Dienstag, 30. Juni 2015

[Rezension] Ghostwalker: Tag der Rache – Michelle Raven



Titel: Ghostwalker – Tag der Rache
Autor: Michelle Raven
Verlag: Egmont LYX
Erscheinungsdatum: 05. April 2012
Einband: Softcover
Seiten: 427
ISBN: 978-3-802585-09-8
Preis: 9,99 € [D]

Klappentext:
Nach der Flucht der Gestaltwandler aus dem Labor des Geschäftsmanns Lee sinnt dieser auf Rache. Als er die Flüchtigen in einer Auswilderungsstation in Namibia aufspürt, sieht er seine Chance auf Vergeltung gekommen. Vor anderthalb Jahren hatte der Wandler Harken die Station verlassen, um die Leiterin Mia zu schützen. Nun ist die Löwenwandlerin dennoch ins Blickfeld des Feindes geraten. Harken bleibt keine Wahl, als zurückzukehren und die Frau zu retten, die er liebt ...

Einordnung:
- Die Spur der Katze (Teil 1) 
- Pfad der Träume (Teil 2) 
- Fluch der Wahrheit (Teil 4) 
- Ruf der Erinnerung (Teil 5) 
- Tag der Rache (Teil 6)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten fünf Teile enthalten!

Im Grunde bietet dieses Buch als letzter Teil einen Rückblick auf die gesamte Reihe. Es wird die aktuelle Situation aller Paare nochmals aufgegriffen und eine kurze Zusammenfassung ihrer bisherigen Erlebnisse gegeben. Darauf aufbauend werden noch offene Konflikte und Probleme gelöst, um die Geschichte jedes Protagonisten zu einem runden Ende zu führen. Doch auch alle anderen Handlungsstränge werden wieder aufgegriffen, weiter vorangetrieben und miteinander verknüpft, sodass es ein ziemlich häufiger Wechsel zwischen vielen Personen und Handlungsorten ist. Die Charaktere sind aber auch alle bereits bekannt, denn alle weiteren Figuren, die noch eine Rolle spielen, werden nur passiv erwähnt oder in kurzen Dialogen am Telefon abgefertigt. Daher gelingt es trotz der Masse an Perspektiven, einen guten Überblick zu behalten.

Außerdem ist das Buch wirklich spannend, weil diesmal tatsächlich alles auf das große Finale zusteuert und nicht wieder einfach abgebrochen werden kann. Es gibt auch noch einige übrige Geheimnisse, die im Laufe der Handlung oder auch erst ganz zum Schluss gelüftet werden. Dadurch entsteht insgesamt so viel Handlung, dass die Charaktere kaum Zeit und die Autorin kaum Platz für ausführliche Sexszenen hat. Daher lebt dieser Band von der Fantasy und nicht vom Romantic-Teil.

Nicht gefallen haben mir an diesem Teil der Reihe die zahlreichen Kampfszenen, die nahezu allesamt unrealistisch, unlogisch oder unmöglich sind. Natürlich kann ich das nicht mit letzter Gewissheit sagen, aber es fühlte sich einfach jedes Mal komisch und gestellt an, sodass ich das Gefühl nicht losgeworden bin, dass das so niemals funktionieren oder eher so niemals schief gehen würde. In jeder Situation ist der Mann mit der Schusswaffe der unbesiegbare König, auch wenn drei Leute in Reichweite stehen, um ihm das Ding einfach aus der Hand zu nehmen. Immer kommen sie alle nahe genug an ihn heran, um ihn zu kratzen, zu beißen, zu schlagen oder zu Fall zu bringen – aber nie nimmt ihm jemand einfach die Waffe aus der Hand oder schleicht sich, mit seinen mysteriösen Fähigkeiten unsichtbar gemacht, von hinten an und schlägt ihn bewusstlos. Dadurch ziehen sich die Kampfhandlungen ziemlich und die Autorin hat die Möglichkeit, alle Charaktere nochmals zu verletzen oder in Lebensgefahr zu bringen – völlig unnötig.

