Mittwoch, 30. September 2015

[Rezension] Sixteen Moons: Eine unsterbliche Liebe – Kami Garcia und Margaret Stohl



Titel: Sixteen Moons – Eine unsterbliche Liebe
Autor: Kami Garcia und Margaret Stohl
Verlag: cbj
Erscheinungsdatum: 09. August 2010
Einband: Hardcover
Seiten: 539
ISBN: 978-3-570138-28-1
Preis: 18,95 € [D]

Klappentext:
Liebe noch vor dem ersten Blick: Seit Monaten verfolgen Ethan Träume von einem unbekannten Mädchen, das er verzweifelt zu retten versucht, und dann steht das Mädchen aus seinen Träumen vor ihm: Lena, die Neue an seiner Schule, in die Ethan sich unsterblich und bedingungslos verliebt. Doch Lena und ihre Familie umgibt ein Fluch, den sie verzweifelt geheim zu halten versucht – auch vor Ethan.
Ethan jedoch weiß: Ihm ist vorherbestimmt, Lena für immer zu lieben. Aber wird er an ihrer Seite bleiben können, gleich, welches Schicksal sie erwartet?

Einordnung:
- Sixteen Moons: Eine unsterbliche Liebe (Teil 1)
- Seventeen Moons: Eine unheilvolle Liebe (Teil 2)
- Eighteen Moons: Eine grenzenlose Liebe (Teil 3)
- Nineteen Moons: Eine ewige Liebe (Teil 4)

Rezension:
Dieses Buch unterscheidet sich schon im Grundgerüst von so ziemlich allen anderen Büchern, denn der Erzähler ist hier eigentlich nur der Freund der Person, um die sich die Geschichte dreht. Natürlich ist Ethan der Protagonist und damit in alle Handlungen eingebunden, sowie auch seine Gedanken und Gefühle ausführlicher beschrieben werden. Trotzdem befindet er sich eigentlich außerhalb des Fantasyteils der Geschichte. Das ist in gewisser Weise als würden die Harry Potter Bücher aus Ron Weasleys Perspektive geschildert werden. Den Autorinnen ist das wirklich gut gelungen, denn das erlaubt einen völlig anderen Beginn der Geschichte als es normalerweise üblich ist. Da Ethan schon sein ganzes Leben lang in Gatlin lebt, werden die Einwohner des Dorfes mit ihren konservativen, engstirnigen und abergläubischen Vorstellungen nur kurz mit den wichtigsten Merkmalen angesprochen, statt dass Lena als Zugezogene jede Figur kennenlernen und sich eine Meinung über sie bilden muss. Andersherum weiß Lena von dem Fluch, der über ihrer Familie liegt und von ihren Fähigkeiten und verheimlicht es bloß vor Ethan, statt dass sie alles über sich selbst herausfinden muss. Damit wird der Leser immer wieder verblüfft, denn überraschende Ereignisse und Enthüllungen sind für Lena vollkommen alltägliche Dinge.

Mit diesen Enthüllungen haben sich die Autorinnen allerdings einige Zeit gelassen. Mehrmals dachte ich während des Lesens, dass langsam mal einige Geheimnisse gelüftet werden könnten. Bis zum Ende des Buches geschieht das auch, denn viele Dinge werden offenbart und erklärt. Insgesamt ist mir die Geschichte an dieser Stelle aber viel zu fokussiert, denn es dreht sich immer nur alles um Lenas Familie, nie um den Rest der Welt. Der Fluch, der über Lenas Familie liegt, hat mit ihren besonderen Fähigkeiten zu tun, über die auch der Rest der Familie verfügt. Im Laufe der Geschichte werden fantastische Geheimnisse und übernatürlich Wesen vorgestellt, doch es wird nur ein einziges Mal in einem kleinen Nebensatz erwähnt, dass das auf der restlichen Welt auch der Fall ist. Die Autorinnen haben eine neue Fantasyidee umgesetzt und eine ganze Welt erschaffen, aber der Leser erfährt schlichtweg gar nichts über diese übernatürliche Welt, ihre Gesetzmäßigkeiten und Strukturen. Das ganze Buch dreht sich nur um Lenas Familie und nie wird über den Tellerrand hinausgeschaut. Ethan steckt scheinbar nicht nur körperlich, sondern auch gedanklich in Gatlin fest, sodass er sich nicht ein einziges Mal nach dem Rest der Welt erkundigt – obwohl er weiß, dass Lenas Familie nicht die einzige mit besonderen Fähigkeiten ist.

