Samstag, 9. Dezember 2017

Neuzugänge #89

Vor einer Ewigkeit (Ende November letzten Jahres) war ich mit einer Freundin bei Sophia (Sophia's Bookplanet). Sie hatte gerade ihr Regal aussortiert und hat mir netterweise angeboten, dass ich die Bücher haben kann, die mich interessieren. Zweimal habe ich zugegriffen. Da das aber gar nicht in meine SuB-Planung passte, habe ich der Freundin die Bücher zur Aufbewahrung mitgegeben. Tja, und dann lagen sie da mehr als ein Jahr. Jetzt habe ich sie endlich abgeholt und hier sind sie:



Twin Souls: Die Verbotene (Q)
Das Konzept des Buches von Kat Zhang finde ich sehr interessant. In jedem Körper stecken zwei Seelen, von denen eine im Kindesalter verschwindet. Bei Eva und Addie ist das jedoch nicht der Fall. Ich bin unglaublich gespannt auf die Geschichte, weil ich mir gar nicht vorstellen kann, wie sie verlaufen wird. Als Reihenanfang wird das Buch allerdings wohl noch ein wenig auf dem SuB verweilen.


Windfire (Q)
Das Buch von Lynn Raven erscheint am Montag als Taschenbuch, also vielleicht bekommt die Geschichte dann noch mal einen Aufschwung. Die broschierte Ausgabe, die ich von Sophia bekommen habe, ist schon zwei Jahre alt, sodass das Buch mittlerweile in der Versenkung verschwunden zu sein scheint. Mich hat die Geschichte trotzdem direkt angesprochen, denn Magie und Hexen mag ich sehr. Zwar hebt der Klappentext die Liebesgeschichte hervor, aber ich hoffe darauf, eine interessante, fantastische Welt kennen zu lernen.

Sonntag, 3. Dezember 2017

[Leseplanung] Dezember 2017

Im November hatte ich kaum Zeit zum Lesen, sodass ich die dicken Brocken auf meiner Leseliste nicht alle geschafft habe. Die drei Bücher, die ich von der Liste gelesen habe, haben mir dafür sehr gut gefallen. Die beiden anderen Bücher sind direkt auf meiner Leseliste für den Dezember stehen geblieben, weil ich wirklich gespannt auf sie bin. Zwar sieht es mit meiner Lesezeit auch im letzten Monat des Jahres mau aus, aber ein paar Seiten sind auf jeden Fall drin!

Rückblick auf die Liste aus dem November
"Scythe 1: Die Hüter des Todes" von Neal Shusterman
"Phoenix 3: Kinder der Glut" von Ann-Kathrin Karschnick
"Amani 1: Rebellin des Sandes" von Alwyn Hamilton
"Amani 2: Verräterin des Throns" von Alwyn Hamilton
"Iskari 1: Der Sturm naht" von Kristen Ciccarelli



    Liste für den Dezember

    Scythe 1: Die Hüter des Todes (Q)
    Das Buch von Neal Shusterman stand schon letzten Monat auf der Leseliste und ich hatte es auch schon angefangen, bin aber nicht mehr fertig geworden. Daher steht es auch auf der Liste für die Dezember. Gestern habe ich es beendet und ich bin wirklich begeistert. Ein geniales Buch, das mich mit vielen Details überraschen konnte. Die Rezension folgt vermutlich Donnerstag.

    Warriors of the Underground: Rebellion (Q)
    Autorin Aleks G. hat mir ihr Buch als Rezensionsexemplar angeboten. Der Klappentext hat mir sehr gefallen. Das Buch klingt nach einer interessanten Dystopie. Daher habe ich direkt zugegriffen. Wenn ich über Weihnachten bei meinen Eltern bin, werde ich den Reader mitnehmen und mich auf die Geschichte stürzen.

