Dienstag, 29. November 2016

[Rezension] Magisterium: Der Schlüssel aus Bronze – Holly Black und Cassandra Clare



Titel: Magisterium – Der Schlüssel aus Bronze
Autor: Holly Black und Cassandra Clare
Verlag: One
Erscheinungsdatum: 14. Oktober 2016
Einband: Hardcover
Seiten: 286
ISBN: 978-3-846600-28-3
Preis: 17,00 € [D]

Klappentext:
Nach den Ferien veranstaltet die Schule eine Feier für Call, Aaron und Tamara, weil sie den Feind des Todes abgewehrt haben. Doch noch während der Festlichkeiten greift ein Unbekannter sie an. Wer steckt hinter dem Anschlag? Auf der Suche nach Antworten treffen die drei unter der Erde erneut auf den Verschlungenen. Sie ahnen, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der zweite Teil der schrecklichen Prophezeiung wahr wird, die er ihnen im ersten Schuljahr mit auf den Weg gegeben hat. Doch vielleicht wenden sich die Dinge doch noch zum Guten, wenn sie nur rechtzeitig herausfinden, wer ihnen nach dem Leben trachtet!

Einordnung:
- Der Weg ins Labyrinth (Teil 1) 
- Der Schlüssel aus Bronze (Teil 3)
- The Golden Boy (Teil 4)
- The Enemy of Death (Teil 5)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten!

Der Einstieg in das Buch fiel mir sehr viel leichter als bei den vorherigen Teilen. Es ist von der ersten Seite an spannend, denn obwohl jeder den Feind des Todes für tot hält, ist die Gefahr für Call und seine Freunde nicht gebannt. Während sie also auf einen neuen Angriff von Master Joseph warten, müssen sie sich gleichzeitig vor dem Spion im Magisterium in Acht nehmen. Dabei kommt es mehrfach zu lebensbedrohlichen Auseinandersetzungen, ohne dass der Spion tatsächlich selbst in Erscheinung tritt. Und natürlich hält Call noch immer geheim, wer er wirklich ist. Es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis jemand das herausfindet oder es jemanden das Leben kostet.

Für eine ganze Weile ist das Buch außerdem unterhaltsam, weil wieder mehr von der Ausbildung im Magisterium berichtet wird. Mehrmals begleitet der Leser Call und Aaron bei Lektionen zur Chaosmagie. Dabei lernen sie unheimliche Dinge, wie jemanden bewusstlos werden zu lassen, indem sie seine Seele berühren. Außerdem werden tiefere Einblicke gegeben, wie Constantine die chaosbesessenen Menschen und Tiere erschaffen hat, die auch nach seinem vermeintlichen Tod nach wie vor ein Problem darstellen. Das schafft eine Verbindung zwischen Constantine und Call, die ich mir bisher immer nur sehr schwer vorstellen konnte. Doch je mehr sich ihre Fähigkeiten angleichen, desto eher kann ich nachvollziehen, dass Call der Feind des Todes sein soll. Die Lektionen, die Call und seine Freunde lernen, beschränken sich allerdings nicht nur auf die Chaosmagie. Sie lernen auch generell mehr über ihre Fähigkeiten und die anderen Elemente und nehmen an Prüfungen teil, sodass ihre Ausbildung wieder an Bedeutung gewinnt. Das macht die Geschichte nicht nur spannend, sondern auch interessant, weil es immer neue Dinge zu lernen gibt.

Das Buch hat mir wirklich richtig gut gefallen – und dann kamen die letzten 30 Seiten. Von Anfang an hatte ich einen Verdacht, wer der Spion ist, weil in meinen Augen nur eine Person überhaupt dafür in Frage kam. Leider hat sich dieser Verdacht dann auch bestätigt, sodass es für mich viel zu offensichtlich und demnach kein großer Schock war. Außerdem hatte ich bei der Auflösung und generell beim Höhepunkt am Ende des Buches ein ziemlich intensives Déjà-vu. Das war irgendwie alles bloß eine Wiederholung der Handlung aus dem ersten Band. Wirklich schade, dass die Autorinnen sich da nicht etwas Neues haben einfallen lassen. Stattdessen nutzen sie dieselbe Idee nochmals, nur dass sie sie hier noch weiter auswalzen, weil es mehrere mehr oder weniger überraschende Verwandtschafts- und Identitätsenthüllungen gibt. Ich bin sicher, es hätten sich andere Lösungen finden lassen als dem Leser lediglich mit geändertem Namen noch mal die letzten Seiten aus dem ersten Band vorzukauen. Es hat mich wirklich enttäuscht, dass die ganze Handlung dann auf dieses aufgewärmte Ende hinauslief.

Fazit:
Das Buch beginnt spannend und interessant. Obwohl der Feind des Todes für tot gehalten wird, müssen Call und seine Freunde sich in lebensbedrohlichen Auseinandersetzungen mit einem Spion im Magisterium befassen. Außerdem droht Calls Geheimnis ans Licht zu kommen. Zwischendurch wird auch wieder mehr Wert auf den Unterricht gelegt, sodass der Leser gemeinsam mit den Charakteren neue Dinge lernt. Die letzten 30 Seiten haben mir das Buch dann aber ordentlich verdorben. Die Auflösung, wer der Spion ist, ist extrem offensichtlich. Und außerdem ist das Ende bloß eine Wiederholung aus dem ersten Band. Dieselbe Idee wird einfach noch mal aufgewärmt. Obwohl mir „Magisterium – Der Schlüssel aus Bronze“ über lange Strecken richtig gut gefallen hat, vergebe ich wegen des mehr als enttäuschenden und frustrierenden Endes nur drei Schreibfedern.