Nichtsdestotrotz ist das Buch gut geschrieben. Es ist spannend, auf die Enthüllung der Geheimnisse zu warten, während nach und nach Ethans ganze Welt auf den Kopf gestellt wird. Gemeinsam mit ihm kann auch der Leser das langweilige, verschrobene Gatlin irgendwann in einem ganz neuen Licht sehen. Dazu tragen ruhige, sanfte Momente in der Bibliothek oder zwischen Zitronenbäumen ebenso bei wie atemberaubende Auftritte, beispielsweise als ein furchteinflößender Mann, gekleidet in schwarz, während eines Unwetters unerwartet in eine Versammlung der Dorfbewohner platzt. Und trotz der vielen Seiten und der wenigen Informationen über die übernatürliche Welt wie die Handlung immer vorangetrieben, sodass es nie langweilig wird.

Fazit:
Der Erzähler des Buches ist, ungewöhnlicherweise, nicht das Mädchen mit den besonderen Fähigkeiten, sondern ein Sterblicher, Ethan, der mehr oder weniger ein Außenstehender ist. Dem Leser wird dadurch erspart, sich Schritt für Schritt mit den engstirnigen Vorstellungen der Dorfbewohner vertraut zu machen, sodass der Fokus darauf liegt, Lenas Geheimnis zu lüften. Die Spannung wird unterstützt durch einen Wechsel aus ruhigen Momenten und atemberaubenden Szenen. Enttäuscht hat mich lediglich, dass das ganze Buch auf Lenas Familie fokussiert ist und den Rest der übernatürlichen Welt weder beschreibt noch erklärt noch irgendwie anders erwähnt. Daher bekommt „Sixteen Moons“ insgesamt vier Schreibfedern von mir.


Freitag, 25. September 2015

Neuzugänge #48


Obwohl ich eigentlich meinem SuB wieder eine Pause gönnen wollte, habe ich schon wieder vier Neuzugänge. Diesmal ist allerdings kein Buch dabei, das ich mir selbst gekauft habe, es sind alles Geschenke oder Rezensionsexemplare. Und es sind noch vier weitere Bücher unterwegs. Dabei habe ich meinen SuB gerade erst unter 200 gebracht...


Das Rezensionsexemplar ist "Sveta und der Junge aus dem Wald", das mir Autor Axel Saalbach zur Verfügung gestellt hat. Es spielt im gleichen Universum wie sein Buch "Das Haus Komarow", das ich ebenfalls lesen durfte. Das heißt: Es spielen wieder jede Menge Russen mit! Ich bin sehr gespannt.
In meinen letzten Neuzugängen war "Sturz in die Zeit" dabei, das mich wirklich begeistert hat. Netterweise hat meine Oma sich dazu entschieden, mir während meiner Zeit Zuhause eine Buch zu schenken, sodass ich nun auch "Feinde der Zeit", den zweiten Teil der Reihe, im Regal stehen habe. Sobald ich mit den Rezensionsexemplaren fertig bin, werde ich mich auf das Buch stürzen. Und vielleicht zaubert irgendjemand bis dahin ja auch den dritten Teil für mich aus dem Hut...
Mit meiner anderen Oma war ich außerdem in der Stadt shoppen. Eigentlich wollte sie mir einen Pullover, ein T-Shirt oder ähnliches schenken, aber da ich Bücher Kleidung vorziehe (solange ich noch irgendetwas zum Anziehen habe), durfte ich mir stattdessen zwei Bücher aussuchen. "Das Juwel - Die Gabe" und "Die rote Königin" sind auf so vielen Blogs unterwegs und in jedem Buchladen anzutreffen, sodass ich mich entschieden habe, mich dem Hype anzuschließen und sie auch zu lesen.

Dienstag, 22. September 2015

[Rezension] Phantasmen – Kai Meyer



Titel: Phantasmen
Autor: Kai Meyer
Verlag: Carlsen Verlag
Erscheinungsdatum: 14. März 2014
Einband: Hardcover
Seiten: 398
ISBN: 978-3-551582-92-8
Preis: 19,90 € [D]

Klappentext:
Eines Tages tauchten sie aus dem Nichts auf - die Geister der Toten. Millionen auf der ganzen Welt, und stündlich werden es mehr. Sie stehen da, bewegungslos, leuchtend, ungefährlich. An der Absturzstelle eines Flugzeugs, mitten in Europas einziger Wüste, warten zwei junge Frauen auf die Geister ihrer verunglückten Eltern. Rain hofft, die Begegnung wird ihrer jüngeren Schwester Emma helfen, Abschied zu nehmen. Auch Tyler, ein schweigsamer Norweger, ist auf seinem Motorrad nach Spanien gekommen, um ein letztes Mal seine große Liebe Flavie zu sehen. Dann erscheinen die Geister. Doch diesmal lächeln sie. Und es ist ein böses Lächeln.