    Hinter verzauberten Fenstern (Q)
    Dieses ältere Buch von Cornelia Funke habe ich beim Herzensbücher-Wichteln im Sommer bekommen. Nun ist endlich Advent, sodass das Buch zur Jahreszeit passt. Ich bin schon sehr gespannt auf die Geschichte und hoffe, dass sie mir mehr zusagt als die Tintenwelt-Trilogie, die ich leider echt langweilig fand. Leider hat dieses Adventsbuch auch nur 15 und keine 24 Kapitel, sodass ich mir noch nicht so ganz im Klaren darüber hin, ob ich jeden Tag ein Stück oder doch alles in einem Rutsch lesen möchte.


    Die Wahrheit über Alice (Q)
    Für die SuB-Abbau-Challenge auf Lovelybooks fehlt mir nur noch das Buch von Rebecca James. Gestern habe ich es angefangen und bin leider jetzt schon genervt. Die Geschichte hat gar keinen Reiz für mich, Katherines dunkles Geheimnis ist ziemlich offensichtlich und die wenige Handlung, die es bisher gab, wirkt völlig aus der Luft gegriffen. Jugend-Thriller sind wohl einfach nicht so mein Ding. Ich werde den Rest noch zu Ende überfliegen, aber wenn nicht noch eine enorme Wendung folgt, wird das wohl mein Monatsflop werden.

    Amani 2: Verräterin des Throns (Q)
    Die Reihe von Alwyn Hamilton stand schon im November auf der Leseliste. Den ersten Band habe ich geschafft, den zweiten Teil leider nicht mehr. Daher ist das Buch für den Dezember noch mal auf die Leseliste gewandert. Diesmal will ich es unbedingt lesen. Zum einen haben mich die vielen positiven Stimmen echt neugierig gemacht, zum anderen liegt es als Rezensionsexemplar schon sträflich lange bei mir herum.

    Freitag, 1. Dezember 2017

    [Statistik] November 2017

    Momentan wächst mir die Arbeit ein wenig über den Kopf. Deshalb bin ich im November kaum zum Lesen gekommen und bevor die Weihnachtspause anfängt, wird das auch im Dezember nicht besser werden. Aber da ich im November zumindest ein Reihenende und ein Rezensionsexemplar gelesen habe, bin ich doch ganz zufrieden. Außerdem ist mein SuB geschrumpft - es hätte also schlimmer kommen können!


       NEUZUGÄNGE
    • "Die Verzauberung der Schatten" von V. E. Schwab [Geschenk]
    • "Winston 6: Lizenz zum Mäusejagen" von Frauke Scheunemann [Kauf]
    • "Warriors of the Underground: Rebellion" von Aleks G. [Rezensionsexemplar]


       GELESEN
    > 5 Bücher | 1.484 Seiten | Ø 3,2 Sterne | Ø 271 Tage auf dem SuB <



    HIGHLIGHT DES MONATS



    ENTTÄUSCHUNG DES MONATS

    Dienstag, 28. November 2017

    [Rezension] Amani 1: Rebellin des Sandes – Alwyn Hamilton


    Titel: Amani – Rebellin des Sandes
    Autor: Alwyn Hamilton
    Verlag: cbt
    Erscheinungsdatum: 22. August 2016
    Einband: Hardcover
    Seiten: 350
    ISBN: 978-3-570164-36-5
    Preis: 16,99 € [D]


    Amani ist sechzehn Jahre alt, die beste Schützin unter der Sonne und will nur eins: weg aus Dustwalk, einem gottverlassenen Kaff mitten in der Wüste von Miraji. Als Jin, ein geheimnisvoller Fremder, Amani bei einem Schießwettbewerb das Leben rettet, fliehen sie gemeinsam. Bald kämpfen Amani und Jin gegen die gnadenlose Wüste, magische Djinn und die Schergen des Sultans. Unversehens steckt Amani mitten in einer Rebellion, die das Schicksal ihres Landes entscheiden könnte und ihre Gefühle für Jin offenbart ...


