Mittwoch, 16. August 2017

[Rezension] Simon vs. The Homo Sapiens Agenda – Becky Albertalli


Titel: Simon vs. The Homo Sapiens Agenda
Autor: Becky Albertalli
Verlag: Balzer and Bray
Erscheinungsdatum: 07. April 2015
Einband: Hardcover
Seiten: 303
ISBN: 978-0-062348-67-8
Preis: 14,99 € [D]


Sixteen-year-old and not-so-openly gay Simon Spier prefers to save his drama for the school muscial. But when an email falls into the wrong hands, his secret is at risk of being thrust into the spotlight. Now Simon is actually being blackmailed: If he doesn't play wingman for class clown Martin, his sexual identity will become everyone's business. Worse, the privacy of Blue, the pen name of the boy he's been emailing with, will be jeopardized.
With some messy dynamics emerging in his once tight-knit group of friends, and his email correspondence with Blue growing more flirtatious every day, Simon's junior year has suddenly gotten all kinds of complicated. Now, change-averse Simon has to find a way to step out of his comfort zone before he's pushed out – without alienating his friends, compromising himself, or fumbling a shot at happiness with the most confusing, adorable guy he's never met.


Das Buch ist kein Teil einer Reihe.


"It's a weirdly subtle conversation."
(Seite 1)


Das Buch hatte mich sofort. Beim Lesen des zweiten Satzes bin ich das erste Mal in schallendes Gelächter ausgebrochen. Der Humor der Geschichte hat meinen Geschmack absolut getroffen. Die Leute in der Straßenbahn haben mich bestimmt für verrückt gehalten, weil ich die ganze Zeit vor mich hin gekichert habe. Die Menschen im Bus haben mich von einem Ohr zum anderen grinsen sehen. Und das Mittagessen hat viel Zeit in Anspruch genommen, weil ich manchmal vor Lachen einfach nicht weiter essen konnte. Von Wortwitzen, Situationskomik und trockenem Humor versteht die Autorin wirklich etwas. Außerdem konnte ich das Buch, offensichtlich, nicht aus der Hand legen, bis ich es beendet habe. Selbst im Gehen musste ich weiter lesen.

Trotz dieser Menge an Humor behandelt das Buch auch ernste Themen. Immer wieder muss sich Simon damit auseinandersetzen, Dinge zu tun, die er nicht möchte, weil er erpresst wird. Auch Fragen des Coming-Outs beschäftigen ihn die ganze Zeit, denn er muss sich überlegen, ob er es jemandem erzählen möchte, wie er das am besten anstellt und in welcher Reihenfolge er Familie und Freunde einweiht. Gleichzeitig fühlt er sich zu Blue hingezogen, dessen Identität er nicht kennt, und der nicht gewillt scheint, etwas daran zu ändern. In all diese größeren und kleineren Probleme ist ganz subtil immer wieder ein bisschen Humor eingewoben, sodass es ein lebensfrohes Buch ist und keine melancholische Stimmung aufkommt.
Subtilität spielt ohnehin eine große Rolle in diesem Buch. Simon merkt es im ersten Satz selbst an und das zieht sich durch die gesamte Geschichte. Es wird viel gesagt, ohne etwas zu sagen. Die Autorin hat häufig körperliche und emotionale Reaktionen beschrieben, statt die Charaktere alles verbal ausführen zu lassen. Doch auch in diesen und anderen Beschreibungen schafft sie es, zu vermitteln, worum es geht, ohne die Dinge beim Namen nennen zu müssen. Das hat mir sehr gefallen, weil ich dadurch das Gefühl hatte, dem Buch auf einer tieferen Ebene zu folgen. Gerade bezüglich Aspekten der Intimität passten diese subtilen Ausführungen perfekt zu Simons zurückhaltendem, in gewisser Weise unschuldigen Charakter.

Am meisten hat mich jedoch ein Punkt begeistert, der mir erst gegen Ende bewusst geworden ist: Ich habe mich gemeinsam mit Simon in Blue verliebt. Im Buch wechseln sich Kapitel über Simons Leben mit Abdrucken der Mails ab, die Simon und Blue sich schicken. Da es sehr lange dauert, bis Simon herausfindet, um wen es sich bei Blue handelt (ich wusste es auch bis zum Schluss nicht), entwickelt sich die Geschichte sehr langsam. Die Mails werden langsam intimer, als die beiden Jungen sich ihre Geheimnisse anvertrauen, über die sie mit niemandem sonst sprechen können. Sie fangen vorsichtig an, miteinander zu flirten. Das überträgt sich auch auf Simons restliches Leben, denn wenn er anderen Jungen beispielsweise zulächelt, fühlt er sich als würde er Blue hintergehen. Für diese Entwicklungen, das Entstehen der Zuneigung und die Intensivierung der Gefühle hat die Autorin sich viel Zeit genommen. Das alles passiert so langsam und nebenbei am Rand, dass ich erst am Ende mitbekommen habe, dass ich mich zusammen mit Simon verliebt habe. Das war wirklich sehr schön und in realistischer Geschwindigkeit erzählt.


Das Buch hat mir so gut gefallen, dass ich es am liebsten direkt noch einmal von vorne lesen würde. Der trockene Humor, der manchmal Situationskomik, manchmal aber auch nur subtil in Simons Gedanken eingewoben ist, hat meinen Geschmack genau getroffen. Das Buch hat mich unglaublich oft zum Lachen gebracht. Außerdem hat mir gefallen, wie die Autorin Dinge umschreiben und subtil vermitteln kann, ohne immer alles beim Namen nennen zu müssen. Die Geschichte selbst entwickelt sich langsam und authentisch. Ich habe mich mit Simon in Blue verliebt, auch wenn ich bis zur Enthüllung nicht wusste, wer er war. Das hat mich absolut positiv überrascht. „Simon vs. The Homo Sapiens Agenda“ gehört auf jeden Fall zu meinen Lieblingsbüchern und bekommt dafür fünf Schreibfedern.

