Sonntag, 30. Oktober 2016

[Rezension] Die Chroniken des Magnus Bane – Cassandra Clare



Titel: Die Chroniken des Magnus Bane
Autor: Cassandra Clare
Verlag: Arena Verlag
Erscheinungsdatum: 23. Juni 2014
Einband: Hardcover
Seiten: 555
ISBN: 978-3-401069-75-3
Preis: 18,99 € [D]

Klappentext:
Der schillernde Oberste Hexenmeister von Brooklyn hat ein ereignisreiches Leben hinter sich. Sei es die Französische Revolution in Paris, der Börsencrash von New York oder das frühe London – Magnus war immer dabei und hatte seine funkensprühenden Finger im Spiel. Keine Frage, dass es dabei auch manchmal riskant wird für den vorlauten und lebenslustigen Draufgänger. Wenn man ewig lebt, muss man sich schließlich die Zeit vertreiben, da kommt eine kleine Romanze dann und wann gerade recht. Und wenn eine Situation doch mal zu heiß wird, gibt es ja immer noch den alles verhüllenden Zauberglanz.

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe, spielt aber im Schattenjäger-Universum von Cassandra Clare und führt einige erwähnte Szenen genauer aus.

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der anderen Bücher des Schattenjäger-Universums enthalten (Chroniken der Unterwelt und Chroniken der Schattenjäger)!

Das Buch enthält zehn Kurzgeschichten, die alle in Verbindung zu den Chroniken der Unterwelt oder den Chroniken der Schattenjäger stehen, wenn auch manchmal nur durch winzige Details. Der Leser erfährt beispielsweise mehr über die mysteriösen Geschehnisse in Peru, die nicht einmal Jace über die Lippen bringt, wie Magnus die französische Königin kennengelernt hat, zu welchem Anlass die Schattenjäger das Geschirr, das von Schattenweltlern berührt wurde, direkt in den Müll befördert haben, wie Raphael zum Vampir wurde, wie die Beziehung zwischen Magnus und Camille begann und endete, und natürlich wie das erste Date von Magnus und Alec abgelaufen ist. Damit eignet sich das Buch eher für Leser, die die Chroniken der Unterwelt schon gelesen haben, denn sonst wirkt diese Kurzgeschichtensammlung willkürlich zusammengewürfelt und zusammenhangslos. Außerdem enthält fast jede Geschichte mindestens einen Spoiler. Mir als Fan der Chroniken der Unterwelt hat es aber gefallen, zu einigen Details noch nähere Informationen zu bekommen.

So wie die Jahrhunderte wechseln auch die Emotionen und die Spannung zwischen den Kurzgeschichten. Während ich die erste Geschichte („Was geschah tatsächlich in Peru?“) gelesen habe, bin ich mehrfach in schallendes Gelächter ausgebrochen. In jungen Jahren war Magnus wirklich ein amüsanter Regelbrecher, der seine Grenzen nicht kannte oder sie absichtlich ständig überschritten hat. Hinein gemischt in den Witz hat sich ein wenig bittersüßer Schmerz, wann immer Magnus von einem oder einer seiner zahlreichen Geliebten das Herz gebrochen wurde. Obwohl ich Malec liebe, hat mich das immer etwas traurig gemacht, denn Magnus‘ Gefühle werden schnell deutlich, auch wenn er sie zu überspielen versucht. Andere Geschichten sind dagegen sehr spannend, denn es tauchen immer wieder sympathische Charaktere auf, bei denen anders als bei Magnus, Raphael oder Camille nicht von Anfang an klar ist, dass sie die Ereignisse überleben werden.

Fast allen Geschichten gemein war aber, dass sie mich etwas frustriert zurückgelassen haben. Die Kurzgeschichten sind immer nur Ausschnitte aus Magnus‘ Leben, sodass die Monate und Jahre davor und danach natürlich nicht beschrieben werden. Damit werden auch die Geschichten der Charaktere, die Magnus trifft, nur für einen kurzen Augenblick beleuchtet, bis Magnus sich nicht länger damit auseinander setzen möchte. Wann immer Magnus beschließt, weiter zu ziehen oder mit einer Sache abzuschließen, endet die Erzählung genau an dieser Stelle. Dabei bleiben viele Fragen, die ich mir gestellt habe, und Details, über die ich gerne mehr erfahren hätte, offen. Während ich das bei den meisten Geschichten noch nachvollziehen kann, da Magnus schließlich der Erzähler ist, hat mich das gerade bei der ersten Geschichte wirklich frustriert. Es wird über mehrere Jahre hinweg berichtet, welche fragwürdigen Erlebnisse Magnus in Peru hat, doch die Frage, warum er von dort verbannt wurde, wird bis zum Schluss nicht beantwortet. Das hätte nach 60 Seiten Alkohol, Party und Gesetzesbruch ruhig auch noch kurz erwähnt werden können.

Fazit:
Das Buch greift zehn in den anderen Büchern des Schattenjäger-Universums erwähnte Details auf und führt sie weiter aus. Damit ist es eher für Leser geeignet, die diese anderen Bücher schon gelesen haben, damit die Zusammenhänge verstanden und Spoiler vermieden werden. Ich habe die anderen Bücher schon gelesen und fand die zusätzlichen Details und Informationen daher sehr interessant. Die Kurzgeschichten spielen verteilt über die Jahrhunderte, die Magnus schon lebt, und wecken verschiedenste Emotionen, da sie mal lustig, mal traurig und mal spannend sind. Mich hat es lediglich etwas frustriert, dass es immer nur Ausschnitte aus Magnus‘ Leben und damit auch nur Ausschnitte aus dem Leben anderer Charaktere sind, sodass viele interessante Fragen offen bleiben. Daher bekommt „Die Chroniken des Magnus Bane“ insgesamt vier Schreibfedern.

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