Freitag, 5. Februar 2016

[Rezension] Das Labyrinth ist ohne Gnade – Rainer Wekwerth



Titel: Das Labyrinth ist ohne Gnade
Autor: Rainer Wekwerth
Verlag: Arena Verlag
Erscheinungsdatum: 01. Juli 2014
Einband: Hardcover
Seiten: 335
ISBN: 978-3-401067-90-2
Preis: 16,99 € [D]

Klappentext:
Sie sind nur noch zu dritt und sie sind geschwächt. Aber sie wollen überleben – um jeden Preis. Zweifel überschatten den Kampf gegen das Labyrinth, das mit immer neuen Mysterien für die Jugendlichen aufwartet. Ihr mühsam erworbener Teamgeist scheint nicht zu brechen, doch lohnt sich für Jeb, Jenna und Mary der gemeinsame Kampf, wenn nur einer von ihnen überleben kann? Die entscheidende Frage aber wagt niemand zu stellen: Was erwartet den letzten Überlebenden hinter dem sechsten Tor?

Einordnung:
- Das Labyrinth erwacht (Teil 1) 
- Das Labyrinth ist ohne Gnade (Teil 3)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten!

Der dritte und letzte Band der Reihe zieht sich besonders zu Beginn ein wenig, weil die Handlung in etwa genauso schnell (oder langsam) voranschreitet wie in den vorherigen Büchern, nur dass nur noch aus drei Perspektiven berichtet wird. Daher doppeln sich die Erzählungen hin und wieder, weil alle Gegebenheiten aus zwei oder manchmal sogar allen drei Perspektiven erzählt werden. Das gibt sich aber relativ schnell, denn die Charaktere sind nicht immer gemeinsam unterwegs und für die beiden letzten Welten sind außerdem weniger Seiten vorgesehen, da schließlich auch der Abschluss nach dem letzten Tor noch erzählt werden muss. Es ist daher relativ bald wieder deutlich zu spüren, wie gehetzt und gestresst die Charaktere sind und welche Spuren die vergangenen Tage bei ihnen hinterlassen haben. Darum macht es auch nichts, dass wegen der wenigen übrigen Charaktere keine richtige Spannung mehr aufkommt im Kampf um die Tore. Obwohl mir gleichgültig gewesen ist, wer letztendlich gewinnen würde, hatte ich aber trotzdem die Möglichkeit, noch einmal mit allen zu leiden.

Dieser Band bringt dann auch endlich die ersehnten Erklärungen für das Labyrinth und die gesamten merkwürdigen Vorkommnisse. Der Hintergrund ist wirklich gut durchdacht, auch wenn ich schon geahnt habe, worauf es hinauslaufen würde. Für fast alle seltsamen Geschehnisse werden in diesem Buch Gründe angegeben, die auch tatsächlich nachvollziehbar sind. Nur, warum es sich um ein Labyrinth handelt bzw. warum dieser Abfolge von Welten der Name „Labyrinth“ gegeben wurde, verstehe ich nach wie vor nicht. Insgesamt kann ich im Grunde gar nichts zur Auflösung verraten, ohne zu spoilern, aber ich kann sagen, dass ich zufrieden bin mit den Dingen, die der Autor sich ausgedacht hat.

Zumindest war ich zufrieden, bis ich den Epilog gelesen habe: eine einzelne Seite, als das Buch eigentlich schon beendet war. Das hat es mir zum Schluss dann noch einmal ordentlich verdorben, weil ich offene Enden wirklich nur sehr ungern lese. Ich möchte mir nicht mein eigenes Ende ausdenken, ich möchte wissen, wie die Geschichte tatsächlich endet. Daher lässt mich der Epilog, nachdem ich eigentlich mit der Reihe abgeschlossen hatte, jetzt doch unzufrieden zurück. Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass sich der Autor nicht von dem aktuellen Trend, beendete Reihen doch noch fortzusetzen, anstecken lässt, denn bis auf den Epilog ist das Ende genau so, wie es in meinen Augen zu sein hat.

Fazit:
Der Spannung geht in diesem Buch ebenso die Luft aus wie den Charakteren. Dennoch ist dieser letzte Band nicht langweilig, denn aus dem Kampf gegen das Labyrinth wird für die übrigen Charaktere bloß ein Kampf gegen sich selbst. Bis zum Schluss und darüber hinaus konnte ich mit ihnen leiden. Außerdem löst dieses Buch endlich die Mysterien des Labyrinths auf und erklärt von den Welten über die Tore bis zu den Seelentrinkern so gut wie alles. Der einzige große Kritikpunkt, den ich an dem Buch habe, ist der Epilog. In diesem wird aus der gut durchdachten, sinnvollen Auflösung plötzlich ein offenes Ende. Weil mich dieses offene Ende dann jetzt doch noch unzufrieden zurücklässt, bekommt „Das Labyrinth ist ohne Gnade“ nur vier Schreibfedern von mir.

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