Mittwoch, 11. November 2015

[Rezension] Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch – Michael Ende



Titel: Der satananarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch
Autor: Michael Ende
Verlag: Thienemann Verlag
Erscheinungsdatum: 18. September 2007
Einband: Hardcover
Seiten: 237
ISBN: 978-3-522179-48-5
Preis: 14,99 € [D]

Klappentext:
Silvester. Der geheime Zauberrat Beelzebub Irrwitzer und seine Tante, die Geldhexe Tyrannja Vamperl, haben ein Problem: Sie haben ihr Jahressoll an bösen Taten noch lange nicht erfüllt, und es ist im wahrsten Sinne des Wortes fünf vor zwölf! Nur ein besonders gemeiner Plan kann ihnen jetzt noch helfen, den Rückstand aufzuholen ...

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Dieses Buch eignet sich perfekt, um damit an Silvester die letzten Stunden bis Mitternacht zu überbrücken, denn genau zu dieser Zeit spielt die Geschichte. Im ersten Kapitel bekommen Beelzebub Irrwitzer und seine Tante Tyrannja Vamperl ein Ultimatum gestellt: bis Mitternacht müssen sie ihren Soll an bösen Taten erfüllen, sonst werden sie gepfändet. Die übrigen Kapitel spielen sich dann allesamt in den verbleibenden Stunden bis Mitternacht ab. Uhren über jedem neuen Kapitel zeigen an, wie spät es gerade ist. Dadurch bekommt der Leser ganz direkt mit, wie der Zeitdruck für Beelzebub und Tyrannja immer größer wird.

Ebenfalls Hauptcharaktere sind der Kater Maurizio di Mauro und der Rabe Jakob Krakel. Sie wurden vom Hohen Rat der Tiere geschickt, um Beelzebub und Tyrannja zu überwachen, weil diese unter Verdacht stehen, schwarze Magier zu sein. Während die beiden Zauberer also versuchen, die Welt in Unheil zu stürzen, müssen die Tiere genau das verhindern. Daher bekommen auch sie viele Redeanteile und sorgen dabei immer wieder für lustige Situationen, schließlich sind Katzen und Vögel eigentlich Feinde. Besonders eindrücklich und witzig ist außerdem Jakobs Ausdrucksweise, denn er wiederholt sich selbst in seinen Sätzen, indem er beispielsweise „Ich bleib hier jetzt sitzen, bleib ich“ (S. 156) sagt. Allein durch diese Ausdrucksweise wird schnell deutlich, dass es sich um ein Kinderbuch handelt. Die Geschichte ist daher aber auch leicht und schnell zu lesen.

Allerdings tragen auch Beelzebub und Tyrannja zu den lustigen Szenen bei. Zum einen mögen sie sich nämlich überhaupt nicht, sodass sie sich hauptsächlich streiten, zum anderen müssen Zaubersprüche immer in Reimen formuliert sein, sodass einige lustige Verse und Strophen entstehen. Durch diese Reime verfällt der Leser auch schnell in einen Rhythmus und die Stimmung der Geschichte kann sich auf ihn übertragen. Allerdings weiß ich nicht, ob das tatsächlich nur dem Buch zuzuschreiben ist, weil ich bei den Zaubersprüchen immer die Klänge der Serie im Kopf hatte, sodass die Stimmung möglicherweise auch deshalb entstanden ist.

Generell handelt es sich um ein lustiges Buch mit genialem Titel, da allerdings nicht besonders viel Handlung hat. Es ist anschaulich beschriebene, nette Unterhaltung, die mich aber nicht vom Hocker gehauen hat. Vor allem des Rätsels Lösung fand ich ein bisschen an den Haaren herbeigezogen. Das wirkte wie eine Notlösung, weil es aus dem Nichts kam. Ich bezweifle aber, dass Kindern das auffallen würde, und es ist nichtsdestotrotz ein schönes Kinderbuch.

Fazit:
Sowohl die beiden menschlichen Protagonisten als auch der Kater und der Rabe sind witzig konzipiert. Jakob Krakels Wiederholungen machen die Geschichte ebenso lustig wie die Zaubersprüche. Das Buch eignet sich gut, um es Silvester während des Wartens auf Mitternacht zu lesen, denn in diesem Zeitraum spielt die Geschichte. Insgesamt ist es ein nettes Kinderbuch, das besonders durch den satanarchäolügenialkohöllischen Titel auffällt. Da ich gut unterhalten, aber nicht überwältigt war, bekommt „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunkt“ vier Schreibfedern von mir.

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