Freitag, 27. März 2015

Neuzugänge #40

Im Akkord habe ich mir in den letzten Wochen das Geld zusammen gelesen, um mir wieder neue Bücher leisten zu können (siehe: meine Spardose). Gebraucht kosten sie ja zum Glück nicht so viel. Außerdem habe ich noch ein Rezensionsexemplar bekommen, sodass mein SuB doch noch ansteigt, obwohl ich die anderen drei Bücher alle schon gelesen habe.

"May Bee" von Tomas Maidan wandert auf meinen SuB. "Die Tribute von Panem - Gefährliche Liebe" von Suzanne Collins,
"Irgendwie Top" von Chris P. Rolls und "Seelen" von Stephenie Meyer habe ich schon gelesen, nur noch nicht im Regal gehabt.


Klappentext "May Bee":
Die junge Kommissarin May bekommt die saure Gurke unter den verzwickten Fällen: Sie muss Konsul Bolaire finden, einen korrupten Widerling, der auf einem gewissen Schloss Taubenschlag verschwunden ist. Man sagt, dort draußen würde Baronin Tanabe ihre letzten Pillen an die Bienen verfüttern. Mysteriös. 
Entnervt von Bürokratie und Beamtenmief bricht May einzig mit ihrer Freundin Tuh auf; einer durchgeknallten Kioskbesitzerin, die mit bengalischen Experimenten und der Laune einer wandelnden Zitrone dafür sorgt, dass der Fall zum bunten Trip wird. Hinter Mauern aus Honig - zwischen bösen Bienen und magischen Pilzen - entdecken die beiden Entsetzliches. Zum Glück lernt May den schüchternen Jo kennen, der so romantisch die Krümel der Butter-Hörnchen wegwischen kann. Wird es den Drei gelingen, die Honig-Hölle zu versalzen?


Klappentext "Die Tribute von Panem - Gefährliche Liebe":
Seitdem Katniss und Peeta sich geweigert haben, einander in der Arena zu töten, werden sie vom Kapitol als Liebespaar durch das ganze Land geschickt. Doch da ist auch noch Gale, der Jugendfreund von Katniss. Und mit einem Mal weiß sie nicht mehr, was sie wirklich fühlt oder fühlen darf. Als immer mehr Menschen in ihr und Peeta ein Symbol des Widerstands sehen, geraten sie alle in große Gefahr. Und Katniss muss sich entscheiden – zwischen Peeta und Gale, zwischen Freiheit und Sicherheit, zwischen Leben und Tod.


Klappentext "Irgendwie Top":
Markus ist Jäger - willige Männer seine Beute. Jedes Wochenende macht er die einschlägigen Clubs unsicher. Er liebt den Kitzel der Jagd, bis zu dem Abend, an dem er Alex begegnet und in diesem eine Beute findet, die völlig unerreichbar erscheint. Denn Alex ist ein Top - in jeder Hinsicht ebenbürtig. Ein höchst prickelndes Spiel beginnt, bei dem nicht mehr klar ist, wer am Ende wen erlegt.


Klappentext "Seelen":
Planet Erde, irgendwann in der Zukunft. Fast die gesamte Menschheit ist von sogenannten Seelen besetzt. Diese nisten sich in die menschlichen Körper ein und übernehmen sie vollständig - nur wenige Menschen leisten noch Widerstand und überleben in den Bergen, Wüsten und Wäldern. Eine von ihnen ist Melanie. Als sie schließlich doch gefasst wird, wehrt sie sich mit aller Kraft dagegen, aus ihrem Körper verdrängt zu werden und teilt ihn fortan notgedrungen mit der Seele Wanda. Verzweifelt kämpft sie darum, ihren Geliebten Jared wiederzufinden, der sich mit anderen Rebellen in der Wüste versteckt hält - und im Bann von Melanies leidenschaftlichen Gefühlen und Erinnerungen sehnt sich auch Wanda mehr und mehr nach Jared, den sie nie getroffen hat ...


Meine Reihen werden immer vollständiger. Sowohl von Panem als auch von der Irgendwie-Reihe fehlt mir jetzt nur noch der letzte Teil. Es ist ein ziemlich effektiver SuB-Abbau, wenn ich nur noch so selten etwas kaufen darf und dann schon gelesene Bücher nehme. Die Radikalkur zeigt Wirkung.

Kauft ihr Bücher, die ihr schon kennt?
Müsst ihr Reihen auch immer vollständig besitzen?

Donnerstag, 26. März 2015

[Rezension] Jim Knopf und die Wilde 13 – Michael Ende



Titel: Jim Knopf und die Wilde 13
Autor: Michael Ende
Verlag: Thienemann Verlag
Erscheinungsdatum: 1962
Einband: Hardcover
Seiten: 256
ISBN: 978-3-522176-51-4
Preis: 14,99 € [D]

Klappentext:
Dies ist das zweite große Abenteuerbuch der beiden berühmten Lokomotivführer, denen kein Weg zu weit, kein Wasser zu tief und kein Berg zu hoch ist, um ihr Ziel zu erreichen.