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Die Geschichte wirkt von Anfang an sehr natürlich. Gerade zu Beginn ist jedes Ereignis und jede Handlung begründet. Es wirkt daher nicht einmal wie ein Klischee, dass ein attraktiver junger Mann in der Wüste auftaucht, der Rain und ihre Schwester Emma dann natürlich auf seinem Motorrad mitnimmt. Der Autor lässt die Charaktere immer zu den gleichen Schlüssen kommen und die gleichen Entscheidungen treffen wie den Leser, wodurch die Geschichte authentischer und greifbarer wird. Es entsteht das Gefühl, dass die Handlung wirklich so abgelaufen sein könnte, weil die konstruierten Szenen und gestelzten Dialoge fehlen.

Mir gefällt außerdem der große Fantasy-Anteil sehr gut. Für mich ist es eine neue Art von Fantasy, da ich noch kein Buch mit Geistern gelesen habe, vor allem, weil sich zwar alles um sie dreht, sie aber nicht aktiv in die Handlung eingreifen. Damit einher geht ein extrem geringer Romantik-Anteil, was für ein Jugendbuch nicht selbstverständlich ist. Hier ist es aber sehr authentisch, denn die Protagonisten jagen von einer lebensbedrohlichen Szene in die nächste und sind immer auf der Flucht vor der Apokalypse. Das Buch legt den Fokus auf die für die Geschichte relevanten Aspekte, auch wenn die Details am Rande natürlich vollkommen fehlen.
Dadurch wird die Handlung stetig vorangetrieben und eine enorme Spannung aufgebaut. Dem Leser bleibt kaum Zeit zum Durchatmen zwischen den einzelnen Szenen. Das Buch ist so spannend, dass ich teilweise einige Absätze oder Seiten weiter nach vorne gesprungen bin und schon einmal einen Blick darauf geworfen habe, weil ich nicht abwarten konnte zu erfahren, wie es weiter geht. Und das liegt nicht etwa daran, dass die Geschichte langatmig zu lesen ist, sondern eher daran, dass das Tempo den Leser in einen Rausch versetzt, indem es gar nicht schnell genug weiter gehen kann.

Trotzdem habe ich auch Kritikpunkte an der Geschichte. Ich verstehe, was die Geister tun und kann mir vorstellen, welche Auswirkungen das hat, aber irgendwann waren es mir dann doch ein bisschen zu viele Leichenberge. Und das ist jetzt durchaus wörtlich zu verstehen, denn Rain und ihre Begleiter rennen oder klettern mehrfach über aufgetürmte tote Körper. Das geht so weit, dass Emma auf dem Rücken eines toten Mannes einen Leichenberg hinunter surft. Innerhalb der Handlung ist das keinesfalls übertrieben, aber der Autor hätte es nicht jedes Mal so ausführlich darstellen müssen.
Außerdem dünnen sich die Begründungen zum Ende hin immer mehr aus. Während am Beginn der Geschichte noch alles logisch ist, wird am Ende nicht mehr so richtig erklärt, was da eigentlich vor sich geht. Irgendwie hat alles angefangen und irgendwie geht die Geschichte dann auch zu Ende, ohne dass die Gründe dafür wirklich erklärt werden. So spannend sich die Handlung auch entwickelt hat, am Schluss läuft es auf keine sinnvolle Erklärung hinaus. Das Buch endet einfach.

Fazit:
Von Anfang an hat die Geschichte ein unglaubliches Tempo. Rain, Emma und Tyler stolpern von einer gefährlichen Situation in die nächste und haben ebenso wenig Zeit zum Durchatmen wie der Leser. Dadurch ist der Romantik-Teil des Buches auch sehr begrenzt und dem Fantasy-Aspekt wird mehr Platz eingeräumt. Trotzdem wirkt die Geschichte gerade zu Beginn sehr natürlich und realistisch, denn konstruierte Dialoge und Szenen fehlen. Leider verlieren sich Erklärungen und Begründungen gegen Ende in immer makabreren Beschreibungen von Klettertouren über Leichenberge. Insgesamt bekommt „Phantasmen“ daher vier Schreibfedern von mir.

