Mittwoch, 19. März 2014

[Rezension] Die Legende der Wächter: Die Rettung – Kathryn Lasky



Titel: Die Legende der Wächter – Die Rettung
Autor: Kathryn Lasky
Verlag: Ravensburger Buchverlag
Erscheinungsdatum: 01. September 2010 (4. Auflage)
Einband: Hardcover
Seiten: 224
ISBN: 978-3-473368-09-9
Preis: 14,95 € [D]

Klappentext:
Der grausame Eisenschnabel versetzt alle Eulen in Angst und Schrecken. Seine Gegner hält er in einem Magnetfeld gefangen und lässt sich von seinen Anhängern als „Hoher Tyto“ anbeten. Keiner weiß, wer sich hinter der eisernen Maske verbirgt. Nur eines ist klar: Er will um jeden Preis die Herrschaft über das Eulenreich an sich reißen. Der junge Eulenritter Soren und seine Freunde nehmen den Kampf mit dem Unbekannten auf …

Einordnung:
- Die Entführung (Teil 1)
- Die Wanderschaft (Teil 2)
- Die Rettung (Teil 3)
- Die Belagerung (Teil 4)
- Die Bewährung (Teil 5)
- Die Feuerprobe (Teil 6)
- Der Verrat (Teil 7)
- Die Flucht (Teil 8)
- Das Vermächtnis (Teil 9)
- Der Auserwählte (Teil 10)
- Das Königreich (Teil 11)
- Der Zauber (Teil 12)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten!

Die kaum greifbare Gefahr, die sich im letzten Teil immer mehr angekündigt hat, bekommt nun endlich einen Namen: Eisenschnabel. Die Ritter im Großen Ga’Hoole Baum wissen längst von der Gefahr, die von der grausamen Eule ausgeht, als Soren eine Warnung erhält, die ihm die Geisterschnäbel seiner Eltern überbringen. Wenn eine Eule eine Aufgabe zu erledigen hat, dann hindert sie nichts und niemand daran, auch nicht der Tod. Bevor diese Eulen nach Glaumora ins Eulenparadies gelangen, bleiben sie als Geisterschnäbel in einem der zahllosen Geisterwälder, bis sie ihre Aufgabe erfüllt haben. Und Sorens Eltern scheinen die Aufgabe zu haben, ihren Sohn vor Eisenschnabel zu warnen.

Dieses Buch dreht sich hauptsächlich um den Verbleib des Wetterkunde- und Glutsammler-Rybs Ezylryb. Wer den alten, knurrigen Flecken-Kreischeulerich ins Herz geschlossen hat, wird definitiv mit Soren trauen und leiden. Auch nach zwei Monaten weiß immer noch niemand, wo Ezylryb steckt und ob er überhaupt noch lebt. Er könnte einem Feind in die Hände gefallen und ein Gefangener sein, möglicherweise sogar mond- oder steinwirr. Denn Feinde, das lernt der Leser ziemlich schnell, hat Ezylryb sehr viele.
Das Loch, das seine Abwesenheit in die Gemeinschaft der Eulen reißt, ist an allen Ecken und Enden sichtbar. Es beginnt schon damit, dass Poot, eigentlich erster Offizier, nun der Anführer der Wetterbrigade ist. Obwohl er sich Mühe gibt und sich nicht schlecht schlägt, ist er definitiv ein besserer Flieger als Lehrer. Oftmals müssen ihm die älteren und erfahreneren Mitglieder der Brigade unter die Flügel greifen. Denn beispielsweise der Sturm, in dem zwei junge Eulen auf ihre Fähigkeiten geprüft werden sollen, entpuppt sich als ausgewachsener Orkan, der die ganze Brigade überrascht.
Soren selbst vermisst seinen Lehrer sehr. Es hat mich ein bisschen überrascht, wie sehr er Ezylryb mag, denn das wird im letzten Buch leider nicht so deutlich. Doch der Kreischeulerich ist so warmherzig und sympathisch, da kann ich ihn gut verstehen. Als es Soren nicht mehr aushält, dass jede Brigade, die sich auf die Suche nach ihm macht, ohne Ergebnis zurückkehrt, trommelt er seine Freunde zusammen und macht sich selbst auf den Weg – ein Verstoß gegen das Gesetz, an dem die Verzweiflung gut sichtbar wird.
Außerdem wird Oktavia, die Nesthälterin Ezylrybs, immer seltsamer. Ihr Verhalten beunruhigt Soren und diese Unruhe überträgt sich auch auf den Leser. Sie kam vor langer Zeit gemeinsam mit der Kreischeule zum Großen Ga’Hoole Baum und weiß daher Dinge über seine Vergangenheit, die sonst niemand weiß. Das weckt die Neugier immer mehr, jedoch nicht ohne einen Funken Angst, dass Ezylryb nicht der sein könnte, für den ihn alle halten. Denn wenn eine Sache sehr schnell deutlich wird, dann diese: Ezylryb hat eine dunkle Vergangenheit.

Auch Figuren aus Sorens Vergangenheit tauchen wieder auf und schlagen so Brücken zwischen den bisherigen Büchern. Es steht sich heraus, dass die unfreiwilligen Retter der zahllosen Schleiereulenküken, die am Ende des letzten Buches gefunden wurden, die Lehrer und Leiterinnen des Sankt Ägolius Internats für verwaiste Eulen waren. Es bleibt bei einer kurzen Erwähnung, doch schon die hilft dabei, nach den ganzen Schreckensgeschichten über Eisenschnabel daran zu denken, dass auch noch eine andere Gefahr im Eulenreich lauert.
Auch Kludd, Sorens großer Bruder, hat wieder einen Auftritt. Sein Schicksal hat mich fast zu Tränen gerührt. Und dass er noch einmal eine Rolle spielen würde, hat mich wirklich überrascht.

Überraschung ist generell ein riesiger Pluspunkt für dieses Buch. Obwohl ich im Hinterkopf schon eine Idee hatte, wozu die rätselhaften Tupfen bösen Mächten dienen könnten, war ich doch nicht auf das Ausmaß vorbereitet. Da hat sich die Autorin wirklich etwas ganz Besonderes einfallen lassen, das ihren Protagonisten mehr als angepasst ist. Außerdem gibt es in diesem Teil einen Wendepunkt, den ich vorher nicht im Ansatz erahnt habe. Da bin ich vollkommen auf dem falschen Fuß erwischt worden, sodass mich die Geschichte noch mehr mitgerissen hat als ohnehin schon.

Fazit:
Das ganze Buch beschäftigt sich mal offensichtlich und mal unterschwellig mit Ezylrybs Verschwinden. Da er ein ziemlich sympathischer Charakter ist, hat mich das Buch berührt und mitgerissen. Der unerwartete Wendepunkt erhöht die Spannung noch um ein Vielfaches. Dieser Teil hat mich wirklich begeistert, sodass „Die Legende der Wächter: Die Rettung“ alle fünf Schreibfedern verdient.


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