Freitag, 24. April 2015

[Rezension] Selection: Die Elite – Kiera Cass



Titel: Selection – Die Elite
Autor: Kiera Cass
Verlag: Fischer Verlag
Erscheinungsdatum: 17. Februar 2014
Einband: Hardcover
Seiten: 376
ISBN: 978-3-737362-42-9
Preis: 16,99 € [D]

Klappentext:
Nur noch sechs Mädchen kämpfen um die Gunst von Prinz Maxon und die Krone und Illeá. America ist eine von ihnen, und sie ist hin- und hergerissen: Gehört ihr Herz ihrer ersten großen Liebe Aspen? Oder doch dem charmanten, gefühlvollen Prinzen? America muss die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen. Doch dann kommt es zu einem schrecklichen Vorfall, der alles ändert.

Einordnung:
- Selection (Teil 1) 
- Selection - Die Elite (Teil 2)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten.

Zu Beginn des Buches sind nur noch sechs Mädchen übrig, zwischen denen sich Maxon entscheiden muss. Wegen der überschaubaren Menge an Charakteren wird nun auch über die übrigen Kandidatinnen detaillierter berichtet. Endlich sind alle mit Namen bekannt und durch Americas Begegnung mit ihnen bekommt der Leser ein Gefühl für ihre Persönlichkeit – zwar ziemlich subjektiv, aber immerhin sind die Mädchen nun mehr als ein schwarzer Name auf weißem Papier. Dadurch wird auch deutlich, dass jede von ihnen ein anderes Motiv hat, um möglichst lange im Casting zu bleiben oder vielleicht sogar zu gewinnen. Während America, sollte sie sich für Aspen entscheiden, sichergehen möchte, dass der Geldregen für ihre Familie anhält, wollen andere Kandidatinnen Außenstehende nicht enttäuschen, weiter im Rampenlicht stehen oder auf bestimmte Annehmlichkeiten nicht mehr verzichten. Aus all diesen Mädchen kann sich der Leser jetzt seine Favoritin aussuchen und mitleiden, wenn sie ausscheidet.

Da nur noch wenige Kandidatinnen übrig sind, die ausscheiden können, wird dieser Handlungsstrang nicht mehr so schnell vorangetrieben wie im ersten Teil. Dafür spielen die Rebellen eine immer größere Rolle. Die Zusammenstöße mit ihnen werden detaillierter und deutlich häufiger beschrieben. Dadurch gibt es noch einen zusätzlichen Spannungsfaktor in der Geschichte. Doch es gibt nicht nur offene, gewaltsame Auseinandersetzungen. Obwohl America nur eine von sechs Kandidatinnen für die Krone ist, wird sie bereits für politische Intrigen eingespannt und findet wertvolle Verbündete für das zukünftige Illeá. Dass ausgerechnet sie dafür ausgewählt wird, finde ich mehr als verständlich,  weil sie offen für das Volk eintritt, gegen die Ungerechtigkeit arbeitet und besonders für Menschen aus den unteren Kasten immer ein offenes Ohr hat. Ihr Herz ist am rechten Fleck, nur hat sie wenig Ahnung von Politik, sodass ihre Herangehensweise nicht besonders subtil ist. Dass sie so ungestüm an Dinge heran geht, die ihr am Herzen liegen, macht sie jedoch auch in diesem Buch wieder sympathisch, denn wenn sie ein Unrecht sieht, katzbuckelt sich nicht einmal vor dem König, sondern geht dagegen vor. Selbst die Obrigkeit muss sich ihren Respekt verdienen.

Gestört hat mich an diesem Buch nur Americas Sprunghaftigkeit bei ihrer Herzensfrage. Mittlerweile habe ich den Eindruck gewonnen, dass es in der Geschichte gar nicht um Maxons Wahl einer zukünftigen Ehefrau, sondern mehr um Americas Entscheidung zwischen Maxon und Aspen geht. Dafür braucht sie mir eindeutig zu lange und entscheidet sich zu häufig um. Es würde mich schon fast nicht mehr wundern, wenn sich am Ende beide Jungs gegen America entscheiden würden. Sie weiß eindeutig überhaupt nicht, was sie eigentlich will. Und es ist nicht fair von ihr, beide jedes Mal wieder zu vertrösten, nur um sich alle Möglichkeiten offen zu halten. Ich bin gespannt, welches Drama im dritten Teil passieren muss, damit sie es schafft, sich zu entscheiden. Zeit hilft ihr ganz offensichtlich überhaupt nicht.

Fazit:
Da nur noch sechs Mädchen im Casting verblieben sind, ändern sich viele Dinge. Zum einen werden die Charaktere genauer beschrieben und entwickeln eigene Persönlichkeiten, statt einfach einige von vielen zu sein. Zum anderen ist der Handlungsstrang ein wenig reduziert und den Rebellen wird mehr und detaillierter Raum gegeben. Beides treibt die Spannung in die Höhe. Einzig Americas ewiges Hin und Her zwischen Aspen und Maxon hat mich gestört, weil sich das nun schon wirklich ziemlich lange zieht. Daher bekommt „Selection – Die Elite“ auch nur vier Schreibfedern von mir.


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