Einordnung:
- Jim Knopf und die Wilde 13 (Teil 2)

Rezension:
Diese Fortsetzung ist eindeutig keine Fortsetzung um der Fortsetzung willen. Stattdessen klärt „Jim Knopf und die Wilde 13“ alle Fragen, die im ersten Teil noch unbeantwortet bleiben. Es wird beispielsweise dem Geheimnis von Jims Herkunft nachgegangen. Dafür müssen sie die „Wilde 13“ ausfindig machen, eine grausame Piratenbande, die Jim als Säugling in einem Päckchen an den Drachen Mahlzahn geschickt haben.
Doch es werden nicht nur neue Figuren vorgestellt, auch alte Bekannte sind wieder anzutreffen. Schließlich haben die beiden Freunde Herrn Tur Tur weiter einsam in der Wüste zurückgelassen und auch der Halbdrache Nepomuk hat offensichtlich unter der Rassenpolitik der reinrassigen Drachen gelitten. Für beide Probleme wird in diesem Buch eine Lösung gefunden, schließlich verwehren Jim und Lukas niemandem ihre Hilfe, der sie braucht.

Wie schon im ersten Teil, hat Michael Ende auch in diesem Buch wieder unauffällig Wissen in die Geschichte eingebaut. Durch puren Zufall erfinden Jim und Lukas auf ihrer Reise ein Perpetumobil, nachdem sie den Meeresbewohnern auf magnetischen Klippen einen Gefallen getan haben. Lukas erklärt dem erstaunten Jim, was ein Perpetumobil ist, sodass es auch der Leser genauer erfährt. Außerdem finden sich im Einband detaillierte Zeichnungen und Notizen zu der Erfindung, die sie gemacht haben. In diesem Zusammenhang wird auch erklärt, dass die Luft in großer Höhe zu dünn zum Atmen ist, denn Lukas und Jim versuchen, mit ihrem Perpetumobil über das Gebirge „Krone der Welt“ zu fliegen, um Herrn Tur Tur in der Wüste, „Ende der Welt“ genannt, zu besuchen.
Neben diesen Fakten findet der Autor jedoch auch für andere Dinge Erklärungen. Die goldenen Drachen, die in China überall zu finden sind, haben nach diesem Buch beispielsweise ihren Ursprung im „Goldenen Drachen der Weisheit“. Dieser unterrichtet die nach immer mehr Wissen strebenden „Blüten der Gelehrsamkeit“, wie die Gelehrten des Kaisers heißen. Außerdem haben die Magnetfelsen im Barbarischen Meer, die Schiffe mit ihrer Kraft anziehen und zerschellen lassen, große Ähnlichkeit mit den Geschichten über das Bermuda-Dreieck. Die versunkene Stadt, die nicht weit entfernt liegt, weist zudem Parallelen zum sagenumwobenen Atlantis auf und liefert eine Begründung für das Versinken.

Fazit:
Auch dieses Buch über Jim Knopf und Lukas, den Lokomotivführer, war wieder sehr schön zu lesen. Die Geschichte geht spannend weiter. Es werden offene Fragen geklärt und alte Bekannte schauen wieder vorbei. Neue Freundschaften entstehen jedoch auch. Und ganz nebenbei hat der Autor wieder Wissen und Fakten in das Buch eingebaut, sowie sich fantastische Erklärungen für reale Gegebenheiten überlegt. Auch „Jim Knopf und die Wilde 13“ bekommt alle fünf Schreibfedern von mir.




Mittwoch, 25. März 2015

[Gast-Rezension] Jamies Quest: Aufgabe gesucht - Dominic und Cornelia Franke

Bei dieser Rezension handelt es sich um einen Gastbeitrag. Sie spiegelt also nicht meine Meinung wider, da ich selbst das Buch nicht gelesen habe.



Titel: Jamies Quest – Aufgabe gesucht
Autor: Dominic und Cornelia Franke
Verlag: Self-Publishing
Erscheinungsdatum: 01. Oktober 2014
Einband: Softcover
Seiten: 374
ISBN: 978-3-000469-35-0
Preis: 13,99 € [D]

Klappentext:
Von Merlin gesandt, erblüht unser Land durch des Wanderers helfende Hand.

Jamie kann nicht glauben, dass gerade er ein sagenumwobener Wanderer sein soll. Eigentlich wollte er nur sein neues Computerspiel starten, als er sich plötzlich in Brior wiederfindet. Von monströsen Spinnen verfolgt, fordert sein Abenteuer all seinen Mut, doch lauert auf Jamie ein weitaus größerer Feind...

Einordnung:
- Aufgabe gesucht (Teil 1)
- weitere Bücher sind noch nicht erschienen

