Freitag, 15. April 2016

[Rezension] Witch Hunter – Virginia Boecker



Titel: Witch Hunter
Autor: Virginia Boecker
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 18. März 2016
Einband: Hardcover
Seiten: 383
ISBN: 978-3-423761-35-2
Preis: 17,95 € [D]

Klappentext:
Die 16-jährige Elizabeth Grey sieht harmlos aus und ganz und gar nicht so, als könnte sie einen Hexer vergiften oder zehn Totenbeschwörer nur mit einem Schwert und einem Beutel Salz überwältigen. Trotzdem gehört Elizabeth zu den gefährlichsten Hexenjägern in Anglia. Doch als sie mit einem Bündel Kräuter gefunden wird, das ihr zum Schutz dienen soll, wird sie in den Kerker geworfen und selbst der Hexerei angeklagt. Wider Erwarten retten weder Caleb, ihr engster Freund und heimlicher Schwarm, noch ihr Lehrmeister Blackwell sie vor dem Scheiterhaufen. Stattdessen befreit sie in letzter Sekunde ein ganz anderer: Nicholas Perevil, der mächtigste Magier des Landes und Erzfeind aller Hexenjäger. Er lässt sie heilen und nimmt sie bei sich auf. Doch was wird der Preis sein, den sie dafür bezahlen muss?

Einordnung:
- Johns Geschichte (Zusatzgeschichte)
- Witch Hunter (Teil 1)
- Herz aus Dunkelheit (Teil 2)

Rezension:
Die Geschichte wird erzählt aus der Perspektive der Hexenjägerin Elizabeth. Obwohl sie als Ich-Erzählerin fungiert, wurde sie für mich das ganze Buch über nicht greifbar. Ich hatte von Anfang bis Ende das Gefühl, von oben auf die Handlung hinab zu blicken. Trotz meiner eigenen Gedanken und Gefühle, die ich beim Lesen entwickelt habe, hat mich das Buch daher nicht besonders bewegt. Es hat nicht tiefgründig an meinen Emotionen gerührt. Verrat und Tod, die in einer Geschichte über Magier und Hexenjäger, Scheiterhaufen und Galgen unvermeidlich sind, hat die Autorin gut beschrieben, doch sie haben mich nicht mitgerissen, unabhängig von der Wichtigkeit der Charaktere. Gleiches gilt auch für eine Situation, in der unklar ist, ob es sich dabei um Realität oder Illusion handelt. Mir war bewusst, dass dieser Moment spannend sein sollte, das Gefühl kam aber nicht bei mir an. Es war interessant zu lesen und hat durchaus für Verwirrung gesorgt, mehr aber auch nicht.

Umso mehr muss ich die Idee und den Schreibstil hervorheben, denn das Buch hat mir trotz mangelnder Emotionalität gut gefallen. Durch den runden Schreibstil der Autorin lässt sich das Buch auch ohne nennenswerte Spannung flüssig lesen und entwickelt keine Längen. Auch ist das Grundkonzept der Magie gelungen umgesetzt. Die Geschichte ist wirklich gut gemacht. Die Handlungsstränge greifen schlüssig ineinander und alle Ungereimtheiten, über die ich mir Gedanken gemacht habe, haben sich letztendlich als aus Elizabeths Naivität entstanden herausgestellt. Besonders positiv aufgefallen ist mir außerdem, dass die Liebesgeschichte, die natürlich einen Teil der Handlung ausmacht, nicht von Anfang an vorhersehbar ist. Es kommen mehrere junge Männer in Frage, sodass sich zunächst noch die Frage stellt, für wen Elizabeth Gefühle entwickeln wird. Auch diese Ungewissheit hat keine Spannung ausgelöst, doch weil mir die meisten Charaktere durchaus sympathisch finde und das Buch mir gute Unterhaltung geboten hat, bin ich trotzdem schon gespannt auf den nächsten Teil.

Fazit:
Obwohl das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, wurde die Protagonistin Elizabeth für mich bis zum Schluss nicht greifbar. Darunter haben vor allem für Emotionalität und die Spannung gelitten, die daher kaum vorhanden waren. Das hat die Autorin jedoch mit einem flüssigen Schreibstil und einer gut gemachten Geschichte ausgeglichen. Deshalb bekommt „Witch Hunter“ trotzdem vier Schreibfedern und ich freue mich schon auf die Fortsetzung.


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