Montag, 22. Juni 2015

[Rezension] Ghostwalker: Fluch der Wahrheit – Michelle Raven



Titel: Ghostwalker – Fluch der Wahrheit
Autor: Michelle Raven
Verlag: Egmont LYX
Erscheinungsdatum: 12. Mai 2011
Einband: Softcover
Seiten: 430
ISBN: 978-3-802583-70-4
Preis: 9,99 € [D]

Klappentext:
Der Berglöwenwandler Torik erfährt, dass die Autorin Caitlin Walker einen Roman geschrieben hat, dessen Held ihm auf unheimliche Weise gleicht. Er reist nach Montana, um herauszufinden, woher Caitlin so viel über ihn weiß. Als diese von skrupellosen Verbrechern überfallen wird, rettet Torik ihr das Leben. Und obwohl er die Menschenfrau auf Abstand halten sollte, kommen sich die beiden näher. Doch die Feinde der Wandler warten nur darauf, erneut zuzuschlagen ...

Einordnung:
- Die Spur der Katze (Teil 1) 
- Pfad der Träume (Teil 2) 
- Fluch der Wahrheit (Teil 4)
- Ruf der Erinnerung (Teil 5)
- Tag der Rache (Teil 6)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten drei Teile enthalten!

Obwohl es schon eine Weile her ist, dass ich den vorherigen Teil der Reihe gelesen habe, war es nicht schwer, wieder in die Geschichte einzusteigen und sich an die bereits aufgetauchten Charaktere zu erinnern. Das mag mit daran liegen, dass die Geschichte sehr langsam anläuft, wodurch es sich nach Einstieg in die Geschichte allerdings auch ordentlich zieht. Auf den ersten 150 Seiten geschieht im Grunde nichts weiter als dass sich Torik und Caitlin ununterbrochen anschmachten, es nicht wahrhaben wollen und sich dann weiter anschmachten.
Erst in der Mitte des Buches wird die Geschichte spannender. Die Perspektive wechselt in einem angenehmen Rhythmus zwischen verschiedenen Charakteren und Handlungsorten, sodass der Leser nicht durch die Geschichte hetzt, die Szene aber wechselt, bevor es langweilig wird. Die vielen Handlungsstränge, die damit beleuchtet werden, entwickeln sich auf unterschiedliche Art und Weise weiter, sodass ein guter Ausgleich geschaffen wird zu den immer gleichen romantischen oder erotischen Szenen zwischen Torik und Caitlin. Auch rückt dadurch der Feind der Wandler, der schon in den ersten drei Büchern immer wieder aufgetaucht ist, wieder in den Vordergrund. Spannung wird vor allem dadurch aufgebaut, dass allen Wandlern in irgendeiner Art und Weise Gefahr droht, ohne dass sie das so unmittelbar wissen. Lange ist nicht klar, welche Charaktere der drohenden Auseinandersetzung entgehen können und welche nicht.

Ein Punkt, der mich in diesem Buch, aber auch in der gesamten Reihe zunehmend stört, ist die Offensichtlichkeit der Beziehungen. Zwei Charaktere müssen sich nur für wenige Sekunden sehen und schon verspüren sie unwiderstehliches Verlangen nacheinander und werden am Ende des Buches glücklich bis an ihr Lebensende sein. Natürlich spricht nichts gegen Liebe auf den ersten Blick, aber das ist bei jedem Paar in dieser Reihe so. Dadurch, dass es auch mehrere Paare in einem Buch gibt, ist es hier bereits das siebte oder achte Mal Liebe auf den ersten Blick. Dadurch wiederholt sich nicht nur alles, es ist auch schon von vornherein offensichtlich, wer mit wem zusammen sein wird. Wegen des Genres Romantic Fantasy nehmen diese Liebesgeschichten dann auch den Großteil der Seiten ein. Über weite Strecken ist es daher langweilig und redundant.

Ebenfalls wenig überraschend ist in dieser Geschichte das Ende. Von Anfang an beherrscht die Frage das Geschehen, woher die Autorin Caitlin Walker ihre Informationen über Torik und die Berglöwenwandler hat. Die Auflösung wird zunächst ewig hinausgezögert, weil Torik über seine Gefühle für Caitlin seine eigentliche Aufgabe vergisst. Am Ende ist es dann aber nicht einmal überraschend, denn besonders viele Charaktere kommen für den Verrat nicht in Frage.
Und schließlich braucht das Buch natürlich auch wieder ein glückliches Ende, sodass auf den letzten Seiten einfach noch schnell eine komplette Kehrtwende der Geschichte erfolgt. Damit haben die Charaktere ihr Happy End, das aber bloß auf den letzten Metern dran gequetscht wirkt und die Geschichte leider nicht rund abschließt.

Fazit:
Alles in allem ist die Geschichte sehr vorhersehbar. Die neu entstehenden Beziehungen sind schon beim ersten Treffen der beiden Charaktere offensichtlich und auch die Auflösung der Frage, um die es das ganze Buch über geht, ist nicht besonders überraschend. Es tauchen viele Redundanzen auf und diesmal ist auch das Ende nicht rund. Dennoch entsteht in der Geschichte auch Spannung. Viele Handlungsstränge entwickeln sich weiter, neue Probleme entstehen und immer liegt die drohende Gefahr über den Wandlern. Alles in allem bekommt „Fluch der Wahrheit“ daher drei Schreibfedern von mir.




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