Fazit:
Das Buch greift alle Charaktere und Handlungsstränge aus den vorherigen Teilen nochmals auf und führt sie zu einem runden Ende. Es entsteht Spannung dadurch, dass alles auf das tatsächliche, letzte, große Finale hinsteuert und noch offene Geheimnisse endgültig gelüftet werden. Lediglich die zahlreichen Kampfszenen in der Geschichte wirklich unrealistisch und irgendwann nur noch an den Haaren herbei gezogen. Insgesamt bildet das Buch aber trotzdem einen runden Abschluss der Reihe. Daher bekommt „Tag der Rache“ insgesamt vier Schreibfedern von mir.


Montag, 29. Juni 2015

[Rezension] Ghostwalker: Ruf der Erinnerung – Michelle Raven



Titel: Ghostwalker – Ruf der Erinnerung
Autor: Michelle Raven
Verlag: Egmont LYX
Erscheinungsdatum: 08. Dezember 2011
Einband: Softcover
Seiten: 425
ISBN: 978-3-802585-08-1
Preis: 9,99 € [D]

Klappentext:
Isabel Kerrilyan verfügt über eine besondere Verbindung zu den Gestaltwandlern und kann deren Gefühle spüren. Als sie von dem zwielichtigen Geschäftsmann Lee entführt wird, folgen die beiden Berglöwenwandler Keira und Sawyer ihrer Spur. Auch der junge Wandler Bowen, dem Isabel einst das Leben rettete, setzt alles daran, sie zu befreien. Doch der Entführer ist weit skrupelloser als angenommen, und es beginn ein Wettlauf gegen die Zeit ...

Einordnung:
- Die Spur der Katze (Teil 1) 
- Pfad der Träume (Teil 2) 
- Fluch der Wahrheit (Teil 4) 
- Ruf der Erinnerung (Teil 5)
- Tag der Rache (Teil 6)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten vier Teile enthalten!

Im fünften Teil der Reihe liegt der Fokus nicht nur auf neu vorgestellten Charakteren, sondern auch auf schon bekannten Figuren. Zum einen wird die Beziehung von Bowen und Isabel wieder beleuchtet, die sich seit einem Jahr nicht mehr gesehen haben, zum anderen tauchen mit dem mysteriösen Caruso und der Polizistin Dawn vollkommen neue Figuren auf. Eine der Hauptfiguren ist außerdem die Wandlerin Keira, die in dieser Geschichte begleitet wird von Sawyer, einem Wandler, der im vierten Band bereits kurz in Erscheinung getreten ist.
Während mir Caruso und Dawn bis zum Schluss nicht besonders sympathisch geworden sind, gefallen mir die anderen Handlungsstränge umso mehr. Die eigenwillige Keira wehrt sich mit allen Mitteln gegen ihre Zuneigung für Sawyer, den ihr Widerstand wiederum überhaupt nicht interessiert. Anders als in den bisherigen Bänden begründet sich ihre Gegenwehr aber nicht verzweifeltem, selbstmitleidigem Gejammer in ihren Gedanken, sondern vor allem in ihren Handlungen. Sie benimmt sich wie eine verärgerte Wildkatze, kratzt und faucht und wenn sie sich gerade in Menschenform befindet, sagt sie meist nicht besonders nette Dinge. Dadurch wird sie nicht nur Sawyer, sondern auch dem Leser immer sympathischer.
Im Gegensatz dazu sind Isabel und Bowen umso sanfter, obwohl sie sich der Gefühle des jeweils anderen nicht sicher sind. Dadurch, dass sie um einiges jünger sind als die anderen Charaktere, stehen hier auch ausnahmsweise Zuneigung und Zärtlichkeit im Vordergrund statt Leidenschaft und Besitzansprüche. Das zieht den Leser emotional in die Geschichte und stellt ein schönes Gegengewicht zu den übrigen Beziehungen dar. Wann immer es um die beiden Figuren geht, ist der Romantic-Teil der Geschichte auch tatsächlich mal romantisch und nicht bloß erotisch.