Rezension:
Jamie freut sich riesig über das neue ultra-realistische 3D-Spiel für seinen Computer, dem er Monate entgegen gefiebert hat. Leider kommt er nur dazu, sich einen Charakter auszudenken, bevor er scheinbar in genau dieses Spiel hineingesaugt wird. Völlig orientierungslos stromert Jamie daraufhin durch einen dichten Wald, nachdem ihm eine Stimme zugeflüstert hat, dass er sich Richtung Westen halten soll, um dort seinen Knappen und seine Aufgabe zu finden.
Wie sich herausstellt, leben in diesem Wald auch riesige Spinnen, sogenannte Tanteln, die Jamie zu einem Bauernhaus verfolgen, wo er einen Bauernjungen auf schmerzhafte Weise kennen lernt. Diese Spinnen sind es auch, die sich Jamie, nach mehreren Angriffen der Achtbeiner, zur Aufgabe macht, aus dem Gebiet zu vertreiben. Der Bauernjunge Hannes, der wie eine Klette an ihm klebt und bald sein bester Freund ist, versucht alles daran zu setzen, dass Jamie, der sagenumwobene Wanderer aus einer anderen Welt, der Brior erretten und das Leben grundsätzlich verbessern soll, überlebt und diese Aufgabe erfüllt.
Auch der Hauptmann des Söldnertrupps Grumdir hat von einer Hexe einen Auftrag erhalten. Er soll den Sohn eines alten Freundes schützen, doch um die Prophezeiung der Hexe zu erfüllen muss ein Wanderer sterben. Grumdir ist der festen Überzeugung, dass Jamie der Sohn Richards ist und hadert die ganze Zeit mit sich, ob er ihn retten oder ihn töten solle.
Natürlich fehlt auch eine Liebesgeschichte nicht. Eine Kellnerin des örtlichen Wirtshauses verliebt sich Hals über Kopf in Jamie, der mit der ihm entgegengebrachten Zuneigung aber zunächst nicht viel anfangen kann. Erst als sie von den Tanteln entführt wird, erkennt Jamie, wie wichtig ihm die gute Lana ist, und entschließt sich, sie zu retten.

Die Geschichte von Jamie wird von einem personalen Erzähler geschildert, der zwischen der Sicht des etwa siebzehnjährigen Jamie und der des Hauptmanns eines Soldatentrupps hin und her wechselt. Dadurch kann der Leser Eindrücke des völlig überforderten Protagonisten und des ständig angespannten und latent wütenden Grumdir sammeln. Allerdings scheint dieser Erzähler das Pronomen "Er" nicht zu kennen, sodass ständig Namen wiederholt werden, was dem Ganzen einen monotonen Klang verleiht. Jamie tut dies, Jamie tut das, Jamie denkt jenes.
Zwar sind Jamie und Hannes durchaus liebenswert, doch hat mich die Handlung nicht wirklich fesseln können. Die Autoren werfen ständig neue Fragen auf (Was ist damals zwischen Richard um Grumdir vorgefallen? Ist Richard wirklich Jamies Vater? Etc.), die sie aber nicht beantworten. Sicher, es handelt sich um einen Mehrteiler, aber für meinen Geschmack bleiben zu viele Fragen unbeantwortet. Ein richtiger Spannungsbogen ist auch nicht zu finden. Zwar treiben die Angriffe der Tanteln auf die Stadt die Spannung hoch, doch diese wird viel zu schnell wieder aus der Handlung genommen und es vergeht erst wieder einige Zeit, bis es wieder (durch einen weiteren Angriff) spannend wird. Dies kann natürlich daran liegen, dass es für eine jüngere Zielgruppe geschrieben wurde.
Der Protagonist versucht sich außerdem ständig zu erklären, wie er in diese Welt geraten konnte und zaudert immer wieder, anzuerkennen, dass alle in ihm den Wanderer und Erlöser sehen. Zwar ist dies beabsichtigt, damit Jamie nicht wie andere Helden sofort begeistert in die Aufgabe springt, dennoch lässt es ihn weinerlich und zögerlich wirken. Einzig Hannes bleibt in dieser Geschichte ein liebenswerter Charakter, der mit seiner kleinkindlichen Unschuld und Begeisterung für einige Lacher sorgt.  

Fazit:
Alles in allem ist es eine nette Idee, mal einen Helden zu erfinden, der sich nicht bereitwillig opfern würde und in ein Computerspiel hineingesaugt wird, statt in der fantastischen Welt geboren zu sein. Aber für meinen Geschmack hapert es in der Umsetzung an einigem, da die Geschichte an sich aber ganz nett ist und für Jugendliche ab 14 einen frischen Wind ins Fantasygenre bringt, gibt es gerade noch so gut gemeinte drei Schreibfedern von mir.



Dienstag, 24. März 2015

[Rezension] Irgendwie Top – Chris P. Rolls



Titel: Irgendwie Top
Autor: Chris P. Rolls
Verlag: Self-Publishing
Erscheinungsdatum: 25. Juni 2013
Einband: Softcover
Seiten: 639
ISBN: 978-1-490473-92-5
Preis: 17,99 € [D]

Klappentext:
Markus ist ein Jäger – willige Männer seine Beute. Jedes Wochenende macht er die einschlägigen Clubs unsicher. Er liebt den Kitzel der Jagd, bis zu dem Abend, an dem er Alex begegnet und in diesem eine Beute findet, die völlig unerreichbar erscheint. Denn Alex ist ein Top – in jeder Hinsicht ebenbürtig. Ein höchst prickelndes Spiel beginnt, bei dem nicht mehr klar ist, wer am Ende wen erlegt.

Einordnung:
- Irgendwie Anders (Teil 1) 
- Irgendwie Top (Teil 2)

Rezension:
Noch nie hat mich ein Buch so schnell in seinen Bann gezogen. Schon auf Seite 32 war ich absolut gefesselt von der Geschichte. Die 639 dicht bedruckten Seiten sind wirklich mitreißend geschrieben, sodass ich mir mehrfach die halbe Nacht um die Ohren geschlagen habe, weil ich einfach das nächste Kapitel auch noch lesen musste. Herzrasen, schweißnasse Hände und beschleunigter Atem sind beinahe Dauerzustand. Der Leser kann richtig mitgehen in den Szenen, sowohl in Momenten, in denen alles auf der Kippe steht, als auch bei sehr intensiven Augenblicken. Wobei letzteres nicht unbedingt auf Sex hinausläuft, denn das Buch beinhaltet neben Erotik und Leidenschaft auch sehr viel Gefühl. Die Autorin schafft es, selbst einen Blick, einen unverfänglichen Satz oder eine harmlose Berührung so zu beschreiben, dass das Prickeln zu spüren ist und mein Puls in die Höhe ging.