Sonntag, 13. August 2017

[Rezension] Die Welt übt den Untergang und ich grinse zurück – S. J. Goslee


Titel: Die Welt übt den Untergang und ich grinse zurück
Autor: S. J. Goslee
Verlag: Dressler
Erscheinungsdatum: 20. März 2017
Einband: Hardcover
Seiten: 315
ISBN: 978-3-791500-30-0
Preis: 16,99 € [D]


Noch vor ein paar Tagen war Mikes Leben ziemlich in Ordnung. Lisa war seine Freundin. Er hatte super Kumpel und eine sehr schlechte Band. Tim Wallace war der schlimmste Typ der Welt. Klare Verhältnisse, alles ganz locker. Und jetzt? Lisa hat Schluss gemacht. Statt bei der Bandprobe hängt Mike auf einmal bei Abschlussball-Planungssitzungen fest. Ätzend! Und Wallace ... Wallace ist plötzlich überall ... Vor allem ist er in Mikes Gedanken ... Und dann schlägt Mikes Herz wie verrückt ... Absolutes Chaos!


Das Buch ist kein Teil einer Reihe.


"Mike Tate steht im Moment gerade mehr als nur ein bisschen neben sich."
(Seite 7)


Nachdem ich die ersten Sätze des Buches gelesen hatte, war ich nicht sicher, ob mir die Geschichte zusagen würde. Mike und seine Freunde sind gerade auf einer Party und liegen betrunken und bekifft im Garten. Schnell stellt sich heraus, dass das kein Ausnahmezustand ist, weil Gras zu rauchen offenbar eines ihrer Hobbys ist. Im Zusammenspiel mit der ungehobelten, jugendlichen Ausdrucksweise hat mich das befürchten lassen, dass das Buch anstrengend zu lesen werden würde. Doch schon im zweiten Kapitel, noch bevor die Handlung richtig Fahrt aufnimmt, ändert sich das. Denn zum Teil war das Buch zum Brüllen komisch. Ich habe Tränen über Mikes absolut witzige, ziemlich asoziale Freunde gelacht. Sie alle wissen, dass Mike Angst vor Tim Wallace hat. Es weiß nur niemand, weshalb. Weil sie die Angst nicht nachvollziehen können, machen sie sich einen Spaß daraus, unerwartete Begegnungen zwischen den beiden zu arrangieren. Die Autorin bringt die Situationskomik sehr gut herüber, sodass ich diese Szenen jedes Mal wieder witzig fand.

Das Buch bleibt jedoch nicht so oberflächlich, sondern geht auch durchaus in die Tiefe. Das dauert ein wenig, weil es wirklich ein seeehr langsames Buch ist, dafür ist es aber auch sehr realistisch. Es greift ganz alltägliche Gedanken und Sorgen auf, wie die Frage, wer bei einem Date denn wohl im Kino bezahlt. Es spricht offen und ohne Scheu an, dass körperliche Intimität, gerade wenn die Leidenschaft einmal abgeflaut ist, mitunter auch seltsam sein kann. Jeder Schritt von Mikes Selbstfindung wird in seinen Gefühlen und Gedanken offen und mit aller Unsicherheit und Peinlichkeit erläutert. Damit ist die Geschichte überhaupt nicht spannend und sehr vorhersehbar, aber der Anspruch des Buches liegt auch woanders. Es schildert das Geschehen und die Entwicklungen sehr echt, Mike macht sich viele Gedanken und die Emotionen werden langsam und intensiv ausgebaut. Die Geschichte liest sich nicht wie ein geschöntes Jugendbuch, sondern spricht auch all die Aspekte an, die normalerweise taktvoll ignoriert werden.


Anfangs dachte ich, das würde eine anstrengende Lektüre werden. Doch dann hat mich das Buch ziemlich schnell überrascht. Zu Beginn hat mich vor allem der Humor angesprochen, denn Mike hat Freunde, die auf eine wirklich witzige Art und Weise unglaublich asozial sind. Im späteren Verlauf hat mir vor allem die Echtheit der Geschichte gefallen. Alle Entwicklungen sind langsam, peinliche Details werden nicht geschönt und alltägliche Gedanken, die in diesem Moment Mikes Welt bewegen, werden realistisch behandelt. „Die Welt übt den Untergang und ich grinse zurück“ ist keine schöne Liebesgeschichte, sondern ein sehr echter Selbstfindungsroman und bekommt dafür vier Schreibfedern von mir.

Mittwoch, 2. August 2017

[Leseplanung] August 2017



Eigentlich war ich nie ein Fan von Leseplanungen, weil ich viel lieber spontan entschieden habe, auf welches Buch ich gerade Lust hatte. Allerdings hat das dazu geführt, dass ich so viel Zeit mit dem Durchstöbern meines SuBs und dem Abwägen zwischen verschiedenen Büchern verbracht habe, dass ich in der Zeit mindestens ein Buch hätte lesen können. Außerdem mache ich bei der "Stadt, Land, Fluss" - Challenge mit, für die jeden Monat ein Buchstabe vorgegeben wird, nach dem ich eine Monatsbücher aussuchen soll. Deshalb habe ich beschlossen, es ab diesem Monat auch mal mit einer Leseplanung zu versuchen. Auf die Bücher auf dieser Liste habe ich tatsächlich richtig Lust, sodass ich guter Dinge bin, dass ich die Liste schaffen werde.





Die Welt übt den Untergang und ich grinse zurück

> Noch vor ein paar Tagen war Mikes Leben ziemlich in Ordnung. Lisa war seine Freundin. Er hatte super Kumpel und eine sehr schlechte Band. Tim Wallace war der schlimmste Typ der Welt. Klare Verhältnisse, alles ganz locker. Und jetzt? Lisa hat Schluss gemacht. Statt bei der Bandprobe hängt Mike auf einmal bei Abschlussball-Plansitzungen fest. Ätzend! Und Wallace ... Wallace ist plötzlich überall ... Vor allem ist er in Mikes Gedanken ... Und dann schlägt Mikes Herz wie verrückt ... Absolutes Chaos! <

Das Buch habe ich auf der Leipziger Buchmesse entdeckt und direkt mitgenommen. Diesen Monat wird es auf jeden Fall gelesen, denn ich habe schon damit angefangen. Bisher ist es ziemlich witzig.