    - Rebellin des Sandes (Teil 1)
    - Verräterin des Throns (Teil 2)
    - Hero at the Fall (dt. unbekannt, Teil 3)


    Leute, die sich nach Einbruch der Dunkelheit noch in Deadshot aufhalten, führen nichts Gutes im Schilde, hieß es.
    (Seite 5)


    Ich war ein wenig skeptisch, wie mir dieses Buch gefallen würde, weil ich mich in Orientalistik nicht so richtig auskenne und die Geschichte oft mit ihrer Verbindung zu den Erzählungen aus 1001 Nacht angepriesen wurde, die mich nie besonders ansprechen konnten. Tatsächlich steckt in „Amani“ durch die Kultur mit Polygamie und Unterdrückung der Frauen sowie das Setting mitten in der Wüste, die nur auf Kamelen oder magischen Pferden durchquert werden kann, eine Menge orientalische Stimmung. Die Konstruktion der Welt lässt sich jedoch nicht darauf beschränken. Mit dem Schießwettbewerb und der Faszination bezüglich der großen, schwarzen Rauch spuckenden Eisenbahn fließen auch Elemente des Western mit in die Geschichte ein. Hinzu gegeben hat die Autorin außerdem noch eine Portion Magie, sodass magische Wildpferde durch die Wüste galoppieren und Djinnis den Menschen auf ihrer Reise Wünsche erfüllen. Aus dieser Mischung entsteht ein märchenhaftes Buch, das sowohl interessant als auch schön zu lesen war, auch wenn es mir am Anfang etwas zu viel Märchen und zu wenig Handlung hatte.

    Das änderte sich jedoch im Verlaufe des Buches. Parallel zu Protagonistin Amani entwickelt sich auch die Handlung immer weiter. Zu Beginn des Buches ist Amani recht eigensinnig und nur auf ihre Flucht aus Dustwalk bedacht. Sie lügt und betrügt und stellt ihre Flucht immer an erste Stelle, selbst wenn sie dafür ein Unrecht begehen oder einen verletzten Freund zurücklassen muss. Zeitgleich gibt es kaum Handlung, weil Amani sich lediglich auf ihre Flucht vorbereitet, ihr aktuelles Elend beschreibt und ihr Ziel vor Augen hat. Erst im Laufe der Zeit erkennt sie, dass Unterstützung manchmal ganz hilfreich sein kann, dass sie auch als Frau etwas wert ist und dass es vielleicht Pläne gibt, die besser oder wichtiger sind als ihr eigener. Währen dieser Entwicklung hat mich auch die Handlung immer wieder überrascht, weil sie sich in eine ganz unerwartete Richtung verändert hat. Es gibt Hinweise auf die Ereignisse und Offenbarungen, aber diese sind so subtil in der Handlung versteckt, dass ich sie, genau wie Amani, vielfach schlichtweg übersehen habe.

    Amanis Entwicklung ist ein Teil, der die Natürlichkeit des Buches ausmacht. Die gesamte Geschichte verläuft in realistischen Bahnen. Das betrifft unter anderem die Protagonistin. Es gibt Figuren, die weitaus wichtiger und mächtiger sind als Amani. Sie kommt aus einem kleinen Dorf mitten in der Wüste, in dem die Geschehnisse der restlichen Welt lediglich als Mythen und Legenden ankommen. Obwohl das Schicksal des Landes auch ihre Zukunft entscheidet, ist sie kaum mehr als ein Zahnrädchen in der ohnehin kleinen Rebellion. Ihr wird keine wichtige Rolle zugeschustert, es gibt keine Prophezeiung, die unmissverständlich von ihr handelt, und auch keine der anderen Begründungen, mit denen die Protagonisten zu Weltrettern erhoben werden, wird angeführt. Diese Authentizität lässt sich aber auch auf die Rebellion ausweiten, denn eine der realistischsten Erkenntnisse des Buches, die mich voll und ganz begeistert hat, lautet: Weshalb sollte der Sultan sich für ein paar Dutzend Leute interessieren, die versuchen, eine Rebellion anzuzetteln?