Donnerstag, 10. September 2015

[Aktion] Top Ten Thursday #5 | Zeig uns deine 10 schönsten Cover!

Auch diese Woche gibt es wieder Top Ten von mir! Schon wieder mit einem Thema, bei dem ich es kaum geschafft habe, die Auswahl auf zehn Bücher zu reduzieren. In den meisten Fällen stehen die ausgewählten Bücher hier allerdings für die ganze Reihe. Weitere Informationen findet ihr bei Steffis Bücherbloggeria. :)


Das heutige Thema:
Zeig uns deine 10 schönsten Cover!

Meine Top Ten:






Wie findet ihr die Cover?
Welches Buchcover mögt ihr am liebsten?

Mittwoch, 9. September 2015

[Rezension] Sturz in die Zeit – Julie Cross



Titel: Sturz in die Zeit
Autor: Julie Cross
Verlag: Fischer Verlag
Erscheinungsdatum: 17. August 2012
Einband: Hardcover
Seiten: 492
ISBN: 978-3-841422-09-5
Preis: 16,99 € [D]

Klappentext:
Jackson Meyer, Student in New York, hält sich für einen ganz normalen Neunzehnjährigen, bis er zufällig feststellt: Er kann für ein paar Stunden in der Zeit zurückreisen. Alles ist nur ein harmloser Spaß, bis eines Tages die Katastrophe passiert: Zwei Fremde überfallen ihn und seine Freundin Holly im Studentenwohnheim – und erschießen Holly. In seiner Panik stürzt Jackson in die Vergangenheit und landet plötzlich zwei Jahre vor dem Ereignis. Von da an hat er nur eines im Sinn: zurückzukommen und Holly zu retten. Er wird ALLES dafür tun. ALLES - für seine große Liebe.

Einordnung:
- Sturz in die Zeit (Teil 1)
- Feinde der Zeit (Teil 2)
- Sturm der Zeit (Teil 3)

Rezension:
Häufig habe ich bei Zeitreise-Geschichten das Problem, dass ich den zeitlichen Zusammenhängen nicht folgen kann. Dem wirkt die Autorin hier entgegen, indem sie zu Beginn jedes Kapitels nicht nur das Datum, sondern auch die genaue Uhrzeit angibt, an der die Handlung des Kapitels beginnt. Dadurch gibt es Kapitel, die nur drei Seiten lang sind, es hilft aber dabei, den Überblick zu behalten. Auch springt Jackson, der Protagonist, bis auf wenige Ausnahmen hauptsächlich in den Jahren 2007 und 2009 herum, sodass die zu betrachtende Zeitspanne nicht übermäßig groß ist.
Außerdem werden die Details der Zeitreise auf unterschiedliche Arten dargestellt. Jacksons bester Freund, Adam, ist ein Physik-Genie und beschäftigt sich mit den wissenschaftlichen Aspekten der Zeitreise, aber um Jackson das alles begreiflich zu machen, muss er es auf einfacherer Sprache herunter brechen. Seine Baseball-Analogien helfen Jackson dabei ebenso wie dem Leser. Beispielsweise wird die Zeit, in der sich Jackson gerade tatsächlich mit seinem gesamten Körper befindet und in der sein Handeln Konsequenzen hat, als seine Homebase bezeichnet. Wenn er bloß als Beobachter durch die Zeit reist, muss er zu seiner Homebase zurückkehren, bevor er weitere Sprünge unternehmen kann. Zwar werden in diesem ersten Band noch nicht alle Rätsel um das Springen in der Zeit gelöst, aber die Grundlagen sind verständlich, ausführlich und nachvollziehbar dargestellt.

Das ist einer der Gründe, weshalb der Leser sich leicht mit Jackson identifizieren kann. So, wie der Leser erst in die Welt und die Geschichte eingeführt werden muss, begreift auch Jackson Zusammenhänge teilweise erst nach ausführlicheren Erklärungen. Das macht ihn ebenso zu einem sympathischen Protagonisten wie die Tatsache, dass er wegen der Manipulationen von allen Seiten entscheidet, einfach niemandem zu trauen, nicht einmal seinem eigenen Vater, und stattdessen versucht, die Wahrheit herauszufinden. Außerdem versucht er zwar immer, das Richtige zu tun, ist dabei aber tatsächlich nicht immer erfolgreich. Hinzu kommen noch seine authentischen Empfindungen: Er trauert um Holly, als sie erschossen wird, er hat Schuldgefühle wegen seiner Flucht, er bekommt Angst, als er auf bewaffnete Männer trifft, er kann Pistolen kaum noch anfassen, nachdem er gezwungen war, eine zu benutzen. Die Autorin schildert dies sehr eindrücklich, ohne dabei die Handlung aus den Augen zu verlieren. Sie hat genau die richtige Mischung aus Details und Weiterentwicklung gefunden, um mich durch die Kapitel fliegen zu lassen.

