Freitag, 23. Januar 2015

[Rezension] Bang – James Lu Dunbar



Titel: Bang!
Autor: James Lu Dunbar
Verlag: Self-Publishing
Erscheinungsdatum: 01. November 2009
Einband: eBook
Seiten: 49
ISBN: 978-1-449587-66-6
Preis: -

Klappentext (freie Übersetzung aus dem Englischen):
 „Bang!“ erklärt die wissenschaftlichen Theorien über den Ursprung des Universums mit fesselnden Illustrationen und skurrilen Reimen. Vom Beginn der Existenz bis zur Geburt von Sternen und Galaxien. Du wirst lernen, wie Materie entstanden ist, warum Sterne leuchten und wo schwarze Löcher herkommen. Dieses Buch ist für alle Altersgruppen gedacht. Mach dir keine Sorgen, wenn du nicht alles verstehst, das tut niemand. Aus diesem Grund habe ich es in Reimen geschrieben und jede Menge Bilder hinzugefügt. Warnung: Dieses Buch enthält graphische Darstellungen der wissenschaftlichen Erkenntnisse, die zu verringerter Unwissenheit und gesteigerter Empfindung von Ehrfurcht und Staunen führen können.

Einordnung:
- Bang! (Teil 1)
- It’s Alive! (Teil 2)
- Great Apes! (Teil 3)

Rezension:
Obwohl es sich hauptsächlich um ein Kinderbuch handelt, ist der gesamte Inhalt wissenschaftlich fundiert. Der Autor gibt die Theorie von der Entstehung der ersten Materie wieder, erklärt den Aufbau eines Wasserstoff-Atoms und fasst Einsteins E=mc² in Worte. Das alles erläutert er mit den wissenschaftlich korrekten Ausdrücken, schmückt es aber mit allgemein verständlichen Formulierungen aus. Der Comic ist so keinesfalls überlaufen mit Fachbegriffen, spart sie aber auch nicht vollständig aus.

Gleiches gilt für die Illustrationen. Wenn erforderlich, gibt es beispielsweise Darstellungen des Periodensystems der Elemente oder schematische Zeichnungen verschiedener Atome. Doch die meiste Zeit sind die Bilder einfach wörtliche Interpretationen des Textes. Der Autor hat sich einen älteren Herrn und eine ältere Dame ausgedacht, die den Leser durch die Geschichte führen und die Wissenschaft verbildlichen. So wird im Text von der Abkühlung des Universums gesprochen, während der Mann in der Abbildung in dicke Wintersachen gepackt ist und trotzdem friert. Bei Zeitangaben schaut manchmal die Frau auf eine Taschenuhr. Und bei der Erläuterung, dass sich beim Wasserstoff-Atom ein Proton in der Mitte befindet und ein Elektron sich außen herum bewegt, stellt die meditierende Frau das Proton dar, während der Mann als Elektron seine Kreise rennt.

Eine weitere Besonderheit des Buches ist, dass der gesamte Text in Reimen verfasst ist. Es wird jedoch nie anstrengend zu lesen, da sich immer nur wenige Verse auf jeder Seite befinden. Gleichzeitig sind die Reime für mich aber auch die einzige Schwachstelle, denn die Anzahl der sich reimenden Verse variiert unsystematisch. Manchmal sind es vier Verse, manchmal nur zwei, aber hin und wieder eben auch drei oder fünf. Dadurch entsteht das Problem, dass ich hin und wieder mit der falschen Betonung gelesen habe, weil ich dachte, dass noch ein Vers mit demselben Reim folgt oder dass der vorherige bereits der letzte war. Das war besonders auffällig, weil ich die Geschichte generell laut lesen musste, um bei den vielen Versen, die teilweise in einzelne Wörter zerstückelt zwischen den Bildern eingebettet sind, nicht den Faden zu verlieren. Letzteres hat mich nicht gestört, Gedichte klingen laut vorgetragen immer besser als nur auf dem Papier, aber wegen der wechselnden Zahl sich reimender Verse musste ich tatsächlich die eine oder andere Seite mehrfach lesen.

Fazit:
Die sehr originelle Idee, einen wissenschaftlichen, sich reimenden Comic zu verfassen, ist dem Autor gut gelungen. Er verwendet Fachbegriffe, wo es nötig ist, übertreibt es aber nicht und illustriert die Worte außerdem mit leicht verständlichen Bildern. Nichtsdestotrotz lassen sich auch wissenschaftlich korrekte Darstellungen verschiedener Sachverhalte finden. Der einzige Makel an diesem Buch ist die Tatsache, dass die Anzahl der sich reimenden Verse häufig wechselt, sodass ich immer wieder mit falscher Betonung gelesen habe und daher an einer früheren Stelle noch einmal neu ansetzen musste. Daher bekommt „Bang!“ insgesamt vier Schreibfedern von mir.


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