Mittwoch, 30. September 2015

[Rezension] Sixteen Moons: Eine unsterbliche Liebe – Kami Garcia und Margaret Stohl



Titel: Sixteen Moons – Eine unsterbliche Liebe
Autor: Kami Garcia und Margaret Stohl
Verlag: cbj
Erscheinungsdatum: 09. August 2010
Einband: Hardcover
Seiten: 539
ISBN: 978-3-570138-28-1
Preis: 18,95 € [D]

Klappentext:
Liebe noch vor dem ersten Blick: Seit Monaten verfolgen Ethan Träume von einem unbekannten Mädchen, das er verzweifelt zu retten versucht, und dann steht das Mädchen aus seinen Träumen vor ihm: Lena, die Neue an seiner Schule, in die Ethan sich unsterblich und bedingungslos verliebt. Doch Lena und ihre Familie umgibt ein Fluch, den sie verzweifelt geheim zu halten versucht – auch vor Ethan.
Ethan jedoch weiß: Ihm ist vorherbestimmt, Lena für immer zu lieben. Aber wird er an ihrer Seite bleiben können, gleich, welches Schicksal sie erwartet?

Einordnung:
- Sixteen Moons: Eine unsterbliche Liebe (Teil 1)
- Seventeen Moons: Eine unheilvolle Liebe (Teil 2)
- Eighteen Moons: Eine grenzenlose Liebe (Teil 3)
- Nineteen Moons: Eine ewige Liebe (Teil 4)

Rezension:
Dieses Buch unterscheidet sich schon im Grundgerüst von so ziemlich allen anderen Büchern, denn der Erzähler ist hier eigentlich nur der Freund der Person, um die sich die Geschichte dreht. Natürlich ist Ethan der Protagonist und damit in alle Handlungen eingebunden, sowie auch seine Gedanken und Gefühle ausführlicher beschrieben werden. Trotzdem befindet er sich eigentlich außerhalb des Fantasyteils der Geschichte. Das ist in gewisser Weise als würden die Harry Potter Bücher aus Ron Weasleys Perspektive geschildert werden. Den Autorinnen ist das wirklich gut gelungen, denn das erlaubt einen völlig anderen Beginn der Geschichte als es normalerweise üblich ist. Da Ethan schon sein ganzes Leben lang in Gatlin lebt, werden die Einwohner des Dorfes mit ihren konservativen, engstirnigen und abergläubischen Vorstellungen nur kurz mit den wichtigsten Merkmalen angesprochen, statt dass Lena als Zugezogene jede Figur kennenlernen und sich eine Meinung über sie bilden muss. Andersherum weiß Lena von dem Fluch, der über ihrer Familie liegt und von ihren Fähigkeiten und verheimlicht es bloß vor Ethan, statt dass sie alles über sich selbst herausfinden muss. Damit wird der Leser immer wieder verblüfft, denn überraschende Ereignisse und Enthüllungen sind für Lena vollkommen alltägliche Dinge.

Mit diesen Enthüllungen haben sich die Autorinnen allerdings einige Zeit gelassen. Mehrmals dachte ich während des Lesens, dass langsam mal einige Geheimnisse gelüftet werden könnten. Bis zum Ende des Buches geschieht das auch, denn viele Dinge werden offenbart und erklärt. Insgesamt ist mir die Geschichte an dieser Stelle aber viel zu fokussiert, denn es dreht sich immer nur alles um Lenas Familie, nie um den Rest der Welt. Der Fluch, der über Lenas Familie liegt, hat mit ihren besonderen Fähigkeiten zu tun, über die auch der Rest der Familie verfügt. Im Laufe der Geschichte werden fantastische Geheimnisse und übernatürlich Wesen vorgestellt, doch es wird nur ein einziges Mal in einem kleinen Nebensatz erwähnt, dass das auf der restlichen Welt auch der Fall ist. Die Autorinnen haben eine neue Fantasyidee umgesetzt und eine ganze Welt erschaffen, aber der Leser erfährt schlichtweg gar nichts über diese übernatürliche Welt, ihre Gesetzmäßigkeiten und Strukturen. Das ganze Buch dreht sich nur um Lenas Familie und nie wird über den Tellerrand hinausgeschaut. Ethan steckt scheinbar nicht nur körperlich, sondern auch gedanklich in Gatlin fest, sodass er sich nicht ein einziges Mal nach dem Rest der Welt erkundigt – obwohl er weiß, dass Lenas Familie nicht die einzige mit besonderen Fähigkeiten ist.

Nichtsdestotrotz ist das Buch gut geschrieben. Es ist spannend, auf die Enthüllung der Geheimnisse zu warten, während nach und nach Ethans ganze Welt auf den Kopf gestellt wird. Gemeinsam mit ihm kann auch der Leser das langweilige, verschrobene Gatlin irgendwann in einem ganz neuen Licht sehen. Dazu tragen ruhige, sanfte Momente in der Bibliothek oder zwischen Zitronenbäumen ebenso bei wie atemberaubende Auftritte, beispielsweise als ein furchteinflößender Mann, gekleidet in schwarz, während eines Unwetters unerwartet in eine Versammlung der Dorfbewohner platzt. Und trotz der vielen Seiten und der wenigen Informationen über die übernatürliche Welt wie die Handlung immer vorangetrieben, sodass es nie langweilig wird.

Fazit:
Der Erzähler des Buches ist, ungewöhnlicherweise, nicht das Mädchen mit den besonderen Fähigkeiten, sondern ein Sterblicher, Ethan, der mehr oder weniger ein Außenstehender ist. Dem Leser wird dadurch erspart, sich Schritt für Schritt mit den engstirnigen Vorstellungen der Dorfbewohner vertraut zu machen, sodass der Fokus darauf liegt, Lenas Geheimnis zu lüften. Die Spannung wird unterstützt durch einen Wechsel aus ruhigen Momenten und atemberaubenden Szenen. Enttäuscht hat mich lediglich, dass das ganze Buch auf Lenas Familie fokussiert ist und den Rest der übernatürlichen Welt weder beschreibt noch erklärt noch irgendwie anders erwähnt. Daher bekommt „Sixteen Moons“ insgesamt vier Schreibfedern von mir.


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