Samstag, 28. Mai 2016

[Rezension] Chroniken der Unterwelt: City of Bones – Cassandra Clare



Titel: Chroniken der Unterwelt – City of Bones
Autor: Cassandra Clare
Verlag: Arena Verlag
Erscheinungsdatum: 01. Januar 2008
Einband: Hardcover
Seiten: 500
ISBN: 978-3-401061-32-0
Preis: 17,99 € [D]

Klappentext:
Gut aussehend, düster und sexy. Das ist Jace. Verwirrt, verletzlich und vollkommen ahnungslos. So fühlt sich Clary, als sie in Jaces Welt hineingezogen wird. Was Clary nicht ahnt: Jace ist ein Dämonenjäger. Und als Clary mitten in New York City von den Kreaturen der Unterwelt angegriffen wird, muss sie schleunigst ein paar Antworten auf ihre Fragen finden. Denn sonst wird die Geschichte ein tödliches Ende nehmen!

Einordnung:
- City of Bones (Teil 1)
- City of Ashes (Teil 2)
- City of Glass (Teil 3)
- City of Lost Souls (Teil 5)

Rezension:
Nachdem ich den Film und die Serie gesehen habe, musste ich das Buch auch unbedingt lesen, obwohl ich Teile der Handlung schon kannte. Das hat der Geschichte aber nicht die Spannung genommen und ist auch nicht der Grund, warum ich nicht vollends begeistert vom ersten Teil der Reihe bin. Der Grund dafür liegt eher darin, dass mir die meisten Charaktere zu Beginn überraschend unsympathisch waren. Besonders trifft das auf die Protagonistin Clary zu, die mit ihren 15 Jahren noch immer ein pubertierender Teenager ist, schnell aufbrausend und leichtgläubig. Im Laufe der Zeit wächst sie jedoch mit ihren Aufgaben und wird reifer, womit sie mehr an die Serien-Clary erinnert, mit der ich mich deutlich mehr identifizieren konnte. Vor allem beginnt sie, selbstständiger zu denken, statt alles zu fressen, was ihr vor die Nase geworfen wird.
Im Gegensatz dazu entwickelt sich der Schattenjäger Jace kaum weiter. Er ist von Anfang an von sich selbst, seinem Aussehen und seinem Charme überzeugt und hat keine Hemmungen, das auch jeden wissen zu lassen. Seine unglaubliche Arroganz zerstört mehr als eine Szene und macht ihn mir enorm unsympathisch. Das kann auch seine schwere Kindheit nicht wettmachen.
Überraschenderweise galt das zu Beginn auch für seine Schwester Izzy, die ich in der Serie wirklich ins Herz geschlossen hatte. Sie benimmt sich Clary gegenüber äußerst unfreundlich und scheint auch kaum gewillt, ihre Position als einziges Mädchen im Institut aufzugeben. Obwohl sie, im Gegensatz zu ihrem Bruder Alec, keinen Grund hat, Clary nicht zu mögen, macht sie das bei jeder Gelegenheit deutlich. Sie ist Clary in jeder Hinsicht überlegen, von der Körpergröße über das Selbstbewusstsein bis zur Erfahrung im Kampf, aber sie hackt trotzdem auf ihr herum. Doch sie entwickelt sich weiter, sodass sich meine Abneigung im Laufe des Buches in Sympathie verwandelt hat.

Wirklich positiv aufgefallen sind mir in diesem Buch die unterschiedlichen Liebesgeschichten. Jede Figur wird mitsamt ihrer Gefühle mindestens einmal Thema, ohne dass die Autorin dabei die eigentliche Handlung aus den Augen verloren hat. Im Rahmen der Geschichte wird nebenbei die gesamte Vielfalt betrachtet, die die Liebe zu bieten hat: Nicht jede Figur hat das Glück, dass ihre Liebe erwidert wird und schon relativ schnell stellt sich heraus, dass sich das in einigen Fällen auch niemals ändern wird. Andere Charaktere haben doch irgendwo noch die Chance, dass ihre Gefühle vielleicht einmal erwidert werden. Es gibt geheime, verbotene und geduldete, wenn auch nicht verstandene Liebe. Am meisten mitgerissen hat mich jedoch das Drama in der Liebesgeschichte der Protagonistin Clary. Natürlich steht von Anfang an außer Zweifel, dass an irgendeiner Stelle ein fürchterliches Drama geschehen und alles zerstören wird, aber Art und Ausmaß der Tragödie habe ich so noch nicht gelesen. Selbst als Leserin habe ich mich absolut machtlos gefühlt.

Außerdem gefällt mir auch die ganze Welt, die die Autorin sich ausgedacht hat. Als riesiger Supernatural-Fan habe ich eine Schwäche für Engel und Dämonen, auch wenn das hier anders umgesetzt ist. Mir gefällt, wie mit Legenden, Mythen, Märchen und religiösen Texten gespielt wird. Gleichzeitig ist der Übergang zur Realität fließend, beispielsweise als deutlich wird, dass alle Religionen die Schattenjäger unterstützen, weil jede Religion von den Dämonen weiß und sie auf die eine oder die andere Art in ihren Glauben integriert hat. Immer wieder gibt es in der Realität verankerte Anspielungen, die den Eindruck entstehen lassen, dass sowohl die Unterwelt mit ihren Bewohnern als auch die Schattenjäger durchaus neben der realen Gesellschaft existieren könnten. Das macht die Geschichte und die Handlung greifbarer.

Fazit:
Obwohl ich den Film und die Serie bereits kannte, war das Buch spannend zu lesen. Die fiktive Unterwelt überschneidet sich häufig mit unserer Realität, sodass die Geschichte greifbarer wird. Nebenbei fließen viele Liebesgeschichten in die Handlung ein, die mich mit ihrer Vielfalt überzeugen konnten. Insbesondere das Drama um Clarys Herz ist wirklich gelungen. Etwas enttäuscht war ich nur zu Beginn von den Charakteren, die mir nahezu alle unsympathisch waren. Bei Clary und zum Glück vor allem bei Izzy hat sich das aber im Laufe der Geschichte geändert. Insgesamt bekommt „City of Bones“ daher vier Schreibfedern von mir.

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