Freitag, 25. November 2016

[Rezension] Magisterium: Der kupferne Handschuh – Holly Black und Cassandra Clare



Titel: Magisterium – Der kupferne Handschuh
Autor: Holly Black und Cassandra Clare
Verlag: One
Erscheinungsdatum: 08. Oktober 2015
Einband: Hardcover
Seiten: 303
ISBN: 978-3-846600-17-7
Preis: 16,99 € [D]

Klappentext:
Callum hat die Pforte der Beherrschung durchschritten: Nun kann ihm niemand mehr seine Zauberkräfte nehmen. Doch auch aus einem anderen Grund ist für ihn nichts mehr so wie vorher: Neuerdings macht Call sich Sorgen, dass sein Vater sich der Seite des Feindes angeschlossen haben könnte. Während Call noch überlegt, ob er sich Aaron und Tamara anvertrauen kann, macht die Nachricht die Runde, dass ein äußerst gefährlicher magischer Gegenstand entwendet wurde: der Alkahest, mit dem man das Element des Chaos beherrschen kann. In den falschen Händen kann dieser magische Handschuh tödliche Folgen haben. Callum und seine Freunde setzen alles daran, um Schlimmeres zu verhindern...

Einordnung:
- Der Weg ins Labyrinth (Teil 1) 
- Der kupferne Handschuh (Teil 2)
- The Silver Mask (Teil 4; dt. unbekannt)
- The Enemy of Death (Teil 5; dt. unbekannt)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!

Der Beginn des Buches hat mich in der Umsetzung stark an den ersten Band erinnert. Schon auf den ersten Seiten finden sich dramatische Entwicklungen, die für Call lebensbedrohlich sein könnten. Doch das wird rein auf der Sachebene vermittelt. Die ersten Kapitel sind absolut unemotional, weil sich Calls Gefühle kaum jemals in Handlungen, Gedanken oder physiologischen Reaktionen äußern. Wenn nicht explizit „er war traurig“ erwähnt werden würde, hätte ich die Emotion überhaupt nicht mitbekommen. Da die Darstellung von Calls Gefühlen dementsprechend auch immer nur einen Satz in Anspruch nimmt, ist die Handlung eine Seite später schon so viel weiter fortgeschritten, dass bereits die nächste, teilweise völlig unzusammenhängende Emotion benannt wird. Diese Sprunghaftigkeit hat auch nicht dazu beigetragen, mich wirklich in die Geschichte hinein zu ziehen. Ich konnte überhaupt nicht mit Call fühlen.
Glücklicherweise hat sich das aber nach den ersten Kapiteln geändert, als Call auf seine Freunde trifft. In zwischenmenschlichen Interaktionen wird sehr viel deutlicher, wie sich Call fühlt, ohne dass es explizit erwähnt werden muss. Teilweise konnte ich sogar verstehen, warum Call ein bestimmtes Gefühl hatte. Das hat ihn mir sehr viel sympathischer gemacht und auch dazu beigetragen, dass ich die Handlung viel intensiver und damit als spannender wahrgenommen habe als zuvor.

Diese Spannung steigert sich zum Ende des Buches hin immer mehr. Es ist tatsächlich richtig interessant geworden. Besonders gefallen hat mir die stetige Unsicherheit, wem Call vertrauen kann. Sein Vater scheint sich irgendwie in äußerst gefährliche, sehr viel Misstrauen erweckende Gedanken und Pläne verstrickt zu haben. Seine Freunde Aaron und Tamara behalten seine Geheimnisse plötzlich nicht mehr zuverlässig für sich. Master Joseph hängt noch immer an seinen Fersen. Im Magisterium läuft so einiges daneben, sodass es eine alles andere als sichere Zufluchtsstätte ist. Dann ist da natürlich noch Jasper, der Call nicht ausstehen kann und durch unglückliche Umstände aber viel zu viel – um nicht zu sagen: alles – weiß. Und seit Call herausgefunden hat, wer er wirklich kann, kann er sich selbst eigentlich auch nicht mehr trauen. Im Laufe der Geschichte wird diese Vertrauensfrage immer verwirrender, weil jeder auf seiner eigenen Seite zu stehen scheint. Das sorgt für einige überraschende Wendungen, eine spannende Entwicklung und macht das Buch richtig interessant.

Fazit:
Der Anfang des Buches ist ähnlich oberflächlich und emotionslos wie im ersten Band. Nach einigen Kapiteln ändert sich das allerdings, sodass ich Calls Gefühle verstehen und miterleben konnte. Dadurch wurde er mir viel sympathischer. Ab diesem Zeitpunkt beginnt auch die Handlung, spannend zu werden. Besonders fesselnd ist dabei, dass Call nicht mehr weiß, wem er vertrauen kann. Nach und nach scheint sich jeder als unzuverlässig herauszustellen. Das sorgt für überraschende Wendungen und macht die Geschichte interessant. Da mir „Magisterium – Der kupferne Handschuh“ besser gefallen hat als der erste Teil, vergebe ich vier Schreibfedern an das Buch.

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