Ich bedanke mit beim One Verlag und bei Bloggdeinbuch für das Rezensionsexemplar.

Sonntag, 27. November 2016

[Rezension] You’re never weird on the internet (almost) – Felicia Day



Titel: You’re never weird on the internet (almost)
Autor: Felicia Day
Verlag: Sphere
Erscheinungsdatum: 11. August 2015
Einband: Hardcover
Seiten: 258
ISBN: 978-1-476785-65-3
Preis: 18,95 € [D]

Klappentext:
When Felicia Day was a girl, all she wanted was to connect with other kids (desperately). Growing up in the Deep South, where she was “home-schooled for hippie reasons,” she looked online to find her tribe. The internet was in its infancy and she became an early adopter at every stage of its growth—finding joy and unlikely friendships in the emerging digital world. Her relative isolation meant that she could pursue passions like gaming, calculus, and 1930’s detective novels without shame. Because she had no idea how “uncool” she really was.
But if it hadn’t been for her strange background— the awkwardness continued when she started college at sixteen, with Mom driving her to campus every day—she might never have had the naive confidence to forge her own path. Like when she graduated as valedictorian with a math degree and then headed to Hollywood to pursue a career in acting despite having zero contacts. Or when she tired of being typecast as the crazy cat-lady secretary and decided to create her own web series before people in show business understood that online video could be more than just cats chasing laser pointers.
Felicia’s rags-to-riches rise to internet fame launched her career as one of the most influen­tial creators in new media. Ever candid, she opens up about the rough patches along the way, recounting battles with writer’s block, a full-blown gaming addiction, severe anxiety and depression—and how she reinvented herself when overachieving became overwhelming.

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Okay, langer Klappentext. Sehr langer Klappentext. Und trotzdem beschreibt er nicht einmal annähernd, was alles in diesem Buch steckt. Es ist zugleich witzig und berührend, eine Inspiration und eine Warnung, eine Autobiographie und ein Ratgeber. Und wie Joss Whedon, der unter anderem die Drehbücher für „Buffy – The Vampire Slayer“ und „The Avengers“ geschrieben hat, bereits im Vorwort ankündigt, liest sich das Buch außerdem nicht vollends ausformuliert, sondern mehr wie ein Gespräch mit Felicia Day, die über die Höhen und Tiefen ihres Lebens berichtet. Das macht diese Geschichte, unabhängig von der inhaltlichen Ebene, noch witziger. Beispielsweise hatte ich bei ihrer Beschreibung, wie sie sich selbst einen ausgestopften Weihnachtsmann kauft, aber behauptet, er sei für einen Neffen, und dabei gleichzeitig über verrückte Fans und Menschen, die sie überhaupt nicht kennen, stolpert, schon ein Grinsen im Gesicht. Wirklich zum Lachen gebracht hat mich dann aber das Ende des ersten Kapitels, an dem sie schreibt:

„I have two college degrees, but I don’t actually have a high school one.
It took writing this chapter to figure that out. Fuck.“
(S. 32)

Doch der lockere, ungezwungene Schreibstil macht das Buch nicht nur witziger, sondern auch berührender. Insbesondere die Darstellung ihrer Tiefpunkte liest sich viel persönlicher als ich erwartet habe. Die Bandbreite an Erfahrungen, die Felicia Day gemacht hat, bietet außerdem viele Möglichkeiten, sich mit ihren Erlebnissen und Gedanken zu identifizieren. Zum Beispiel gehört ein ewiger Perfektionismus zu ihren Charaktereigenschaften, der sie dazu anregt, sehr viel Energie in Dinge zu stecken, um ihren Vorstellungen gerecht zu werden. Hausgemachter Leistungsdruck lässt sie ein Projekt nach dem anderen anfangen, um jederzeit ganz oben auf jeder Welle zu schwimmen. Hinzu kommt Kontrollzwang, der sie kaum etwas von der Arbeit an andere abtreten lässt. Die Beschreibungen, wie diese ungünstige Konstellation sie immer mehr gestresst und zu depressiven und ständig ängstlichen Zuständen geführt hat, sind wirklich bewegend. Ihre Erzählungen von den nächtlichen Panikattacken und den Suizidgedanken und wie der Stress schließlich sogar zu multiplen körperlichen Erkrankungen geführt hat, gehen unter die Haut. Und unter diese ganzen Erzählungen von den schlimmsten Phasen ihres Lebens mischen sich dann immer wieder Sätze, mehr oder minder aus dem Kontext gerissen, die noch viel berührender sind als die tatsächliche Benennung ihres Zustands:

„Hey, are you feeling happy or confident? Let’s fix that!“
(S. 220)

Aber ob die Schilderungen nun lustig oder bewegend sind, zum Lachen oder zum Weinen bringen, Felicia Day lässt fast nichts einfach so stehen, sondern findet in jeder ihrer Erfahrungen etwas, das für den Leser von Wert sein kann. Dadurch macht sie aus diesem Buch viel mehr als eine Autobiographie. Manchmal formuliert sie auf Basis ihrer Erfahrungen Warnungen, beispielsweise wie gefährlich es ist, sich von Stress und Perfektionismus überwältigen zu lassen. Manchmal hat sie aufgelistet, welche Dinge ihr persönlich in bestimmten Situationen geholfen haben, sodass das Buch an diesen Stellen eine Art Ratgeber ist. Und manchmal streut sie inspirierende Sätze in ihren Text ein, die nach Motivationspostkarten klingen, vor dem Hintergrund ihrer Erzählungen aber absolut stimmig und tatsächlich ansprechend und motivierend sind.

