Caldridge wird im Auftrag der amerikanischen Regierung auf ein Passagierschiff geschleust, das von schwerbewaffneten Piraten bedroht wird. An Bord: Einhundert Menschen, Special Agent Cameron Sumner - und eine geheimnisvolle chemische Waffe. Emma muss die Waffe entschärfen. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. 


Zwar habe ich den ersten Teil von John Twelve Hawks Reihe noch nicht gelesen, aber er steht immerhin in meinem Regal. Den Vorgänger von "Sanctum" habe ich auch noch nicht gelesen, aber wenn es das Buch so günstig gibt, kann ich schlecht Nein sagen.

Könnt ihr auch nicht an günstigen Büchern vorbeigehen?

Samstag, 9. November 2013

[Statistik] Oktober 2013

Das wird ja immer besser. Ich kaufe Bücher ohne Rücksicht auf Verluste und schaffe es dann nicht, irgendeins zu lesen. Einen Monat für ein Buch - das ist mir schon lange nicht mehr passiert.

Neuzugänge
- "Tintenherz" von Cornelia Funke (gebraucht)
- "Laura und das Labyrinth des Lichts" von Peter Freund (gebraucht)
- "Elfenritter - Die Albenmark" von Bernhard Hennen (gebraucht)
- "Imago" von Isabel Abedi (gebraucht)
- "Querschläger" von Malcolm Rose (gebraucht)
- "Ugly" von Scott Westerfeld (gebraucht)
- "Voll im Bilde" von Terry Pratchett (gebraucht)
- "Sturms Flug" von Michael Quandt (Mängelexemplar)
- "Ohne Reue" von Andrew Grant (Mängelexemplar)
- "Das Messias-Gen" von James Rollins (Mägelexemplar)
- "Die Verschworenen" von Ursula Poznanski (gewonnen)

Gesamtanzahl: 11 Bücher




Gelesen und rezensiert
- "Rückkehr in das Tal der Silberwölfe" von Alfons Th. Seeboth (197 Seiten) [4/5]

Bücher insgesamt: 1 Buch
Seiten insgesamt: 197 Seiten
durchschnittliche Bewertung: 4 von 5 Schreibfedern



Freitag, 8. November 2013

[Veröffentlichung] Verliebte Jungs



Titel: Verliebte Jungs [Anthologie]
Herausgeber: Schemajah Schuppmann
Verlag: Wölfchen Verlag
Erscheinungsdatum: 11. November 2013
Seiten: 169 Seiten
ISBN: 978-3-943406-45-0
Preis: 11,90 € [D]

Klappentext:
Alle Jungen haben es nicht leicht, besonders in einem Alter, in dem sie weder Mann noch Kind sind. Sie entscheiden sich für eine Liebe, jagen ihr nach oder lernen die Tücken einer Beziehung kennen. Wenn sie Glück haben, dann treffen sie auf ein Mädchen, eine Frau oder einen anderen Jungen, die oder der ihre Liebe erwidern kann.
Wenn nicht, dann lernen sie daraus, manchmal schmerzhaft, manchmal lächeln sie im Nachhinein darüber und manchmal fordert die Liebe das Leben. Doch wenn die Liebe zuschlägt, dann fühlt sie sich oft großartig an, wie Schmetterlinge, wie tausend Federn oder wie Mentos in der Limo. Mal versteckt, mal offen, mal ganz anders nähern sich Jungs ihrer Liebe und stellen sich dabei sehr ungeschickt an. Sie tun es, denn sie sind Verliebte Jungs.

Meine Geschichte:
„In der Dunkelheit der Nacht“ handelt von Jesse, der heimlich in seinen besten Freund Florian verliebt ist. Da er sich aber nicht traut, ihm das zu gestehen und ihn in der Schule kaum noch ansehen kann, schleicht er sich eines Nachts in dessen Haus und macht sich auf die Suche nach Florians Zimmer, um ihn wenigstens einmal ausführlich betrachten zu können.

Sonntag, 3. November 2013

[Rezension] Rückkehr in das Tal der Silberwölfe - Alfons Th. Seeboth



Titel: Rückkehr in das Tal der Silberwölfe
Autor: Alfons Th. Seeboth
Verlag: Wölfchen Verlag
Erscheinungsdatum: 18. Mai 2012
Einband: Softcover
Seiten: 197
ISBN: 978-3-943406-13-9
Preis: 12,90 € [D]

Klappentext:
Sehe die Welt durch die Augen der Tiere. Dann wirst du erkennen, dass deine Taten oftmals nicht im Einklang mit dem Geist der Natur sind.

