Samstag, 30. April 2016

[Rezension] Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben – Matt Haig



Titel: Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben
Autor: Matt Haig
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 18. März 2016
Einband: Hardcover
Seiten: 295
ISBN: 978-3-423280-71-6
Preis: 18,90 € [D]

Klappentext:
Dies ist ein Buch, das es eigentlich gar nicht geben dürfte. Denn mit 24 Jahren wird Matt Haig von einer lebensbedrohlichen Krankheit überfallen, von der er bis dahin kaum etwas wusste: einer Depression. Plötzlich findet er sich buchstäblich am Abgrund wieder... Dieses Buch beschreibt, wie er allmählich die zerstörerische Krankheit besiegt und ins Leben zurückfindet. Es ist eine bewegende, witzige und mitreißende Hymne an das Leben und das Menschsein geworden.

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Hauptsächlich habe ich mich für das Buch interessiert, weil ich „Ich und die Menschen“ von Matt Haig gelesen habe und mir das richtig gut gefiel. Besonders der Schreibstil hat es mir angetan. Dagegen war ich inhaltlich von Anfang an etwas skeptisch, weil es im Klappentext nach einer Biographie mit viel Philosophie klingt und das eigentlich gar nicht mein Interessengebiet ist. Schlussendlich glaube ich jetzt nach dem Lesen, dass es ein gutes und wichtiges Buch ist, das Betroffenen, Angehörigen und Interessierten in schwierigen Zeiten helfen kann. Mir persönlich hat es nur überhaupt nichts gebracht, da ich bedingt durch mein Studium bereits bekannt bin mit den Symptomen einer Depression, den möglichen Medikamenten und diversen persönlichen Geschichten von Patienten mit einer Depression.

Für Personen, bei denen dies nicht der Fall ist, oder für Betroffene, die sich allein und von niemandem verstanden fühlen, kann dieses Buch aber eine große Hilfe sein, denke ich. Es beinhaltet viele philosophische Kapitel, in denen der Autor über den Sinn des Lebens nachgrübelt, und seitenlange Aufzählungen von Büchern, die er gelesen hat, aber auch einige praktische und hilfreiche Kapitel. Beispielsweise beschreibt er so detailliert die Warnzeichen, die einer depressiven Episode vorausgehen, dass jeder Leser danach in der Lage dazu ist, auf die Menschen in seinem Umfeld und natürlich auf sich selbst Acht zu geben. Außerdem erläutert er, wie jemand für eine depressive Person in seinem Umfeld da sein kann. Das halte ich für besonders wichtig, denn obwohl Depression in der heutigen Gesellschaft kein Tabu-Thema mehr ist, wie auch die lange Liste an an einer Depression erkrankten Berühmtheiten im Buch zeigt, wissen viele Menschen doch einfach nicht, wie sie mit den Betroffenen umgehen sollen. Da liefert dieses Buch einige Denkanstöße.
Gerade für Betroffene sind, vermute ich, die Kapitel interessant und wichtig, in denen der Autor von persönlichen Erlebnissen erzählt. Immer wieder weist er dabei darauf hin, dass er glaubte, der einzige zu sein, dem es je so ging. Dieses Buch kann Betroffenen ganz deutlich zeigen, dass dies eben genau nicht so ist. Es enthält außerdem mehrere Listen und Aufzählungen mit Dingen, die dem Autor gut tun und ihm helfen, die schwierigen Zeiten zu überstehen. Auch wenn jeder Mensch andere Dinge gern tut, können diese Listen doch als Anfangspunkt verwendet werden. Als Hilfe zur Selbsthilfe sowie zur Psychoedukation in professionellen Settings eignen sich daher zumindest Ausschnitte des Buches sehr gut.

