Mittwoch, 21. Dezember 2016

[Rezension] Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind – Joanne K. Rowling



Titel: Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind
Autor: Joanne K. Rowling
Verlag: Carlsen
Erscheinungsdatum: 17. März 2010
Einband: Softcover
Seiten: 96
ISBN: 978-3-551359-48-3
Preis: 4,99 € [D]

Klappentext:
Eines der ersten Lehrbücher auf der Zauberschule Hogwarts. Diese Ausgabe gehörte Harry Potter persönlich und ist mit handschriftlichen Kommentaren von ihm und seinen Freunden versehen. Den Hauptteil des Buches bildet ein Verzeichnis fast aller Tier- und Zauberwesen aus der magischen Welt mit Beschreibungen zu Aussehen, Verhalten und Lebensraum - von der Acromantula bis zum Zentaur. Außerdem wird auf ihre Verwertbarkeit für magische Zwecke eingegangen.

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe, behandelt aber Wesen des Harry Potter Universums.

Rezension:
Das Buch ist ein interessante und witzige Zusatzlektüre zu den Harry Potter Büchern. Vor dem eigentlichen Lexikon finden sich diverse Ausführungen des „Autors“ Newt Scamander, in denen unter anderem die Geschichte der Unterscheidung zwischen Zauber- und Tierwesen erläutert wird. Dabei wird vor allem viel auf die dem Leser bereits bekannten Wesen eingegangen, wie beispielsweise die Zentauren und Wassermenschen, die sich selbst für eine Klassifikation als Tierwesen entschieden haben. Zudem wird die Grundidee des Werwolf-Registers erläutert, dessen Einführung gründlich nach hinten losging. Im Folgenden erklärt Newt Scamander außerdem, wieso Muggel die meisten magischen Wesen nicht sehen können und was die Internationale Zauberervereinigung tut, um diese Wesen zu schützen. Damit ist schon die Einleitung des Buches sehr informativ. Das setzt sich dann im eigentlichen Lexikon, in dem die verschiedenen Wesen nach Gefährlichkeit klassifiziert und beschrieben werden, teilweise mit geschichtlichem Hintergrund, Schutzzaubern und anderen wichtigen Details, weiter fort. Dabei ist die Balance zwischen Bekanntem und Unbekanntem perfekt gelungen. Schon im einleitenden Teil werden bekannte Ereignisse und neue Informationen gemischt. Im Lexikon selbst werden dann Tierwesen erläutert, die allgemein bekannt sind, beispielsweise Zentauren und Werwölfe, aber auch Wesen, über die bisher nur wenige Details bekannt sind, wie zum Beispiel Knarls und Bowtruckle, sowie auch gänzlich unbekannte Tierwesen, wie Bundimuns und Fwuuper.

Da es sich um eine Kopie von Harry Potters Ausgabe des Buches handelt, ist es außerdem immer wieder mit witzigen Kommentaren versehen, die den dauerhaften Informationsfluss auflockern. Schon auf der allerersten Seite streiten sich Ron und Hermine mit handschriftlichen Notizen darüber, ob Ron das Buch mitverwenden darf oder sich lieber ein eigenes Buch kaufen sollte. Im Folgenden spielen sie am Rand Galgenmännchen und geben zu den diversen Tierwesen ihre Kommentare ab. Mehrfach fragen sie sich beispielsweise, ob Hagrid dieses Buch gelesen hat. Hin und wieder sind die Informationen im Buch außerdem veraltet, beispielsweise ist angegeben, dass nicht bestätigt wurde, dass sich eine Kolonie Acromantulas in Schottland niedergelassen hat. An diesen Stellen haben Harry, Ron und Hermine die Informationen handschriftlich korrigiert. Und dann gibt es natürlich noch die Seiten, auf denen Ron völlig aus dem Zusammenhang gerissen „Chudley Cannons“ an den Rand geschmiert hat. Insgesamt sind es relativ wenige Kommentare, aber dafür sind sie häufig witzig.

Obwohl das Buch abwechslungsreich, interessant und witzig ist, eignet es sich aber trotzdem eher weniger als Lektüre. Besser geeignet ist es wohl als Nachschlagewerk, um hin und wieder einzelne Seiten zu lesen. Zwar ist das Buch dünn genug, dass es nicht langweilig wird, aber am Ende des 61seitigen Lexikons wusste ich häufig nicht einmal mehr den Namen des Tierwesens, dessen Beschreibung ich zuletzt gelesen hatte. Da die Abschnitte zu den einzelnen Wesen selten länger als eine Seite sind, reiht sich Name an Name. Irgendwann wurde es unmöglich, mir das noch alles zu merken.

Fazit:
Das Buch ist sehr informativ. Es beinhaltet geschichtliche Informationen und generelle Erläuterungen zu Tierwesen sowie ein Lexikon. Dabei ist das Verhältnis von bereits bekannten Informationen und Wesen zu unbekannten Dingen sehr gut gelungen. Witzig und auflockernd sind außerdem die handschriftlichen Kommentare, mit denen Harry, Ron und Hermine das Buch versehen haben. Allerdings hat das Lexikon so viele Einträge, dass ich mir gegen Ende nicht einmal mehr die Namen der Wesen merken konnte. Daher eignet sich das Buch nur bedingt als Lektüre, sondern eher als Nachschlagewerk. Insgesamt vergebe ich an „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ daher vier Schreibfedern.

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