Obwohl das Buch auf die üblichen dramatischen Geschehnisse verzichtet und sich im Grunde nur mit dem Spiel zwischen Markus und Alex beschäftigt, hat die Geschichte genug Handlung für die Menge an Seiten. Das Spiel, das sie miteinander spielen, ist prickelnd und voll sexueller Spannung, ohne dabei allerdings über die Stränge zu schlagen. Keiner von beiden ist gewillt, von seiner Position abzuweichen und sich zur Beute zu machen. Und die Tatsache verstärkt das Knistern zwischen ihnen nur immer mehr. Markus, aus dessen Perspektive das Buch geschrieben ist, wird sich immer wieder bewusst, dass er die Regeln ihres Spiels gar nicht kennt. Und seine Aufregung überträgt sich ansatzlos auf den Leser, der alles hautnah mitbekommt.
Es ist der Autorin wirklich gut gelungen, dieses Umeinander-Tänzeln zu beschreiben. Wann immer sich Markus und Alex näher kommen, versuchen sie beide, die Oberhand zu behalten und scheuen dabei nicht davor zurück, alle verfügbaren Waffen einzusetzen. Um dabei besonders erfolgreich zu sein, achten sie natürlich sehr darauf, welche Berührungen, welche Worte und welche Handlungen den Widerstand des anderen möglichst weit schwächen. Dadurch kommt eine unglaubliche Intensität zustande. Doch wann immer einer von ihnen einen Punkt macht in ihrem Spiel, zieht der andere nahezu sofort nach. Aber auch in anderen Situationen sind die Beschreibungen sehr gelungen. Unterhaltungen zwischen ihnen sorgen immer wieder für einen Lacher, weil ihre Gespräche absolut zweideutig sind, doch trotzdem auch den Charakteren nicht immer klar ist, ob beispielsweise tatsächlich über das scharfe thailändische Essen gesprochen wird oder ob es nicht doch als Anzüglichkeit gemeint ist.

Aufgefallen ist mit außerdem, dass die Handlung sehr gut mit den Geschehnissen aus „Irgendwie Anders“ verwoben ist. Dinge, die im ersten Teil der Reihe zu kurz gekommen sind, werden weiter ausgeführt und Szenen, die aus Marks Perspektive natürlich nicht berichtet werden konnten, erzählt jetzt Markus. Trotzdem geht dieses Buch auch zeitlich weit über die Erlebnisse im ersten Teil hinaus, sodass sich nur wenige Szenen, die aber auch notwendig sind, tatsächlich doppeln. Darüber hinaus gibt es auch Querverweise zu anderen Büchern der Autorin wie beispielsweise „Mecklenburger Winter“.

Fazit:
Dieses Buch ist von vorne bis hinten absolut mitreißend. Das prickelnde Spiel zwischen Markus und Alex wird auf allen Ebenen dargestellt und treibt auch dem Leser den Schweiß auf die Stirn. Erhöhter Puls und beschleunigte Atmung sind dauerhafte Nebenwirkungen dieser Geschichte. Alle Geschehnisse kann der Leser hautnah miterleben und in jeder Szene mitgehen. Für „Irgendwie Top“, ein absolut geniales, sehr intensives Buch, gibt es alle fünf Schreibfedern von mir.


Montag, 23. März 2015

[Rezension] Die Chemie des Todes – Simon Beckett



Titel: Die Chemie des Todes
Autor: Simon Beckett
Verlag: Rowohlt Verlag
Erscheinungsdatum: 01. September 2011
Einband: Hardcover
Seiten: 656
ISBN: 978-3-499256-46-2
Preis: 10,00 € [D]

Klappentext:
Sterben kann ewig dauern, aber der menschliche Körper beginnt kaum fünf Minuten nach dem Tod zu verwesen – und wird dann zu einem gigantischen Festschmaus für andere Organismen. Zuerst für Bakterien, dann für Insekten. Fliegen. Die Larven verlassen die Leiche in Reih und Glied, in einer Schlangenlinie, die sich immer nach Süden bewegt. Ein Anblick, der jeden dazu veranlassen würde, das Phänomen zu seinem Ursprung zurückzuverfolgen. Und so entdecken die Yates-Brüder, was von Sally Palmer übrig geblieben war. Die Tote war Schriftstellerin, eine Außenseiterin in Manham. Verdächtiger Nummer eins ist der schweigsame Fremde im Dorf, ein Dr. David Hunter. Doch es stellt sich heraus, dass er früher Englands berühmtester Rechtsmediziner war, und die Polizei bittet ihn um Unterstützung. Gerade als seine Analysen zeigen, dass die Ermordete vor ihrem Tod tagelang gefoltert wurde, verschwindet eine weitere junge Frau. Eine fieberhafte Suche beginnt. Gleichzeitig bricht im Dorf eine Hexenjagd los. Der Pfarrer, ein knöcherner Fanatiker, hetzt die Leute auf, und David ist Zielscheibe seiner Hasspredigten ...

