Dienstag, 29. November 2016

[Rezension] Magisterium: Der Schlüssel aus Bronze – Holly Black und Cassandra Clare



Titel: Magisterium – Der Schlüssel aus Bronze
Autor: Holly Black und Cassandra Clare
Verlag: One
Erscheinungsdatum: 14. Oktober 2016
Einband: Hardcover
Seiten: 286
ISBN: 978-3-846600-28-3
Preis: 17,00 € [D]

Klappentext:
Nach den Ferien veranstaltet die Schule eine Feier für Call, Aaron und Tamara, weil sie den Feind des Todes abgewehrt haben. Doch noch während der Festlichkeiten greift ein Unbekannter sie an. Wer steckt hinter dem Anschlag? Auf der Suche nach Antworten treffen die drei unter der Erde erneut auf den Verschlungenen. Sie ahnen, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der zweite Teil der schrecklichen Prophezeiung wahr wird, die er ihnen im ersten Schuljahr mit auf den Weg gegeben hat. Doch vielleicht wenden sich die Dinge doch noch zum Guten, wenn sie nur rechtzeitig herausfinden, wer ihnen nach dem Leben trachtet!

Einordnung:
- Der Weg ins Labyrinth (Teil 1) 
- Der Schlüssel aus Bronze (Teil 3)
- The Golden Boy (Teil 4)
- The Enemy of Death (Teil 5)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten!

Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr viel leichter als bei den vorherigen Teilen. Es ist von der ersten Seite an spannend, denn obwohl jeder den Feind des Todes für tot hält, ist die Gefahr für Call und seine Freunde nicht gebannt. Während sie also auf einen neuen Angriff von Master Joseph warten, müssen sie sich gleichzeitig vor dem Spion im Magisterium in Acht nehmen. Dabei kommt es mehrfach zu lebensbedrohlichen Auseinandersetzungen, ohne dass der Spion tatsächlich selbst in Erscheinung tritt. Und natürlich hält Call noch immer geheim, wer er wirklich ist. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis jemand das herausfindet oder es jemanden das Leben kostet.

Für eine ganze Weile ist das Buch außerdem unterhaltsam, weil wieder mehr von der Ausbildung im Magisterium berichtet wird. Mehrmals begleitet der Leser Call und Aaron bei Lektionen zur Chaosmagie. Dabei lernen sie unheimliche Dinge, wie jemanden bewusstlos werden zu lassen, indem sie seine Seele berühren. Außerdem werden tiefere Einblicke gegeben, wie Constantine die chaosbesessenen Menschen und Tiere erschaffen hat, die auch nach seinem vermeintlichen Tod nach wie vor ein Problem darstellen. Das schafft eine Verbindung zwischen Constantine und Call, die ich mir bisher immer nur sehr schwer vorstellen konnte. Doch je mehr sich ihre Fähigkeiten angleichen, desto eher kann ich nachvollziehen, dass Call der Feind des Todes sein soll. Die Lektionen, die Call und seine Freunde lernen, beschränken sich allerdings nicht nur auf die Chaosmagie. Sie lernen auch generell mehr über ihre Fähigkeiten und die anderen Elemente und nehmen an Prüfungen teil, sodass ihre Ausbildung wieder an Bedeutung gewinnt. Das macht die Geschichte nicht nur spannend, sondern auch interessant, weil es immer neue Dinge zu lernen gibt.

Das Buch hat mir wirklich richtig gut gefallen – und dann kamen die letzten 30 Seiten. Von Anfang an hatte ich einen Verdacht, wer der Spion ist, weil in meinen Augen nur eine Person überhaupt dafür in Frage kam. Leider hat sich dieser Verdacht dann auch bestätigt, sodass es für mich viel zu offensichtlich und demnach kein großer Schock war. Außerdem hatte ich bei der Auflösung und generell beim Höhepunkt am Ende des Buches ein ziemlich intensives Déjà-vu. Das war irgendwie alles bloß eine Wiederholung der Handlung aus dem ersten Band. Wirklich schade, dass die Autorinnen sich da nicht etwas Neues haben einfallen lassen. Stattdessen nutzen sie dieselbe Idee nochmals, nur dass sie sie hier noch weiter auswalzen, weil es mehrere mehr oder weniger überraschende Verwandtschafts- und Identitätsenthüllungen gibt. Ich bin sicher, es hätten sich andere Lösungen finden lassen als dem Leser lediglich mit geändertem Namen noch mal die letzten Seiten aus dem ersten Band vorzukauen. Es hat mich wirklich enttäuscht, dass die ganze Handlung dann auf dieses aufgewärmte Ende hinauslief.

Fazit:
Das Buch beginnt spannend und interessant. Obwohl der Feind des Todes für tot gehalten wird, müssen Call und seine Freunde sich in lebensbedrohlichen Auseinandersetzungen mit einem Spion im Magisterium befassen. Außerdem droht Calls Geheimnis ans Licht zu kommen. Zwischendurch wird auch wieder mehr Wert auf den Unterricht gelegt, sodass der Leser gemeinsam mit den Charakteren neue Dinge lernt. Die letzten 30 Seiten haben mir das Buch dann aber ordentlich verdorben. Die Auflösung, wer der Spion ist, ist extrem offensichtlich. Und außerdem ist das Ende bloß eine Wiederholung aus dem ersten Band. Dieselbe Idee wird einfach noch mal aufgewärmt. Obwohl mir „Magisterium – Der Schlüssel aus Bronze“ über lange Strecken richtig gut gefallen hat, vergebe ich wegen des mehr als enttäuschenden und frustrierenden Endes nur drei Schreibfedern.


Ich bedanke mit beim One Verlag und bei Bloggdeinbuch für das Rezensionsexemplar.

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