Dabei hilft auch die Spannung des Buches. Zunächst einmal springt Jackson unbeabsichtigt durch die Zeit, als seine Freundin Holly erschossen wird, und kommt dann nicht mehr zurück. Während er verarbeitet, was geschehen ist, muss er deshalb gleichzeitig sein zwei Jahre jüngeres Ich spielen und dies vor allen anderen verheimlichen. Außerdem stellt sich die Frage, ob Ereignisse, die ein Zeitreiser in der Vergangenheit ändert, in der neuen Zukunft nicht trotzdem auf die eine oder andere Weise geschehen werden. Es offenbart sich zudem immer mehr die gefährliche Seite des Zeitreisens, denn führende Wissenschaftler haben beängstigende Theorien darüber, welche Auswirkungen die Zeitreisen haben könnten. Diese reichen von explodierenden Gehirnen bis hin zum Ende der Welt. Doch niemand weiß, wie schlimm es wirklich werden könnte.

Fazit:
Das Buch ist wirklich gut gelungen. Die Autorin hat mit Jackson einen sehr sympathischen Protagonisten geschaffen, mit dem der Leser sich identifizieren kann und der in den unterschiedlichsten Situationen authentisch empfindet und reagiert. Außerdem erklärt er sich die Details der Zeitreisen mit Baseball-Analogien, die auch der Leser verstehen kann. Zusammen mit den genauen Datums- und Zeitangaben zu Beginn jedes Kapitels beugt das Verwirrung vor und schafft ein konsistentes Verständnis der Zeitreisen. Da sich zwischen diesen Detail und der Handlung auch noch eine Menge Spannung entwickelt, konnte mich das Buch rundum überzeugen. „Sturz in die Zeit“ bekommt alle fünf Schreibfedern.


Samstag, 5. September 2015

[Rezension] Broken Destiny: Dämonenasche – Jeaniene Frost



Titel: Broken Destiny - Dämonenasche
Autor: Jeaniene Frost
Verlag: Mira Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum: 10. August 2015
Einband: Softcover
Seiten: 300
ISBN: 978-3-956492-15-0
Preis: 10,99 € [D]

Klappentext:
Seit Jahren wird Ivy von Visionen heimgesucht: Sie sieht düstere Orte, bedrohlich nah und dennoch jenseits der Realität. Wird sie etwa verrückt? Plötzlich verschwindet ihre Schwester Jasmine und jemand versucht, Ivy zu töten. Aber der mysteriöse Adrian rettet sie – und offenbart ihr die schockierende Wahrheit: Diese dämonische Parallelwelt existiert wirklich und Jasmine ist dort gefangen.
Gemeinsam mit Adrian begibt sich Ivy auf die Suche nach einem alten Relikt, um Jasmine zu befreien. Was Ivy allerdings nicht weiß: Adrian, zu dem sie sich immer mehr hingezogen fühlt, ist vom Schicksal dazu bestimmt, im Krieg der Engel und Dämonen auf der anderen Seite zu kämpfen. Als ihr Todfeind ...

Einordnung:
- Dämonenasche (Teil 1)
- inhaltlich lässt sich vermuten, dass es eine Trilogie werden wird

Rezension:
Der Anfang des Buches hat mir gar nicht gefallen, weil Ivy eine ziemlich unrealistische Protagonistin war. Die Handlung überschlägt sich bereits im ersten Kapitel, doch Ivy ist ganz ruhig. Der Leser erfährt, dass ihre Eltern vor fünf Tagen bei einem Autounfall gestorben sind und dass ihre Schwester verschwunden ist, und erlebt, wie ein Polizist versucht sie umzubringen, ein anderer Mann ihr das Leben rettet und sie dann aber auch fesselt und entführt. Ähnlich spektakulär geht es in den folgenden Kapiteln weiter, doch Ivy ist, abgesehen von einer halben Seite, vollkommen ausgeglichen und entspannt und glaubt sofort alle Geschichten, die ihr erzählt werden. Dass sie sich alle zwei Seiten darüber wundert, dass sie so ruhig ist, macht das auch nicht realistischer. Zum Glück entwickelt sich das im Laufe der Geschichte, sodass Ivys Emotionen häufiger in den Vordergrund treten. Sie spürt dann Erschöpfung, hat Angst und Schuldgefühle und ist wütend oder traurig. Diese Emotionen fehlen aber in den ersten Kapiteln vollständig.