Leider hat das Buch für mich aber nicht nur keine neuen Informationen beinhaltet, sondern mich auch manchmal den Faden verlieren lassen. Es handelt sich um eine Mischung aus Biographie, Sachbuch und Ratgeber, in der sich Erzählungen, Listen, Beschreibungen und Aufzählungen abwechseln. Die einzelnen Kapitel, die teilweise nur zwei Seiten lang sind, hängen meist kaum miteinander zusammen, sodass ich mich oft nicht mehr erinnern konnte, worum es in den Kapiteln wenige Seiten zuvor überhaupt ging. Durch die ungeordneten, im Aufbau ständig wechselnden Kapitel habe ich aber nicht nur den Überblick verloren, sondern auch nur selten den Schreibstil des Autors genießen können – der mein eigentlicher Grund war, dieses Buch zu lesen. Vom Stil kam wegen der vielen Listen und Satzbruchstücke kaum etwas bei mir an. Vielleicht eignet sich das Buch eher als Nachschlagewerk als als Unterhaltungsroman, auch wenn dafür das Inhaltsverzeichnis fehlt.

Fazit:
Dieses Buch ist für verschiedene Personengruppen wertvoll. Interessierte bekommen einen Überblick über die Krankheit und werden mit Fakten über Suizide ausgestattet. Angehörige erfahren, wie sie ihren Freunden oder Familienmitgliedern helfen können und welche Warnzeichen es gibt. Betroffenen selbst wird vor Augen geführt, dass sie nicht so allein sind, wie sie meist glauben, und dass es immer irgendwie bergauf geht. Da mir persönlich das allerdings alles schon bekannt war und ich daher im Grunde gar nichts mitnehmen kann aus der Lektüre dieses Buches, vergebe ich an „Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben“ nur drei Schreibfedern.


Dienstag, 26. April 2016

Neuzugänge #61


Aus allen Richtungen haben mich in letzter Zeit wieder Bücher erreicht. Die Mischung aus Käufen, Geschenken und Rezensionsexemplaren sorgt aber für eine ziemlich bunte Mischung. Da in nächster Zeit keine Bücher mehr erscheinen, die ich unbedingt haben muss, werden das vorerst wohl die letzten Neuzugänge sein. Ich höre meinen SuB aufatmen.



Als erstes habe ich "Anything Could Happen" von der lieben Lisa als nachträgliches Geburtstagsgeschenk bekommen. Damit wächst die Summe der fremdsprachlichen Bücher in meinem Regal auf ... drei. (Na gut, zugegeben, die anderen stehen alle bei meinen Eltern, weil hier kein Platz mehr in den Regalen ist.) Da der Protagonist schwul ist, trifft es auf jeden Fall mein Interesse. Ich bin schon sehr gespannt. (Vor allem darauf, wie viele Monate es dauert, bis ich endlich zum Lesen komme.)
Bei Bloggdeinbuch habe ich mich zum dritten Mal auf ein Rezensionsexemplar beworben und hatte wieder Glück. "Element8 - Das Flüstern der Erde" ist in mein Regal eingezogen. Der Klappentext über eine alte Prophezeiung, Erdläufer und Artefakte klang sehr vielversprechend. Nachdem ich dann im ersten Drittel leider sehr große Anfangsschwierigkeiten mit dem Buch hatte, finde ich jetzt langsam in die Geschichte hinein. Vielleicht kann mich der Rest ja noch überzeugen.
Die letzten beiden Bücher habe ich mir selbst gekauft. "Helden des Olymp - Der verschwundene Halbgott" ist eigentlich kein Buch für den SuB, weil ich den Band kurz nach Erscheinen schon gelesen habe. Aber da ich mich kaum noch erinnern kann und demnächst auch die komplette Reihe lesen möchte, behandel ich das Buch einfach als wäre es ungelesen. Zuletzt habe ich dann heute noch "Opposition" abgeholt. Da habe ich mich wirklich unheimlich drauf gefreut und ich glaube, mein restliches Leben muss jetzt mal kurz pausieren, bis ich damit durch bin.