Die junge Silberwölfin Naika und die Indianerin Topsannah teilen das gleiche Schicksal: Man verbietet ihnen die Unabhängigkeit. Die beiden teilen jedoch auch ein Geheimnis. Nachts schleichen sich die Freundinnen aus dem großen Tal, um sich das Jagen beizubringen. Bis sie in die Fänge von Wilderern geraten, die sie verschleppen. Dadurch bricht jedoch der Winter erstmalig über das Tal herein. Werden Naika und Topsannah rechtzeitig entkommen, bevor ihr Tal im ewigen Eis versinkt?

Einordnung:
"Rückkehr in das Tal der Silberwölfe" ist eine abgeschlossene Geschichte, zu der es durchaus eine Fortsetzung geben könnte, die momentan allerdings nicht geplant ist, soweit ich weiß.

Rezension:
Das Buch besitzt ein Inhaltsverzeichnis. Allein dafür bekommt es schon einen Pluspunkt von mir. Die Kapitel sind passend betitelt und somit lässt sich jede Szene recht schnell finden, selbst wenn die genauen Seitenzahlen nicht mehr bekannt sind. Das finde ich unglaublich entspannend.

Die meisten Charaktere der Geschichte sind Tiere, es tauchen jedoch auch Indianer, Afrikaner und weiße Menschen auf. Während sich die Tiere – hauptsächlich Silberwölfe und Bären – untereinander verstehen, gibt es zwischen den meisten Indianern und den Weißen Verständigungsschwierigkeiten. Zwar verstehen die Silberwölfe die jeweilige Sprache der Menschen, in deren Nähe sie aufgewachsen sind, doch Topsannah ist der einzige Mensch, der die Silberwölfe verstehen kann. Anfangs dachte ich, dass es so natürlich sehr praktisch ist, aber das Ende der Geschichte liefert eine authentische Begründung dafür.

Ebenfalls positiv aufgefallen ist mir die Ausdrucksweise der Tiere, wenn sie über Menschen sprechen. Insbesondere die Bären haben mich zum Schmunzeln gebracht, wenn sie über die Donnerstöcke, die Steine spucken, sprechen. Die Zeit wird gemessen in Sonnen und Monden und Haare beschreiben die Silberwölfe als Fell auf dem Kopf. Diese Details lockern Gespräche immer unheimlich auf.

In Naikas und Topsannahs abenteuerlicher Reise zurück in das große Tal sind viele verschiedene Motive verarbeitet. Es beginnt mit der Entwicklung von Naika, die von einer verspielten Jungwölfin zu einer verantwortungsbewussten Rudelführerin heranwächst. In Gefangenschaft trifft Naika auf andere Silberwölfe. Die Umstände bringen es mit sich, dass eine starke Führungspersönlichkeit notwendig ist. Zu Beginn zögert Naika immer wieder, Entscheidungen zu treffen, doch im Laufe der Reise wird sie deutlich reifer.

Auch die Umwelt wird deutlich thematisiert. Immer wieder schildert der Autor eindrucksvoll, welchen Schaden die Weißen anrichten. Auf ihrer Reise durchqueren die Freunde einen vollkommen abgeholzten Wald. Außerdem stolpern sie über viele Fallen, die Wilderer aufgestellt haben. Im starken Kontrast dazu wird die Jagd der Indianerin Topsannah dargestellt. Der Tradition nach verwendet sie jedes Teil eines getöteten Tieres, wohingegen die Weißen teilweise die kompletten Kadaver zurücklassen. Diese und weitere unnötige Eingriffe in die Natur kritisiert der Autor auf einer Ebene, die auch für Kinder leicht verständlich ist.

Gestört haben mich persönlich manchmal die überzogenen Reaktionen der Charaktere. Natürlich können und sollen Emotionen und Gedankengänge in Kinderbüchern nicht so ausführlich dargestellt werden, aber komplette Gefühlswendungen in einem halben Satz sind doch etwas extrem. Teilweise sind die Reaktionen nicht bloß überraschend heftig, sondern auch vollkommen unbegründet. Daran habe ich mich mehrmals gestoßen.

Fazit:
Der Autor hat eine schöne Tiergeschichte konzipiert, die das Bewusstsein weckt für die Natur und den Schaden, den die Menschen darin anrichten. Die meisten Charaktere sind schön gestaltet. Allerdings wirken einige Szenen ziemlich abgehakt, sodass Handlungen und Emotionen der Charaktere überzogen erscheinen. Daher vergebe ich für „Rückkehr in das Tal der Silberwölfe“ insgesamt vier Schreibfedern.



Vielen Dank an den Wölfchen Verlag und Lovelybooks für das Bereitstellen dieses Rezensionsexemplars.