Nightmares 3: Die Stunde der Ungeheuer

Mit seinen eigenen Albträumen kommt Charlie inzwischen gut zurecht. Was aber tun, wenn man plötzlich in einen fremden Traum gerät? Seit Kurzem landet Charlie nämlich in ICKs Träumen. Dabei hatte er gehofft, dieses seltsame Zwillingsmädchen, das mit seiner Schwester die Anderwelt fast zerstört hätte, endlich los zu sein. Charlie ist sich sicher: Die beiden führen auch dieses Mal nichts Gutes im Schilde. <


Dieses Buch bedient gleich zwei Challenges: Einen Autor mit K für die Stadt, Land, Fluss Challenge und ich beende die Reihe für die Serienkiller Challenge. Da ich außerdem neugierig auf die Geschichte bin, nachdem ich den zweiten Band im Juli gelesen habe, bin ich zuversichtlich, auch dieses Buch im August zu lesen.








Koch zum Frühstück


Kulinarische Höchstleistung ist das Einzige, was im Leben von Sternekoch David Klein eine Rolle spielt. Als gefeierter Shootingstar verblasst neben seinem Perfektionismus alles andere – auch das zunehmende Kriseln in seiner Beziehung, um die er sich ohnehin kaum bemüht. Und plötzlich hat David noch ein ganz anderes Problem: etwa einen Meter groß und sicher keiner der Sterne, die er normalerweise für erstrebenswert hält… <

Noch ein Buch von der Leipziger Buchmesse. Und ein Titel mit K für die Stadt, Land, Fluss Challenge. 






Die unendliche Geschichte


Bastian Balthasar Bux gerät in einem Antiquariat an ein Buch, das ihn auf magische Weise anzieht: Die unendliche Geschichte. Er stiehlt es und liest auf dem Schulspeicher vom grenzenlosen Reich Phantásien, in dem sich auf unheimliche Weise das Nichts immer weiter ausbreitet. Ursache dafür ist die Krankheit der "Kindlichen Kaiserin", die einen neuen Namen braucht, um gesund zu werden. Den kann ihr aber nur ein Menschenkind geben. Bald merkt Bastian, dass er mehr und mehr in die Handlung um den jungen Krieger Atréju und dessen Aufgabe, ein solches Menschenkind zu finden, hineingerät. Sollte er selbst jenes Menschenkind sein? <

Ein Kinderbuch und Klassiker für das Genre mit K. In letzter Zeit sehe ich überall Trailer für den Film. Da muss ich das Buch endlich mal lesen.









Simon vs. The Homo Sapiens Agenda

Sixteen-year-old and not-so-openly gay Simon Spier prefers to save his drama for the school musical. But when an email falls into the wrong hands, his secret is at risk of being thrust into the spotlight. Now change-averse Simon has to find a way to step out of his comfort zone before he's pushed out—without alienating his friends, compromising himself, or fumbling a shot at happiness with the most confusing, adorable guy he's never met. <

Um dieses Buch schleiche ich schon ewig herum. Jetzt ist es endlich auf dem SuB gelandet. Da soll es aber nicht lange bleiben, deshalb steht es auf der Leseliste. Nachdem ich jetzt noch mal den Klappentext gelesen habe, kann ich es kaum noch erwarten.









Oblivion 1: Lichtflüstern (Obsidian 6)

Als Katy nebenan einzieht, weiß Daemon sofort: Das gibt Schwierigkeiten. Er darf keinen Menschen an sich heranlassen, denn das würde Fragen aufwerfen. Warum bist du so stark? Wie kannst du dich so schnell bewegen? Was BIST du? Die Antwort darauf ist ein Geheimnis, das niemals gelüftet werden darf. Doch Katy bringt Daemon vom ersten Tag an aus der Fassung. Er will ihr nahe sein, aber diese Schwäche kann er sich nicht erlauben. Sich in Katy zu verlieben würde nicht nur sie in Gefahr bringen – es könnte auch das Ende der Lux bedeuten. < 

Und noch ein Ort mit K für die Stadt, Land, Fluss Challenge. Außerdem möchte ich die Reihe unbedingt weiter lesen, nachdem ja jetzt schon der zweite Teil der Reihe aus Daemons Sicht erschienen ist.

Dienstag, 1. August 2017

[Statistik] Juli 2017

Wow, der Juli war ein wirklich lesereicher Monat. Zehn Bücher habe ich das letzte Mal im April 2015 gelesen und mehr Seiten ohnehin nur ein einziges Mal: im März 2014. Und das, obwohl ich die Hälfte der Zeit noch Vorlesungen hatte und mich in der anderen Hälfte auf drei Prüfungen vorbereiten musste. Es gab Enttäuschungen, aber auch Highlights waren dabei. Alle Rezensionsexemplare sind nun endlich gelesen. Und ich habe zu frischen Neuzugängen sowie zu SuB-Leichen gegriffen. Damit steht wohl außer Frage, dass ich rundum zufrieden bin mit meinem Lesemonat.


   NEUZUGÄNGE
  • "Die Dämonenakademie: Wie alles begann" von Taran Matharu [Rezensionsexemplar]
  • "Simon vs. The Homo Sapiens Agenda" von Becky Albertalli [Kauf]
  • "Goldener Käfig" von Victoria Aveyard [Kauf]
  • "Family don't end with blood" von Herausgeberin Lynn S. Zubernis [Kauf]


   GELESEN
> 10 Bücher | 4.042 Seiten | Ø 3,2 Sterne | Ø 353 Tage auf dem SuB <



HIGHLIGHT DES MONATS




ENTTÄUSCHUNG DES MONATS


Montag, 31. Juli 2017

[Rezension] Der Prinz der Elfen – Holly Black


Titel: Der Prinz der Elfen
Autor: Holly Black
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 03. April 2017
Einband: Hardcover
Seiten: 407
ISBN: 978-3-570164-09-9
Preis: 16,99 € [D]

Klappentext:
Die Geschwister Hazel und Ben leben in Fairfold, einem Ort, der an das Elfenreich grenzt. Seit Jahrzehnten schläft dort, mitten im Wald, ein Elfenprinz in einem gläsernen Sarg – von Touristen begafft und von der Bevölkerung argwöhnisch beäugt. Auch wenn Hazel und Ben die alten Geschichten nicht glauben, vertrauen sie dem schlafenden Jungen all ihre Geheimnisse an.
Inzwischen ist Hazel sechzehn und rechnet nicht mehr damit, dass der Prinz aufwacht. Doch als der Sarg eines Tages leer ist, steht ihre Welt Kopf. Plötzlich finden sich die Geschwister in einem Machtkampf wieder, bei dem Hazel die Rolle annehmen muss, die sie schon als Kind erträumt hat: als Ritter gegen ein Monster kämpfen ...