    Der Einstieg ins Buch war nett, aber nicht überragend. Die interessante Welt, die ein orientalisches Setting hat, aber auch Elemente des Western sowie Magie beinhaltet, hat mich fasziniert. Allerdings kam die Handlung erst in Schwung, als die Charakterentwicklung der Protagonistin einsetzt. Ab diesem Zeitpunkt bin ich immer wieder überrascht worden, weil ich die klug gestreuten, subtilen Hinweise übersehen habe. Zudem hat sich immer mehr Authentizität gezeigt, sowohl in Amanis Entwicklung als auch in ihrer Rolle im Buch als auch bezüglich der Handlung „Amani – Rebellin des Sandes“ hat mir gut gefallen, sich bis zum Schluss immer weiter gesteigert und bekommt dafür vier Schreibfedern von mir.

    Sonntag, 26. November 2017

    [Rezension] Iskari 1: Der Sturm naht – Kristen Ciccarelli


    Titel: Iskari – Der Sturm naht
    Autor: Kristen Ciccarelli
    Verlag: Heyne fliegt
    Erscheinungsdatum: 02. Oktober 2017
    Einband: Hardcover
    Seiten: 409
    ISBN: 978-3-453271-23-4
    Preis: 16,99 € [D]


    Asha ist die Iskari, die Todbringerin. Mutig wie niemand sonst kämpft sie gegen die Drachen, die Feinde ihres Landes, und vernichtet sie. Doch sie hat noch einen Feind: Jarek, Kommandant des Königs und in sieben Tage ihr Ehemann. Es gibt nur einen Weg, der Hochzeit zu entgehen: wenn sie den mächtigsten aller Drachen bezwingt. Eine unlösbare, tödliche Aufgabe. Da findet Asha einen unerwarteten Verbündeten. Jemand, der sie noch nicht einmal ansehen dürfte: Torwin, der geheimnisvolle Sklave Jareks ...


    - Der Sturm naht (Teil 1)
    - The Caged Queen (dt. unbekannt; Teil 2)
    - The Soul Thief (dt. unbekannt; Teil 3)


    Asha lockte den Drachen mit einer Geschichte an.
    (Seite 7)


    Dieses Buch hat auf so vielen Ebenen überrascht und an der Nase herumgeführt, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Als erstes aufgefallen ist mir die ungewöhnliche Protagonistin. Prinzessin Asha hat als kleines Mädchen durch das streng verbotene Erzählen einer alten Geschichte einen Drachen angelockt, der ihre Heimatstadt mit einem Flammenmeer vernichtet hat. Niemand in der Stadt hat nicht mindestens ein Familienmitglied oder einen guten Freund durch den Angriff verloren. Dazu zählt auch ihr zukünftiger Ehemann Jarek, dessen Eltern im Feuer umkamen. Aus diesem Grund hassen und fürchten die Einwohner der Stadt Asha. Alle weichen ihr aus, niemand kann sie ansehen. Und Asha hasst sich selbst ebenso, obwohl sie sich trotzdem nach Kräften bemüht, ihre unendliche Schuld abzutragen. Dass sie tatsächlich nicht aufgrund ihrer Position sondern aufgrund ihrer Person vom Volk gehasst wird, ist in meinen Augen eine sehr ungewöhnliche Konstellation.
    Nicht alltäglich sind auch die anderen Figuren des Buches: Ashas Bruder, der Thronfolger, wurde im Ausland „geparkt“, weil jeder ihn schon von Kindesbeinen an für zu dumm hielt, um eines Tages den Thron zu besteigen. Ashas Cousine stammt zur Hälfte von der Königsfamilie und zur Hälfte vom Sklavenvolk ab und darf Asha deshalb weder ansehen noch berühren, obwohl die beiden sich relativ nahe stehen. Kommandant Jarek ist kaum älter als Asha, hat aber schon genug Macht über die Armee, um jederzeit einen Putsch gegen den König lostreten zu können. Und Torwin, Jareks Sklave, weiß mehr über Drachen als er sollte. Letztendlich wissen all diese Figuren jedoch mehr als einmal zu überraschen. Ich habe sie durch Ashas Augen wahrgenommen und ihre Perspektive akzeptiert, weil alles wunderbar stimmig war. Das hat einige falsche Vorstellungen in mir geweckt.