„No matter what you feel is holding you back in life ...
you can attempt anything“
(S. 150)

Fazit:
Dieses Buch ist so viel mehr als nur eine Autobiographie. Es liest sich wie ein Gespräch mit Felicia Day, die von den Hoch- und Tiefpunkten ihres Lebens berichtet. Dabei sind Inhalt wie Wortwahl abwechselnd witzig und berührend. Und während Felicia Day viel von ihren Erfahrungen berichtet, findet sie immer eine Möglichkeit, diese Erlebnisse auch für den Leser nützlich zu machen. Ihr psychischer und körperlicher Zusammenbruch ist eine Warnung, die Beschreibung ihres Arbeitsprozesses ein Ratgeber und die Quintessenzen aus ihrem verrückten Leben sind gleichermaßen Motivations- wie Inspirationsquellen. Obwohl ich kein Gamer Girl und auch nicht wirklich ein Geek bin, hat mich „You’re never weird on the internet (almost)“ auf vielen Ebenen angesprochen und wirklich berührt, sodass ich auf jeden Fall alle fünf Schreibfedern an dieses Buch vergebe.

Freitag, 25. November 2016

[Rezension] Magisterium: Der kupferne Handschuh – Holly Black und Cassandra Clare



Titel: Magisterium – Der kupferne Handschuh
Autor: Holly Black und Cassandra Clare
Verlag: One
Erscheinungsdatum: 08. Oktober 2015
Einband: Hardcover
Seiten: 303
ISBN: 978-3-846600-17-7
Preis: 16,99 € [D]

Klappentext:
Callum hat die Pforte der Beherrschung durchschritten: Nun kann ihm niemand mehr seine Zauberkräfte nehmen. Doch auch aus einem anderen Grund ist für ihn nichts mehr so wie vorher: Neuerdings macht Call sich Sorgen, dass sein Vater sich der Seite des Feindes angeschlossen haben könnte. Während Call noch überlegt, ob er sich Aaron und Tamara anvertrauen kann, macht die Nachricht die Runde, dass ein äußerst gefährlicher magischer Gegenstand entwendet wurde: der Alkahest, mit dem man das Element des Chaos beherrschen kann. In den falschen Händen kann dieser magische Handschuh tödliche Folgen haben. Callum und seine Freunde setzen alles daran, um Schlimmeres zu verhindern...

Einordnung:
- Der Weg ins Labyrinth (Teil 1) 
- Der kupferne Handschuh (Teil 2)
- The Silver Mask (Teil 4; dt. unbekannt)
- The Enemy of Death (Teil 5; dt. unbekannt)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!

Der Beginn des Buches hat mich in der Umsetzung stark an den ersten Band erinnert. Schon auf den ersten Seiten finden sich dramatische Entwicklungen, die für Call lebensbedrohlich sein könnten. Doch das wird rein auf der Sachebene vermittelt. Die ersten Kapitel sind absolut unemotional, weil sich Calls Gefühle kaum jemals in Handlungen, Gedanken oder physiologischen Reaktionen äußern. Wenn nicht explizit „er war traurig“ erwähnt werden würde, hätte ich die Emotion überhaupt nicht mitbekommen. Da die Darstellung von Calls Gefühlen dementsprechend auch immer nur einen Satz in Anspruch nimmt, ist die Handlung eine Seite später schon so viel weiter fortgeschritten, dass bereits die nächste, teilweise völlig unzusammenhängende Emotion benannt wird. Diese Sprunghaftigkeit hat auch nicht dazu beigetragen, mich wirklich in die Geschichte hinein zu ziehen. Ich konnte überhaupt nicht mit Call fühlen.
Glücklicherweise hat sich das aber nach den ersten Kapiteln geändert, als Call auf seine Freunde trifft. In zwischenmenschlichen Interaktionen wird sehr viel deutlicher, wie sich Call fühlt, ohne dass es explizit erwähnt werden muss. Teilweise konnte ich sogar verstehen, warum Call ein bestimmtes Gefühl hatte. Das hat ihn mir sehr viel sympathischer gemacht und auch dazu beigetragen, dass ich die Handlung viel intensiver und damit als spannender wahrgenommen habe als zuvor.

Diese Spannung steigert sich zum Ende des Buches hin immer mehr. Es ist tatsächlich richtig interessant geworden. Besonders gefallen hat mir die stetige Unsicherheit, wem Call vertrauen kann. Sein Vater scheint sich irgendwie in äußerst gefährliche, sehr viel Misstrauen erweckende Gedanken und Pläne verstrickt zu haben. Seine Freunde Aaron und Tamara behalten seine Geheimnisse plötzlich nicht mehr zuverlässig für sich. Master Joseph hängt noch immer an seinen Fersen. Im Magisterium läuft so einiges daneben, sodass es eine alles andere als sichere Zufluchtsstätte ist. Dann ist da natürlich noch Jasper, der Call nicht ausstehen kann und durch unglückliche Umstände aber viel zu viel – um nicht zu sagen: alles – weiß. Und seit Call herausgefunden hat, wer er wirklich kann, kann er sich selbst eigentlich auch nicht mehr trauen. Im Laufe der Geschichte wird diese Vertrauensfrage immer verwirrender, weil jeder auf seiner eigenen Seite zu stehen scheint. Das sorgt für einige überraschende Wendungen, eine spannende Entwicklung und macht das Buch richtig interessant.

Fazit:
Der Anfang des Buches ist ähnlich oberflächlich und emotionslos wie im ersten Band. Nach einigen Kapiteln ändert sich das allerdings, sodass ich Calls Gefühle verstehen und miterleben konnte. Dadurch wurde er mir viel sympathischer. Ab diesem Zeitpunkt beginnt auch die Handlung, spannend zu werden. Besonders fesselnd ist dabei, dass Call nicht mehr weiß, wem er vertrauen kann. Nach und nach scheint sich jeder als unzuverlässig herauszustellen. Das sorgt für überraschende Wendungen und macht die Geschichte interessant. Da mir „Magisterium – Der kupferne Handschuh“ besser gefallen hat als der erste Teil, vergebe ich vier Schreibfedern an das Buch.