Freitag, 15. April 2016

[Rezension] Witch Hunter – Virginia Boecker



Titel: Witch Hunter
Autor: Virginia Boecker
Verlag: dtv
Erscheinungsdatum: 18. März 2016
Einband: Hardcover
Seiten: 383
ISBN: 978-3-423761-35-2
Preis: 17,95 € [D]

Klappentext:
Die 16-jährige Elizabeth Grey sieht harmlos aus und ganz und gar nicht so, als könnte sie einen Hexer vergiften oder zehn Totenbeschwörer nur mit einem Schwert und einem Beutel Salz überwältigen. Trotzdem gehört Elizabeth zu den gefährlichsten Hexenjägern in Anglia. Doch als sie mit einem Bündel Kräuter gefunden wird, das ihr zum Schutz dienen soll, wird sie in den Kerker geworfen und selbst der Hexerei angeklagt. Wider Erwarten retten weder Caleb, ihr engster Freund und heimlicher Schwarm, noch ihr Lehrmeister Blackwell sie vor dem Scheiterhaufen. Stattdessen befreit sie in letzter Sekunde ein ganz anderer: Nicholas Perevil, der mächtigste Magier des Landes und Erzfeind aller Hexenjäger. Er lässt sie heilen und nimmt sie bei sich auf. Doch was wird der Preis sein, den sie dafür bezahlen muss?

Einordnung:
- Johns Geschichte (Zusatzgeschichte)
- Witch Hunter (Teil 1)
- Herz aus Dunkelheit (Teil 2)

Rezension:
Die Geschichte wird erzählt aus der Perspektive der Hexenjägerin Elizabeth. Obwohl sie als Ich-Erzählerin fungiert, wurde sie für mich das ganze Buch über nicht greifbar. Ich hatte von Anfang bis Ende das Gefühl, von oben auf die Handlung hinab zu blicken. Trotz meiner eigenen Gedanken und Gefühle, die ich beim Lesen entwickelt habe, hat mich das Buch daher nicht besonders bewegt. Es hat nicht tiefgründig an meinen Emotionen gerührt. Verrat und Tod, die in einer Geschichte über Magier und Hexenjäger, Scheiterhaufen und Galgen unvermeidlich sind, hat die Autorin gut beschrieben, doch sie haben mich nicht mitgerissen, unabhängig von der Wichtigkeit der Charaktere. Gleiches gilt auch für eine Situation, in der unklar ist, ob es sich dabei um Realität oder Illusion handelt. Mir war bewusst, dass dieser Moment spannend sein sollte, das Gefühl kam aber nicht bei mir an. Es war interessant zu lesen und hat durchaus für Verwirrung gesorgt, mehr aber auch nicht.

Umso mehr muss ich die Idee und den Schreibstil hervorheben, denn das Buch hat mir trotz mangelnder Emotionalität gut gefallen. Durch den runden Schreibstil der Autorin lässt sich das Buch auch ohne nennenswerte Spannung flüssig lesen und entwickelt keine Längen. Auch ist das Grundkonzept der Magie gelungen umgesetzt. Die Geschichte ist wirklich gut gemacht. Die Handlungsstränge greifen schlüssig ineinander und alle Ungereimtheiten, über die ich mir Gedanken gemacht habe, haben sich letztendlich als aus Elizabeths Naivität entstanden herausgestellt. Besonders positiv aufgefallen ist mir außerdem, dass die Liebesgeschichte, die natürlich einen Teil der Handlung ausmacht, nicht von Anfang an vorhersehbar ist. Es kommen mehrere junge Männer in Frage, sodass sich zunächst noch die Frage stellt, für wen Elizabeth Gefühle entwickeln wird. Auch diese Ungewissheit hat keine Spannung ausgelöst, doch weil mir die meisten Charaktere durchaus sympathisch finde und das Buch mir gute Unterhaltung geboten hat, bin ich trotzdem schon gespannt auf den nächsten Teil.

Fazit:
Obwohl das Buch aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, wurde die Protagonistin Elizabeth für mich bis zum Schluss nicht greifbar. Darunter haben vor allem für Emotionalität und die Spannung gelitten, die daher kaum vorhanden waren. Das hat die Autorin jedoch mit einem flüssigen Schreibstil und einer gut gemachten Geschichte ausgeglichen. Deshalb bekommt „Witch Hunter“ trotzdem vier Schreibfedern und ich freue mich schon auf die Fortsetzung.