    Gefallen hat mir auch, wie nach und nach die Welt erklärt wurde, wie Aussagen und Handlungen im Nachhinein mit Sinn versehen wurden, ohne dass die Handlung für Erklärungen unterbrochen wurde. Zwischen den Kapiteln mit der Handlung sind nämlich immer wieder die alten Geschichten eingestreut, die Asha den Drachen erzählt, um sie anzulocken. In diesen Geschichten wird von der Vergangenheit berichten, von großen Helden, von Liebe und Verrat. Sie erklären, welche Ereignisse und welche Personen die Vergangenheit geprägt und das Land zu dem gemacht haben, was es ist. Es sind wahre Begebenheiten, von denen Asha erzählt, die jedoch wie Mythen und Legenden klingen. Dadurch hat die Autorin ein fantastisches Setting voll uralter Magie geschaffen, es gleichzeitig aber vermieden, diese Erklärungen und Entwicklungen immer während der aktuellen Handlung erläutern zu müssen. Deshalb entwickelt sich die Geschichte schnell weiter und ist von Anfang an spannend.

    Der am Ende bruchstückhafte Spannungsbogen ist allerdings auch der einzige Kritikpunkt, den ich an dem Buch habe. Als er nämlich eigentlich abgeschlossen war, ist er künstlich immer noch mal und noch mal erweitert worden, wobei der Rausch der Geschichte aber schon vorbei war. Es gab gegen Ende mehrere Situationen, nach denen Jugendbücher typischerweise abbrechen, um auf den folgenden Band neugierig zu machen. Doch jedes Mal, wenn ich in Erwartung des Endes umgeblättert habe, folgte noch ein weiteres Kapitel. Das Ende kam einfach nicht. Ich bin aus der Geschichte aufgetaucht, habe mich beruhigt und entspannt und plötzlich ging es aber doch noch weiter. Das war mehrfach der Fall, sodass die letzten Kapitel sich für mich recht holprig gelesen haben. Es ist ein paar Mal zu oft mit der Spannung abgeschlossen worden, um sie dann doch noch mal in die Höhe treiben zu wollen.


    Das Buch hat mich mehrfach überrascht. Ich habe mich ganz auf Ashas Perspektive eingelassen und bin dadurch mehrfach an der Nase herumgeführt worden. Generell haben mir besonders die Charaktere gut gefallen. Asha, die vom Volk gehasst wird, ist eine ungewöhnliche Protagonistin, aber auch die Nebencharaktere stehen ihr um nichts nach. Auch das magische Setting voller Mythen und Legenden hat mich angesprochen, denn die Vergangenheit der Welt und ihre Eigenheiten werden durch zwischen den Kapiteln eingestreute Geschichte erklärt. Einzig des Ende war etwas holprig, weil der Spannungsbogen abgeschlossen war, das Ende aber noch einige Situationen hinausgezögert wurde. Insgesamt steckte „Iskari – Der Sturm naht“ voller Überraschungen und bekommt dafür vier Schreibfedern.


    Herzlichen Dank an den Verlag Heyne fliegt und das Bloggerportal Randomhouse für das Rezensionsexemplar!

    Donnerstag, 23. November 2017

    Neuzugänge #88

    Kaum hatte ich Ende Oktober die letzten Rezensionsexemplare für dieses Jahr angekündigt, hat mich doch noch eine Anfrage erreicht. Zwei interessante Neuerscheinungen gab es außerdem auch noch. Der Rest des Jahres hat für mich allerdings nicht mehr viel Interessantes zu bieten. Da habe ich tatsächlich auch keine Muße, neue Bücher zu kaufen. Außerdem habe ich im Moment ohnehin so gut wie gar keine Zeit zum Lesen und im Dezember wird es eher noch schlimmer. Die drei Neuzugänge hoffe ich aber noch unterbringen zu können.