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Es hat ewig gedauert, bis ich endlich in Stimmung war, um dieses Buch zu lesen. Leider hat diese Motivation dann gleich am Anfang auch wieder einen Dämpfer erlitten, denn der Einstieg in die Geschichte ist mir nicht wirklich gelungen. Im Klappentext werden die Verhältnisse klar dargestellt: Menschenort, Elfenreich. Im Buch selbst wird jedoch alles verschwommen und undeutlich geschildert. Es gab kaum Erklärungen zu den Elfen, ich konnte mir keine richtige Vorstellung von ihrer Lebensweise machen und wann und warum Elfenmagie an welchen Orten wirkt, ist auch nicht greifbar erläutert gewesen. Die Menschenwelt und die Elfenwelt flossen einfach irgendwie ineinander.

Geholfen hat auch nicht, dass ich in der Geschichte selbst lange keinen roten Faden entdecken konnte. Die Handlung plätscherte vor sich hin, ohne dass es wirklich etwas zu berichten gegeben hätte. Dazu kam dann auch noch eine verwirrend Erzählweise. Meist ist Hazel die Protagonistin, der der Erzähler folgt, doch wenn es gerade passt, wechselt die Perspektive auch schon mal mitten im Kapitel auf eine andere Figur. Viele Zeitsprünge gibt es zu Beginn auch, denn statt Voraussetzungen für aktuelle Gegebenheiten erklären, springt das Buch immer zu der jeweiligen Zeit zurück und lässt die Handlung praktisch „live“ ablaufen. Für all diese Sprünge in der Zeit oder der Perspektive gibt es keinerlei Markierung, das ist lediglich dem Text selbst zu entnehmen. Neben der schwammigen Konstruktion der Welt hat mich die Erzählweise damit noch zusätzlich verwirrt.

Mit der Zeit, als dann endlich die aktuelle Handlung ins Rollen kam, ist das Buch dann aber immer besser geworden. Es kam Spannung auf, denn außer dem verschwundenen Prinzen regt sich auch noch ein altes, geheimnisvolles Monster im Wald. Dieses Monster greift Fairfold und seine Bewohner immer wieder an, während diese sich alle Mühe geben, die offensichtlich übernatürlichen Ereignisse zu ignorieren oder umzuinterpretieren. Daraus ergeben sich mehrere Rätsel, die teilweise wirklich überraschend aufgelöst werden. Je mehr sich die Handlung entfaltet hat, desto mehr konnte mich da Buch mitreißen. Insbesondere das Ende fand ich dann sogar richtig gelungen.

Die Konzeption der Charaktere hat mir ebenfalls sehr gefallen. Das Buch beinhaltet eine märchenhafte Geschichte mit Prinzen und Rittern, ohne dabei die gängigen Klischees zu bedienen, denn Mädchen und Jungen scheinen so ein bisschen die Rollen zu tauschen. Rollen, Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen entsprechen nicht den üblichen Vorstellungen. Dadurch war das Buch in dieser Hinsicht wunderbar erfrischend. Das gilt auch für die obligatorischen Liebesgeschichten, bei denen es ausnahmsweise keine Dramen, Missverständnisse und Liebesdreiecke gibt. Alles ist, wie es scheint, oder kommt, wie vermutet, sodass der Fokus des Buches auf der Handlung liegt und nicht auf den Irrungen und Wirrungen jugendlicher Liebe.

Fazit:
Der Einstieg in die Geschichte ist mir schwer gefallen. Am Anfang fehlt der rote Faden, die Handlung plätschert vor sich hin und immer wieder wird in der Zeit oder der Perspektive gesprungen. Außerdem ist die Welt schwammig konzipiert und es fehlen häufig Erklärungen. Als die Handlung dann in Schwung kam, wurde das Buch aber immer besser. Es gab spannende Stellen und überraschende Erkenntnisse. Die Charaktere brechen aus den gängigen Rollen aus und es wird auf Liebesdramen verzichtet. „Der Prinz der Elfen“ bekommt für eine misslungene erste und eine überzeugende zweite Hälfte insgesamt drei Schreibfedern.


Ich bedanke mich beim cbt Verlag und beim Bloggerportal Randomhouse für das Rezensionsexemplar!

Samstag, 29. Juli 2017

[Rezension] Die Achse meiner Welt – Dani Atkins


Titel: Die Achse meiner Welt
Autor: Dani Atkins
Verlag: Knaur
Erscheinungsdatum: 01. August 2014
Einband: Softcover
Seiten: 316
ISBN: 978-3-426515-39-6
Preis: 9,99 € [D]

Klappentext:
Rachels Leben ist perfekt: Sie hat einen gutaussehenden Freund, einen großen Freundeskreis und wird in wenigen Wochen ihr Studium beginnen. Doch dann geschieht dieser schreckliche Unfall, der ihr alles nimmt, was sie liebt. Rachel zieht sich voller beklemmender Schuldgefühle zurück – denn sie hat nur überlebt, weil ihr bester Freund Jimmy ihr das Leben rettete und dafür mit seinem eigenen bezahlte.
Die Hochzeit ihrer engsten Freundin lässt Rachel nach fünf Jahren um ersten Mal an den Ort der Tragödie zurückkehren. Aber die Erinnerungen sind zu viel für Rachel, und sie bricht zusammen. Als sie im Krankenhaus erwacht, traut sie ihren Augen nicht. Ihr Leben ist plötzlich genau so, wie sie es sich immer erhofft hat: Sie hat einen Traumjob und ist verlobt. Und neben ihrem Bett steht Jimmy – kerngesund und mit seinem schönsten Lächeln.

