Donnerstag, 16. Juli 2015

[Rezension] Liebe geht durch alle Zeiten: Saphirblau – Kerstin Gier



Titel: Liebe geht durch alle Zeiten - Saphirblau
Autor: Kerstin Gier
Verlag: Arena Verlag
Erscheinungsdatum: 01. Januar 2010
Einband: Hardcover
Seiten: 392
ISBN: 978-3-401063-47-8
Preis: 16,99 € [D]

Klappentext:
Frisch verliebt in die Vergangenheit, das ist vielleicht keine gute Idee. Das zumindest findet Gwendolyn, 16 Jahre alt, frisch gebackene Zeitreisende. Schließlich haben sie und Gideon ganz andere Probleme. Zum Beispiel die Welt zu retten. Oder Menuett tanzen zu lernen. (Beides nicht wirklich einfach!) Als Gideon dann auch noch anfängt, sich völlig rätselhaft zu benehmen, wird Gwendolyn klar, dass sie schleunigst ihre Hormone in den Griff bekommen muss. Denn sonst wird das nichts mit der Liebe zwischen allen Zeiten!

Einordnung:
- Rubinrot (Teil 1) 
- Saphirblau (Teil 2)
- Smaragdgrün (Teil 3)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten.

Nachdem ich die 400 Seiten beendet habe, bin ich immer noch auf der Suche nach der Handlung. Alle Geschehnisse aus diesem Buch lassen sich in einem Satz zusammenfassen, der sich dann auch noch nur auf die letzten zehn Seiten bezieht. Die ganze restliche Zeit rätselt Gwendolyn an den Geheimnissen der Wächter herum, berät sich stundenlang mit Leslie, die netterweise mit Gideons ganz zufällig auftauchendem und vollkommen überflüssigen kleinen Bruder auch einen umwerfend aussehenden Jungen an die Seite gestellt bekommt, brütet über ihr ewiges Hin-und-Her mit Gideon oder lässt sich darüber aus, dass ihre Cousine Charlotte in allem besser ist und der Lehrer sie ungerecht behandelt. Im Grunde dreht sich also alles nur genauso weiter im Kreis wie im ersten Teil. Auch werden im Verlauf der Geschichte keinerlei Geheimnisse gelüftet, es kommen eher noch welche oben drauf.

Außerdem sieht es mit überraschenden Erkenntnissen in diesem Band auch nicht besonders rosig aus. Ich bin nicht umhingekommen, der arroganten Charlotte einige Male Recht zu geben, wenn sie über Gwendolyns eingeschränkte Hirnkapazität herzieht. Die Antworten auf einige der Fragen, die sich Gwendolyn stellt, sind in der Geschichte wortwörtlich niedergeschrieben und sie versteht es einfach nicht. Sie rezitiert die Prophezeiung zum Kreis der Zwölf und stellt im nächsten Moment eine Frage, die ihr letzter Satz eigentlich schon beantwortet hat. Ein anderes Mal hat sie einen Zettel mit zwei Zahlenkombinationen in der Hand, hinter denen jeweils ein N und ein O stehen – und doch braucht es Raphael, Gideons kleinen Bruder, um ihr zu erklären, dass es sich dabei um Koordinaten handelt. So sympathisch ihre Unbedarftheit im ersten Teil noch gewesen ist, in diesem Buch artet es beinahe in Dummheit aus. Möglicherweise liegt das daran, dass die Handlung irgendwie gestreckt werden musste, um sie in drei Bücher aufteilen zu können, aber dadurch habe ich einige Gespräche zwischen Gwendolyn und Leslie nur noch überflogen, weil ich die Lösung des Rätsels schon kannte und wusste, dass sie da ohnehin erst 100 Seiten später drauf stoßen würden.

Der einzige Lichtpunkt der Geschichte ist, zumindest zeitweise, die Beziehung von Gideon und Gwendolyn. Anders als zu erwarten war, sind die beiden nicht sofort nach ihrem ersten Kuss zusammen und glücklich bis an ihr Lebensende. Stattdessen brühtet jeder für sich über seinen Gefühlen und vor anderen halten sie grundsätzlich Abstand zueinander. Nur wenn sie allein sind, können sie die Finger nicht voneinander lassen und testen es ein ums andere Mal aus. Das hört dann allerdings auch gar nicht mehr auf. Besonders Gideons Stimmung schwankt extrem und er ist in einem Moment fürchterlich romantisch, während er im nächsten Moment ohne erkennbaren Grund wieder arrogant und beleidigend ist. Für meinen Geschmack waren das einige Hormone zu viel.

Fazit:
Genau wie im ersten Teil, werden auch in diesem Buch wieder keinerlei Geheimnisse gelüftet. Hinzu kommt ein enormer Mangel an Handlung, da sich alles nur weiter im Kreis dreht, wie es das schon im ersten Band getan hat. Gwendolyns Unbedarftheit ist außerdem dabei, sich in Dummheit zu verwandeln, sodass sie ewig an den wortwörtlich niedergeschriebenen Antworten auf ihre Fragen tüftelt. Ihre Beziehung zu Gideon ist anfangs schön zu lesen und endlich nicht sofort Friede-Freude-Eierkuchen, aber mit der Zeit werden die Stimmungsschwankungen lästig. Lediglich der Schreibstil hat mir gefallen. Und es ist zwar modern, aus allen Geschichten Trilogien zu machen, aber dieses Buch ist wirklich absolut überflüssig. Daher bekommt „Saphirblau“ auch nur zwei Schreibfedern.




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