Donnerstag, 24. November 2016

[Aktion] Top Ten Thursday #19 | 10 Bücher, die du in der Weihnachtszeit lesen möchtest

And again, ein Read-Next-Thema. Die mag ich echt. Ich plane furchtbar gerne, in welcher Reihenfolge ich welche Bücher als nächstes lesen will. Nur bin ich in der Umsetzung echt schlecht. So richtig schlecht. Viermal habe ich bisher mitgemacht. Von der Liste von vor vierzehn Monaten habe ich bisher fünf Bücher gelesen, von der Liste von vor zwölf Monaten immerhin sechs Bücher, von der Liste von vor vier Monaten ebenfalls sechs Bücher und von der Liste aus dem letzten Monat gerade einmal drei Bücher. Also theoretisch 20/40 Büchern, nur dass traurigerweise immer dieselben Bücher auf der Liste stehen. Das ändert sich auch bei dieser Liste nicht, fürchte ich, weil ich jemand bin, der gar nicht nach Jahreszeit liest. Also gibt's auf meiner Liste keine Weihnachtsbücher, sondern einfach nur die Planung für die nächsten Wochen. As always.
Weitere Informationen zur Aktion findet ihr bei Steffis Bücherbloggeria. :)


Das heutige Thema:
10 Bücher, die du gerne in der Weihnachtszeit lesen möchtest 

Meine Top Ten:

"Die Dämonenakademie" habe ich als Rezensionsexemplar bekommen, daher sollte ich das Buch demnächst wirklich mal lesen. Eigentlich bin ich ja auch auf die Geschichte gespannt, dass Dämonen hier mal eine andere Rolle spielen.
Auch "Das Frostmädchen" ist ein Rezensionsexemplar. Da die Protagonistin keine Jugendliche mehr ist, bin ich mal gespannt, ob der Stil des Buches mir trotzdem gefällt.

"Humpelgreed" habe ich vor Monaten angefangen und bin nach 50 Seiten stecken geblieben, weil es mir gar nicht gefallen hat. Bisher habe ich es nicht geschafft, das Buch zu beenden, also erfolgt jetzt ein neuer Versuch.
"Liberty 9 - Sicherheitszone" ist erst seit kurzem auf meinem SuB und ich bemühe mich neuerdings, Neuzugänge direkt zu lesen. Außerdem ist das ein Zweiteiler, sodass sich das Lesen der Reihe nicht bis in alle Ewigkeit erstreckt. Hoffentlich.

Daher will ich "Liberty 9 - Todeszone" dann natürlich auch gleich hinterher schieben. Falls es denn diesmal funktioniert, bevor die ganzen Weihnachtsneuzugänge alle eintrudeln.
Ebenfalls ziemlich neu auf dem SuB ist "Lieder von Schatten und Licht - Das Schlehentor". Bisher habe ich erst ein Buch der Autorin gelesen, aber das hat mir wunderbar gefallen. Daher bin ich gespannt auf dieses Werk.

Das letzte Rezensionsexemplar, das noch auf meinem SuB liegt, ist "Magisterium - Der Schlüssel aus Bronze". Da ich dafür nur noch knapp zwei Wochen Zeit habe, werde ich das Buch als nächstes lesen.
Noch nicht erschienen ist "Princess Reality", das um Weihnachten herum als Rezensionsexemplar bei mir einziehen wird. Da ich bis dahin kaum zehn andere Bücher gelesen haben werde, ist es trotzdem schon auf der Liste.

"Schnee wie Asche" ist ebenfalls noch ganz neu auf dem SuB. Ich bin sehr gespannt und versuche das Buch bald zu lesen, bevor im Januar schon der zweite Teil erscheint.
Auf "Starters" freue ich mich auch schon. Die Geschichte klingt wirklich interessant. Und ich muss nicht auf die Fortsetzung warten. Mal sehen, wann ich tatsächlich dazu komme, dieses Buch vom SuB zu erlösen.


Habt ihr eines der Bücher schon gelesen?
Welche Bücher nehmt ihr euch für die Weihnachtszeit vor?

Dienstag, 15. November 2016

[Rezension] Helix: Sie werden uns ersetzen – Marc Elsberg



Titel: Helix – Sie werden uns ersetzen
Autor: Marc Elsberg
Verlag: blanvalet
Erscheinungsdatum: 31. Oktober 2016
Einband: Hardcover
Seiten: 646
ISBN: 978-3-764505-64-6
Preis: 22,99 € [D]

Klappentext:
Der US-Außenminister stirbt bei einem Staatsbesuch in München. Während der Obduktion wird auf seinem Herzen ein seltsames Zeichen gefunden – von Bakterien verursacht? In Brasilien, Tansania und Indien entdecken Mitarbeiter eines internationalen Chemiekonzerns Nutzpflanzen und –tiere, die es eigentlich nicht geben kann. Zur gleichen Zeit wenden sich Helen und Greg, ein Paar Ende dreißig, die auf natürlichem Weg keine Kinder zeugen können, an eine Kinderwunschklinik in Kalifornien. Der Arzt macht ihnen Hoffnung. Er erzählt ihnen von einem – noch inoffiziellen – privaten Forschungsprogramm, das bereits über hundert „sonderbegabte“ Kinder hervorgebracht hat. Und wollen Helen und Greg ihrem Nachwuchs nicht die besten Voraussetzungen geben? Doch dann verschwindet eines dieser Kinder, und alles deutet auf einen Zusammenhang mit sonderbaren Ereignissen hin – nicht nur in München, sondern überall auf der Welt ...