Generell nimmt der Romantic-Teil in diesem Buch aber auch nur wenig Platz ein. Die Nebenhandlung der ersten vier Bände wird hier schon auf den ersten Seiten wieder aufgegriffen und weiter ausgeführt. Die Geschehnisse spitzen sich immer weiter zu, sodass der Fantasy-Anteil hier sehr hoch ist und außerdem viel Spannung entsteht. Das liegt aber nicht nur daran, dass die Handlung generell endlich weiter vorangetrieben wird, sondern auch daran, dass viele Handlungsstränge halb aufgelöst werden, der Leser aber vor dem kompletten Durchbruch in der Luft hängen gelassen wird. Diese Spannung, weil genau zu spüren ist, dass nur noch eine kleine Information fehlt, um alles zu verstehen, lässt geradezu durch die Seiten fliegen.

Trotz allem habe ich auch Kritik an diesem Buch. Um alle Charaktere glücklich zu machen, ist noch ein sechster Band notwendig, für die Handlung wäre er das aber eigentlich nicht. Immer wieder wird betont, dass es darauf hinauslaufen wird, dass die Wandler und ihre Verbündeten ihren Feind Lee töten. Mehrfach entzieht er sich dem, gegen Ende dieses Buches wird es allerdings ziemlich unrealistisch. Er liegt bewusstlos auf dem Boden und zwei geladene, entsicherte Pistolen sind in Reichweite, trotzdem wird Lee nicht erschossen, weil angeblich keine Möglichkeit besteht, das schnell zu erledigen. Auf den nächsten Seiten wird deutlich, dass die Autorin die Schusswaffen scheinbar völlig vergessen hat. Das ist ziemlich ungeschickt gemacht und reißt damit am Ende ein bisschen aus der Geschichte.

Fazit:
Das Buch ist sehr gelungen. Fast alle Charaktere, aus deren Perspektive geschildert wird, sind sympathisch. Generell nimmt der Romantic-Teil in diesem Buch nur einen geringen Teil ein. Die Handlung wird spannend vorangetrieben und es zeigen sich erste Lösungsansätze. Wann immer es aber um die Beziehung der Charaktere geht, gibt es deutliche Unterschiede zu den vorherigen Büchern. Zwar wehrt sich die aufmüpfige Keira ebenfalls gegen ihre Gefühle, aber sie jammert nicht nur in Gedanken, sondern verhält sich wie eine Wildkatze, wovon sich Sawyer überhaupt nicht beeindrucken lässt, sondern es mit Humor nimmt. Und bei Isabel und Bowen steht nicht die Leidenschaft, sondern die Zuneigung im Vordergrund. Einziger Kritikpunkt ist das unrealistische Ende, das auf ein eigentlich überflüssiges sechstes Buch vorbereitet. Insgesamt bekommt „Ruf der Erinnerung“ aber trotzdem fünf Schreibfedern von mir.


Montag, 22. Juni 2015

[Rezension] Ghostwalker: Fluch der Wahrheit – Michelle Raven



Titel: Ghostwalker – Fluch der Wahrheit
Autor: Michelle Raven
Verlag: Egmont LYX
Erscheinungsdatum: 12. Mai 2011
Einband: Softcover
Seiten: 430
ISBN: 978-3-802583-70-4
Preis: 9,99 € [D]

Klappentext:
Der Berglöwenwandler Torik erfährt, dass die Autorin Caitlin Walker einen Roman geschrieben hat, dessen Held ihm auf unheimliche Weise gleicht. Er reist nach Montana, um herauszufinden, woher Caitlin so viel über ihn weiß. Als diese von skrupellosen Verbrechern überfallen wird, rettet Torik ihr das Leben. Und obwohl er die Menschenfrau auf Abstand halten sollte, kommen sich die beiden näher. Doch die Feinde der Wandler warten nur darauf, erneut zuzuschlagen ...