    Warriors of the Underground: Rebellion (Q)
    In letzter Zeit bin ich bei Büchern von Self-Publishern vorsichtig geworden, weil sie meine Erwartungen doch meist eher nicht erfüllen. Das Buch von Aleks G. hat mich allerdings direkt angesprochen, als ich mir den Klappentext angeschaut habe. Es klingt nach einer klassischen Jugendbuch-Dystopie und das ist absolut mein Beuteschema. Ich bin schon sehr gespannt, was Rose am unteren Ende der Gesellschaft erlebt und weshalb sie sich den Rebellen anschließt. Vielen Dank an Aleks für das Rezensionsexemplar!


    Die Verzauberung der Schatten (Q)
    Anfang des Jahres hat mich "Vier Farben der Magie" von V. E. Schwab wirklich überrascht. Ich hatte mit einem netten Buch gerechnet, dann ist es aber tatsächlich ein Highlight geworden. Besonders die ausbleibende Liebesgeschichte hat mir gut gefallen. Jetzt bin ich natürlich gespannt, wie es mit dem schwarzen London und den beiden wirklich sympathischen Protagonisten weiter geht. Daher musste das Buch, das heute erschienen ist, direkt bei mir einziehen. Ich hoffe es sehr bald lesen zu können.


    Winston 6: Lizenz zum Mäusejagen (Q)
    Die Reihe von Frauke Scheunemann verfolge ich schon, seit vor vier Jahren der erste Band erschienen ist. Daher musste natürlich auf der aktuelle Teil bei mir einziehen. Ich finde es faszinierend, dass der Autorin immer neue Abenteuer für den Kater und seine Katzen- und Menschenfreunde einfallen. Zwar habe ich es immer noch nicht geschafft, den fünften Band zu lesen, aber jetzt liegen beide schon bereit. Kurze, leichte Kinderbücher schaffe ich wohl auch nebenbei zu lesen, obwohl ich vor lauter Arbeit nicht weiß, wo ich anfangen soll.

    Montag, 20. November 2017

    [Rezension] Bokeh: Schönheit der Unschärfe – Chris P. Rolls


    Titel: Bokeh – Schönheit der Unschärfe
    Autor: Chris P. Rolls
    Verlag: Self-Publishing
    Erscheinungsdatum: 09. März 2013
    Einband: Softcover
    Seiten: 135
    ISBN: 978-1-482706-54-3
    Preis: 7,00 € [D]


    „Nenn mich eine Schlampe und ich lache dir ins Gesicht! Denn ja: Das bin ich. Aber ich bin erfolgreich, ich verdiene gut, ich habe ein tolles Leben. Das ist eben der Preis, den man zahlen muss. Mein Name ist Joschi Teschner. Du hast ihn bestimmt schon mal gehört ...“
    Erfolgsverwöhntes Supermodel, androgyn, selbstbewusst und reichlich arrogant: das ist Joschi, wie er sich der Welt präsentiert. Hinter dieser Fassade steht jedoch ein unglücklich verliebter junger Mann. Verliebt in den ebenso erfolgreichen Fotografen Dirk Landers, der allerdings nichts außerhalb des Fokus' seiner Kamera wahrzunehmen scheint. Zwei Männer, die alle Gefühle gekonnt hinter ihrer Professionalität verbergen. Ein neuer Auftrag führt sie in der Ukraine zusammen ...


    Das Buch ist kein Teil einer Reihe. Es werden aber Charaktere beispielsweise aus der Irgendwie-Reihe und „Mecklenburger Winter“ erwähnt.


    Ich bin eine Schlampe.
    (Seite 5)