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Zu Beginn verfolgt das Buch mit der Untersuchung zum Tod des US-Außenministers, der Entdeckung von resistentem Mais, dem ungewöhnlichen Angebot einer Kinderwunschklinik und dem Verschwinden einer jungen MIT-Studentin vier verschiedene Handlungsstränge, die noch keinerlei Verbindung zueinander haben. Dabei wird ein Handlungsstrang jedoch nicht immer von derselben Person erzählt, sondern wechselseitig aus den Perspektiven, die gerade gewinnbringend für den Verlauf sind. Beispielsweise berichtet manchmal Jessica, Mitarbeiterin des Sicherheitsstabs im Weißen Haus, von neuen Erkenntnissen zum Tod des Außenministers, manchmal aber auch Jaylen, ein FBI-Beamter. Der resistente Mais wird vom Wissenschaftler Jegor untersucht, aber er bekommt mit Gordon bald kompetente Hilfe an die Hand und im Hauptsitz des Chemiekonzerns zerbrechen sich die Personen rund um Vorstandschef Helge den Kopf über die Befunde. Helen und Greg berichten abwechselnd von ihrem Besuch bei der Klinik und die verschwundene Studentin, Jill, lernt der Leser zuerst durch ihren Leibwächter Jim und ihre Mutter Hannah kennen.
Anfangs ist es noch relativ einfach, den unterschiedlichen Handlungssträngen und Perspektiven zu folgen. Die vier Teile der Geschichte sind klar voneinander unterscheidbar und innerhalb eines Handlungsstranges ist es auch gar nicht so wichtig, alle Charaktere im Blick zu haben, da beispielsweise die Vertreter der amerikanischen Dienste CIA, FBI, Homeland Security etc., die den Tod ihres Außenministers untersuchen, ohnehin immer nur gemeinsam auftreten. Je mehr die Handlungsstränge miteinander verschmelzen, desto komplizierter wird es jedoch, den Überblick zu behalten, wer denn jetzt wie viel wovon weiß. Als nicht mehr jede Figur an ihrem eigenen Problem herumexperimentiert, sondern auch Informationen von anderen Stellen bekommt, war es nicht mehr so leicht, dem Informationsfluss zu folgen. Gerade die Tatsache, dass jeder unterschiedliche Details erfährt, an anderen Stellen belogen wird und sich selbst seine eigene mehr falsche als richtige Geschichte zusammen bastelt, war irgendwann sehr verwirrend. Mehr als einmal hat mich die Überraschung eines Charakters überrascht, weil ich der festen Überzeugung war, er wäre korrekt informiert gewesen. Dabei war es dann auch nicht hilfreich, dass bis zum Schluss ständig noch neue Perspektiven eingeführt wurden und gefühlt die Hälfte der Vornamen mit J anfangen, sodass ich manchmal nicht wusste, ob die Person nicht doch schon mal vorgekommen ist. Neben den oben bereits erwähnten Namen (Jessica, Jaylen, Jegor, Jill und Jim) gibt es nämlich beispielsweise noch zwei Jacks, Jason, June, Jelena, Justine ...

Neben der Verwirrung darüber, welcher Charaktere über welche Dinge informiert ist, hat das Verschmelzen der unterschiedlichen Handlungsstränge aber auch noch die rapide Abnahme der Spannung zur Folge. Normalerweise hätte ich das erleuchtende Verständnis der letzten Zusammenhänge und den damit verbundenen Höhepunkt der Spannung am Ende des Buches erwartet. Stattdessen ist schon kurz vor der Mitte des Buches so gut wie alles klar – und das nicht nur dem Leser, sondern auch den Charakteren. Es gilt noch, verschwundene Personen zu finden und die Menschheit zu retten, aber außer dass sich die verschiedenen Figuren und Interessensgruppen dabei gegenseitig im Weg stehen, passiert nicht mehr viel. Die für mich viel spannendere Frage, wie genau alles zusammen hängt und wer dahinter steckt, ist nach der Hälfte des Buches beantwortet.
Ab diesem Zeitpunkt ist jedoch nicht nur die Spannung verschwunden, auch die Geschwindigkeit der Geschichte verebbt. Es gibt Reibereien und Handgreiflichkeiten, die jedoch letztlich zu nichts führen und immer wieder am Ausgangspunkt enden. Alle Parteien sind und bleiben sich gegenseitig unsympathisch. Und die sich im Kreis drehenden ethischen Diskussionen zur Forschung an Embryonen, zur Manipulation von Genen und zur Gentechnik im Allgemeinen sind alle schon aus der Realität aus den Medien bekannt. Ich kann durchaus verstehen, dass Wissenschaftler auf eigene Faust unter dem Radar fliegend Experimente durchführen, denn die ethischen Debatten werden wohl niemals einen Konsens erzielen. Das tun sie im echten Leben nicht, im Buch werden aber leider auch keine neuen Ansätze geliefert. Einzig die im Buch mit einbezogene Sichtweise der „sonderbegabten“ Kinder bringt etwas frischen Wind in die Angelegenheit.

Nichtsdestotrotz hat mir die Idee des Buches sehr gefallen. Es regt zum Nachdenken darüber an, wie es in der Realität wohl mit solchen „privaten Forschungsprogrammen“ steht und ob wir in unserer Leistungsgesellschaft mit „den besten Voraussetzungen“ nicht einige essentielle Punkte übersehen. Die zahlreichen Exkurse in die Biologie und die Gentechnik, die das Buch in diesem Zusammenhang vornimmt, waren mir anfangs zwar aus der Schule bekannt, im weiteren Verlauf aber durchaus spannend. Die Entwicklungen, Eingriffe und Veränderungen, die der Autor beschreibt, sind alle gut begründet und die Erklärungen gehen auf der wissenschaftlichen Ebene weit genug in die Tiefe, um die Geschichte erschreckend realistisch erscheinen zu lassen.