Einordnung:
- Die Spur der Katze (Teil 1) 
- Pfad der Träume (Teil 2) 
- Fluch der Wahrheit (Teil 4)
- Ruf der Erinnerung (Teil 5)
- Tag der Rache (Teil 6)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten drei Teile enthalten!

Obwohl es schon eine Weile her ist, dass ich den vorherigen Teil der Reihe gelesen habe, war es nicht schwer, wieder in die Geschichte einzusteigen und sich an die bereits aufgetauchten Charaktere zu erinnern. Das mag mit daran liegen, dass die Geschichte sehr langsam anläuft, wodurch es sich nach Einstieg in die Geschichte allerdings auch ordentlich zieht. Auf den ersten 150 Seiten geschieht im Grunde nichts weiter als dass sich Torik und Caitlin ununterbrochen anschmachten, es nicht wahrhaben wollen und sich dann weiter anschmachten.
Erst in der Mitte des Buches wird die Geschichte spannender. Die Perspektive wechselt in einem angenehmen Rhythmus zwischen verschiedenen Charakteren und Handlungsorten, sodass der Leser nicht durch die Geschichte hetzt, die Szene aber wechselt, bevor es langweilig wird. Die vielen Handlungsstränge, die damit beleuchtet werden, entwickeln sich auf unterschiedliche Art und Weise weiter, sodass ein guter Ausgleich geschaffen wird zu den immer gleichen romantischen oder erotischen Szenen zwischen Torik und Caitlin. Auch rückt dadurch der Feind der Wandler, der schon in den ersten drei Büchern immer wieder aufgetaucht ist, wieder in den Vordergrund. Spannung wird vor allem dadurch aufgebaut, dass allen Wandlern in irgendeiner Art und Weise Gefahr droht, ohne dass sie das so unmittelbar wissen. Lange ist nicht klar, welche Charaktere der drohenden Auseinandersetzung entgehen können und welche nicht.

Ein Punkt, der mich in diesem Buch, aber auch in der gesamten Reihe zunehmend stört, ist die Offensichtlichkeit der Beziehungen. Zwei Charaktere müssen sich nur für wenige Sekunden sehen und schon verspüren sie unwiderstehliches Verlangen nacheinander und werden am Ende des Buches glücklich bis an ihr Lebensende sein. Natürlich spricht nichts gegen Liebe auf den ersten Blick, aber das ist bei jedem Paar in dieser Reihe so. Dadurch, dass es auch mehrere Paare in einem Buch gibt, ist es hier bereits das siebte oder achte Mal Liebe auf den ersten Blick. Dadurch wiederholt sich nicht nur alles, es ist auch schon von vornherein offensichtlich, wer mit wem zusammen sein wird. Wegen des Genres Romantic Fantasy nehmen diese Liebesgeschichten dann auch den Großteil der Seiten ein. Über weite Strecken ist es daher langweilig und redundant.

Ebenfalls wenig überraschend ist in dieser Geschichte das Ende. Von Anfang an beherrscht die Frage das Geschehen, woher die Autorin Caitlin Walker ihre Informationen über Torik und die Berglöwenwandler hat. Die Auflösung wird zunächst ewig hinausgezögert, weil Torik über seine Gefühle für Caitlin seine eigentliche Aufgabe vergisst. Am Ende ist es dann aber nicht einmal überraschend, denn besonders viele Charaktere kommen für den Verrat nicht in Frage.
Und schließlich braucht das Buch natürlich auch wieder ein glückliches Ende, sodass auf den letzten Seiten einfach noch schnell eine komplette Kehrtwende der Geschichte erfolgt. Damit haben die Charaktere ihr Happy End, das aber bloß auf den letzten Metern dran gequetscht wirkt und die Geschichte leider nicht rund abschließt.

