Samstag, 6. Februar 2016

[Rezension] Masterminds: Im Auge der Macht – Gordon Korman



Titel: Masterminds – Im Auge der Macht
Autor: Gordon Korman
Verlag: Beltz & Gelberg Verlag
Erscheinungsdatum: 01. Februar 2016
Einband: Hardcover
Seiten: 263
ISBN: 978-3-407745-94-1
Preis: 12,95 € [D]

Klappentext:
Serenity in New Mexico: 185 Einwohner, keine Kriminalität, Arbeit für jeden, die perfekte Idylle! Eli kann sich nicht vorstellen, jemals irgendwo anders zu leben. Bis zu dem Tag, als er die Stadtgrenze überquert und aus heiterem Himmel unter Schmerzen zusammenbricht. Wer hindert Eli daran, die Stadt zu verlassen und wieso? Serenity entpuppt sich als perfides Gefängnis und Eli und seinen Freunden wird klar: Sie schweben in Lebensgefahr ...

Einordnung:
- Im Auge der Macht (Teil 1)
- Criminal Destiny (Teil 2, dt. Titel unbekannt)

Rezension:
Auch ohne den Klappentext gelesen zu haben, ist relativ schnell zu durchschauen, dass in der Stadt Serenity, in der die Geschichte spielt, irgendetwas ganz und gar nicht stimmt. Schon in den ersten Kapiteln wird deutlich, dass dafür, dass in der Stadt angeblich alle ehrlich sind, die Lügen an ziemlich vielen Ecken zu finden sind. Dass der Leser schneller einen Überblick über all die Dinge hat, die in Serenity „faul“ sind, wie Randy so schön sagt, liegt daran, dass die Geschichte aus fünf unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird: Eli, Tori, Amber, Malik und Hector berichten immer abwechselnd. Dadurch, dass nach und nach jedem von ihnen andere Ungereimtheiten auffallen, sammeln sich die Verdachtsmomente beim Leser schnell an, während sich die Kinder erst einmal überwinden müssen, sich gegenseitig anzuvertrauen, dass sie sich mit zwei wichtigen Grundwerten der perfekten Stadt Amerikas nicht identifizieren: Zufriedenheit und Ehrlichkeit. Nichtsdestotrotz ist das Buch wirklich spannend, denn obwohl schnell deutlich wird, was in Serenity nicht stimmt, bleibt lange Zeit ungewiss, warum das so ist. Das macht neugierig.

Dies und die Perspektivenwechsel haben dazu beigetragen, dass ich geradezu durch die Seiten geflogen bin. Da die fünf Schüler, aus deren Perspektiven berichtet wird, in ihrem alltäglichen Leben alle unterschiedliche Puzzlestücke des Rätsels um Serenity finden, wird schon bei der Vorstellung der Charaktere die Handlung ordentlich vorangetrieben. Diese Geschwindigkeit hält sich das ganze Buch über, weil der Autor mögliche langweilige Passagen, die für die Handlung irrelevant sind, einfach überspringt. Stattdessen beschreibt er dramatische Wendungen und schafft es auch problemlos, die Spannung aufrecht zu erhalten, als endlich die entsetzliche Wahrheit offenbart wird. Obwohl die Erklärung, die ich mir überlegt habe, in die richtige Richtung ging, ist das wahre Ausmaß der Verschwörung noch viel größer und schrecklicher als erwartet. Ich musste das Buch in einem Rutsch durchlesen, weil ich einfach nicht aufhören konnte. Gerade gegen Ende, als immer weniger Seiten übrig waren, habe ich immer schneller gelesen und die Charaktere angefeuert, schneller zu rennen. Ich bin das Gefühl nicht losgeworden, dass zu wenige Seiten für ein Happy End übrig waren.

Das tatsächliche Ende des Buches war zunächst mein einziger Kritikpunkt an dem Buch. Es gibt natürlich hin und wieder unrealistische Momente in der Geschichte, aber die sind selten und schnell vorbei. Wirklich gestört hat mich nur das abrupte Ende. Nach einem letzten Zielsprint rauscht die Handlung dann einfach gegen eine Wand und ist zu Ende. Allerdings habe ich nach einiger Recherche herausgefunden, dass das Buch nur der Auftakt einer Reihe ist. Der zweite Teil ist vor fünf Tagen im englischen Original erschienen. Das rechtfertigt das plötzliche Ende mit den mangelnden Reaktionen der anderen Charaktere und den fehlenden Zukunftsperspektiven. Wenn es als Teil einer Reihe betrachtet wird, ist das Buch gut in sich abgeschlossen. (Ich erwähne das hier extra, weil alle anderen Blogger, von denen ich weiß, dass sie auch ein Rezensionsexemplar erhalten haben, ebenfalls nicht wussten und teilweise bis jetzt nicht wissen, dass es sich bei „Masterminds“ um eine Reihe handelt.)

Fazit:
Das Buch wird aus fünf unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Dadurch, dass jeder Erzähler ein anderes Puzzlestück des Rätsels um die Stadt Serenity findet, hat die Geschichte von Anfang an eine hohe Geschwindigkeit. Diese hält sich über das gesamte Buch und wird zum Schluss sogar noch gesteigert. Aber nicht nur die Spannungskurve, auch die Idee hinter der Geschichte ist gelungen und die Wahrheit ist noch viel schrecklicher als vermutet. Nachdem ich herausgefunden habe, dass es sich um den ersten Teil einer Reihe handelt, bin ich auch mit dem abrupten Ende zufrieden, das die Spannung für den zweiten Teil aufrechterhält. Als rundum gelungenes Buch bekommt „Masterminds – Im Auge der Macht“ fünf Schreibfedern.



Ich bedanke mich ganz herzlich beim Beltz Verlag und bei Bloggdeinbuch für das Rezensionsexemplar!

Kommentare:

  1. Huhu,

    ich habe das Buch auch vor kurzem gelesen und rezensiert und auch mir gefiel die Story super gut. Beim Ende bin ich deiner Meinung. Und auch wenn es noch eine Fortsetzung gibt, fand ich das Ende zu abrupt. Den Übergang hätte man noch schöner hinkriegen können...

    Grüße Steffi

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    1. Hey,

      da ich jetzt weiß, dass es noch eine Fortsetzung gibt, finde ich das Ende eigentlich gelungen. Gefahr überstanden, Ziel erreicht, jetzt erst mal durchatmen. Als meiner Sicht kann ein Buch da ruhig enden. Aber es ist tatsächlich immer noch etwas plötzlich, das stimmt. Also am besten noch mal lesen, wenn der nächste Teil schon im Regal steht. ;)

      Grüße zurück,
      Jenny

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