Fazit:
Die Idee des Buches ist interessant und wirkt erschreckend realitätsnah. Die Exkurse in Biologie und Gentechnik zur Erklärung der wissenschaftlichen Entwicklung haben mir gefallen. Zu Beginn ist die Geschichte außerdem spannend und die vier Handlungsstränge werden schnell vorangetrieben. Durch den ständigen Wechsel der Perspektiven ist die Entwicklung der Handlung sehr dynamisch und packend. Den Höhepunkt erreicht das Buch allerdings schon kurz vor der Mitte, als alle Stränge zusammenlaufen und die Hintergründe offenbart werden. Ab dem Zeitpunkt drehen sich viele Dinge wie ethische Diskussionen und Reibereien nur noch im Kreis. Außerdem treffen die Charaktere in unterschiedlichen Konstellationen aufeinander, erfahren verschiedene wahre wie gelogene Details und spinnen sich daraus eigene Geschichten zusammen, sodass ich bald den Überblick verloren habe, wer wie viel wovon wusste und wen schon mal getroffen hatte. Insgesamt hat mich die erste Hälfte des Buches begeistert und die zweite Hälfte enttäuscht, sodass ich an „Helix – Sie werden uns ersetzen“ drei Schreibfedern vergebe.



Ich bedanke mich beim blanvalet Verlag und beim Bloggerportal Randomhouse für das Rezensionsexemplar.

Samstag, 12. November 2016

Neuzugänge #71


Obwohl ich kaum Zeit zum Lesen habe, habe ich es geschafft, noch drei neue Rezensionsexemplare auf meine Leseliste für den Rest des Jahres zu schaufeln. Auf der einen Seite freue ich mich, auf der anderen Seite steigert das den Stress nur noch mehr. Daher ist für mich für dieses Jahr so gut wie Schluss mit neuen Büchern, auch wenn noch viele interessante Neuerscheinungen auf meinem Wunschzettel stehen. Die müssen sich gedulden, bis ich Zeit für sie habe.



Als letzte Halloween-Neuerscheinung ist "Die Dämonenakademie - Der Erwählte" bei mir eingetrudelt. Da bin ich schon richtig gespannt drauf, weil das Buch eine ganz andere Herangehensweise an die übliche Thematik verspricht. Normalerweise sind Dämonen  in allen Geschichten grundsätzlich immer böse. Also ist der Protagonist dieser Reihe entweder ein Anti-Held oder es wird eine neue Perspektive eröffnet, in der Dämonen kein Abschaum sind.
Ebenfalls gespannt bin ich auf "Das Frostmädchen". Da das Buch beim Heyne Verlag erschienen und die Protagonistin bereits 20 Jahre alt ist, fällt das Buch eher nicht mehr unter die übliche Jugendbuch-Fantasy. Ich hoffe sehr, dass ich damit trotzdem etwas anfangen kann.
Außerdem habe ich von Bloggdeinbuch "Magisterium - Der Schlüssel aus Bronze" als Rezensionsexemplar bekommen. Als ich das Angebot gesehen habe, konnte ich mich einfach nicht nicht bewerben. Im Nachhinein vermutlich keine so gute Entscheidung, da ich auch den zweiten Teil noch nicht gelesen habe. Also muss ich nicht nur dieses eine Rezensionsexemplar innerhalb des nächsten Monats lesen, sondern den vorherigen Band auch noch. Vermutlich ist das die Strafe für meine mangelnde Selbstbeherrschung.
Das einzige Buch, das nicht als Rezensionsexemplar bei mir eingezogen ist, ist "Lieder von Schatten und Licht - Erste Strophe: Das Schlehentor" von Swantje Berndt. Bisher habe ich nur ein Buch der Autorin gelesen, aber das gehörte zu meinen Highlights des letzten Jahres. Als ich gesehen habe, dass sie jetzt Jugendfantasy schreibt, musste ich sofort zugreifen. Vorläufig wird das Buch aber wohl trotzdem im Regal verstauben.

Donnerstag, 10. November 2016

[Aktion] Top Ten Thursday #18 | 10 Bücher, deren Welten du einen Besuch abstatten möchtest

Dieser Top Ten Thursday ist wirklich kompliziert. Viele Bücher, die ich bisher gelesen habe, sind Dystopien oder dystopische Fantasy-Bücher. Die Welten möchte ich daher nicht unbedingt besuchen. Außerdem fallen für mich alle Welten heraus, die in einem mittelalterlichen Setting spielen, weil ich gerade die modernen Sanitäranlagen doch sehr zu schätzen weiß. Nachdem ich dann noch alle Bücher ausgeschlossen habe, die ohne fantastische Elemente in der realen Welt spielen, blieben gerade noch zehn Welten übrig, wo ich einem Besuch zumindest nicht abgeneigt wäre.
Weitere Informationen zur Aktion findet ihr bei Steffis Bücherbloggeria. :)


Das heutige Thema:
10 Bücher, deren Welten du einen Besuch abstatten möchtest 

Meine Top Ten:

"Die Bestimmung" ist zwar eine Dystopie, steht aber dennoch ziemlich weit oben. Ich wüsste unheimlich gern, welcher Fraktion ich angehören würden. Also, ich würde mich zwar so oder so für die Ferox entscheiden, aber es interessiert mich trotzdem.
"Chroniken der Unterwelt" steht stellvertretend für die ganze Schattenjäger-Welt von Cassandra Clare. Ich bin nach wie vor hin und weg. Da wäre ich gerne ein Teil von. Am liebsten als Nephilim oder Hexenmeister.