Fazit:
Alles in allem ist die Geschichte sehr vorhersehbar. Die neu entstehenden Beziehungen sind schon beim ersten Treffen der beiden Charaktere offensichtlich und auch die Auflösung der Frage, um die es das ganze Buch über geht, ist nicht besonders überraschend. Es tauchen viele Redundanzen auf und diesmal ist auch das Ende nicht rund. Dennoch entsteht in der Geschichte auch Spannung. Viele Handlungsstränge entwickeln sich weiter, neue Probleme entstehen und immer liegt die drohende Gefahr über den Wandlern. Alles in allem bekommt „Fluch der Wahrheit“ daher drei Schreibfedern von mir.




Mittwoch, 10. Juni 2015

[Rezension] Ich und die Menschen – Matt Haig



Titel: Ich und die Menschen
Autor: Matt Haig
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 01. April 2014
Einband: Softcover
Seiten: 351
ISBN: 978-3-423260-14-5
Preis: 14,90 € [D]

Klappentext:
In einer regnerischen Freitagnacht wandert Andrew Martin, Professor für Mathematik in Cambridge, nackt eine Autobahn entlang. Professor Martin ist nicht mehr er selbst. Ein Wesen mit überlegener Intelligenz und von einem weit entfernten Stern hat von ihm Besitz ergriffen. Dieser neue Andrew hält nicht viel von den Menschen, jeder weiß schließlich, dass sie zu Egoismus, übermäßigem Ehrgeiz und Gewalttätigkeit neigen. Doch andererseits: Kann eine Lebensform, die Dinge wie Weißwein und Erdnussbutter erfunden hat, wirklich grundschlecht und böse sein? Und was sind das für seltsame Gefühle, die ihn überkommen, wenn er Debussy hört oder Isobel in die Augen blickt?

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Die ganze Geschichte wird erzählt von dem namenlosen Wesen mit überlegener Intelligenz, das die Gestalt von Professor Martin annimmt. Im Grunde handelt es sich um einen Bericht für die Vonnadorianer, die Spezies Außerirdischer, denen das Wesen angehört. Der Protagonist erzählt von seiner Ankunft auf der Erde und von seinen Erlebnissen. Daher trifft der Schreibstil auch eher die gesprochene als die geschriebene Sprache. Das passt jedoch wunderbar zur Geschichte und fördert manchmal sogar noch den Lesefluss.

Die Geschichte an sich ist mal spannend, mal traurig, aber die meiste Zeit einfach nur wirklich witzig. Der Außerirdische hat keinerlei Vorstellung vom Leben als Mensch und muss alles erlernen. Daher läuft er anfangs nackt durch die Gegend, weil ihm der Sinn von Kleidung nicht bewusst ist. Außerdem probiert er sich an einer Tankstelle einfach durch das Essen und verschwindet, ohne zu bezahlen. Amüsant ist auch, dass die vorbeifahrenden Menschen ihn immer wieder anspucken und ihm Beschimpfungen an den Kopf werfen, die er nicht versteht. So winkt er einfach und interpretiert das gegenseitige Anspucken als Zeichen der Höflichkeit.

