Samstag, 31. Oktober 2015

[Rezension] Magie voller Tücken – S. P. Pepper



Titel: Magie voller Tücken
Autor: S. P. Pepper
Verlag: Self-Publishing
Erscheinungsdatum: 17. August 2015
Einband: Softcover
Seiten: 324
ISBN: 978-1-515382-04-1
Preis: 9,99 € [D]

Klappentext:
Koruk sollte nicht hier sein. Seine Anwesenheit kann den Menschen, denen er sein Leben verdankt, Schwierigkeiten bereiten. Deshalb verstecken sie ihn in einer finsteren Kammer vor Gefahren, über die sie ihm nichts verraten. Um sich zu schützen. Um ihn zu schützen. So behaupten sie jedenfalls. Doch Koruks Zweifel wachsen. Was, wenn sie ihn nicht aus Mitgefühl gerettet haben?

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Zu Beginn ist die Geschichte relativ oberflächlich und die Beschreibungen sind grob, da der Protagonist Koruk mit einer schweren Verletzung im Bett liegt. Mehrere Wochen werden einfach zusammengefasst, unterbrochen nur von wenigen genaueren Einblicken. In diesen Einblicken stellt Koruk Fragen, auf die er keine Antworten bekommt, macht sich Gedanken darüber, weshalb er nicht aus dem Fenster sehen darf, und betont immer wieder, dass er sich wie in einem Gefängnis fühlt. Die Wochen fliegen vorbei, ohne dass etwas passiert und ohne dass die Handlung wirklich greifbar ist. Doch als Koruks Wunde, die wirklich ausreichend Zeit zum Heilen bekommen hat, endlich zulässt, dass er das Bett verlässt, werden die Geschichte tiefer und die Beschreibungen detailreicher. Die Handlung verlangsamt sich deutlich, sodass der Leser dann in die Geschichte eintauchen kann.

Trotzdem ist das Buch von Anfang spannend gemacht, denn genau wie Koruk hat auch der Leser schnell das Gefühl, dass an der ganzen Situation irgendetwas nicht stimmt. Immer wieder bekommt Koruk ausweichende Antworten und scheinbare Erklärungen, aber das unterschwellige Gefühl, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht, bleibt. Auch im späteren Verlauf, als tatsächlich viele Geheimnisse der Stadt aufgeklärt werden, geht die Spannung nicht verloren. Zwar weiß Koruk jetzt, woran er grundsätzlich ist, doch dann wird er ohne jegliche Informationen auf eine tödliche Jagd geschickt, in der auch er selbst immer wieder in brenzlige Situationen gerät. Und er muss Dinge tun, die ihm nicht gefallen, weil er mehr zu retten hat als sein eigenes Leben.

Besonders gefallen hat mir außerdem die Art der Autorin, eine Geschichte zu erzählen. Sie hat sich und dem Leser längere erklärende Abschnitte über die Welt, in der die Geschichte spielt, komplett gespart. Der Leser wird von Anfang an so behandelt als wüsste er über alle seltsamen und magische Dinge, die Geschichte und die Struktur der Gesellschaft Bescheid. Erst nach und nach werden dann in kurzen Nebensätzen oder einzelnen Dialogteilen, die aber eigentlich einen völlig anderen Inhalt haben, Informationen über die Welt geliefert, die die Autorin konstruiert hat. Meist fällt das jedoch gar nicht bewusst auf, weil es einfach nur beiläufige Schnipsel sind, die in einen Streit eingebettet wurden. Am Ende der Geschichte weiß der Leser dann tatsächlich alles über die Welt, die Gesellschaft und die Magie. Aber dass ich das alles wusste, war für mich eine ganz selbstverständliche Feststellung. Ich bin mir keiner Aha-Effekte oder expliziten Aufklärungsmomente bewusst. Die Autorin hat es geschafft, die Erklärungen so in der Handlung zu verstecken, dass sie gar nicht auffallen.
Darüber hinaus hat die Autorin auch ein sehr gutes Gespür für die Überlegungen, die der Leser sich unweigerlich während der Geschichte macht, und ein großes Talent, den Leser auf den Holzweg zu führen. Immer wieder hatte ich das Gefühl, dass eine Entwicklung vorhersehbar war und dann ist es auch tatsächlich so eingetreten, wie ich vermutet habe. Doch jedes Mal, wenn ich „Ich wusste es!“ dachte, hat sich zwei Sätze später herausgestellt, dass ich mich doch geirrt habe. Das beweist nicht nur ein sehr gutes Gespür der Autorin, sondern erfrischt die Geschichte auch jedes Mal wieder, da selbst das offensichtliche Ende dann irgendwie doch nicht vorhersehbar war.

Fazit:
Der Anfang der Geschichte ist wegen der oberflächlichen und groben Zusammenfassung mehrerer Wochen nicht richtig greifbar. Doch nachdem die Geschichte einmal Schwung aufgenommen hat, werden die Beschreibungen tiefer und detailreicher. Es baut sich Spannung auf, die sich immer wieder wandelt und deshalb das ganze Buch über anhält. Dazu trägt auch die Tatsache bei, dass die Autorin den Leser häufig auf den Holzweg führt und die Geschichte damit unvorhersehbar macht. Außerdem hat die Autorin alle Erklärungen geschickt in der Handlung versteckt, sodass der Leser am Ende über alles informiert ist, ohne sich bewusst damit auseinander gesetzt zu haben. Bis auf den Beginn hat mir „Magie voller Tücken“ gut gefallen, daher vergebe ich vier Schreibfedern.



Ich bedanke mich bei der Autorin S. P. Pepper für das Rezensionsexemplar!

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