Einordnung:
- Die Chemie des Todes (Teil 1)
- Kalte Asche (Teil 2)
- Leichenblässe (Teil 3)
- Verwesung (Teil 4)

Rezension:
Der Protagonist der Geschichte ist Doktor David Hunter, der eigentlich nur als Aushilfsarzt in das kleine Dorf Manham kommt, dort jedoch schon bald dauerhaft gebraucht wird. Der Grund, aus dem er London verlassen hat und sich aufs Land zurückzog, wird zunächst immer nur angerissen, allerdings erst sehr viel später konkret benannt. Dennoch ist bereits von Anfang an ziemlich offensichtlich, weshalb er seinem bisherigen Leben den Rücken gekehrt hat und sich nun ständig selbst bemitleidet. Möglicherweise sind seine dauerhaft negativen Gefühle der Grund, weshalb David Hunter mir nie wirklich sympathisch geworden ist. Weder er noch sein Schicksal haben Emotionen wecken können.
Das mag auch mit daran liegen, dass er sich selbst nicht treu ist. Er wollte sein Leben hinter sich lassen und neu beginnen, doch trotzdem braucht es nur einen Polizisten, um ihn seine Arbeit als forensischer Anthropologen wieder aufnehmen zu lassen. Mit jedem Mal, dass er der Polizei geholfen hat, ist er entschlossen, es nicht noch einmal zu tun. Und trotzdem braucht es keinerlei Überredungskunst, ihn ein weiteres Mal in die Untersuchungen einzubeziehen. Doch nicht nur in dieser Hinsicht ist er sprunghaft. Jede Nacht bemitleidet er sich selbst, macht sich nichts aus den Meinungen der anderen Dorfbewohner und geht seinen eigenen Weg. Als ihm dann jedoch eine Frau ins Auge fällt, die ihm zusagt, benimmt er sich plötzlich wie ein pubertierendes Mädchen. Es passt gar nicht in seine Rolle und war beinahe schon peinlich zu lesen.

Doch nicht nur sympathische Charaktere, auch Spannung lässt das Buch vermissen. Offenbar treibt ein Serienmörder in Manham sein Unwesen. Aber weil der Protagonist so etwas wie ein Rechtsmediziner ist, wird der Fokus fast nie auf den Täter gelenkt. Es geht immer nur um den Prozess der Verwesung, um Larven, Fliegen und Käfer und darum, übriges Gewebe von Knochen zu entfernen. Obwohl der Titel des Buches das bereits in gewisser Weise ankündigt, hat dieser Thriller kaum den Spannungs-, sondern fast nur den Ekelfaktor. Einziger Pluspunkt daran ist die gute Recherche.
An den übrigen Stellen, die sich nicht mit Leichen befassen, ist die Handlung vorhersehbar und wenig überraschend. Schon vor den Entführungen der nächsten Opfer liegt der Fokus auf der einen oder anderen Weise auf den Frauen, sodass ihr Verschwinden nicht überrascht. Die Polizei verdächtigt nach und nach verschiedene Leute, doch die meisten Charaktere sind so angelegt, dass mehr als offensichtlich ist, dass sie es nicht gewesen sind.

Enttäuschend war auch die Auflösung. Nur wenige Charaktere werden im Verlaufe des Buches namentlich eingeführt, sodass der Kreis der möglichen Täter nicht besonders groß ist. Dementsprechend wusste ich bereits recht früh, wer der Mörder war. Einzig die Hintergründe waren noch unbekannt. Allerdings klingen diese dann auch sehr gewollt. Letztendlich ist es eine 08/15-Lösung. Wobei es mit dieser Begründung tatsächlich jeder Dorfbewohner hätte sein können. Hinzu kommt außerdem noch, dass das dramatische Finale so leicht zu durchschauen ist, dass der theatralische Epilog seine Wirkung vollkommen verfehlt und mich nur den Kopf hat schütteln lassen.
Die bis dahin immerhin sehr authentische Geschichte wird mit dem Ende außerdem noch unrealistisch. Dr. Hunter muss sich unbedingt noch als Held beweisen, weshalb eine völlig sinnlose, in keinem Wort angedeutete Wendung erfolgt. So kann Hunter zum Held werden, alle „Guten“ finden ihr Glück und alle „Bösen“ bekommen ihre gerechte Strafe. Ende gut, alles gut. Insgesamt ist dadurch die Hälfte der Auflösung extrem vorhersehbar und die andere Hälfte so wenig zum Rest der Geschichte passend, dass sie auch aus einem anderen Buch stammen könnte.

Fazit:
Das Buch hat einen recht platten Protagonisten, der keine Emotionen weckt. Er ist sehr sprunghaft in seinen Entscheidungen und steckt ständig in seinen negativen Gefühlen und Gedanken fest, wenn er sich nicht gerade wie ein pubertierendes Mädchen benimmt. Sein ehemaliger Job als forensischer Anthropologe sorgt dafür, dass die Geschichte eher den Ekel- als den Spannungsfaktor hat. Dazu trägt auch die vorhersehbare Handlung bei, die ihren Höhepunkt in einer wegen der Offensichtlichkeit fast schon lächerlichen Auflösung findet. Einzig die Recherche und der flüssige Schreibstil sind gelungen. Als mittelmäßiger Krimi bekommt „Die Chemie des Todes“ gerade so drei Schreibfedern von mir.