    „Bokeh – Schönheit der Unschärfe“ ist eine nette Geschichte für zwischendurch, mehr aber auch nicht. Wer ein Fan der Autorin ist und ihre anderen Bücher aus dem Universum gelesen hat (die Irgendwie-Reihe und „Mecklenburger Winter“), bekommt in diesem Buch einige Zusatzinformationen zu Model Joschi und Fotograf Dirk. Wer die andere Bücher nicht kennt oder eine richtige Geschichte erwartet, wird allerdings enttäuscht werden. Das Buch eignet sich eher als Informationsquelle als als schön zu lesende Gay Romance.
    Es handelt sich eigentlich nicht einmal wirklich um ein Buch, sondern eher um eine Sammlung der Szenen, die relevant sind, um zu erklären, wie Joschi und Dirk zueinander finden. Jegliche Handlung, die die Liebesgeschichte nicht voranbringt, wird übersprungen. Spannung und Überraschung fehlen damit komplett. Denn auch wenn Szenen beschrieben werden, in denen Joschi und Dirk Zeit miteinander verbringen, dreht sich fast immer alles um die Arbeit und die oberflächlich beschriebenen Fotoshootings sind nicht wirklich interessant. Tiefe und Details fehlen im Grunde in der ganzen ersten Hälfte des Buches. Erst ab der Mitte werden die Beschreibungen weniger oberflächlich, allerdings gibt es dafür fast nur noch Sexszenen. Da ist es mit der ohnehin dürftigen Handlung nicht mehr weit her.

    Die Charaktere haben mir aber gut gefallen, auch wenn Joschi ziemlich arrogant ist. Es dauerte eine Weile, bis er mir sympathischer wurde, weil er die Maske oft und lange aufrecht erhält. Erst die Einblicke in seine Vergangenheit und seine wahren Gedanken und Gefühle ließen ihn weicher erscheinen. Ab dem Zeitpunkt hat er mir aber gut gefallen. Dirk dagegen fand ich sofort wunderbar. Natürlich habe ich ihn nur doch Joschis rosarote Brille wahrgenommen, aber er hat es mir von Anfang an angetan. Aus seiner Perspektive hätte ich das Buch oder zumindest einige Teile auch gerne gelesen, dann wäre es vielleicht auch inhaltlich angereichert gewesen. Dennoch hat mir auch Joschis Perspektive zugesagt, da ich mit ihm meine Begeisterung für Dirk teilen konnte.


    Für Fans der Werke von Chris P. Rolls ist das Buch eine nette Quelle für Zusatzinformationen über Joschi und Dirk. Es handelt sich dabei eher um eine Szenensammlung als um eine Geschichte. Zudem fehlen Details, Tiefe und Spannung, sodass das Buch tatsächlich eher auf sachlicher Ebene Mehrwert hat. Lediglich die Sexszenen, die die zweite Hälfte des Buches einnehmen, sind ausführlich und detailliert wie gewohnt. Leser, die eine schöne Gay Romance suchen oder Alex, Kai und Co. nicht kennen, werden mit dem Buch eher nicht glücklich werden. „Bokeh – Schönheit der Unschärfe“ enthält Fakten, aber kaum Emotionen, und bekommt daher drei Fan-Schreibfedern.

    Montag, 6. November 2017

    [Rezension] Phoenix 3: Kinder der Glut – Ann-Kathrin Karschnick


    Titel: Phoenix – Kinder der Glut
    Autor: Ann-Kathrin Karschnick
    Verlag: Papierverzierer
    Erscheinungsdatum: 25. August 2015
    Einband: Softcover
    Seiten: 454
    ISBN: 978-3-944544-53-3
    Preis: 14,95 € [D]


    Um die Menschen von der Schreckensherrschaft der Saiwalo zu befreien, hat Tavi alles geopfert – ihre Liebe, ihre Freunde und auch sich selbst unzählige Male. Ganz auf sich allein gestellt, kehrt sie nach Hamburg zurück und begegnet ihrer eigenen Vergangenheit.
    Im fulminanten Abschluss der Teslapunk-Trilogie stellt sie sich dem größten Feind dieses Planeten. Doch wie besiegt man einen Gegner, der so mächtig ist? Und wie kontrolliert man seine Gefühle, wenn man in der Lage ist, die gesamte Menschenwelt zu vernichten?


    - Tochter der Asche (Teil 1)
    - Erbe des Feuers (Teil 2)
    - Kinder der Glut (Teil 3)


    18. Juli 64 – Ihr Name war Claudia Octavia.
    (Seite 9)


    Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten!