Montag, 4. April 2016

Neuzugänge #60


Der Strom an Neuzugängen reißt einfach nicht ab. Diesmal ist ein Rezensionsexemplar bei mir eingezogen und ein Dankeschön für die Beteiligung an der von dtv organisierten Bloggerchallenge. Bis Ende des Monats schon "Opposition" von Jennifer L. Armentrout erscheint, werden das aber vermutlich die letzten Neuzugänge sein.


Im Januar hat dtv eine Bloggerchallenge zum Buch "Witch Hunter" gestartet. Damals hatte ich das Pech, keines der Bücher ergattern zu können. Allerdings habe ich trotzdem eine Mail mit herzlichem Dank bekommen und einem Link, um mir "Johns Geschichte" herunter zu laden. Das habe ich gleich getan und die Geschichte auch schon gelesen. Dadurch, dass es keine zeitliche Überschneidung mit dem eigentlichen Buch gibt, erfährt der Leser darin einige neue Dinge. Die Kurzgeschichte war nicht lang genug, um mich wirklich zu packen, aber immerhin nicht überflüssig.
Außerdem hat mich "Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben" erreicht. Das habe ich bei lovelybooks für die Leserunde gewonnen. Da ich "Ich und die Menschen" sehr gemocht und gerade ein Praktikum in der Psychiatrie gemacht habe, hat mich das Buch direkt interessiert. Ich bin immer noch überrascht, wie klein das ist, dafür dass es ein Hardcover ist. Die ersten Seiten habe ich bereits gelesen und bisher finde ich es ganz gut.

Sonntag, 3. April 2016

[Statistik] März 2016

Aufgrund meines Praktikums hatte ich im März keine Zeit für gar nichts. Ich habe es trotzdem geschafft, drei Bücher zu lesen, allerdings alle ohne Rezension. Da ich außerdem Geburtstag hatte, sind aber zumindest eine Menge Neuzugänge in mein Regal eingezogen, sodass sich wenigstens etwas getan hat diesen Monat. Leider wird das im April auch nicht besser werden, fürchte ich, weil direkt das nächste Praktikum ansteht.


Neuzugänge:

- "Die Märchen von Beedle dem Barden" von Joanne K. Rowling [Geschenk]
- "Quidditch im Wandel der Zeiten" von Joanne K. Rowling [Geschenk]
- "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" von Joanne K. Rowling [Geschenk]
- "Das Licht von Aurora" von Anna Jarzab [Geschenk]
- "Sturm der Zeit" von Julie Cross [Geschenk]
- "Witch Hunter" von Virginia Boecker [Kauf]
- "Nacht ohne Sterne" von Gesa Schwartz [Geschenk]
- "Seventeen Moons" von Kami Garcia und Margaret Stohl [Geschenk]
- "So kalt wie Eis, so klar wie Glas" von Oliver Schlick [Geschenk]
- "Die Seiten der Welt - Nachtland" von Kai Meyer [Kauf]

Gesamtanzahl: 10 Bücher




Gelesen:

- "Harry Potter und der Orden des Phönix" von Joanne K. Rowling (1021 Seiten) [ohne Rezension]
- "Witch Hunter - Johns Geschichte" von Virginia Boecker (97 Seiten) [ohne Rezension]
- "Psychopharmakologischer Leitfaden für Psychologen und Psychotherapeuten" von Otto Benkert (329 Seiten) [ohne Rezension]

Bücher insgesamt: 3 Bücher
Seiten insgesamt: 1447 Seiten
durchschnittliche Bewertung: -



Highlight des Monats:

Das kann ich diesen Monat bei einem reread, einer Kurzgeschichte und einem Fachbuch unmöglich sagen.


Enttäuschung des Monats:

Die gibt es dementsprechend auch nicht.