Samstag, 5. September 2015

[Rezension] Broken Destiny: Dämonenasche – Jeaniene Frost



Titel: Broken Destiny - Dämonenasche
Autor: Jeaniene Frost
Verlag: Mira Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum: 10. August 2015
Einband: Softcover
Seiten: 300
ISBN: 978-3-956492-15-0
Preis: 10,99 € [D]

Klappentext:
Seit Jahren wird Ivy von Visionen heimgesucht: Sie sieht düstere Orte, bedrohlich nah und dennoch jenseits der Realität. Wird sie etwa verrückt? Plötzlich verschwindet ihre Schwester Jasmine und jemand versucht, Ivy zu töten. Aber der mysteriöse Adrian rettet sie – und offenbart ihr die schockierende Wahrheit: Diese dämonische Parallelwelt existiert wirklich und Jasmine ist dort gefangen.
Gemeinsam mit Adrian begibt sich Ivy auf die Suche nach einem alten Relikt, um Jasmine zu befreien. Was Ivy allerdings nicht weiß: Adrian, zu dem sie sich immer mehr hingezogen fühlt, ist vom Schicksal dazu bestimmt, im Krieg der Engel und Dämonen auf der anderen Seite zu kämpfen. Als ihr Todfeind ...

Einordnung:
- Dämonenasche (Teil 1)
- inhaltlich lässt sich vermuten, dass es eine Trilogie werden wird

Rezension:
Der Anfang des Buches hat mir gar nicht gefallen, weil Ivy eine ziemlich unrealistische Protagonistin war. Die Handlung überschlägt sich bereits im ersten Kapitel, doch Ivy ist ganz ruhig. Der Leser erfährt, dass ihre Eltern vor fünf Tagen bei einem Autounfall gestorben sind und dass ihre Schwester verschwunden ist, und erlebt, wie ein Polizist versucht sie umzubringen, ein anderer Mann ihr das Leben rettet und sie dann aber auch fesselt und entführt. Ähnlich spektakulär geht es in den folgenden Kapiteln weiter, doch Ivy ist, abgesehen von einer halben Seite, vollkommen ausgeglichen und entspannt und glaubt sofort alle Geschichten, die ihr erzählt werden. Dass sie sich alle zwei Seiten darüber wundert, dass sie so ruhig ist, macht das auch nicht realistischer. Zum Glück entwickelt sich das im Laufe der Geschichte, sodass Ivys Emotionen häufiger in den Vordergrund treten. Sie spürt dann Erschöpfung, hat Angst und Schuldgefühle und ist wütend oder traurig. Diese Emotionen fehlen aber in den ersten Kapiteln vollständig.

Die Geschichte an sich ist aber von der ersten Seite an spannend und hält einige überraschende Wendungen bereit. Obwohl der Hintergrund sehr gut durchdacht und an biblische Ereignisse angelehnt ist, ist die Handlung aber dennoch nicht immer vorhersehbar, denn die Autorin interpretiert die Szenen auf ihre ganz eigene Weise. Außerdem wählt sie nicht immer den offensichtlichsten Weg. Der Klappentext verrät bereits, dass es in dem Buch unter anderem um Engel und Dämonen geht und dass Ivy und Adrian Todfeinde sein sollten. Dennoch sind sie nicht einfach ein Engel und ein Dämon, da auch noch viele andere Handlungsstränge dort hineinspielen.

Gleichzeitig ist dies aber auch eine der Schwachstellen des Buches, denn so richtig geht es gar nicht um den angekündigten Krieg zwischen Engel und Dämonen. Lässt man den Epilog außen vor, taucht im gesamten Buch nur ein einziger Engel auf, der hin und wieder Menschen heilt und dann wieder verschwindet. Das mag noch daran liegen, dass ein großer Teil der Geschichte in den diversen Dämonenreichen spielt, die Engel nicht betreten können, aber es erscheinen auch kaum eine Handvoll Dämonen auf der Bildfläche. Die meisten Charaktere sind Menschen, aber meist wird auch deren Anwesenheit auch nur erwähnt, sie spielen keine aktive Rolle. Die übernatürlichen Wesen, um die es eigentlich gehen sollte, tauchen also kaum auf, und von Krieg kann auch nicht die Rede sein, denn die einzige Gewalt entsteht aus Ivys Befreiungsaktion. Ich hoffe, dass die Autorin sich das nur für die nächsten Teile der Reihe aufgehoben hat und nicht immer alles nur oberflächlich beschreibt.

Durch diese zurückhaltenden Beschreibungen bleibt im Buch sehr viel Raum für die Liebesgeschichte. Auch dahinter ist die Idee gut, aber es wird für meinen Geschmack viel zu weit ausgeführt. Das ganze Buch über wechseln sich „Ich darf nicht“ und „Ich will aber“ ab, sodass sich die Liebesgeschichte immer wieder im Kreis dreht, ohne wirklich zu einem Ergebnis zu kommen. An diesen Stellen hätte ich mir mehr Szenen zu den übernatürlichen Gegebenheiten gewünscht. Doch während seitenlang Ivys Monologe zu ihrer Einstellung gegenüber Adrian ausgeführt werden, werden teilweise Ausflüge in zwölf unterschiedliche Dämonenreiche in zwei Sätzen zusammengefasst. Das Verhältnis zwischen Fantasy und Romanze war mir da zu unausgeglichen.

Fazit:
Zu Beginn fehlen der Protagonistin jegliche Emotionen, doch über die Zeit entwickelt sich das in deutlich positive Richtung weiter. Außerdem erscheinen kaum Engel und Dämonen auf der Bildfläche und der Krieg zwischen ihnen wird überhaupt nicht erwähnt, aber dafür hat sich die Autorin viele verschiedene Handlungsstränge ausgedacht, die zum Teil auf unterschiedlichen biblischen Ereignissen beruhen. Und leider nimmt die Liebesgeschichte in diesem Band einen übermäßig großen Teil der Handlung ein, doch dafür ist der Rest spannend und gut durchdacht. Insgesamt hat mir das Buch ganz gut gefallen. Da es für die folgenden Bände aber noch Luft nach oben gibt, bekommt „Dämonenasche“ drei Schreibfedern von mir.



Vielen Dank an Mira Taschenbuch und Bloggdeinbuch für das Rezensionsexemplar.

Kommentare:

  1. Hallo Jennifer,

    n das klingt ja wirklich zweigeteilt, aber ich verstehe deine Kritikpunkte. Lässt sich nur zu hoffen, das es in Band 2 dann vielleicht richtig los geht. :) Immerhin sollte ihrgendwann der erwähnte Krieg schon eine Rolle spielen ;)

    Tintengrüße von der Ruby

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    1. Hey Ruby,

      ich hoffe auch, dass im zweiten Band dann die Liebesgeschichte etwas in den Hintergrund rückt. An sich war die Handlung gut, aber das Verhältnis war mir einfach nicht ausgeglichen genug. Aber mal abwarten, der zweite Teil erscheint auf Englisch irgendwann nächstes Jahr, glaube ich.

      Grüße zurück,
      Jenny

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