Mittwoch, 18. März 2015

[LBM15] Leipziger Buchmesse 15 - Tag 4

Nachdem ich mich jetzt wieder erholt habe, kommt hier noch die Zusammenfassung des letzten Tages auf der Buchmesse. Es war wirklich genial. Da ab 15 Uhr auch die Self-Publisher verkaufen durften, habe ich mich natürlich nochmals ordentlich mit Büchern eingedeckt. Zum Glück ist der EC-Automat kaputt gegangen und ich konnte nur mit Bargeld bezahlen. Sonst wäre der Stand der Kuschelgang aber ordentlich leer gewesen nach meinem Besuch.


Ein kleiner Eindruck, wie viele Bücher es auf der Messe gab. So viele, dass sogar die Regale darunter zusammen gebrochen sind. Aus einem mir unerfindlichen Grund hat jemand nicht mehrere Regale nebeneinander gebaut, sondern ein riesiges Regal mit Büchern voll gestopft. Nachdem es rechts zusammen gebrochen ist, hat sich alles nach rechts geneigt und die Bretter am linken Ende schwebten in der Luft. Nun ja, im Grund auch ein Traum, so viele Bücher zu besitzen, dass das Regal es nicht verkraften kann...

Unsere Ausbeute am letzten Tag war wieder absolut zufriedenstellend. So viele Bücher und jede Menge Stifte und Postkarten. Das erste Buch hat es nicht einmal ungelesen bis nach Hause geschafft, sondern ist schon im Bus angefangen worden. Ein absoluter Erfolg.

  
Meine Neuzugänge. Das Buch von Chris P. Rolls habe ich schon gelesen, jetzt besitze ich es auch mit dem zum Rest der Reihe passenden Cover. Die beiden unteren Bücher sind Anthologien der Kuschelgang. Nach und nach werde ich mir wohl jetzt alle zulegen. Der Beutel von vorablesen.de ist mehr oder weniger zufällig in meine Tasche gelangt, der lag ganz verloren auf dem Boden und die Menschen sind drüber gelaufen. Jetzt hat er ein neues Zuhause und ich freue mich.

  

  
Natürlich habe ich auch wieder Autogramme gesammelt. Die Anthologien sind durch die Hände aller Autoren gewandern, die gerade da waren. Den Rest muss ich mir bei Gelegenheit mal abholen. Ich freue mich wirklich darüber. So viele nette Autoren kennengelernt. Mein Wunschzettel steht kurz vor dem Explodieren.


Gesamtausbeute an Stiften und meine Bücher von vier Messetagen:



War jemand von euch schon mal auf einer Buchmesse?
Wie viel kauft ihr das so im Schnitt?

Samstag, 14. März 2015

[LBM15] Leipziger Buchmesse 15 - Tag 3

Buchkauffreier Tag! Ich habe es tatsächlich geschafft, mir kein Buch zuzulegen. Da wir heute zu dritt unterwegs waren, haben wir uns dafür noch mal alles angesehen. Und Werbegeschenke eingesammelt. Es war, wenig überraschend, der bisher vollste Tag der Messe. Man konnte nicht mehr gehen, sondern nur noch schieben. So waren aber auch eine Menge guter Cosplayer und hochkarätige Autoren da.

  
Jussi Adler-Olsen (links) und Sebastian Fitzek (rechts) sind beispielsweise da gewesen und haben ihre Bücher signiert. Während wir bei Adler-Olsen scheinbar den richtigen Moment abgepasst haben und beinahe nicht anstehen mussten, hat die Warterei bei Sebastian Fitzek fast eineinhalb Stunden gedauert. Die Menschenmassen haben die ganze Umgebung verstopft. Das wurde auch nicht besser, als dann die nächste Fan-Horde angerückt kam, um sich fünf Meter entfernt für Kai Meyer aufzureihen. Aber ich denke, das muss man als Bücherwurm auch mal mitgemacht haben!

  
Mittelerde ist wirklich zahlreich vertreten gewesen heute. Saruman, ein Ork und die einköpfige Hogida-Bewegung sind mir vor die Kamera gerannt. Thranduil habe ich leider nur noch von hinten gesehen, wie seine Elben-Diener ihm den Umhang gehalten haben, während er die Treppe runter gegangen ist. Da hat sich jemand richtig viel Mühe gegeben. Vielleicht ist er ja morgen wieder da...

Auf dem Weg zurück sind wir dann noch über Thorin, Kili und ... jemanden gestolpert. Falls jemand weiß, um wen es sich bei der rechten Figur handelt, wäre ich für einen Hinweis sehr denkbar. Ich war ein bisschen von Kilis Kampf mit seinen herumflatternden Haaren und von dem absolut epischen Thorin abgelenkt, sodass ich gar nicht bemerkt habe, dass die dritte Person höchstens ein verbrannter Zwerg ist...

  
Aber auch andere Fandoms waren vertreten. Links ist ein Comic-Wolverine zu sehen. Ich muss aber gesehen, dass ich seine Kleidung in den Filmen deutlich lieber mag. Gelb steht ihm irgendwie nicht. Dagegen ist Effis Kostüm (rechts, aus Tribute von Panem) absolut genial. So viel Mühe, die ganzen Schmetterlinge anzubringen... Unterwegs war sie übrigens mit einem Peeta im weißen Anzug und einer Katniss im Spottölpel-Kleid.

