Samstag, 27. Februar 2016

[Rezension] Die Auserwählten: Kill Order – James Dashner



Titel: Die Auserwählten - Kill Order
Autor: James Dashner
Verlag: Carlsen Verlag
Erscheinungsdatum: 28. August 2015
Einband: Hardcover
Seiten: 439
ISBN: 978-3-551520-76-0
Preis: 19,99 € [D]

Klappentext:
13 Jahre bevor Thomas ins Labyrinth kam: Unerträgliche Hitze, radioaktive Strahlen und riesige Flutwellen – das Land liegt brach. Jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben. Mark und seine Freunde irren durch verlassene Städte auf der Suche nach einem Ort, an dem sie bleiben können. Als sich ein Hubschrauber nähert, glauben sie an Rettung. Doch sie werden beschossen, mit infizierten Pfeilen, die einen Virus verbreiten. Wer tut den Menschen so etwas an? Mark und seiner Truppe bleibt nicht viel Zeit das herauszufinden, denn der Virus mutiert und wird zur tödlichen Gefahr ...

Einordnung:
- Kill Order (Prequel)
- Phase Null (Prequel 2)
- Im Labyrinth (Teil 1) 
- In der Brandwüste (Teil 2) 
- In der Todeszone (Teil 3) 

Rezension:
Kann Spoiler zur Trilogie enthalten!

Bei diesem Buch handelt es sich um ein Prequel zur Reihe „Die Auserwählten“ von James Dashner. Dennoch ist es empfehlenswert, die Reihe zuerst zu lesen, weil das das Verständnis enorm erleichtert. Zwar ist „Kill Order“ ein eigenständiges Buch, dessen Handlung sich bis auf Prolog und Epilog nicht mit den Geschehnissen in der restlichen Reihe überschneidet, aber bestimmte Gegebenheiten wie die Auswirkungen der Krankheit und die neue Gesellschaftsstruktur, sowie das eigentliche Ereignis der Sonneneruptionen werden meiner Meinung nach nicht ausführlich genug geschildert, um das Buch unabhängig vom Vorwissen aus der Trilogie zu verstehen. Hinzu kommt, dass das Buch einige Spoiler für die Trilogie beinhaltet, sodass die Reihe zuerst gelesen werden sollte, um das zu vermeiden.

Diese Eigenständigkeit des Buches ist auf der einen Seite durchaus positiv, weil es so nicht zu Redundanzen kommt. In diesem Buch geht es um neue Charaktere und ihre Geschichte. Nur hin und wieder finden sich Verknüpfungen zur Reihe, die detailliertere Informationen und neue Erklärungen über die Ereignisse liefern. An der Seite von Mark, dem Protagonisten, erfährt der Leser alles über das Leben ein Jahr nach den Sonneneruptionen. Es wird geschildert, wie die übrigen Menschen um ihr Überleben kämpfen, und wie die Regierung, die sich Nacheruptive Notstandskoalition nennt, vollkommen überfordert mit der Situation ist, sodass sie sich genötigt sieht, zu drastischen Mitteln zu greifen. Gemeinsam mit dem Ex-Soldaten Alec kämpft Mark nicht nur um die eigene Zukunft, sondern auch um die der gesamten Menschheit. Gleichzeitig suchen ihn, wann immer er schläft, Albträume heim, sodass der Leser die Sonneneruptionen auch direkt erfahren kann und nicht bloß ihre Auswirkungen. Mit jedem Mal, dass Mark einschläft, setzt sich sein Traum ein Stück weiter fort, sodass vom Stromausfall über die verbrannten Leichen bis hin zur Überflutung alles beschrieben wird.

Ein großer Nachteil, der durch die vollkommen neue Geschichte entsteht, ist dass die Charaktere unbekannt sind. Das scheint der Autor gerade zu Beginn weitgehend zu vergessen, denn die Figuren werden kaum eingeführt, sie handeln einfach direkt. Deshalb sind sie so blass, dass ich Schwierigkeiten hatte, sie auseinander zu halten. Erst im letzten Drittel konnte ich die Namen langsam den handelnden Figuren zuordnen und mir merken, welcher männliche Charakter Gefühle für welchen weiblichen Charakter hat. Damit einher geht auch, dass es mir schwer fiel, mit den Figuren zu leiden, obwohl sie schreckliche Dinge erleben. Die Spannung bleibt lange Zeit auf der Strecke, weil beispielsweise eine tagelange Flucht durch den Wald ohne Bindung zu den Charakteren relativ uninteressant ist.

Fazit:
Obwohl das Buch ein Prequel ist, sollte es zum besseren Verständnis und zur Vermeidung von Spoilern nach der Trilogie gelesen werden. Protagonist Mark erzählt zeitgleich von den Momenten der Sonneneruption wie vom Leben ein Jahr nach der Katastrophe. Die Geschichte ist daher absolut eigenständig und hat keine Redundanzen zur Trilogie, sondern nur einige Verknüpfungen, wenn sie genauere Erklärungen oder Details liefert. Auch die Charaktere sind neu, allerdings bleiben sie so blass, dass sie die meiste Zeit nicht auseinanderzuhalten sind. Als neue Geschichte mit vielen Erklärungen, aber blassen Charakteren und teilweise mangelnder Spannung bekommt „Kill Order“ nur drei Schreibfedern von mir.

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