Zum Humor dieses Buches gehören außerdem viele lustige, aber gleichzeitig doch so wahre Definitionen, in denen der Außerirdische aus seiner Perspektive Gegebenheiten auf der Erde für seine eigene Spezies erklärt. Beispielsweise hat Professor Martin einen fünfzehnjährigen Sohn, der den Alien zu einer Definition für die Altersgruppe „Teenager“ inspiriert: „Zu ihren Haupteigenschaften gehörten eine geschwächte Widerstandsfähigkeit gegen die Schwerkraft, eine Sprache, die vornehmlich aus Grunzen bestand, ein Mangel an räumlichem Bewusstsein, eine Vorliebe für Masturbation und ein unstillbarer Appetit auf Frühstücksflocken“ (Seite 95). So vereinfacht das auch klingt, in vielen Entdeckungen und Feststellungen steckt mindestens ein Körnchen Wahrheit.
Dadurch kommt es, dass auch viel Tiefgründiges in der Geschichte steckt. Im Grunde geht es viel um philosophische Fragen, wie den Sinn des Lebens und der Liebe und was es heißt, ein Mensch zu sein. All diese Fragen werden aus der Perspektive eines Außerirdischen beantwortet. Er kommt auf die Erde und sieht eine Menschheit, die zu Gewalt neigt, sich gegenseitig verspottet, treulos, egoistisch und arrogant ist. Doch je länger er sich dort aufhält, desto mehr fallen ihm die positiven Dinge auf. Er erfährt von selbstlosen Menschen, hört wunderschöne Musik, isst leckeres Essen und entdeckt die Liebe. Ziemlich bald merkt er, dass die Menschen trotz ihrer Fehler wundervoll sind. Denn wo Schatten ist, da gibt es auch Licht.

Fazit:
Das Buch ist unglaublich lustig. Dazu trägt der Erzählstil des Protagonisten ebenso bei wie seine Naivität. Vollkommen ahnungslos lernt er, sich in der menschlichen Welt zu orientieren und Sprache, Mimik und Gestik richtig zu deuten. Im Laufe der Geschichte, die voller Humor, Drama, Liebe, Philosophie und Spannung steckt, entwickelt er sich auf eine wirklich herzerwärmende Art und Weise weiter und entdeckt, dass ein Leben auf der Erde nicht nur von Gewalt und Arroganz geprägt ist. „Ich und die Menschen“ ist ein wundervolles Buch, das alle fünf Schreibfedern von mir bekommt.


Mittwoch, 3. Juni 2015

[Rezension] Gefühltes Herz – Rigor Mortis



Titel: Gefühltes Herz
Autor: Rigor Mortis
Verlag: Self-Publishing
Erscheinungsdatum: 04. Oktober 2013
Einband: Softcover
Seiten: 177
ISBN: 978-1-492885-93-1
Preis: 6,95 € [D]

Klappentext:
Sieben homoerotische Geschichten zwischen Debakel und Ekstase – wenn Sie auf Gefühlsachterbahnen stehen, werden Sie dieses Buch lieben! Einfühlsame Erotik und purer Sex gepaart mit eindringlichem Drama, voller Herz, Schmerz und Sehnsucht. Jede der Geschichten trifft einen anderen Nerv – und alle berühren einen auf dieselbe faszinierende Weise.

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe und auch die sieben Geschichten können unabhängig voneinander gelesen werden.

Rezension:
Der Schreibstil des Autors ist gerade zu Beginn gewöhnungsbedürftig und manchmal etwas holprig. Hin und wieder wirken die Formulierungen wie bei der gesprochenen statt der geschriebenen Sprache, sodass es den Lesefluss stört. Hinzu kommt die Schwierigkeit, kenntlich zu machen, wer gerade womit beschäftigt ist, da das Personalpronomen „er“ in den Geschichten logischerweise immer mehrdeutig ist. Das hat der Autor durch die Formulierung „X und sein Gegenüber“ gelöst, die sich nach der fünften Benutzung aber auch nicht schöner liest.

Außerdem sind in einige Geschichten zwischendrin Zeitsprünge eingebaut, bei denen ich mir anfangs nicht sicher war, ob ich die Beschreibung nicht nur falsch interpretiere. Gerade in der ersten Geschichte deuten auch keine Absätze oder Markierungen an, dass der aktuelle Handlungsfluss unterbrochen wird. Doch auch, nachdem ich wusste, dass es einen Sprung in der Zeit gegeben hat, waren die Erzählungen so uneindeutig, dass ich nach wie vor nicht weiß, welche Dinge in der übersprungenen Zeit nun geschehen sind und welche nicht.