Die Welt aus "Die Farben des Blutes" finde ich auch ziemlich interessant. Da würde ich mich sogar damit zufrieden geben, einfach nur eine gewöhnliche Rote zu sein. Auch wenn besondere Fähigkeiten natürlich cooler wären.
Magie finde ich generell sehr interessant, daher würde ich auch bei "Die Gilde der Schwarzen Magier" gerne mal rein schauen. Wobei das, glaube ich, langweilig wäre, wenn ich keine Magie beherrschen würde.

Tja, wer wollte nicht schon immer mal nach Hogwarts? "Harry Potter und der Stein der Weisen" musste definitiv auf diese Liste. Mein Brief ist zwar nie gekommen, aber ich wünsche es mir immer noch.
An die "Laura"-Bücher habe ich nicht mehr so viele Erinnerungen, wenn ich ehrlich bin. Aber die Parallelwelt Aventerra hat mir immer gefallen. Und wer Teil dieser Welt ist, lernt reiten, fechten und viele andere faszinierende Dinge.

"Magnus Chase" steht stellvertretend für alle Götter-Bücher von Rick Riordan. Da das ein großes Universum ist, muss ich mich auch nicht zwischen den Griechen, den Römern, den Ägyptern und den Wikingern entscheiden. Von irgendeinem hätte ich auch gerne Halbgott-Fähigkeiten.
"Sturz in die Zeit" ist ein faszinierendes Zeitreisebuch. Da ich die Reihe noch nicht beendet habe, weiß ich noch nicht alle Hintergründe und Details. Aber die Möglichkeit, wild durch die Zeit zu reisen, gefällt mir.

"Talon" vereint Ritter, Drachen und moderne Technik und Sanitäranlagen. Wie könnte ich da widerstehen? Allerdings würde ich weder auf der einen noch auf der anderen Seite stehen wollen und das Zwischending gefällt mir auch nicht wirklich, sodass ich da vermutlich einfach nur ein informierter Mensch sein wollte.
Das Buch "Der Tintenschnüffler und die Weltenweber" bietet dann noch einmal eine ganz andere Welt. Sie steckt voller faszinierender Orte, niedlicher Wesen und witziger Möglichkeiten. Wenn ich es mit den anderen gewählten Büchern vergleiche, wäre das wohl meine Welt zum Ausruhen.


Habt ihr eines der Bücher schon gelesen?
Welche Welten würdet ihr gerne mal besuchen?

Dienstag, 8. November 2016

[Rezension] Talon: Drachennacht – Julie Kagawa



Titel: Talon - Drachennacht
Autor: Julie Kagawa
Verlag: Heyne fliegt
Erscheinungsdatum: 31. Oktober 2016
Einband: Hardcover
Seiten: 479
ISBN: 978-3-453269-72-9
Preis: 16,99 € [D]

Klappentext:
Ember und Garret könnten ein glückliches Paar sein – in einer anderen Welt, in der sie nicht dazu bestimmt wären, sich auf ewig zu bekriegen. In einer Welt ohne die Ritter des Sankt-Georgs-Ordens und ihre Widersacher, die Drachen der mächtigen Organisation Talon. In einer Welt, in der die Liebe eines Ritters zu einem Drachenmädchen nicht als das schlimmste Vergehen geahndet würde ...
Für den Augenblick hat das Schicksal Ember und Garret erst einmal auseinandergerissen. Garret reist nach London, um in die Tiefen des Ritterordens vorzudringen. Was er dabei entdeckt, stellt sogar seine ärgsten Befürchtungen in den Schatten. Er ahnt, dass sie in höchster Gefahr schweben, vor allem Ember, die weiterhin gemeinsam mit den rebellischen Drachen im Untergrund gegen Talon kämpft. Als Garret zu ihr eilen will, um sie zu warnen, wird er entführt. In seiner dunkelsten Stunde kommt Hilfe von unerwarteter Seite ...

Einordnung:
- Drachenzeit (Teil 1) 
- Drachenherz (Teil 2) 
- Drachennacht (Teil 3)
- unbekannt (Teil 4)
- unbekannt (Teil 5)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten!

Ich bin mir wirklich unsicher, was ich zu diesem Buch sagen soll. Auf der einen Seite ist es nicht besonders spannend, auf der anderen Seite hat es aber trotzdem eine Menge Handlung. Auf der einen Seite erfährt Ember interessante Dinge, die ihre Beziehung zu Riley und Garret verändern, auf der anderen Seite fängt damit das ganze Drama aber schon wieder von vorne an. Auf der einen Seite geht immer alles viel zu glatt und selbst, wenn alles schief geht, entwickelt sich daraus ein nur noch größerer Vorteil für Ember und ihre Mitstreiter, auf der anderen Seite wartet das Buch mit einem dramatischen Finale auf. Auf der einen Seite ist der größte Knaller des Buches wirklich vorhersehbar gewesen, auf der anderen Seite gibt es viele kleine Details, über deren Sinn und Zweck ich immer noch nachgrüble. Schlussendlich hat mir das Buch besser gefallen als der zweite Band, aber nicht so gut wie der erste Teil.

