Mittwoch, 31. August 2016

[Rezension] Selection: Die Krone – Kiera Cass



Titel: Selection – Die Krone
Autor: Kiera Cass
Verlag: Fischer Verlag
Erscheinungsdatum: 25. August 2016
Einband: Hardcover
Seiten: 325
ISBN: 978-3-737354-21-9
Preis: 16,99 € [D]

Klappentext:
Als das Casting begann, war Eadlyn wild entschlossen, sich nicht zu verlieben und keinen der Bewerber an sich heranzulassen. Doch nun muss sie sich eingestehen, dass einige von ihnen doch Eindruck bei ihr hinterlassen haben: Henri, der charmante Lockenkopf, und sein bester Freund Erik. Der aufmerksame und rücksichtsvolle Hale. Der selbstsichere und attraktive Ean. Und natürlich Kile, Eadlyns Lieblingsfeind aus Sandkastenzeiten, der sie zu ihrem Ärger immer wieder aus der Reserve lockt. Sie alle haben es geschafft, einen Platz in Eadlyns Welt zu erobern. Aber wird es auch jemand in das Herz der Prinzessin schaffen?

Einordnung:
- Selection (Teil 1) 
- Selection - Die Elite (Teil 2) 
- Selection - Die Krone (Teil 5)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten vier Teile enthalten.

Nachdem mir der vierte Teil der Selection-Reihe, „Die Kronprinzessin“, inhaltlich nicht wirklich gefallen hat, weil ich keinen Unterschied zu den ersten drei Bänden wahrnehmen konnte, und mir besonders Eadlyn, die Protagonistin, extrem unsympathisch war, hatte ich eigentlich keinerlei Erwartungen an den finalen Teil der Reihe. Ich habe mich darauf gefreut, weil die Geschichte damit dann endlich abgeschlossen ist, und hatte die vage Hoffnung, vielleicht ein wenig positiv überrascht zu werden. Nachdem ich das Buch gelesen habe, muss ich jetzt gestehen: Es hat mich von vorne bis hinten überrascht. „Selection - Die Krone“ ist ein wirklich gutes Buch.

Die wichtigsten Veränderungen im Vergleich zum vorherigen Teil betreffen Eadlyn. Nach dem Herzinfarkt ihrer Mutter muss sie nun mehr Verantwortung übernehmen. Statt an der Seite ihres Vaters zu stehen, zu beobachten und zu lernen, ist sie gezwungen, selbst Entscheidungen zu treffen und Dinge in die Hand zu nehmen. Das tut ihr wirklich gut, denn in dieser Arbeit geht sie auf – und das schlägt sich in ihren Aussagen, ihren Gedanken und ihren Verhaltensweisen nieder. Sie ist wirklich sympathisch geworden, weil sie endlich ihre Macht sinnvoll nutzt, statt immer nur jedem unter die Nase zu reiben, wie toll sie ist. Natürlich tut sie das manchmal noch immer, aber insgesamt wirkt sie viel menschlicher. Ihr Herz ist endlich aufgetaut und hat dabei überraschende Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit offenbart.

Das schlägt sich auch in den Interaktionen mit den Kandidaten des Castings nieder. Um ihre Aufgaben alle gleichzeitig erledigen zu können, reduziert Eadlyn die Anzahl der Kandidaten relativ schnell auf die Elite. Die sechs Jungen, die übrig bleiben, mochte ich alle schon im letzten Buch, aber jetzt kommen auch noch Eadlyns Gefühle hinzu. Das und die Tatsache, dass die Kandidaten untereinander Freundschaften geschlossen haben und sich unterstützen, statt sich gegenseitig auszustechen wie bei Maxons Casting, lassen eine ganz besondere Stimmung aufkommen. So wie Eadlyn niemanden nach Hause schicken wollte, weil ihr alle etwas bedeuten, wollte auch ich sie alle bleiben sehen. Natürlich war das nicht möglich, aber in der weiteren Entwicklung gibt es schöne, berührende, überraschende und sogar wirklich süße Momente, die beinahe vergessen lassen, dass es sich um ein Casting handelt.

Die Atmosphäre, die zwischenmenschlichen Beziehungen, das tiefe Vertrauen und die vielen Freundschaften haben mir so gefallen, dass es mir nichts ausmacht, dass die Handlung außerhalb des Castings relativ sparsam, wenn auch trotzdem existent, ist. Für diese Abschnitte hat sich die Autorin diesmal etwas Neues ausgedacht, sodass sich das Buch hier deutlich von allen vier Vorgängerbänden unterscheidet. Lediglich der Spannungsbogen ist gleich, da wie bei America auch Eadlyns Geschichte auf den letzten Seiten noch einmal richtig viel Fahrt aufnimmt. Allerdings ist das Ende dieses finalen Teils in jeder Hinsicht deutlich überraschender. Das hat mir wirklich gefallen und auch inhaltlich bin ich mit diesem Abschluss rundum zufrieden.

Fazit:
Ich hatte überhaupt keine Erwartungen an das Buch und wollte einfach nur das Ende der Geschichte erfahren. Jetzt bin ich absolut begeistert. Eadlyn kann in diesem Buch endlich ihre Macht nutzen und muss damit auch Verantwortung übernehmen. Sie geht darin auf und wird richtig sympathisch. Das macht das Buch einfacher zu lesen. Hinzu kommt, dass die Kandidaten untereinander Freundschaften geschlossen haben und sich gegenseitig unterstützen. Das erzeugt eine ganz besondere Atmosphäre und hat mir wirklich gefallen. Die Handlung außerhalb des Castings ist spärlich, aber neu und spannend. Und das Ende ist wirklich gut. Ich bin immer noch berührt, daher bekommt „Die Krone“ alle fünf Schreibfedern von mir.

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