Dienstag, 29. Dezember 2015

[Rezension] Origin – Jennifer L. Armentrout



Titel: Origin
Autor: Jennifer L. Armentrout
Verlag: Carlsen Verlag
Erscheinungsdatum: 18. Dezember 2015
Einband: Hardcover
Seiten: 446
ISBN: 978-3-551583-43-7
Preis: 19,99 € [D]

Klappentext:
Daemons Leben hat jeglichen Wert verloren, seit Katy von Daedalus festgehalten wird. Auch Katy ist verzweifelt. Täglich muss sie neue Experimente über sich ergehen lassen. Trotzdem beginnt sie zu ahnen, dass Daedalus nicht nur schlechte Seiten hat. Und sind die Lux wirklich so friedlich, wie sie es bisher immer annahm? Wer sind hier die Guten und wer die Bösen? Katy ist fest entschlossen, eine Antwort auf diese Fragen zu finden – doch dann könnte es bereits zu spät sein. Vor allem, wenn Daemon bis dahin nicht wieder an ihrer Seite ist …

Einordnung:
- Obsidian (Teil 1) 
- Onyx (Teil 2) 
- Opal (Teil 3) 
- Origin (Teil 4)
- Opposition (Teil 5)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten drei Teile enthalten!

Nachdem die ersten drei Teile der Reihe in der Nähe des Ortes Petersburg in West Virginia gespielt haben, verlagert sich der Handlungsort nun auf die andere Seite der USA. Es entsteht eine fast schon humoristische Verknüpfung zur realen Welt, denn ein Teil der Handlung spielt in der Area 51. Auch vom benachbarten Las Vegas bekommt der Leser einen Teil zu sehen, sodass die Geschichte nie abgehoben ist, sondern immer so nahe wie möglich an der Realität verankert bleibt. Dadurch wird alles greifbarer und wirkt echter, denn schließlich sind die normalen Menschen in dem Buch auch nicht darüber aufgeklärt, dass Aliens und Hybride unter ihnen leben.

Area 51 ist in diesem Buch der Sitz der Organisation Daedalus, der Katy am Ende des letzten Buches in die Hände gefallen ist. Während ihres Aufenthaltes dort wird ihr erzählt, warum es die Organisation gibt und welche Ziele sie hat. Die Dinge, die sie dort in Erfahrung bringt, sind viel positiver als erwartet. Beispielsweise forscht Daedalus an Medikamenten für unheilbare Krankheiten. Dazu wollen sie sich die Fähigkeiten der Lux, sich selbst und andere zu heilen, zunutze machen. Weil dies eine wirklich ehrenwerte Arbeit ist, stellen viele Lux ihre Fähigkeiten freiwillig in den Dienst der Organisation. Diese Erkenntnis stimmt überhaupt nicht mit den Dingen überein, die Daemon und seine Familie über Daedalus erzählen. Es sagt also offensichtlich nicht jeder die Wahrheit. Als der Leser gerade mit Katy rätselt, wie viel Wahrheit in den Aussagen der Lux, der Arum und der Regierung steckt, entwickelt sich die Geschichte plötzlich noch einmal in eine ganz andere Richtung. Das Auftreten der sogenannten Origins wirft ein neues Licht auf die bisherigen Ereignisse und verleiht der Geschichte noch einmal neuen Schwung.

Leider ist die Geschichte an einigen Stellen aber auch sehr vorhersehbar. Besonders die Verläufe der diversen Beziehungen sind sehr offensichtlich, weil die Hinweise darauf, wie es mit Daemon und Katy, Dawson und Beth und auch mit Dee weitergeht, doch ziemlich deutlich hervorgehoben werden. Eine Ausnahme bildet da nur eine einzelne Szene zwischen Katy und Daemon, die überraschend wie aus dem Nichts entsteht, damit aber auch nicht gut begründet ist. So plötzlich wie der Moment entsteht, ist er auch schon wieder vorbei. Alles wird kurz oberflächlich erwähnt und ist damit trotz des großen Potenzials nicht emotional. Damit haben mir die Beziehungen in diesem Teil nicht so richtig gefallen, auch wenn ich die meisten Charaktere nach wie vor mag.

Der Rest der Geschichte ist dafür umso packender. Fast das gesamte Buch über stehen die Charaktere unter Druck und Stress. Es gibt kaum Momente zum Durchatmen, denn wer einmal in den Fängen von Daedalus war, wird nie wieder wirklich frei sein. Ständig auf der Flucht scheint die Situation immer auswegloser zu werden. Dabei hilft auch nicht, dass sie sich offenbar auch auf ihre engsten Freunde nicht mehr verlassen können. Gerade gegen Ende fährt die Autorin dann noch mal die großen Geschütze auf. Die ganze Situation gerät außer Kontrolle – nicht nur für Katy, Daemon und ihre Freunde, sondern auch für Daedalus. Die letzten Kapitel bereiten dann noch den Weg für ein ganz großes Finale.

Fazit:
In diesem vierten Teil der Reihe wechselt der Schauplatz von West Virginia nach Las Vegas und in die Area 51. Dort lernt Katy mehr über die Organisation Daedalus und die Ziele, die diese angeblich verfolgt. Das gibt dem Buch noch einmal eine neue Richtung, denn es wirft die Frage auf, wer die Wahrheit sagt: Daedalus oder die Lux. Auch der Rest der Geschichte ist unglaublich packend geschrieben, denn die Charaktere stehen ständig unter Druck. Nach und nach gerät die Situation für alle außer Kontrolle. Lediglich die Beziehungen haben mich in diesem Buch enttäuscht, da sie sehr vorhersehbar und zum Teil unemotional waren. „Origin“ bekommt daher vier Schreibfedern von mir.

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