Die Geschichte an sich ist aber von der ersten Seite an spannend und hält einige überraschende Wendungen bereit. Obwohl der Hintergrund sehr gut durchdacht und an biblische Ereignisse angelehnt ist, ist die Handlung aber dennoch nicht immer vorhersehbar, denn die Autorin interpretiert die Szenen auf ihre ganz eigene Weise. Außerdem wählt sie nicht immer den offensichtlichsten Weg. Der Klappentext verrät bereits, dass es in dem Buch unter anderem um Engel und Dämonen geht und dass Ivy und Adrian Todfeinde sein sollten. Dennoch sind sie nicht einfach ein Engel und ein Dämon, da auch noch viele andere Handlungsstränge dort hineinspielen.

Gleichzeitig ist dies aber auch eine der Schwachstellen des Buches, denn so richtig geht es gar nicht um den angekündigten Krieg zwischen Engel und Dämonen. Lässt man den Epilog außen vor, taucht im gesamten Buch nur ein einziger Engel auf, der hin und wieder Menschen heilt und dann wieder verschwindet. Das mag noch daran liegen, dass ein großer Teil der Geschichte in den diversen Dämonenreichen spielt, die Engel nicht betreten können, aber es erscheinen auch kaum eine Handvoll Dämonen auf der Bildfläche. Die meisten Charaktere sind Menschen, aber meist wird auch deren Anwesenheit auch nur erwähnt, sie spielen keine aktive Rolle. Die übernatürlichen Wesen, um die es eigentlich gehen sollte, tauchen also kaum auf, und von Krieg kann auch nicht die Rede sein, denn die einzige Gewalt entsteht aus Ivys Befreiungsaktion. Ich hoffe, dass die Autorin sich das nur für die nächsten Teile der Reihe aufgehoben hat und nicht immer alles nur oberflächlich beschreibt.

Durch diese zurückhaltenden Beschreibungen bleibt im Buch sehr viel Raum für die Liebesgeschichte. Auch dahinter ist die Idee gut, aber es wird für meinen Geschmack viel zu weit ausgeführt. Das ganze Buch über wechseln sich „Ich darf nicht“ und „Ich will aber“ ab, sodass sich die Liebesgeschichte immer wieder im Kreis dreht, ohne wirklich zu einem Ergebnis zu kommen. An diesen Stellen hätte ich mir mehr Szenen zu den übernatürlichen Gegebenheiten gewünscht. Doch während seitenlang Ivys Monologe zu ihrer Einstellung gegenüber Adrian ausgeführt werden, werden teilweise Ausflüge in zwölf unterschiedliche Dämonenreiche in zwei Sätzen zusammengefasst. Das Verhältnis zwischen Fantasy und Romanze war mir da zu unausgeglichen.

Fazit:
Zu Beginn fehlen der Protagonistin jegliche Emotionen, doch über die Zeit entwickelt sich das in deutlich positive Richtung weiter. Außerdem erscheinen kaum Engel und Dämonen auf der Bildfläche und der Krieg zwischen ihnen wird überhaupt nicht erwähnt, aber dafür hat sich die Autorin viele verschiedene Handlungsstränge ausgedacht, die zum Teil auf unterschiedlichen biblischen Ereignissen beruhen. Und leider nimmt die Liebesgeschichte in diesem Band einen übermäßig großen Teil der Handlung ein, doch dafür ist der Rest spannend und gut durchdacht. Insgesamt hat mir das Buch ganz gut gefallen. Da es für die folgenden Bände aber noch Luft nach oben gibt, bekommt „Dämonenasche“ drei Schreibfedern von mir.



Vielen Dank an Mira Taschenbuch und Bloggdeinbuch für das Rezensionsexemplar.

Freitag, 4. September 2015

[Rezension] Affenbruder – Kenneth Oppel



Titel: Affenbruder
Autor: Kenneth Oppel
Verlag: Beltz & Gelberg Verlag
Erscheinungsdatum: 13. Juli 2015
Einband: Hardcover
Seiten: 439
ISBN: 978-3-407812-06-3
Preis: 17,95 € [D]

Klappentext:
Weil seine Eltern Hals über Kopf umziehen, um das Schimpansenbaby Zan aufzunehmen, ist sich Ben sicher: Seine Familie ist die verrückteste der Welt!
Zan soll im Rahmen eines wissenschaftlichen Experiments die Zeichensprache erlernen. Während Zan für den Vater ein Projekt bleibt, baut Ben eine Beziehung zu dem kleinen Schimpansen auf. Er betrachtet ihn zunehmend als seinen „richtigen“ Bruder. Als das Projekt scheitert und der Vater Zan aufgibt, erlebt Ben die gnadenlosen Folgen von wissenschaftlichen Versuchen ...