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Das Buch habe ich ewig vor mir her geschoben, weil solche Romane eigentlich nicht ganz meinem typischen Lesegeschmack entsprechen. Nachdem ich dann letztens noch mal den Klappentext gelesen habe, dachte ich aber: Mensch, eigentlich klingt das sogar echt interessant! Also habe ich das Buch endlich in Angriff genommen. Der flüssige Schreibstil hat das Lesen leicht gemacht. Leider ist das auch schon der einzige Punkt, der mir an dem Buch gefallen hat. Meine Befürchtung, dass es mir nicht gefallen würde, sich nämlich ziemlich schnell bestätigt. Denn schon das erste Kapitel war, gelinde gesagt, grauenhaft.
Es handelt sich bei dem Kapitel um einen Rückblick auf den Abend des Unfalls. Protagonistin Rachel führt die Figuren und Beziehungen ein und ist rundum glücklich in ihrer absoluten Naivität. Denn es ist wirklich unmöglich zu übersehen, wer tatsächlich „heimlich“ Gefühle für wen hat, wer davon weiß und wer deswegen eifersüchtig ist. Rachel hat nicht den Hauch einer Ahnung, während es tatsächlich aber nur noch offensichtlicher hätte sein können, wenn die Figuren es wortwörtlich gesagt hätten. Gleiches gilt für den Unfall, dessen genauer Ablauf schon viele Seiten vorher durch überdeutliche Hinweise angekündigt wird. Die eigentliche Beschreibung des Unfalls war dann auch noch dermaßen unrealistisch, dass ich das Buch am liebsten direkt wieder zur Seite gelegt hätte. Selten habe ich mich schon so früh so sehr über ein Buch geärgert.

Leider war das dann auch der einzige Moment, der in irgendeiner Art und Weise Emotionen in mir hervorrufen konnte. Inhaltlich hat die Geschichte das nie geschafft. Zum einen war mir keine Figur sympathisch genug, um mich mit ihr zu identifizieren, zum anderen war die gesamte Geschichte einschließlich des Endes vorhersehbar. Und insbesondere das Ende, das viele Leser zu Tränen gerührt hat, war für mich das fröhlichste Ende, das ich mir ausmalen konnte. Daher war ich das ganze Buch über weit davon entfernt, an Tränen auch nur zu denken.

Neben der Emotionalität fehlte es der Handlung aber auch an Inhalt und an Spannung. Die wenigen Entwicklungen, die es überhaupt gibt, sind so vorhersehbar gewesen, dass sie mich kein bisschen packen konnten. Zusätzlich dazu, dass im Grunde vom ersten Kapitel an der Rest der Handlung offensichtlich ist, gibt die Autorin auch noch jedes Mal, bevor etwas geschieht, viele deutliche Hinweise. Das hat keinerlei Spannung aufkommen lassen und das Nachgrübeln über eine Lösung überflüssig gemacht.
Dazu trägt auch bei, dass das Buch im Grunde kaum Handlung hat. Die Geschichte drehte sich ständig im Kreis, Szenen wiederholten sich immer wieder und die meiste Zeit befasst sich Rachel ohnehin mit den Gefühlen der diversen Charaktere, die schon im ersten Kapitel mehr als deutlich gemacht wurden. Nur sie als Protagonistin hat da leider überhaupt keinen Durchblick. Jedes Mal, wenn die Tatsachen ihr ins Gesicht gesagt oder vor Augen geführt werden, war ich erleichtert, dass die Handlung sich dann endlich würde weiterentwickeln können. Aber irgendwie hat Rachel es geschafft, sich jedes Mal einzureden, dass das nicht die Wahrheit ist. Und dann ging der Kreislauf wieder von vorne los. Das hat mich in die Verzweiflung getrieben. Bis am Ende dann alle Entwicklungen, die möglich gewesen wären, schnell noch auf die wenigen letzten Seiten gequetscht wurden.

Fazit:
Obwohl der Klappentext interessant klang, war das Buch überhaupt nicht mein Ding. Über das erste Kapitel, das gleichermaßen unrealistisch wie vorhersehbar war, habe ich mich maßlos geärgert. Anschließend habe ich mich durch die Geschichte gelangweilt, weil sich die Handlung ständig im Kreis drehte, jegliche Emotionalität fehlte, jede Entwicklung offensichtlich und das Ende von Anfang an vorhersehbar war. Einzig der Schreibstil hat mir gefallen, weil sich das Buch dadurch wenigstens schnell und flüssig lesen ließ. Dafür bekommt „Die Achse meiner Welt“ gerade noch so die zweite Schreibfeder.

Freitag, 28. Juli 2017

[Rezension] Family don't end with blood – Lynn S. Zubernis [Hrsg.]


Titel: Family don't end with blood
Herausgeber: Lynn S. Zubernis
Verlag: Smart Pop
Erscheinungsdatum: 09. Mai 2017
Einband: Softcover
Seiten: 248
ISBN: 978-1-944648-35-0
Preis: 12,78 € [D]

Klappentext:
Supernatural, a three-time People's Choice Award winner for Favorite Sci-Fi / Fantasy TV Show and Tumblr's 2015 Most Reblogged “Live Action TV“, has made a name for itself by supporting and encouraging its fans to “always keep fighting” and a memorable line from early in the show's run, “Family don't end with blood”, became an inspiring mantra for many who found community in the fandom.
In 25 powerful chapters written by Supernatural's actors and fans, including series lead Jared Padalecki, plus special messages from Jensen Ackles, Misha Collins, and Mark Sheppard, Family Don't End with Blood: Cast and Fans On How Supernatural Has Changed Lives examines the far reach of the show's impact for more than a decade. Supernatural has inspired fans to change their lives, from getting “sober for Sam” to escaping a cult to pursuing life-long dreams. But fans aren't the only ones who have been changed. The actors who bring the show to life have also found, in the show and its community, inspiration, courage, and the strength to keep going when life seemed too hard.
Collected and edited by Lynn S. Zubernis, a clinical psychologist, professor, and passionate Supernatural fangirl, Family Don't End with Blood provides an insightful and often uplifting look into the way international fan communities become powerful, positive forces in the lives of so many.