  
Schlussendlich habe ich dann auch den Captain Jack Sparrow von gestern noch mal getroffen. Zumindest glaube ich, dass es derselbe ist. Aber so gut wie bei ihm war das Kostüm der anderen Jacks eigentlich bei weitem nicht. Diese Details!

  
Da wir jetzt schon zum vierten Mal alle Stände abgeklappert haben (oder zumindest die meisten, wir haben trotz systematischem Abarbeiten immer noch Orte gefunden, an denen wir noch nie waren - seltsam), werden die Werbegeschenke, die wir noch nicht haben, immer weniger. Aber gerade lustige Postkarten gibt es überall. Und ich habe ein Mainzelmännchen bekommen! Das hat es mir irgendwie besonders angetan...

Thema Cosplay: Welches Kostüm würdet ihr euch basteln?
Oder habt ihr vielleicht sogar eins?

Freitag, 13. März 2015

[LBM15] Leipziger Buchmesse 15 - Tag 2

Ich und Daten. Anscheinend keine gute Kombination. Die Signierstunde, auf die wir uns heute gefreut haben, war schon gestern. Und die andere Signierstunde, die wir morgen besuchen wollten, war dafür schon heute. Also habe ich meinen buchkauffreien Tag auf den Samstag verschoben und heute alles erledigt, was ich noch tun wollte.

  
Schon im Zug sind uns diesmal die ersten Cosplayer über den Weg gelaufen, die ich erkannt habe. Sherlock und Watson aus der BBC Serie (links) haben sich gerne fotographieren lassen. Später sind wir dann noch auf Black Widow (rechts) aus dem MARVEL Universum getroffen. Außerdem haben wir einen Jack Sparrow Captain Jack Sparrow gesehen, Sonic, mehrere Pokémon Trainer, natürlich wieder einige Pikachus... Außerdem hat sich eine Mutter mit einem kleinen Mädchen im Rotkäppchenkostüm zu uns in die Comic-Leseecke gesetzt. Das Mädchen war vielleicht drei oder vier Jahre alt und hatte einen Stoffwolf und eine Stoff-Großmutter dabei. Das war schon sehr süß.

  
Natürlich sind wir auch wieder an unserem Lieblingsstand (Halle 5, D318) vorbeigelaufen. Ich fürchte, dass ich den am Sonntag leer kaufen werde. Bis dahin freue ich mich einfach, dort immer wieder sehr nette Autoren zu treffen. Und Dinge vom Gabentisch einzustecken, die ich bisher noch nicht gesammelt habe...

  
Tatsächlich zur erwarteten Zeit stattgefunden hat heute aber die Lesung von Frauke Scheunemann aus dem gerade erschienenen Buch "Winston - Jagd auf die Tresorräuber". Dabei handelt es sich um den dritten Teil der Reihe um den Kater Winston. Die Lesung war wirklich schön. Frau Scheunemann kann sehr gut einen russischen Akzent vortäuschen (zumindest, soweit ich als Laie das beurteilen kann) und hat sich gleichzeitig nicht gescheut, für einen russischen Satz jemanden aus dem Publikum zu holen, der russisch spricht.


Aber nicht nur die Stände und die Autoren sind ansehnlich, sondern auch das Messegelände. Überall hängt das Symbol der Buchmesse. Und die verschiedenen Aussteller haben sogar beispielsweise die Spiegel auf der Toilette verziert.

Da wir ja eigentlich nichts kaufen wollten (*hust* *hust*), ist die Ausbeute heute ein bisschen kleiner als gestern. Trotzdem bin ich wieder sehr zufrieden. Bei den vielen Werbegeschenken, die wir gestern schon gesammelt haben, blieb ja auch nicht mehr so viel Interessantes übrig für heute. Ich bin gespannt, wie das an den nächsten Tagen aussieht, wo wir dann zum ... fünften Mal systematisch durch die Hallen laufen.

Irgendwie war bei mir gestern Kinderbuch-Tag. Den "Humpelgreed" aus dem Papierverzierer Verlag wollte ich schon so lange haben, dass ich ihn jetzt einfach gekauft habe. "Winston" stand für morgen auf der Liste, aber da heute eine Signierstunde war, ist er heute schon in meiner Tüte gelandet. Und dann gibt's da noch "Urmel". Meine Eltern haben mir das als Kind vorgelesen und sich regelmäßig die Zunge verknotet. Vielleicht bin ich dadurch, dass ich gerade Jim Knopf lese, ein bisschen sentimental, aber der Erinnerung wegen musste ich mir dann das Buch auch noch zulegen. In der Kinderbuchabteilung für die Jahre 6 bis 11.

   
Rechts noch einmal das Buch "Winston" von Frauke Scheunemann, das ich mir habe signieren lassen. Auf der linken Seite ist der "Drahtseiltänzer" mit Signatur zu sehen. Eines meiner absoluten Lieblingsbücher zur Zeit. Da es das nicht auf der Messe zu erwerben gibt, habe ich es mit hin genommen, um es signieren zu lassen. Es war wirklich schön, die Autorin zu treffen. Eine unglaublich nette Frau, die sich sogar zum Teil an meine Kommentare bei diversen sozialen Netzwerken erinnern konnte. Ich denke, das war mein Highlight dieses zweiten Tages.

Welchen Autor wolltet ihr schon immer mal treffen?