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Anfangs habe ich mich mit dem Stil des Autors wirklich schwer getan. Möglicherweise liegt das auch mit daran, dass der Protagonist ein 13jähriger Junge mit allerlei pubertären Problemen ist. Ich habe jedenfalls ungefähr das erste Viertel des Buches gebraucht, um mich daran zu gewöhnen. In die meisten Szenen zu Beginn konnte ich nicht wirklich eintauchen, weil alles nur kurz angerissen wird. In einem Absatz beschreibt Ben das aktuelle Geschehen, im nächsten Absatz ist es „später“, wenige Zeilen danach ist der nächste Tag und am Ende der Seite ist es schon der sechste Tag. Natürlich muss der Leser erst in die Geschichte eingeführt werden, aber so, wie Bens Erzählungen die Tage einfach nur oberflächlich anreißen, habe ich die Seiten bloß überflogen. Die Emotionen fehlen in vielen Szenen. Doch das bleibt nicht das ganze Buch über. Die Geschichte entwickelt sich wirklich gut. Bens Vater kann den Leser immer wieder zur Weißglut treiben, aber es tauchen auch sehr sympathische Charaktere auf. Außerdem entwickelt sich zwischen Ben und Zan eine wirklich berührende Beziehung, denn je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto mehr empfindet Ben für Zan wie für einen kleinen Bruder, mit dem er spielt, den er füttert, auf den er aufpasst und den er beschützt. Und von Anfang an ist klar, dass das Projekt irgendwann enden muss.

Nichtsdestotrotz ist das Buch auch inhaltlich hinter meinen Erwartungen zurück geblieben. Es gibt beispielsweise kaum Informationen zu den Hintergründen des Experiments und den bisherigen Erkenntnissen der Forschung. In der Hinsicht hat der Autor es sich leicht gemacht und die Geschichte einfach ins Jahr 1973 verschoben, wo die Forschung zur Sprachfähigkeit von Schimpansen gerade erst angefangen hat. Prinzipiell spricht da nichts gegen, allerdings wird erst nach einigen Kapiteln nebenbei in einem Satz die Jahreszahl 1973 erwähnt, sodass die bis dahin gelesenen Seiten dann in einem ganz neuen Kontext erscheinen. Auch sonst gibt es außer einer neu erscheinenden Schallplatte von ABBA kaum Hinweise darauf, dass die Geschichte nicht in der heutigen Zeit spielt, sodass ich es immer wieder vergessen und mir mehr Informationen gewünscht habe. Es ist also eigentlich nur eine Geschichte mit einem Affenbaby, das sprechen lernen soll, ohne einen wirklichen wissenschaftlichen Hintergrund – auch wenn die wenigen erwähnten psychologischen Details korrekt sind.

Außerdem finde ich es in einem Jugendbuch sehr kritisch, dass der Autor den Lesern bei so einem kontroversen Thema von Anfang an seine eigene Meinung aufdrückt. Das Buch beginnt schon damit, wie der neugeborene Zan seiner Mutter, die mit Betäubungsgewehr ruhig gestellt wird, aus den Armen gerissen wird. So geht es dann das ganze Buch über weiter. Alle negativen Aspekt von Tierversuchen und Vermenschlichung von Tieren werden aufgezeigt und erläutert: Zan wird zum Lernen auf einem Stuhl festgeschnallt, er muss Kleidung tragen und in einem Bett schlafen, Ratten werden gezielt mit Krankheiten infiziert und dann mit Spritzen einfach getötet. Doch nirgendwo werden die positiven Aspekte der Forschung erwähnt, wie dass es zum wissenschaftlichen Fortschritt beiträgt – aber wenn es überhaupt keinerlei Nutzen gäbe, würde es ja nicht in dem Maße durchgeführt werden. Doch der Autor stellt immer nur die brutale, grausame Seite dar. Gerade in einem Jugendbuch sollten, meiner Meinung nach, aber beide Seiten beleuchtet werden, um den Leser eine eigene Entscheidung treffen zu lassen.

