Donnerstag, 31. Dezember 2015

[Rezension] Die Roboterchroniken IV: Angriff aus dem Cyberspace – Wolfgang Bellaire


Titel: Die Roboterchroniken IV – Angriff aus dem Cyberspace
Autor: Wolfgang Bellaire
Verlag: Nordfriesischer Kinderbuch Verlag
Erscheinungsdatum: 18. September 2015
Einband: Hardcover
Seiten: 204
ISBN: 978-3-944243-19-1
Preis: 17,90 € [D]

Klappentext:
Roboterjunge Jonathan, Mami Hanna und Onkel Saul sind die letzten ihrer Art. Nach ihrer Fluch aus Murmansk suchen die Wobotniks den Wissenschaftler Yamamoto in Helsinki. Er soll die im Nordpolarmeer umgekommenen Familienmitglieder erneut herstellen. Aber Yamamoto ist verschwunden. Jonathan und Saul werden in einem abgeschotteten Safe House von einer kybernetischen Intelligenz gekidnappt, der unkontrollierbaren KI BETTY.
Als Agenten geraten sie mitten in den Krieg um die Kontrolle im Cyberspace. Die Rüstungsindustrie, von der BETTY sich endgültig zu befreien sucht, und der legendäre Hacker CyberLovis sind ihre Kontrahenten.
Mörderische Flüge in offenen Doppeldeckern und eine Armee von Echsenkriegern erwarten sie. Doch die größte Gefahr ist BETTY. Der Angriff aus dem Cyberspace hat schon begonnen.

Einordnung:
- Die Roboter kommen (Teil 1) 
- Die Roboter im Eis (Teil 3) 
nach Neuauflage der gesamten Reihe gibt es außerdem
- Angriff aus dem Cyberspace (Teil 4)
- Die zweite Schöpfung (Teil 5)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten drei Teile enthalten!

In diesem Buch verlagert sich der Schauplatz von der realen Welt ins Cyberspace. Jonathan und sein Onkel Saul werden in Computerprogramme umgewandelt, die Aufgaben für die KI BETTY erfüllen müssen, wenn sie nicht gelöscht werden wollen. Der Autor hat dabei einen Weg gefunden, virtuelle Dinge wie Anti-Viren-Programme und Trojaner so aufzubereiten, dass sie auch für jüngere Leser verständlich und vor allem für die Roboter erlebbar sind. Zu Beginn wird beispielsweise ein Virus durch eine riesige Rattenarmee dargestellt. Jonathan und sein Onkel befinden sich in einer Landschaft, wie es sie auch in der Realität gibt. Die Rattenarmee frisst sich durch diese Landschaft und vernichtet dabei Felsen, Bäume und alles, was ihr sonst noch in den Weg kommt. So löst sich die Datei mit der Landschaft langsam Stück für Stück durch den Virus auf.

Da Jonathan für BETTY als Anti-Viren-Programm arbeitet, lässt sich nicht vermeiden, dass er zwischendurch töten muss. Zunächst sind es nur Ratten und Stiere, gegen die er kämpfen muss, doch da es immer wieder Hackerangriffe auf BETTY gibt, muss er bald auch gegen Echsenkrieger und Puppen antreten, die viel Ähnlichkeit mit Menschen haben. Ab diesem Zeitpunkt wird immer wieder deutlich, dass Jonathan Gewissensbisse hat, wenn er jemanden töten oder verletzen muss, auch wenn es sich immer nur um virtuelle Gestalten handelt, die bloß aus binären Codes bestehen. Jedes Mal zögert er bis zuletzt, selbst wenn sein eigenes Leben bedroht ist. Das hebt noch mal den Umstand hervor, dass die Wobotniks Emotionschips besitzen, wodurch sie menschliche Gefühle empfinden. Das unterscheidet sie grundlegend von allen anderen Programmen und lässt BETTY selbst umso grausamer erscheinen.

Nicht so gut gefallen hat mir an diesem Buch lediglich, dass ich wegen der anschaulichen und menschenähnlichen Darstellung der Viren, der Programme und der anderen virtuellen Funktionen teilweise nicht auseinander halten konnte, ob ich nun gerade über einen Avatar, einen Virus oder etwas anderes gelesen habe. In dem Zuge konnte ich auch nicht mehr unterscheiden, welche Teile der virtuellen Welt der KI BETTY, welche der Rüstungsindustrie und welche der Hackergruppe CyberLovis gehörten. Daher kam für mich auch das Wiedersehen mit Oberst Hickman ziemlich überraschend, der behauptet, den Wobotniks im Kampf gegen BETTY helfen zu wollen. BETTY ist in meinen Augen nie als so große Gefahr erschienen, dass sich die alten Verhältnisse plötzlich verändern müssten – schließlich hat Oberst Hickman die Wobotniks drei Bücher lang gnadenlos gejagt.

Fazit:
Der vierte Teil der Reihe ist wieder sehr spannend. Die Handlung hat sich in die virtuelle Welt verlagert, in der Jonathan und sein Onkel Saul die Befehle der KI BETTY befolgen müssen, um ihr Leben zu retten. Die virtuelle Welt ist dabei sehr anschaulich dargestellt und gleicht unserer Realität, sodass die Vorgänge besser verständlich sind. Außerdem wird immer wieder Wert darauf gelegt, dass Jonathan einen Emotionschip hat und empfindet wie ein Mensch, da er im Gegensatz zu allen anderen Programmen davor zurückschreckt, zu töten. Mich hat lediglich irgendwann verwirrt, welche Tiere oder Personen welche Art von Programm darstellen und ob sie BETTY, der Rüstungsindustrie oder der Hackergruppe CyberLovis angehören. Insgesamt bekommt „Die Roboterchroniken IV – Angriff aus dem Cyberspace“ daher vier Schreibfedern von mir.



Vielen Dank an den Autor Wolfgang Bellaire für dieses Rezensionsexemplar!

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