Donnerstag, 12. März 2015

[LBM15] Leipziger Buchmesse 15 - Tag 1

Nachdem es die vorherigen Jahre immer nicht funktioniert hat, habe ich es dieses Jahr tatsächlich auf die Leipziger Buchmesse geschafft! Und dann auch noch gleich an allen vier Tagen. Der erste Tag ist jetzt vorbei und ich bin ziemlich erschlagen. Wir (ich bin natürlich nicht allein da, sondern habe eine Freundin im Schlepptau - oder eher wir uns gegenseitig) haben den Tag genutzt, um uns einen Überblick zu verschaffen und eine Strategie zu entwickeln, wie wir alles sehen können. In der zweiten Runde durch die Hallen hat es dann halbwegs funktioniert, aber wir finden bestimmt selbst Sonntag noch Stände, an denen wir noch nie vorbei gelaufen sind...

So viele Menschen schon um 10 Uhr morgens! Und das an einem Donnerstag. Auf dem Messegelände war es allerdings ganz in Ordnung, wir konnten uns zumindest bewegen. Da war die Bahnfahrt deutlich unangenehmer. Die deutsche Bahn ist natürlich top organisiert und schickt aus den großen Nachbarstädten, die im Verkehrsticket der Messeeintrittskarte enthalten sind, pünktlich zu der Uhrzeit, mit der die Leute genau zur Eröffnung vor den Türen stehen, genau einen Wagen. Wir sind an der ersten Haltestelle eingestiegen und standen so gequetscht wie die Bücher in meinem Regal. Immerhin konnten wir, im Gegensatz zu einigen anderen Menschen, noch mitfahren.

Es gibt aber naturgemäß nicht nur viele Menschen, sondern auch viele Bücher. Allerdings war dieses Kolosseum (von Droemer Knaur, wenn ich mich richtig entsinne) doch der beeindruckendste Bau, den ich gesehen habe. Gott sei Dank gingen zumindest dort die meisten Bücher an meinem Geschmack vorbei. Bei anderen Verlagen hätte ich das ganze Regal leer kaufen können.

 
Ganz unerwartet stand dann auf einmal Oliver Rohrbeck (Sprecher von Justus Jonas in den Hörbüchern der Serie "Die drei Fragezeichen") vor uns. Zwar hat er nicht aus den drei Fragezeichen vorgelesen, sondern aus dem kleinen Prinzen (von Antoine de Saint-Exupéry), aber das ist völlig egal. Dieser Stimme kann man stundenlang zuhören. Morgen gibt es eine Signierstunde mit ihm, da muss ich unbedingt hin!

   
Bei einigen anderen Lesungen haben wir natürlich auch rein geschnuppert, auch wenn die richtigen Hammer (z. B. Sebastian Fitzek) erst in den nächsten Tagen sind. Namentlich sind das Alfons Th. Seeboth (links), der aus dem zweiten Teil der Reihe "William von Saargnagel" liest, und Aileen P. Roberts (rechts) mit ihrer Reihe "Weltenmagie".


Obwohl ich mit dem ganzen Thema nicht besonders viel anfangen kann, sind wir natürlich auch in Halle 1 bei der Manga-Comic-Convention gewesen. Tatsächlich sind mir dort einige Cosplayer über den Weg gelaufen, deren Figuren ich erkannt habe. Sogar andere als die mindestens zwei Dutzend Pikachus! Die beiden Gestalten auf den Fotos stammen aus Assassin's Creed. Rechts steht Ezio (aus Teil II, soweit ich weiß). Den habe ich tatsächlich erkannt. Links ist Edward Kenway (aus Teil IV), habe ich mir sagen lassen.

Das ist unsere gesamte Tagesausbeute. Eigentlich wollte ich nicht so viel kaufen, aber wie das dann immer so ist... Bis auf die Bücher und Rainbow Dash (das blaue Pony, das ein Geschenk ist, ich will es definitiv nicht (!) behalten) ist uns das alles hinterher geworfen worden. Unglaublich, wie viel Werbematerial die Stände haben. Die Sachen auf dem Foto sind schon auf das reduziert, was wir tatsächlich behalten wollen...

Das ist meine eigene Ausbeute. Viel mehr als gedacht und erst recht als gewollt, aber es dauert ja ein Jahr, bis das nächste Mal Messe ist, also kann ich jetzt auch richtig reinhauen. Ich bin absolut zufrieden.

Besonders die Gay Romance Sparte hat bei mir gut abgeschnitten. Die Stände des dead soft Verlags (Halle 5, B213) und des Main Verlags / der Kuschelgang (Halle 5, D318) sind vermutlich die Stände, die wir am häufigsten besucht haben. Und das wird sich in den nächsten Tagen auch nicht ändern, ich muss schließlich noch Autogramme abholen!

Sechs Bücher habe ich mir am ersten Tag zugelegt. Zwei Bücher mehr als geplant, aber egal. Morgen wird dafür ein ziemlich kaufarmer Tag, der Samstag vermutlich auch. Nur am Sonntag werde ich mir wieder Rückenschmerzen schleppen, befürchte ich.

  
Wenn die Autoren einmal da sind, dann kann ich ihnen auch direkt die Bücher unter die Nase halten. Chris P. Rolls war so nett, gleich dreimal für mich zu signieren. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen noch ein paar Autoren mehr antreffe.


Ist jemand von euch auch auf der Buchmesse?