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Dieses Buch war gleichzeitig genial und anstrengend. Anfangs war ich skeptisch, ob es für mich mehr als eine Informationsquelle sein würde, weil Supernatural mein Leben nicht wesentlich verändert hat. Jetzt kann ich sagen, dass das Buch mich sehr berührt hat. Mehrfach kamen mir die Tränen, das erste Mal auf Seite 10 – im Vorwort! Endgültig vorbei war es dann bei Jareds Kapitel. Da habe ich wirklich Rotz und Wasser geheult. Neben der Traurigkeit hat das Buch jedoch auch Liebe, Stärke und Zuversicht angesprochen. Jedes Mal, wenn die Kraft unserer Gemeinschaft beschrieben wurde, hatte ich Gänsehaut. Das Buch ist wirklich sehr emotional, ohne dabei dauerhaft auf die Stimmung zu drücken.

Besonders gefallen hat mir, dass da Buch von Anfang an die Liebe, die Gemeinschaft und die Begeisterung perfekt eingefangen hat. Mit diesen Aspekten, der Bewegung und der Macht des Fandoms, konnte ich mich identifizieren. Immer, wenn diese Aspekte beschrieben wurden, dachte ich: „Ja! Genau so!“ Das hat das Buch für mich lesenswert gemacht, obwohl ich persönlich mich mit den Monstern und Dämonen der verschiedenen Autoren nicht identifizieren kann. Obwohl ich keine psychische Störung habe, in einer liebevollen Familie aufgewachsen bin und all meinen Träumen nachjagen kann, habe ich mich trotzdem mit den Berichten verbunden gefühlt. Das bedeutet, dass das Buch nicht nur Hoffnungsträger für alle Fans mit harten Kämpfen sein kann, sondern auch allen anderen das Gefühl gibt, durch und durch verstanden zu werden. Es ist damit absolut empfehlenswert für jeden Fan der Serie.

Neben all der Genialität war das Buch allerdings auch anstrengend zu lesen, nicht nur emotional, sondern auch kognitiv. Da ich Biografien normalerweise nicht lese und dieses Buch im Grunde ja nichts anderes ist als ein Zusammenschnitt aus 25 Biografien, war es mir unmöglich, es an einem Stück zu lesen. Irgendwann konnte ich den Autoren einfach nicht mehr die Aufmerksamkeit entgegen bringen, die ihre Berichte verdient haben. Das liegt auch mit daran, dass obwohl es um Süchte, Ängste, Schüchternheit, Depressionen, Aufopferung für andere, Sekten und noch viele weitere Dinge geht, grundsätzlich alle Personen dasselbe gesagt haben. Für ebenfalls Betroffene mag es wichtig sein, sich nicht allein zu fühlen, aber für mich waren die Detail der persönlichen Schicksale zu weit weg als dass ich sie 25x hintereinander hätte lesen können. Deshalb musste ich das Buch in vielen kleinen Stücken lesen, obwohl ich trotzdem neugierig war, was die folgenden Personen zu berichten hatten. Meine Aufmerksamkeit hat es einfach nicht hergegeben, mehr als drei Kapitel am Stück zu lesen.

Fazit:
Ich war skeptisch bezüglich des Buches, weil Supernatural mein Leben nicht verändert hat und ich auch kein Ultra-Fangirl bin. Im Nachhinein finde ich es empfehlenswert für jeden Fan der Serie. Es fängt die Stimmung und die Gemeinschaft perfekt ein, unabhängig von den Einzelschicksalen. Außerdem ist es wahnsinnig emotional. Ich habe Bestärkung genauso verspürt wie ich hemmungslos geheult habe. Da das Buch wie ein Zusammenschnitt aus 25 sehr ähnlichen Biografien ist, war die Kapazitätsgrenze meiner Aufmerksamkeit aber leider ziemlich schnell erreicht, sodass ich es in vielen kleinen Stücken lesen musste. „Family don't end with blood“ bekommt daher vier Schreibfedern von mir.

Dienstag, 25. Juli 2017

[Rezension] Nightmares: Die Stadt der Schlafwandler – Jason Segel und Kirsten Miller


Titel: Nightmares – Die Stadt der Schlafwandler
Autor: Jason Segel und Kirsten Miller
Verlag: Dressler
Erscheinungsdatum: 19. November 2015
Einband: Hardcover
Seiten: 379
ISBN: 978-3-791519-48-7
Preis: 17,99 € [D]

Klappentext:
Albträume können einem wirklich den Schlaf rauben, das weiß Charlie nur zu gut. Verständlich, dass auch die Bewohner des Nachbarstädtchens Orville Falls begeistert sind, als der neue Kräuterladen im Ort ein Elixier gegen ihre allgegenwärtigen Albträume anbietet. Doch kann es sein, dass das Elixier schaurige Nebenwirkungen hat? Plötzlich geistern die Bewohner wie Schlafwandler durch die Stadt. Charlie weiß: Wenn er und seine Freunde nicht schnell etwas unternehmen, schwebt nicht nur das Traumreich, sondern auch die wache Welt in schrecklicher Gefahr.

Einordnung:
- Die Stadt der Schlafwandler (Teil 2)
- Die Stunde der Ungeheuer (Teil 3)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!

Nachdem ich den ersten Teil der Reihe vor einer Ewigkeit gelesen habe, war ich sehr neugierig darauf, wie die Geschichte weitergehen würde. Jetzt habe ich es endlich geschafft, den zweiten Band zu lesen. Es hat sich gelohnt! Die Albträume an sich haben zwar ihren Schrecken verloren, seit Charlie weiß, dass er sich ihnen stellen muss, und außerdem viele Nachtmahre kennt, doch die Geschichte ist trotzdem spannend.

Das Elixier, das die Einwohner von Orville Falls schlucken, macht zu Schlafwandlern. Damit verhindert es, dass die Menschen träumen. Das nicht mehr besuchte Traumreich löst sich in eine weiße Wolke auf und das äquivalente Stück im Albtraumland verschwindet in einem schwarzen Loch. Damit sind neben Charlies menschlichen Freunden auch die Nachtmahre in Gefahr, mit denen er sich angefreundet hat. Charlie muss an allen drei Orten gleichzeitig helfen und ich habe lange mit ihm gerätselt, wer denn eigentlich dahinter steckt. Leider wurde diese Frage, wie auch einige andere, bis zum Schluss nicht so richtig aufgelöst. Damit werde ich mich also bis zum dritten Teil gedulden müssen.

