Freitag, 24. Juli 2015

[Rezension] Schuhtick – Beth Harbison



Titel: Schuhtick
Autor: Beth Harbison
Verlag: Krüger Verlag
Erscheinungsdatum: 07. September 2010
Einband: Softcover
Seiten: 365
ISBN: 978-3-596176-56-4
Preis: 8,95 € [D]

Klappentext:
Nur noch dieses eine Paar! Lorna kann nicht anders: sie ist wehrlos bei Stilettos und kauf Pumps auf Pump. Aber was tun, wenn die Schulden höher sind als die Manolos? Lorna sucht per Anzeige andere Schuhsüchtige und lernt Helen, Sandra und Jocelyn kennen. Sie alle laufen mit Größe 38 durchs Leben, aber was sie außer Schuhen ins Träumen und ins Stolpern bringt, ist höchst unterschiedlich. Eigentlich suchen sie ja nur nach dem perfekten Schuh, aber auf einmal entdecken sie, dass das Glück nicht immer in einem Karton stecken muss.

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Ich frage mich immer noch, warum ich das Buch eigentlich gekauft habe. Vermutlich, weil es gerade ein Schnäppchen war. Das ist dann tatsächlich etwas, das ich lange Zeit (jetzt zum Glück nicht mehr) mit Lorna, einer der Protagonistinnen dieses Buches, gemeinsam hatte – wenn reduziert, dann kaufen! Sie Schuhe, ich Bücher. Damit enden die Gemeinsamkeiten aber schon. Auch in den anderen Charakteren konnte ich mich nicht wirklich wiederfinden, vor allem, weil ich überhaupt absolut gar keine Ahnung von Schuhen habe.

Letztendlich war es dann aber doch nicht so schlimm wie erwartet. Das Buch ist absolut im Durchschnitt. Ich fand es nicht schlecht, aber es hat mich auch nicht vom Hocker gehauen.
Gelungen sind beispielsweise einige Geheimnisse, die erst im Laufe des Buches gelüftet werden. Das ist vor allem bei Helene der Fall. Sie ist die Frau eines Politikers, der irgendwann einmal für das Amt des Präsidenten kandidieren möchte. Doch immer wieder wird deutlich, wie lieblos der Umgang zwischen ihnen ist und immer wieder wird ein großes Geheimnis in Helenes Vergangenheit erwähnt, von dem ihr Mann unter keinen Umständen erfahren darf. Worin genau dieses Geheimnis besteht, ist lange Zeit unklar. Bei der Auflösung stellt sich dann heraus, dass Helenes Besorgnis wegen ihres Ehemanns durchaus berechtigt ist.
Negativ ist mir dagegen der Zwang zum Happy End aufgefallen. Es ist schön, dass das Buch ein fröhliches Ende hat, allerdings wirkt es an einigen Stellen sehr aufgesetzt. Die Autorin hat sich nicht damit begnügt, die Stolpersteine und Hindernisse aus dem Leben der vier Frauen zu räumen, sie muss auch allen noch einen Partner an die Seite stellen – auch wenn sie dafür auf den letzten Seiten noch eine neue Figur erfinden muss. Das bis dahin recht authentische Buch driftet da ein wenig in reines Wunschdenken ab.
Trotzdem ließ sich die Geschichte ganz gut lesen. Die meiste Zeit über ist es realistisch und die Personen sind bodenständig und greifbar. Auch der Schreibstil begleitet flüssig durch das Buch, obwohl ich hin und wieder Absätze doppelt lesen musste, weil ich den Perspektivenwechsel irgendwie übersehen habe.

Fazit:
Das Buch hat keine gravierenden Schwächen, kann aber auch nicht mit besonderen Stärken aufwarten. Die Geschichte ist die meiste Zeit über realistisch, die Charaktere sind gut ausgearbeitet, auch wenn ich mich nicht mit ihnen identifizieren konnte, und der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Alles in allem ist das Buch absoluter Durchschnitt und liefert keinen übermäßigen Gesprächsstoff. „Schuhtick“ bekommt als nette, sehr leichte Lektüre drei Schreibfedern von mir.




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