Montag, 21. Dezember 2015

[Rezension] Magisterium: Der Weg ins Labyrinth – Holly Black und Cassandra Clare



Titel: Magisterium – Der Weg ins Labyrinth
Autor: Holly Black und Cassandra Clare
Verlag: One
Erscheinungsdatum: 14. November 2014
Einband: Hardcover
Seiten: 332
ISBN: 978-3-846600-04-7
Preis: 14,99 € [D]

Klappentext:
Geschlagen mit einem lahmen Bein und einer scharfen Zunge ist der zwölfjährige Callum nicht gerade der beliebteste Junge auf dem Planeten. Doch das ist erst mal sein geringstes Problem. Denn just in diesem Moment befindet er sich auf dem Weg ins Magisterium. Der unterirdischen Schule für Zauberei. Ein dunkler und geheimnisvoller Ort. Dort soll er bei Master Rufus, dem mächtigsten Magier der Schule, in die Lehre gehen. Doch alles, was Call über ihn und das Magisterium weiß, lässt ihn befürchten, dass er das erste Schuljahr nicht lebend überstehen wird ...

Einordnung:
- Der Weg ins Labyrinth (Teil 1)
- The Silver Mask (Teil 4; dt. unbekannt)
- The Enemy of Death (Teil 5; dt. unbekannt)

Rezension:
Das Buch beginnt mit groben und oberflächlichen Beschreibungen. Callum, der Protagonist, wartet an seiner Schule auf seinen Vater, um mit ihm gemeinsam zum Eignungstest des Magisteriums zu fahren. Obwohl die Handlung mit der Prüfung langsam Fahrt aufnimmt, bleiben die Beschreibungen oberflächlich. Ich konnte mich kaum in die Situationen und Szenen einfühlen, weil alles mit schnellen Erwähnungen und ohne große Details abgehandelt wurde. Hin und wieder gibt es ausführlichere Darstellungen, beispielsweise von den Lebensmitteln oder dem Höhlensystem im Magisterium, doch diese gleichen sich relativ bald alle, sodass es bloß noch Wiederholungen sind. Das gilt auch für die Emotionen. Diese sind nicht sehr eindrücklich beschrieben und vor allem weder bei den Charakteren noch beim Leser beständig. Traurigkeit, weil er seinen Vater nur noch so selten sieht, oder Wut, weil sich die anderen Schüler über sein lahmes Bein lustig machen, dauern bei Call kaum einmal länger als eine halbe Seite an. Dann fühlt er sich wieder gut. Auch beim Leser hält die Stimmung immer maximal so lange an, wie die jeweilige Szene beschrieben wird. Dadurch ist das gesamte Buch nicht besonders berührend.

Gerade zu Beginn fehlt außerdem die Spannung. Nachdem Call im Magisterium angekommen ist, beginnt der außerordentlich langweilige Unterricht. Dabei müssen Call und seine Freunde die Körner eines Sandhaufens nach der Farbe sortieren. Damit beschäftigen sie sich einen Monat lang vier Tage in der Woche. Die Freitage, an denen sie bei anderen Lehrern Unterricht haben, überspringen die Autorinnen manchmal mit einer kleinen Erwähnung, manchmal aber auch komplett. So kommt es, dass sich nicht nur die Charaktere eine ganze Weile langweilen, sondern auch die Leser. Es wird im Verlauf der Geschichte zwar noch eine Vermutung angestellt, wozu dieser Übung dienen soll, allerdings wird das in einem halben Nebensatz kurz abgehandelt. Diese Erklärung entschädigt allerdings nicht für die zahlreichen langweiligen Seiten zuvor. Die Idee des Magisteriums an sich ist gelungen, unter anderem, weil Magie in dieser Geschichte mit den Elementen verbunden wird. Leider wird darüber kaum berichtet, sodass auch vom Grundgedanken selbst keine Spannung ausgeht.

Erst gegen Ende wird die Geschichte interessanter. Viele vermeintlich vorhersehbare Entwicklungen kommen dann irgendwie doch anders. Es gibt einige Überraschungen, die bei der flachen Handlung am Anfang so nicht vorherzusehen waren. Damit gelingt es den Autorinnen schließlich doch, den Leser aus dem eintönigen Rhythmus zu reißen, in dem die Geschichte zuvor verläuft. Nach und nach werden auch Rätsel um bestimmte Charaktere oder Äußerungen aufgelöst. Die Rolle, die ich für Call vermutet hatte, hat er dann letztendlich doch nicht bekommen. Es blieb aber immer das diffuse Gefühl, dass noch irgendetwas passieren würde. Das hat sich dann auch noch bestätigt. Damit ist das Buch, dessen Titel sich mir allerdings bis zum Schluss nicht erschlossen hat, in sich durchaus abgeschlossen, baut aber auch Spannung für den nächsten Teil auf.

Fazit:
Die Idee hinter der Geschichte ist ansprechend. Dagegen ist die Umsetzung weniger gelungen. Beinahe die gesamte Handlung sowie alle Emotionen sind nur grob und oberflächlich beschrieben, sodass sie sich nur auf die konkrete Situation auswirken und nicht szenenübergreifend für Stimmung sorgen. Außerdem besteht der Unterricht für Call und seine Freunde fast ausschließlich daraus, Sandkörner nach Farbe zu sortieren. Dabei langweilen sich die Charaktere ebenso wie der Leser. Erst gegen Ende baut die Geschichte ein wenig Spannung auf. Insgesamt gefällt mir die Idee des Buches, da die Umsetzung aber ziemlich langweilig war, bekommt „Magisterium – Der Weg ins Labyrinth“ nur drei Schreibfedern von mir.

1 Kommentar:

  1. Frohe Weihnachten, liebe Jenny!
    Danke für deine Besuche auf unserem Blog!

    Ganz liebe Grüße,
    Lena :)

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