Sonntag, 26. April 2015

[Rezension] Selection: Der Erwählte – Kiera Cass



Titel: Selection – Der Erwählte
Autor: Kiera Cass
Verlag: Fischer Verlag
Erscheinungsdatum: 19. Februar 2015
Einband: Hardcover
Seiten: 367
ISBN: 978-3-737364-98-0
Preis: 16,99 € [D]

Klappentext:
Nur noch vier Mädchen konkurrieren um Prinz Maxon und die Krone von Illeá. America hätte nie zu träumen gewagt, in die engste Auswahl zu kommen. Doch während das Casting sich unaufhaltsam dem Ende nähert, versuch der König mit allen Mitteln America und Maxon zu entzweien. Und zur gleichen Zeit setzen die Rebellen den Palast härter denn je unter Druck. America wird klar, dass sie kämpfen muss – für ihre eigene Zukunft und für die von Illeá.

Einordnung:
- Selection (Teil 1) 
- Selection - Die Elite (Teil 2) 
- Selection - Der Erwählte (Teil 3)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten.

Auch im dritten Band der Reihe ist das Casting in gewissem Maß immer noch spannend. Die Mädchen, die noch im Rennen sind, sammeln beim Leser immer wieder Sympathiepunkte – selbst Celeste. Allerdings verspielen sie diese auch immer wieder, sodass der Leser im Prinzip in jeder Szene mit einer anderen Figur hoffen kann. Im Grunde ist schon seit dem ersten Teil offensichtlich, dass sich Maxon am liebsten für America entscheiden würde. Trotzdem ist noch immer offen, ob er das denn tatsächlich auch schafft, immerhin ist der König gar nicht angetan von ihr und wie zornig er werden kann, wird im zweiten Teil schließlich erschreckend deutlich. Außerdem schafft es auch America, sich selbst immer wieder aus dem Rennen zu werfen, nicht nur beim König, sondern auch bei Maxon.

Dass sie als künftige Königin jedoch nicht völlig ungeeignet ist, zeigt sich im Handlungsstrang rund um die Rebellen. Immer mehr wird America in politische Intrigen verwickelt, doch das meistert sie ohne größere Probleme. Sie zeigt zwar vor der Königsfamilie keine Demut, ist impulsiv und eindeutig nicht ausreichend zu höflichen Umgangsformen erzogen worden, aber wenn es um Angelegenheiten geht, die ihr am Herzen liegen und die sie wirklich mit vollster Überzeugung vertritt, dann ist sie sehr geschickt und diplomatisch. Zum Glück sind ihre Interessen auch die des Volkes, sodass sie es als Königin nicht schwer haben sollte, Sympathie bei den Bürgern zu wecken. Meine hat sie auf jeden Fall, denn sie kämpft eindeutig für die richtigen Dinge.

Trotz allem bin ich nicht ganz überzeugt von dem Buch. Die ganze Zeit passiert mal mehr, mal weniger, America kann sich nicht entscheiden, Maxon kann sich nicht entscheiden. Plötzlich eskaliert die Situation und totales Chaos bricht aus, wodurch es richtig spannend wurde. Allerdings ist dann genauso plötzlich auch schon das Buch zu Ende und es wird zum Epilog gesprungen. Das wirkt ziemlich abgehackt und ging mir eindeutig zu schnell. Es fehlt auch an einer ganzen Menge Emotionalität. Für das Drama, das sich auf den letzten 30 Seiten abspielt, ist America viel zu gefasst und Maxon fast schon gefühlskalt. Obwohl die Reihe mit diesem Band nicht endet, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass auf diese Situation im nächsten Buch noch eingegangen wird, immerhin spielt das wohl 20 Jahre später. Trotzdem bin ich gespannt darauf, auch wenn ich überlege, ob es nicht besser gewesen wäre, die Reihe hier zu beenden, bevor es einfach mit der nächsten Generation zu einer Neuauflage der Geschichte kommt.

Fazit:
Obwohl Maxon sich von Anfang an für America entscheiden wollte, ist noch immer nicht klar, ob er das auch tun wird. Der König ist nicht angetan von ihr und auch America selbst schafft es immer wieder, sich selbst aus dem Rennen zu werfen. Ganz anders ist das im Handlungsstrang um die Rebellen, in dem sie ein ungewöhnliches Geschick und viel Diplomatie zeigt, die sie sympathisch machen, denn sie kämpft für die richtigen Dinge. Wenig gelungen fand ich dagegen das Ende. Während fast das ganze Buch leichte Lektüre mit vielen Klischees ist, überschlägt sich die Handlung auf den letzten 30 Seiten und bricht dann plötzlich einfach ab – mit sehr geringen Chancen auf eine Fortsetzung im nächsten Band. Es gibt daher für „Selection – Der Erwählte“ nur vier Schreibfedern.


0 Kommentare

Kommentar veröffentlichen