Genau wie der erste Band war auch das zweite Buch zum Teil wieder sehr emotional. Dabei hat mich, wie schon im ersten Teil, vor allem Charlies Wut mitgerissen. Diesmal richtet sie sich nicht gegen seine Stiefmutter, sondern gegen seinen kleinen Bruder Jack. Jack ist witzig und charmant und jede Figur schließt ihn sofort ins Herz. Er übertrumpft Charlie ständig in jeder Hinsicht. Und er ist ein so besonderer Junge, dass selbst die ungewöhnlichste Anstrengung, die sein Bruder unternimmt, Charlie bloß als durchschnittlich und normal dastehen lässt. Wie gekränkt, verletzt und wütend Charlie ist, hat der Autor so eindrücklich beschrieben, dass ich Jack wirklich gehasst habe. Als Kinderbuch kann die Geschichte so eine Botschaft natürlich nicht vermitteln, deshalb findet sich noch eine Lösung, aber am Anfang hat mich die Geschichte emotional wirklich mitgenommen.

Fazit:
Der zweite Band der Reihe ist auch wieder spannend. Die Handlung verteilt sich über die wache Welt, das Traumreich und das Albtraumland, da Charlie an allen drei Orten gleichzeitig Gefahren beseitigen muss. Es ist außerdem lange unklar, wer dahinter steckt. Das wird leider bis zum Schluss auch nicht so ganz aufgelöst. Auch emotional hat mich das Buch besonders am Anfang wieder mitgerissen. Der Autor hat Charlies Gefühle so eindrücklich beschrieben, dass er mich tatsächlich dazu gebracht hat, einen Neunjährigen zu hassen. „Nightmares: Die Stadt der Schlafwandler“ war schön zu lesen und bekommt daher vier Schreibfedern von mir.

Samstag, 22. Juli 2017

[Rezension] Die Dämonenakademie: Wie alles begann – Taran Matharu


Titel: Die Dämonenakademie – Wie alles begann
Autor: Taran Matharu
Verlag: Heyne fliegt
Erscheinungsdatum: 09. Mai 2017
Einband: eBook
Seiten: 97
ISBN: 978-3-641203-96-2
Preis: 1,99 € [D]

Klappentext:
Die Dämonenakademie - Wie alles begann“ erzählt die Geschichte von Arcturus, der später einmal der größte Dämonenmagier seiner Zeit werden soll. Schon als kleiner Junge hat Arcturus seine Familie verloren und schlägt sich eher schlecht als recht als Stalljunge durchs Leben. Doch dann bemerkt er eines Tages, dass er die seltene Gabe besitzt, Dämonen zu beschwören. Arcturus wird Schüler der geheimnisvollen Dämonenakademie – und das größte Abenteuer seines Lebens beginnt.

Einordnung:
- Wie alles begann (Kurzgeschichte, Prequel)
- Der Erwählte (Teil 1) 
- Die Inquisition (Teil 2) 
- Die Prophezeiung (Teil 3, erscheint im Januar 2018)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile der Reihe enthalten!

Das Buch ist eine spannende Vorgeschichte zu den Ereignissen in der Reihe. Obwohl viel weniger Platz für Beschreibungen war, hat der Autor dieselbe Atmosphäre geschaffen, die mich auch bei den Büchern um Fletcher begeistert hat. Dadurch fand ich die Kurzgeschichte durchaus mitreißend, obwohl der inhaltliche Verlauf bereits bekannt war. Trotzdem hat der Autor auch neue Informationen untergebracht, beispielsweise wie es überhaupt dazu kam, dass nicht mehr nur anerkannte Sprösslinge der Adelsfamilien die Akademie besuchen dürfen. Außerdem wurden einige weitere Einblicke in den Unterricht gegeben, insbesondere bezüglich der Ausflüge in den Äther. Das ergab eine schöne Mischung aus bekannten und neuen Inhalten.

Mir hat außerdem gefallen, dass das Buch nicht nur Arcturus Geschichte erzählt, sondern auch die anderer bekannter Figuren. Beispielsweise spielen die spätere Hauptfrau Lovett, der brutale Raubler und der spätere König Harold eine Rolle. Sie alle als Kinder und Jugendliche zu sehen war sehr interessant. Damit werden die Hintergründe beleuchtet zu einigen in der Reihe vorkommenden Streitigkeiten und anderen Entwicklungen.

Allerdings kommen wegen der Kürze der Geschichte nicht allzu viele Beschreibungen der Personen oder detailliertere Hinweise zu ihnen vor. Dadurch konnte ich nicht mit jeder Figur etwas anfangen. Einige Namen kamen mir bekannt vor, ohne dass ich sie einer Figur aus der Reihe hätte zuordnen können, andere Namen wiederum sagten mir gar nichts. Zum Teil ist das natürlich meinem Gedächtnis geschuldet. Nichtsdestotrotz waren es mir für die Kürze des Buches zu viele noch nicht persönlich aus der Reihe bekannte Personen, die ich nicht einmal im Ansatz kennen lernen konnte.

Fazit:
Diese Kurzgeschichte ist ein durchaus lesenswertes Prequel zur Reihe um Fletcher. Erzählt wird sie von Arcturus, aber es tauchen auch noch viele weitere bereits bekannte Personen und Dämonen auf. Dadurch werden einige Hintergründe der Ergebnisse der Reihe genauer beleuchtet. Außerdem hat der Autor durchaus auch neue Informationen in der Geschichte untergebracht. Damit war das Buch trotz der Kürze durchaus spannend. Leider waren es mir etwas zu viele Figuren ohne genauere Beschreibungen, die ich allein anhand des Namens teilweise nicht einordnen konnte. „Die Dämonenakademie: Wie alles begann“ bekommt daher vier Schreibfedern von mir.


