Mittwoch, 25. März 2015

[Gast-Rezension] Jamies Quest: Aufgabe gesucht - Dominic und Cornelia Franke

Bei dieser Rezension handelt es sich um einen Gastbeitrag. Sie spiegelt also nicht meine Meinung wider, da ich selbst das Buch nicht gelesen habe.



Titel: Jamies Quest – Aufgabe gesucht
Autor: Dominic und Cornelia Franke
Verlag: Self-Publishing
Erscheinungsdatum: 01. Oktober 2014
Einband: Softcover
Seiten: 374
ISBN: 978-3-000469-35-0
Preis: 13,99 € [D]

Klappentext:
Von Merlin gesandt, erblüht unser Land durch des Wanderers helfende Hand.

Jamie kann nicht glauben, dass gerade er ein sagenumwobener Wanderer sein soll. Eigentlich wollte er nur sein neues Computerspiel starten, als er sich plötzlich in Brior wiederfindet. Von monströsen Spinnen verfolgt, fordert sein Abenteuer all seinen Mut, doch lauert auf Jamie ein weitaus größerer Feind...

Einordnung:
- Aufgabe gesucht (Teil 1)
- weitere Bücher sind noch nicht erschienen

Rezension:
Jamie freut sich riesig über das neue ultra-realistische 3D-Spiel für seinen Computer, dem er Monate entgegen gefiebert hat. Leider kommt er nur dazu, sich einen Charakter auszudenken, bevor er scheinbar in genau dieses Spiel hineingesaugt wird. Völlig orientierungslos stromert Jamie daraufhin durch einen dichten Wald, nachdem ihm eine Stimme zugeflüstert hat, dass er sich Richtung Westen halten soll, um dort seinen Knappen und seine Aufgabe zu finden.
Wie sich herausstellt, leben in diesem Wald auch riesige Spinnen, sogenannte Tanteln, die Jamie zu einem Bauernhaus verfolgen, wo er einen Bauernjungen auf schmerzhafte Weise kennen lernt. Diese Spinnen sind es auch, die sich Jamie, nach mehreren Angriffen der Achtbeiner, zur Aufgabe macht, aus dem Gebiet zu vertreiben. Der Bauernjunge Hannes, der wie eine Klette an ihm klebt und bald sein bester Freund ist, versucht alles daran zu setzen, dass Jamie, der sagenumwobene Wanderer aus einer anderen Welt, der Brior erretten und das Leben grundsätzlich verbessern soll, überlebt und diese Aufgabe erfüllt.
Auch der Hauptmann des Söldnertrupps Grumdir hat von einer Hexe einen Auftrag erhalten. Er soll den Sohn eines alten Freundes schützen, doch um die Prophezeiung der Hexe zu erfüllen muss ein Wanderer sterben. Grumdir ist der festen Überzeugung, dass Jamie der Sohn Richards ist und hadert die ganze Zeit mit sich, ob er ihn retten oder ihn töten solle.
Natürlich fehlt auch eine Liebesgeschichte nicht. Eine Kellnerin des örtlichen Wirtshauses verliebt sich Hals über Kopf in Jamie, der mit der ihm entgegengebrachten Zuneigung aber zunächst nicht viel anfangen kann. Erst als sie von den Tanteln entführt wird, erkennt Jamie, wie wichtig ihm die gute Lana ist, und entschließt sich, sie zu retten.

Die Geschichte von Jamie wird von einem personalen Erzähler geschildert, der zwischen der Sicht des etwa siebzehnjährigen Jamie und der des Hauptmanns eines Soldatentrupps hin und her wechselt. Dadurch kann der Leser Eindrücke des völlig überforderten Protagonisten und des ständig angespannten und latent wütenden Grumdir sammeln. Allerdings scheint dieser Erzähler das Pronomen "Er" nicht zu kennen, sodass ständig Namen wiederholt werden, was dem Ganzen einen monotonen Klang verleiht. Jamie tut dies, Jamie tut das, Jamie denkt jenes.
Zwar sind Jamie und Hannes durchaus liebenswert, doch hat mich die Handlung nicht wirklich fesseln können. Die Autoren werfen ständig neue Fragen auf (Was ist damals zwischen Richard um Grumdir vorgefallen? Ist Richard wirklich Jamies Vater? Etc.), die sie aber nicht beantworten. Sicher, es handelt sich um einen Mehrteiler, aber für meinen Geschmack bleiben zu viele Fragen unbeantwortet. Ein richtiger Spannungsbogen ist auch nicht zu finden. Zwar treiben die Angriffe der Tanteln auf die Stadt die Spannung hoch, doch diese wird viel zu schnell wieder aus der Handlung genommen und es vergeht erst wieder einige Zeit, bis es wieder (durch einen weiteren Angriff) spannend wird. Dies kann natürlich daran liegen, dass es für eine jüngere Zielgruppe geschrieben wurde.
Der Protagonist versucht sich außerdem ständig zu erklären, wie er in diese Welt geraten konnte und zaudert immer wieder, anzuerkennen, dass alle in ihm den Wanderer und Erlöser sehen. Zwar ist dies beabsichtigt, damit Jamie nicht wie andere Helden sofort begeistert in die Aufgabe springt, dennoch lässt es ihn weinerlich und zögerlich wirken. Einzig Hannes bleibt in dieser Geschichte ein liebenswerter Charakter, der mit seiner kleinkindlichen Unschuld und Begeisterung für einige Lacher sorgt.  

Fazit:
Alles in allem ist es eine nette Idee, mal einen Helden zu erfinden, der sich nicht bereitwillig opfern würde und in ein Computerspiel hineingesaugt wird, statt in der fantastischen Welt geboren zu sein. Aber für meinen Geschmack hapert es in der Umsetzung an einigem, da die Geschichte an sich aber ganz nett ist und für Jugendliche ab 14 einen frischen Wind ins Fantasygenre bringt, gibt es gerade noch so gut gemeinte drei Schreibfedern von mir.



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