Freitag, 4. Dezember 2015

[Rezension] Talon: Drachenzeit – Julie Kagawa



Titel: Talon - Drachenzeit
Autor: Julie Kagawa
Verlag: Heyne fliegt
Erscheinungsdatum: 05. Oktober 2015
Einband: Hardcover
Seiten: 556
ISBN: 978-3-453269-70-5
Preis: 16,99 € [D]

Klappentext:
Unter der heißen kalifornischen Sonne verbringt die 16-jährige Ember den Sommer ihres Lebens: surfen, flirten, Sonnenuntergänge am Lagerfeuer. Was keiner sieht: Die hübsche Ember ist kein normales Mädchen, sie ist ein Drache in Menschengestalt. Ember vertraut darauf, dass niemand ihr Geheimnis entdeckt. Bis Garret auftaucht. Ember fühlt sich sofort zu ihm hingezogen – und weiß instinktiv, dass er ihr gefährlich werden kann. Doch noch ahnt sie nicht, wie gefährlich ...

Einordnung:
- Drachenzeit (Teil 1)
- Drachenherz (Teil 2)
- Drachennacht (Teil 3)
- unbekannt (Teil 4)
- unbekannt (Teil 5)

Rezension:
Zu Beginn wird die Geschichte aus zwei unterschiedlichen Perspektiven geschildert. Die Erzähler heißen Ember und Garret und am Anfang jedes Kapitels ist angegeben, aus wessen Perspektive geschildert wird. Das ist hilfreich, aber gar nicht unbedingt notwendig, weil die Charaktere von der ersten Seite an vielschichtig sind, sodass sie sich leicht voneinander unterscheiden lassen. Die Charaktere wirken außerdem direkt so echt und sympathisch, dass das Gefühl entsteht, sie schon länger zu kennen. Das und der runde, angenehme Schreibstil haben dazu beigetragen, dass ich keine Eingewöhnungszeit brauchte und schon im ersten Kapitel so in der Geschichte gesteckt habe, als hätte ich bereits dutzende Seiten mehr gelesen. Dadurch konnte ich meine Aufmerksamkeit direkt der Handlung widmen.

Auch später ist mir der Stil noch mehrfach positiv ins Auge gesprungen. Die Geschichte ist packend geschrieben und die Emotionen sind gut geschildert, sodass ich sie miterleben konnte. Selbst die scheinbar vorhersehbare Liebesgeschichte, die sich dann irgendwie doch nicht so leicht gestaltet, ist mitreißend. Natürlich ist das Buch nicht eine einzige Überraschung, weil einige Wendungen oder Entscheidungen schon lange im Voraus zu erahnen sind, aber nichtsdestotrotz ist die Idee wirklich gut, die Handlung spannend und der Schreibstil hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Wann immer die Geschichte an Fahrt verloren oder sich im Kreis gedreht hat, hat sich die Autorin etwas Neues einfallen lassen, wie beispielsweise eine dritte Perspektive, aus der in der zweiten Hälfte des Buches viel geschildert wird. Damit ist das Buch allein stilistisch schon absolut gelungen.

Gleiches gilt auch für die Handlung. Es passiert von Anfang an viel, ohne dass jedem Ereignis sofort eine Bedeutung zugeschrieben wird. Beispielsweise sind nicht nur Ember und Garret neu in der Stadt, sondern auch ein Einzelgänger. Einzelgänger haben sich von der Gemeinschaft der Drachen losgesagt und sind damit vogelfrei. Lange Zeit kann der Leser nur raten, wer er ist und was er vorhat. Gleiches gilt für das Training, das Ember absolvieren muss. Ihr wird nicht erzählt, wofür ihre Ausbildung gedacht ist, sodass sie, genau wie der Leser, bloß raten kann. Immer mehr Rätsel werden aufgegeben, die erst im Laufe der Geschichte langsam gelöst werden. Deshalb kann der Leser viel miträtseln, bangen und der Auflösung entgegen fiebern. Das Buch ist daher trotz seiner Dicke schnell gelesen.

Fazit:
Das Buch hat sehr sympathische, echte und vielschichtige Protagonisten. Sogar Ember war mir äußerst sympathisch, obwohl ich es mit weiblichen Protagonisten sonst nicht so habe. Die Geschichte ist außerdem von der ersten Seite an mitreißend geschrieben und hat eine spannende Handlung, die sich zum Ende hin immer mehr zuspitzt. Immer mehr Rätsel werden aufgegeben, die erst nach und nach gelöst werden. Ich bin völlig gebannt durch die Seiten geflogen und warte jetzt schon sehnsüchtig auf den zweiten Teil. „Talon – Drachenzeit“ bekommt alle fünf Schreibfedern von mir.


Vielen Dank an das Bloggerportal Randomhouse für das Rezensionsexemplar!

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