Ich bedanke mich beim Heyne fliegt Verlag und beim Bloggerportal Randomhouse für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 19. Juli 2017

[Rezension] Liberty 9: Todeszone – Rainer M. Schröder


Titel: Liberty 9 - Todeszone
Autor: Rainer M. Schröder
Verlag: cbj
Erscheinungsdatum: 25. März 2013
Einband: Hardcover
Seiten: 540
ISBN: 978-3-570154-65-6
Preis: 18,99 € [D]

Klappentext:
Die Flucht aus Liberty 9 konfroniert Kendira und Dante endgültig mit der Wahrheit: dass sie in der prächtigen Lichtburg nur aufgezogen wurden, um für das Machtsystem ihrer Welt zu dienen – und zu sterben. Draußen im Wald verbünden sie sich mit den wilden Nightraidern, die sie früher für ihre Feinde hielten. Ihre Freunde in Liberty 9 zurückzulassen, kommt für sie jedoch keine Sekunde lang infrage. Aber wie sollen sie mit Pfeil und Bogen gegen die Hightech-Waffe der Guardians bestehen?
Und noch eine weitere Aufgabe wartet auf sie: der Weg zum so genannten Lichttempel, zu dem ein großer Teil der Electoren bereits verschleppt wurde. Und der führt mitten durch die gefürchtete Todeszone. Kendira, Dante und ihre Freunde wagen sich in die zerrütteten Städte der Dunkelwelt – und weit darüber hinaus.

Einordnung:
- Sicherheitszone (Teil 1) 
- Todeszone (Teil 2)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!

Nachdem mich der erste Band der Reihe in jeglicher Hinsicht einfach nur enttäuscht hat, habe ich beschlossen, den zweiten Band direkt anzuschließen, um der Gefahr vorzubeugen, dass er für immer ungelesen in meinem Regal verstaubt. Wirklich gelohnt hat es sich jedoch nicht. Mir hat dieser zweite Teil zwar ein wenig besser gefallen als der erste Band, aber gemocht habe ich ihn trotzdem nicht.

Einen Vorteil, den das Buch wohl hatte, war die Tatsache, dass ich schon wusste, worauf ich mich einzustellen hatte. An die vielen englischen Begriffe war ich beinahe schon gewöhnt und die ausschweifenden Beschreibungen habe ich nur noch überflogen. Dabei hatte ich aber insbesondere am Anfang trotzdem mehrere Déjà-vus. Nachgeprüft habe ich es nicht, aber viele Abschnitte, sowohl Beschreibungen als auch Erklärungen oder Zusammenfassung der bisherigen Handlung, kamen mir extrem bekannt vor. In den ersten Kapiteln, in denen der Leser wieder in die Geschichte eingeführt wird, hatte ich das Gefühl, dass der Autor die Absätze per Copy und Paste aus dem ersten Buch übernommen hat. Ich habe das, wie gesagt, nicht überprüft, aber allein das Gefühl hat ausgereicht, dass ich die ersten Kapitel beinahe vollständig übersprungen habe. Es hat mir im ersten Teil schon nicht gefallen, denselben Inhalt mehrfach lesen zu müssen, da wollte ich mich beim besten Willen nicht durch wortwörtliche Wiederholungen arbeiten.

Genauso viele Schwierigkeiten wie im ersten Teil hatte ich mit den Charakteren. Das Buch wird wieder von einem allwissenden Erzähler erzählt, dabei springt die Perspektive diesmal aber zwischen Kendira, Dante und Duke hin und her. Leider habe ich bis zum Schluss zu niemandem einen Zugang gefunden, auch nicht zu den Nebencharakteren. Die einzige Figur, die leichte Emotionen in mir geweckt hat (in Form von Antipathie), war Carson. Im Vergleich zum ersten Band hat der Autor seinen Charakter vollkommen umgekrempelt und aus ihm eine Figur gemacht, mit der ich mich gar nicht weiter auseinander setzen wollte. Möglicherweise war das ein geplanter Schachzug, um niemanden mit der Auflösung des Liebesdreiecks zu enttäuschen. Kendiras Liebesgeschichte bleibt im Übrigen nicht die einzige – überall schießen Beziehungen aus dem Boden, die in meinen Augen jeglicher Grundlage entbehren. Hauptsache, am Ende ist niemand mehr allein.

Ein wenig besser gelungen als im ersten Teil fand ich dagegen die Spannung. Zwei- oder dreimal war ich tatsächlich milde überrascht. Das gilt zwar nicht für das Geheimnis um den Lichttempel und für die Identität der Person, die in Liberty 9 heimlich nachts durch den Wald geschlichen ist, weil sich da tatsächlich alles genau so herausgestellt hat, wie ich es schon seit Mitte des ersten Bandes offensichtlich fand, aber in der weiteren Entwicklung gibt es doch hin und wieder leichte Wendungen. Außerdem nimmt die Dramatik ein wenig zu, weil die Charaktere auf der Reise durch die Todeszone tatsächlich anfangen zu sterben. Es ist zwar schon nach dem ersten Todesfall offensichtlich, dass sie in der Reihenfolge ihrer Wichtigkeit sterben – also die Personen, deren Name einmal erwähnt wurde, zuerst –, aber ob sie ihre Mission abgeschlossen haben würden, bevor der Tod die wichtigeren Charaktere erreicht, war tatsächlich nicht absehbar. Damit hat sich gegen Ende die Spannung ein bisschen gesteigert. Zumindest, bis die Geschichte dann einfach plötzlich mitten in der Handlung endet, als wäre dem Autor aufgegangen, dass er schon 540 Seiten geschrieben hat.

Fazit:
Das Buch hat mir nicht gefallen, aber es war besser als der erste Band. Leider waren auch hier die Charaktere wieder platt und die überall aus dem Boden schießenden Beziehungen hatten keinerlei Grundlage. Außerdem werden die Begebenheiten auch in diesem Buch wieder ausschweifend bis ins letzte Detail beschrieben. Teilweise hatte ich sogar das Gefühl, dass die Absätze wortwörtlich aus dem ersten Band kopiert sind. Der Großteil der Handlung war zudem wieder vorhersehbar und all meine Vermutungen haben sich bestätigt. Trotzdem gab es hin und wieder leichte Wendungen und gegen Ende kam etwas Spannung auf, da immer mehr Charaktere gestorben sind. Leider bricht die Geschichte dann mitten in der Handlung einfach ab, bevor es wirklich richtig spannend werden konnte. Insgesamt bekommt „Liberty 9 – Todeszone“ daher zwei Schreibfedern von mir.