Besonders negativ aufgefallen ist mir das Liebesdreieck zwischen Ember, Riley und Garret. Mit Garrets Abreise im letzten Teil habe ich die Situation für geklärt gehalten, doch eigentlich hat sich im Vergleich zum zweiten Band nichts verändert, außer dass Garret an einem anderen Ort ist und es so mehr Handlung zu beschreiben gibt. Statt Ember sehnsüchtig anzustarren, denkt er nun die ganze Zeit an sie, vermisst sie wie verrückt und trauert ihr hinterher. Ember wiederum ist mir ihrer Entscheidung auch nicht glücklich. Sie hält Riley abwechselnd auf Abstand und schmachtet ihn an und versucht gleichzeitig krampfhaft, nicht an Garret zu denken, weil sie ihn dann vermisst. Und Riley ist immer noch der festen Überzeugung, dass Ember ohnehin zu ihm gehört und kann Garret selbst auf die Entfernung nicht ausstehen. Als die drei dann notgedrungen wieder aufeinander treffen, geht es mit Embers Unentschlossenheit wieder von vorne los. Das habe ich als ermüdend und nicht besonders spannend empfunden. Zumal Trauer, Sehnsucht und Besitzansprüche immer und immer wieder erwähnt werden, manchmal an den unpassendsten Stellen. Dadurch werden auch Momente mit viel Spannung, in denen es im Kampf gegen Talon und den Orden um Leben und Tod geht, von gedanklichen melancholischen Monologen unterbrochen, sodass die Spannung teilweise einfach verpufft.

Dafür fand ich, insbesondere im Vergleich zum letzten Band, die Handlung sehr gelungen. Eine enorme Vielfalt an Aktivitäten und Schauplätzen, Aus- und Rückblicken sowie Treffen mit anderen Charakteren gestaltet den Überlebenskampf der Verräter und Einzelgänger interessant, da es trotz der ewigen Flucht vor Talon und dem Orden keine Wiederholung der immer gleichen Routine ist. Die Handlung spielt verstreut über die ganze USA sowie in London, Treffen finden statt in Cafés, auf einem Sportplatz, im London Eye und in einer Kirche, die Oberhäupter von Talon und dem Sankt-Georgs-Orden werden vorgestellt, Dantes Zukunft und Garrets Vergangenheit werden beleuchtet. Trotz dieser Vielfalt reihen sich die einzelnen Sequenzen aber nicht bloß aneinander, sondern ergeben sich auseinander. Beispielsweise resultieren Garrets Observierungen in London in seine Entführung. Daraus wiederum ergeben sich ein Erholungsaufenthalt in einem Kloster sowie eine Reise in eine Bibliothek in Chicago. Während die emotionale Entwicklung der Charaktere also auf der Strecke bleibt, wird die Handlung von Garrets Abreise am Anfang bis zum dramatischen Finale ein ordentliches Stück weiter geführt.

Fazit:
Das Buch lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Obwohl es keinen Aspekt gibt, an dem mich alles gestört hat, gibt es genauso keinen Punkt, der mir ausschließlich gefallen hat. Insgesamt hat das Buch viel Handlung, weiterführende Informationen, neue Charaktere, eine große Vielfalt an Schauplätzen und ein dramatisches Finale, aber die melancholischen Monologe der Charaktere zerstören manchmal die Spannung, das Liebesdreieck dreht sich nach wie vor bloß im Kreis, irgendwie ergibt sich aus jeder Situation ein Vorteil für Ember und ihre Freunde und der größte Knaller ist spätestens seit dem letzten Band vorhersehbar. Da mir das Buch schlussendlich zwar nicht so gut wie der erste Band, aber besser als der zweite Teil gefallen hat, vergebe ich an „Talon – Drachennacht“ vier Schreibfedern.

Dienstag, 1. November 2016

[Statistik] Oktober 2016

Im Oktober hatte ich das Gefühl, gar nicht vorwärts zu kommen beim Lesen. Die Bücher, die ich gelesen habe, waren alle so dick, dass ich mich tagelang daran aufgehalten habe. Schlussendlich sind es so aber mehr Seiten geworden als normalerweise. Und mir haben fast alle Bücher wirklich gut gefallen. Deshalb bin ich insgesamt sehr zufrieden. Trotzdem versuche ich im November wieder einige dünnere Bücher zur Hand zu nehmen.


Neuzugänge:

- "Schnee wie Asche" von Sara Raasch [Kauf]
- "Talon - Drachennacht" von Julie Kagawa [Kauf]
- "Helden des Olymp - Das Zeichen der Athene" von Rick Riordan [Kauf]
- "Starters" von Lissa Price [Kauf]
- "Helix - Sie werden uns ersetzen" von Marc Elsberg [Rezensionsexemplar]

Gesamtanzahl: 5 Bücher




Gelesen:

- "Shilsas - In den Nebeln" von Chris P. Rolls (688 Seiten) [5/5]
- "Chroniken der Unterwelt - City of Lost Souls" von Cassandra Clare (677 Seiten) [4/5]
- "Chroniken der Unterwelt - City of Heavenly Fire" von Cassandra Clare (889 Seiten) [5/5]
- "Die Chroniken des Magnus Bane" von Cassandra Clare (555 Seiten) [4/5]
- "Gefangen zwischen den Welten" von Sara Oliver (414 Seiten) [3/5]
- "Suggestibilität" von Michael Reutemann (164 Seiten) [ohne Rezension]

Bücher insgesamt: 6 Bücher
Seiten insgesamt: 3387 Seiten
durchschnittliche Bewertung: 4,2 von 5 Schreibfedern




Highlight des Monats:


Auch wenn ich mehrere Bücher mit allen fünf Schreibfedern bewertet habe diesen Monat, war "Shilsas" doch mein absolutes Highlight. Die Geschichte war so gut durchdacht, packend geschrieben und voller atemberaubender Emotionen.


Enttäuschung des Monats:


Auch wenn das Buch noch drei Schreibfedern bekommen hat, war es für mich die Enttäuschung des Monats. Die völlig überstürzte Liebesgeschichte hat viel zu viel Raum eingenommen, sodass es sonst kaum Handlung gab. Und alle Charaktere, auch die Erwachsenen, verhalten sich unglaublich naiv.