Fazit:
Das Buch ist in vielerlei Hinsicht hinter meinen Erwartungen zurück geblieben. Durch eine Verlagerung in das Jahr 1973 wird beispielsweise umgangen, den bisherigen Forschungsstand zum Thema darstellen zu müssen. Außerdem werden Tierversuche nicht kontrovers diskutiert, da der Autor den Lesern von der ersten Seite an seine Meinung aufdrückt. Trotzdem entwickeln sich die Geschichte und gerade die Beziehung zwischen Ben und Zan sehr schön. Insgesamt ist es jedoch nur eine nette Geschichte über ein Affenbaby, das sprechen lernen soll. Daher bekommt „Affenbruder“ auch nur drei Schreibfedern von mir.


Donnerstag, 3. September 2015

[Aktion] Top Ten Thursday #4 | Welche 10 Bücher stehen ganz oben auf der Wunschliste?

Nachdem ich den letzten Donnerstag tatsächlich verpasst habe, bin ich diese Woche wieder mit meinen Top Ten dabei! Weitere Informationen findet ihr bei Steffis Bücherbloggeria. :)


Das heutige Thema:
Freestyle (jeder darf sich sein Thema aussuchen)
Ich habe mich entschieden, den Top Ten Thursday #211 nachzuholen:
Welche 10 Bücher stehen ganz oben auf der Wunschliste?

Meine Top Ten:





Habt schon eines der Bücher gelesen?
Welche Bücher stehen ganz oben auf eurer Wunschliste?

Mittwoch, 2. September 2015

Neuzugänge #47


Ich hatte mich gerade erst auf Bloggdeinbuch angemeldet, da habe ich schon das erste Buch bekommen. Und mittlerweile habe ich in der Challenge auch wieder so viel Geld zusammen gelesen, dass ich mir neue Bücher gönnen durfte. Zwar waren die eigentlich nicht geplant, aber wie das immer so ist, hat die spontane Lust sich gegen den Plan durchgesetzt.


Nachdem ich "Asche und Phönix" bei meinen letzten Neuzugängen dabei hatte, hat mich ein bisschen das Kai Meyer Fieber gepackt. Daher habe ich mir jetzt "Phantasmen" zugelegt und bin schon wahnsinnig gespannt.
Seit ich das erste Mal über das Buch gestolpert bin, geht mir außerdem "Sturz in die Zeit" von Julie Cross nicht mehr aus dem Kopf. Ich weiß gar nicht, warum eigentlich. Jetzt habe ich es mir einfach gekauft und damit noch eine neue Reihe angefangen. Und total schlechtes Gewissen.
Von Bloggdeinbuch habe ich zuletzt dann noch "Dämonenasche" bekommen. Das Buch hat mich von Anfang an fasziniert. Dank der Serie Supernatural bin ich absolut begeistert von allen Geschichten über Dämonen und Engel. Ich hoffe, dass es so spannend wird wie es klingt. Das erste Kapitel habe ich schon verschlungen.

Dienstag, 1. September 2015

[Statistik] August 2015

Der August ist schon vorbei? So richtig erfolgreich war ich nicht. Aber immerhin habe ich eine Reihe beendet und ein ertauschtes Buch sofort gelesen, bevor es genauso viel Staub ansetzt wie die anderen Bücher auf meinem SuB. Und da ich genauso wenig gelesen wie gekauft habe, ist es wenigstens eine Nullrunde.

Neuzugänge:

- "Affenbruder" [Leserundenexemplar]
- "Asche und Phönix" [ertauscht]
- "Sixteen Moons" [ertauscht]

Gesamtanzahl: 3 Bücher



Gelesen und rezensiert:

- "Zersplittert" von Teri Terry (400 Seiten) [3/5]
- "Bezwungen / Vernichtet" von Teri Terry (368 Seiten) [4/5]
- "Asche und Phönix" von Kai Meyer (460 Seiten) [5/5]

Bücher insgesamt: 3 Bücher
Seiten insgesamt: 1228 Seiten
durchschnittliche Bewertung: 4 von 5 Schreibfedern



Highlight des Monats:
Das Buch hat mich wirklich mitgerissen. Seitdem liebe ich Kai Meyer noch mehr.


Enttäuschung des Monats:
Diesen Monat war zum Glück keine richtige Enttäuschung dabei.
Selbst das Buch, das ich am wenigsten mochte, hat noch drei Schreibfedern bekommen.


Wie war euer Monat?
Welche Highlights und Enttäuschungen habt ihr erlebt?