Dienstag, 24. März 2015

[Rezension] Irgendwie Top – Chris P. Rolls



Titel: Irgendwie Top
Autor: Chris P. Rolls
Verlag: Self-Publishing
Erscheinungsdatum: 25. Juni 2013
Einband: Softcover
Seiten: 639
ISBN: 978-1-490473-92-5
Preis: 17,99 € [D]

Klappentext:
Markus ist ein Jäger – willige Männer seine Beute. Jedes Wochenende macht er die einschlägigen Clubs unsicher. Er liebt den Kitzel der Jagd, bis zu dem Abend, an dem er Alex begegnet und in diesem eine Beute findet, die völlig unerreichbar erscheint. Denn Alex ist ein Top – in jeder Hinsicht ebenbürtig. Ein höchst prickelndes Spiel beginnt, bei dem nicht mehr klar ist, wer am Ende wen erlegt.

Einordnung:
- Irgendwie Anders (Teil 1) 
- Irgendwie Top (Teil 2)

Rezension:
Noch nie hat mich ein Buch so schnell in seinen Bann gezogen. Schon auf Seite 32 war ich absolut gefesselt von der Geschichte. Die 639 dicht bedruckten Seiten sind wirklich mitreißend geschrieben, sodass ich mir mehrfach die halbe Nacht um die Ohren geschlagen habe, weil ich einfach das nächste Kapitel auch noch lesen musste. Herzrasen, schweißnasse Hände und beschleunigter Atem sind beinahe Dauerzustand. Der Leser kann richtig mitgehen in den Szenen, sowohl in Momenten, in denen alles auf der Kippe steht, als auch bei sehr intensiven Augenblicken. Wobei letzteres nicht unbedingt auf Sex hinausläuft, denn das Buch beinhaltet neben Erotik und Leidenschaft auch sehr viel Gefühl. Die Autorin schafft es, selbst einen Blick, einen unverfänglichen Satz oder eine harmlose Berührung so zu beschreiben, dass das Prickeln zu spüren ist und mein Puls in die Höhe ging.

Obwohl das Buch auf die üblichen dramatischen Geschehnisse verzichtet und sich im Grunde nur mit dem Spiel zwischen Markus und Alex beschäftigt, hat die Geschichte genug Handlung für die Menge an Seiten. Das Spiel, das sie miteinander spielen, ist prickelnd und voll sexueller Spannung, ohne dabei allerdings über die Stränge zu schlagen. Keiner von beiden ist gewillt, von seiner Position abzuweichen und sich zur Beute zu machen. Und die Tatsache verstärkt das Knistern zwischen ihnen nur immer mehr. Markus, aus dessen Perspektive das Buch geschrieben ist, wird sich immer wieder bewusst, dass er die Regeln ihres Spiels gar nicht kennt. Und seine Aufregung überträgt sich ansatzlos auf den Leser, der alles hautnah mitbekommt.
Es ist der Autorin wirklich gut gelungen, dieses Umeinander-Tänzeln zu beschreiben. Wann immer sich Markus und Alex näher kommen, versuchen sie beide, die Oberhand zu behalten und scheuen dabei nicht davor zurück, alle verfügbaren Waffen einzusetzen. Um dabei besonders erfolgreich zu sein, achten sie natürlich sehr darauf, welche Berührungen, welche Worte und welche Handlungen den Widerstand des anderen möglichst weit schwächen. Dadurch kommt eine unglaubliche Intensität zustande. Doch wann immer einer von ihnen einen Punkt macht in ihrem Spiel, zieht der andere nahezu sofort nach. Aber auch in anderen Situationen sind die Beschreibungen sehr gelungen. Unterhaltungen zwischen ihnen sorgen immer wieder für einen Lacher, weil ihre Gespräche absolut zweideutig sind, doch trotzdem auch den Charakteren nicht immer klar ist, ob beispielsweise tatsächlich über das scharfe thailändische Essen gesprochen wird oder ob es nicht doch als Anzüglichkeit gemeint ist.

Aufgefallen ist mit außerdem, dass die Handlung sehr gut mit den Geschehnissen aus „Irgendwie Anders“ verwoben ist. Dinge, die im ersten Teil der Reihe zu kurz gekommen sind, werden weiter ausgeführt und Szenen, die aus Marks Perspektive natürlich nicht berichtet werden konnten, erzählt jetzt Markus. Trotzdem geht dieses Buch auch zeitlich weit über die Erlebnisse im ersten Teil hinaus, sodass sich nur wenige Szenen, die aber auch notwendig sind, tatsächlich doppeln. Darüber hinaus gibt es auch Querverweise zu anderen Büchern der Autorin wie beispielsweise „Mecklenburger Winter“.

Fazit:
Dieses Buch ist von vorne bis hinten absolut mitreißend. Das prickelnde Spiel zwischen Markus und Alex wird auf allen Ebenen dargestellt und treibt auch dem Leser den Schweiß auf die Stirn. Erhöhter Puls und beschleunigte Atmung sind dauerhafte Nebenwirkungen dieser Geschichte. Alle Geschehnisse kann der Leser hautnah miterleben und in jeder Szene mitgehen. Für „Irgendwie Top“, ein absolut geniales, sehr intensives Buch, gibt es alle fünf Schreibfedern von mir.


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