Montag, 9. März 2015

[Rezension] Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer – Michael Ende



Titel: Jim Knopf und Lukas das Lokomotivführer
Autor: Michael Ende
Verlag: Thienemann Verlag
Erscheinungsdatum: 1960
Einband: Hardcover
Seiten: 243
ISBN: 978-3-522176-50-7
Preis: 14,99 € [D]

Klappentext:
In diesem Buch gibt es viele sehr erstaunliche und wunderbare Dinge wie zum Beispiel die Lokomotive Emma, die schwimmen kann wie ein Schiff, einen geheimnisvollen Scheinriesen, der in der Wüste „Das Ende der Welt“ wohnt, den Halbdrachen Nepomuk, der keine Tischmanieren hat, aber dafür eine Mutter, die ein Nilpferd war und nicht zuletzt die Chinesen mit ihren Kindern und Kindeskindern, von denen eines immer kleiner ist als das andere, bis herab zum letzten, das nur noch die Größe einer Erbse hat. Gemeinsam erleben Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer Abenteuer auf der winzigen Insel Lummerland und im weit entfernten China.

Einordnung:
- Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (Teil 1)

Rezension:
Obwohl ich das Buch natürlich als Kind mehrfach gelesen habe, ist anscheinend nicht besonders viel hängen geblieben. So konnte ich fast unvoreingenommen mit Jim Knopf und Lukas auf die Reise gehen. Es war wirklich spannend. Natürlich ist das immer in Relation zu sehen, da es sich um ein Kinderbuch handelt, aber auch für Erwachsene ist es eindeutig nicht langweilig. Alle Szenen sind so weit ausgeführt wie nötig, aber generell geht die Handlung schnell voran. Haben sich Jim und Lukas gerade noch in der Wüste verfahren, treffen sie im nächsten Moment auf einen Scheinriesen und müssen schon am nächsten Tag durch das Gebiet der „Schwarzen Felsen“ fahren und den „Mund des Todes“ erreichen.

Die Spannung hat das Buch nicht zuletzt den fantastischen Erfindungen oder Interpretationen des Autors zu verdanken. Die Überbevölkerung Chinas beispielsweise wird durch die Kinder und Kindeskinder dargestellt, die die Chinesen haben. Familien halten sich an den Händen bis hinunter zu Kindern, die kaum noch größer sind als Erbsen. So herrscht immer ein enormes Gedränge auf den Straßen.
Ein anderes Beispiel ist die Fata Morgana, auf die Jim und Lukas in der Wüste stoßen. Angelehnt an die richtige Erklärung hinter einer Fata Morgana, erklärt Lukas merkwürdige Erscheinungen wie ein halbes Riesenrad dadurch, dass die Spiegelungen einen so weiten Weg um die halbe Erde hinter sich haben, bis sie in der Wüste ankommen, dass sie durcheinander geraten sind.
Nichtsdestotrotz steckt immer mindestens ein Körnchen Wahrheit in Lukas Erklärungen. Er erwähnt beim Beispiel der Fata Morgana die unterschiedlich warmen Luftschichten, die aufeinander treffen. Und als sie in der Wüste einigen Geiern begegnen, erläutert Lukas dem verängstigen Jim, dass die Vögel Aasfresser sind und sich deshalb nicht auf sie stürzen werden, solange sie noch leben. Der Autor hat es also ganz nebenbei geschafft, Wissen in das Buch einzubauen.

Auch erwähnenswert sind die Namen, die er Autor sich ausgedacht hat. Die ranghöchsten Beamten des Landes China heißen beispielsweise „Bonzen“. Sie unterstehen einem Oberbonzen namens Pi Pa Po. Das Land China selbst wird auch Mandala genannt. Und mit am besten gefällt mir der König von Lummerland, der den Titel Alfons der Viertel-vor-Zwölfte trägt. Möglicherweise gehen viele dieser Wortwitze an den Kindern vorbei, die das Buch lesen oder vorgelesen bekommen, bei älteren Lesern sorgt es aber auf jeden Fall für einen Lacher.

Fazit:
Das Lesen hat wirklich Spaß gemacht. Michael Ende hat sehr sympathische Charaktere erschaffen, die ich gerne auf ihre Reise begleitet habe. Besonders die Namensgebung sorgt immer wieder für einen Lacher. Die Handlung wird schnell genug vorangetrieben, um keine Langeweile aufkommen zu lassen und den fantastischen Gegebenheiten trotzdem gerecht zu werden. Nebenbei ist außerdem auch immer wieder Wissen in die Geschichte eingebaut. Auch nach all den Jahren bekommt „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ noch fünf Schreibfedern von mir.




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