Freitag, 29. August 2014

[Rezension] Schattenwandler: Noah – Jacquelyn Frank



Titel: Noah
Autor: Jacquelyn Frank
Verlag: Egmont LYX
Erscheinungsdatum: 09. Juni 2011
Einband: Softcover
Seiten: 518
ISBN: 978-3-802584-04-6
Preis: 9,99 € [D]

Klappentext:
Noah, der König der Dämonen, sucht schon seit Langem nach seiner Seelengefährtin – der Frau, die in jeder Hinsicht zu ihm passt. Monatelang sieht er sie in seinen Träumen vor sich und kommt ihr doch nicht näher. Als er sie in der Kriegerin Kestra endlich gefunden zu haben glaubt, wird diese jedoch ermordet. In seinem Schmerz bricht Noah mit den Gesetzen von Zeit und Raum, um in die Vergangenheit zu reisen und das Leben seiner Geliebten zu retten. Doch dieses Vorhaben birgt ungeahnte Gefahren ...

Einordnung:
- Jacob (Teil 1)
- Gideon (Teil 2) 
- Elijah (Teil 3) 
- Damien (Teil 4) 
- Noah (Teil 5)
- Adam (Teil 6)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten vier Teile enthalten!

Nachdem in den letzten drei Jahren alle Dämonen im näheren Umfeld des Königs durch Prägung ihre Partner gefunden haben, spürt Noah die Auswirkungen des Mondes um Samhain und Beltane immer mehr. Außerdem fehlt ihm der beruhigende Einfluss seiner Schwester Legna. Langsam verfällt er dem Wahnsinn, auch wenn er versucht, sich dagegen zu wehren. Das bleibt natürlich auch den beiden Vollstreckern nicht verborgen. Doch zum ersten Mal erfährt der Leser hier tatsächlich aus der Perspektive eines Betroffenen, wie es ist, wenn jemand dem Wahnsinn verfällt. Das Maß an Gefühllosigkeit und Gleichgültigkeit ist wirklich erschreckend. Besonders Noah ist ein exzellentes Beispiel, um den Wahnsinn, der durch den Mond ausgelöst wird, darzustellen, denn er ist normalerweise ein sehr intelligenter, rücksichtsvoller, verantwortungsbewusster und zärtlicher Mann. Doch im Wahn überwiegen die Triebe und rationale Überlegungen oder Zuneigung spielt keine Rolle mehr. Und das erfährt der Leser aus erster Hand und auf sehr eindrucksvolle Art.

Doch das Buch geht nicht nur an dieser Stelle mehr in die Tiefe als die bisherigen Bände. Wie auch schon bei Isabella und Corinne wird Kestras druidische Seite durch Noahs Berührung aktiviert. Anders als zuvor lässt die Autorin den Leser diesmal an der Entwicklung der Kräfte teilhaben. Doch nicht nur das, auch die Nutzung der Dämonenkräfte wird das erste Mal näher erläutert. Während die Dämonen in den bisherigen Bänden immer einfach Kugeln ihres jeweiligen Elements auf Angreifer geworfen haben, erklärt Noah seiner Partnerin nun Schritt für Schritt, wo die Energie zu finden ist, wie sie kontrolliert wird und welche Dinge damit möglich sind. Das schafft einen wirklich interessanten und fesselnden Einblick in die Hintergründe der Fähigkeiten. Gleichzeitig wird außerdem Spannung aufgebaut, denn Noah gehört als einziger männlicher Feuerdämon zu den mächtigsten Dämonen. Doch niemand, nicht einmal er selbst, weiß wirklich, wie groß seine Fähigkeiten sind. Das macht ihm völlig zu Recht Angst.

Das Buch beschränkt sich allerdings nicht darauf, die Geschichte von Noah und Kestra erzählen zu lassen. Immer wieder wechselt die Perspektive, sodass es auch andere Blickwinkel auf aktuelle Ereignisse gibt und andere Handlungsstränge weiterverfolgt werden können. Obwohl der Großteil der Handlung natürlich Noah und Kestra gehört, werden auch die Beziehungen von Damien und Syreena, Isabella und Jacob, Gideon und Legna und Elijah und Siena immer wieder angeschnitten. Auch aus Jasmines Perspektive wird über das Geschehen berichtet. Und nicht zuletzt natürlich auch aus der Sicht der Bösen.

In diesem Buch liegt dabei der Fokus nicht auf Ruth und Nico, sondern auf einer Gruppe gesetzloser Vampire, die sich von Damien und den Vampirgesetzen losgesagt haben und nun umher ziehen, um das Blut anderer  Schattenwandler zu trinken. Dass sie mit den dadurch angesammelten Fähigkeiten nur das Ziel haben können, Damien vom Thron zu stoßen, ist offensichtlich. Die Gefahr, die von diesen Vampiren ausgeht, droht aber an allen Ecken und Enden. Denn die Dämonen, um die sich die bisherigen Bücher gedreht haben, gehören allesamt zu den Mächtigsten ihrer jeweiligen Elemente. Während also alles darauf hinauszulaufen scheint, dass jemand Damien zum Duell herausfordern wird, bleibt die ständige Frage im Hinterkopf, ob sie sich die Kräfte der Dämonen aneignen wollen und mit welchem sie wohl anfangen würden. Diese Bedrohung ist nicht minder gering als die durch Ruth und Nico, aber es ist eine neue Entwicklung, die frischen Wind in die Geschichte bringt.

Fazit:
Viele Oberflächlichkeiten der letzten Teile werde in diesem Buch bereinigt. Die 120 Seiten, die das Buch länger ist als seine Vorgänger, tun ihm eindeutig gut. Es werden viel mehr Details erläutert, sodass es einfacher ist, in die Geschichte hineinzufinden. Auch die immer wieder wechselnden Perspektiven helfen dabei, denn so gibt es einen guten Überblick über alle aktuellen Geschehnisse. Das Buch unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht positiv von seinen Vorgängern, daher bekommt „Noah“ alle fünf Schreibfedern.


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