Umso deutlicher ausformuliert sind dagegen die Sexszenen. Obwohl es in allen Geschichten auch eine Rahmenhandlung gibt, nehmen die expliziten Szenen gerade bei den kürzeren Geschichten doch eine Menge Raum ein. Dadurch doppelt es sich irgendwann ziemlich, da sich auch die Wortwahl nicht sonderlich voneinander unterscheidet. Aber nichtsdestotrotz ist hier anzumerken, dass das Buch zum Ende hin stilistisch und inhaltlich besser geworden ist.

Wirklich gut hat mir an dem Buch die Vielfalt gefallen. Es beginnt mit der unterschiedlichen Länge der Geschichten, die zwischen 3 und 70 Seiten schwankt. So bekommt jede Geschichte individuell so viel Platz, wie sie braucht, um erzählt zu werden. Außerdem unterscheiden sich sowohl die Figurenkonstellationen als auch die Beziehungen der Charaktere zueinander. Während es manchmal nur um eine einzige Person geht, gibt es auch Geschichten, in denen es um zwei oder sogar um drei Figuren geht. Diese können Fremde sein, Chatpartner, beste Freunde oder ehemalige One-Night-Stands. Zudem ist mir beim Lesen aufgefallen, dass der Titel in den Geschichten unterschiedlich umgesetzt ist. Das Fühlen der Liebe und des Herzens funktioniert immer ein bisschen anders, denn es gibt einen blinden Charakter, einen tauben jungen Mann, eine träumende Person und eine Figur, die erst wieder lernen muss, Emotionen zuzulassen. Das ist mir besonders positiv im Kopf geblieben.

Fazit:
Der Schreibstil und die Formulierungen des Autors sind gewöhnungsbedürftig. Außerdem doppeln sich viele explizite Sexszenen und einige Teile der Handlung sind so ungenau umschrieben, dass ich nicht sicher bin, welche Dinge stattgefunden haben und welche nicht. Das alles bessert sich jedoch zum Ende hin. Punkten kann dieses Buch vor allem mit der Vielfalt der Geschichten. Es sind immer wieder eindeutig neue Charaktere, um die sich die nächste Geschichte dreht, mit anderen Beziehungen zueinander und anderen Probleme. Insbesondere der Titel des Buches ist in vielfältiger Weise umgesetzt. Daher bekommt „Gefühltes Herz“ trotz vieler Kritikpunkte drei Schreibfedern von mir.


Montag, 1. Juni 2015

[Statistik] Mai 2015

Im Mai habe ich es wieder geschafft, meinen SuB zu verkleinern. Noch habe ich zwar eine Menge Arbeit vor mir, aber es ist ein Anfang. Außerdem habe ich nicht nur aktuelle Bestseller gelesen, sondern teilweise auch ältere Bücher geschafft. Mit den Neuzugängen habe ich dann auch noch zwei Reihen vervollständigt. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit diesem Monat.

Neuzugänge:
- "Die Königliche" [gebraucht]
- "Ein ganzes Jahr Liebe" [Gewinn]
- "Opal" [Geschenk]
- "verliefen sich im Wald" [gebraucht]

Gesamtanzahl: 4 Bücher



Gelesen und rezensiert:
- "Bodycaught" von Chris P. Rolls (936 Seiten) [4/5]
- "Obsidian" von Jennifer L. Armentrout (397 Seiten) [4/5]
- "Onyx" von Jennifer L. Armentrout (459 Seiten) [3/5]
- "Opal" von Jennifer L. Armentrout (459 Seiten) [5/5]
- "Reise zum Mittelpunkt der Erde" von Jules Verne (336 Seiten) [4/5]
- "Die Sturmjäger von Aradon - Feenlicht" von Jenny-Mai Nuyen (480 Seiten) [3/5]
- "Die Sturmjäger von Aradon - Magierlicht" von Jenny-Mai Nuyen (400 Seiten) [4/5]

Bücher insgesamt: 7 Bücher
Seiten insgesamt: 3467 Seiten
durchschnittliche Bewertung: 3,9 von 5 Schreibfedern