    Im zweiten Band der Reihe gab es einige Aspekte, die mir nicht so richtig gefallen haben. Es ist, als hätte die Autorin mich erhört, denn im dritten Teil dagegen haben mir besonders diese Dinge gut gefallen. Allen voran sind da die beiden Protagonisten zu nennen. Eine ganze Weile sind sie getrennt voneinander unterwegs und dabei immer mit interessanten Aufgaben beschäftigt, sodass sie wenig Zeit haben, aneinander zu denken. Als handelnde und nicht bloß grübelnde Personen waren sie mir beide sympathisch. Die Abschnitte mit der feurigen, temperamentvollen Tavi und dem sanften, herzensguten Leon haben sich in einem guten Rhythmus abgewechselt, sodass mich beide überzeugt haben. Das gilt auch für die Situationen, in denen sie sich am selben Ort befinden. Die Liebesgeschichte geht nicht vollständig unter, aber am Rand eines Krieges mit wichtigen, verantwortungsvollen Aufgaben sind beide Figuren beschäftigt genug, um sich nicht übermäßig anzuschmachten. Zudem befasst sich das Buch ausführlicher mit ihren Beziehungen zu diversen Nebencharakteren, die weiter ausgearbeitet werden, sodass eine breitere Anzahl von Figuren im Fokus steht.

    Der zweite Aspekt, der mir im finalen Teil sehr gut gefallen hat, ist die Unvorhersehbarkeit. Bis zum Schluss gab es ungelöste Rätsel, die teilweise erst im Epilog vollständig erklärt wurden. Das hat die Spannung lange auf einem hohen Level gehalten. Außerdem hat sich das Buch in eine ganz andere Richtung entwickelt als ich erwartet habe. Größtenteils liegt das daran, dass Leon öfter die Führung übernimmt und als Cupido auf ganz andere Strategien setzt als Tavi, mit deren durch Hass befeuerter Wut ich vertrauter war. Damit hat das Buch mich manchmal sehr überrascht.

    Erneut positiv erwähnen möchte ich auch die Verbundenheit mit der realen Geschichte. Im Laufe des Buches wird die Identität einiger Saiwalo offenbart. Manche von ihnen sind berühmte Wissenschaftler wie Otto Hahn, die auch heute noch für ihre Entdeckungen bekannt sind. Darüber hinaus werden aber auch verschiedene Ereignisse innerhalb des Buches miteinander verknüpft. Die Autorin hat Ereignisse wie Tavis unzählige Tode in dem ausbrechenden Vulkan noch einmal aufgegriffen und ihnen einen tieferen Sinn verliehen. Damit wurden am Ende der Reihe Fäden zusammen geführt, von denen ich nicht einmal wusste, dass sie relevant sind. Das hat die Geschichte noch ein wenig komplexer und das Ende noch ein wenig runder gemacht.


    Die Protagonisten Tavi und Leon haben in diesem finalen Band viel zu tun und wenig Zeit zu denken, sodass es gleichzeitig interessante Entwicklungen und wenig nervige Schmachterei gibt. Die Liebesgeschichte rückt etwas in den Hintergrund, dafür werden die Beziehungen zu diversen Nebencharakteren weiter ausgebaut. Zudem war die Handlung diesmal spannend, überraschend und nicht so vorhersehbar. Die Verknüpfung mit unserer realen Geschichte sowie der Ereignisse untereinander sorgt für ein rundes Ende. „Phoenix – Kinder der Glut“ bekommt als schöner Reihenabschluss vier Schreibfedern von mir.

    Freitag, 3. November 2017

    [Leseplanung] November 2017

    Auch im Oktober habe ich meine Leseliste nicht vollständig abarbeiten können. Allerdings war es diesmal Absicht, da der dritte Band der Phoenix-Reihe das einzige Buch mit einem Titel mit P war, als der Buchstabe für den November bei der Stadt, Land, Fluss Challenge bekannt gegeben wurde. Da habe ich das Buch spontan auf den November geschoben. Außerdem stehen noch die Rezensionsexemplare auf der Liste, die sich bei mir stapeln. Unfassbar, dass das Jahr schon wieder fast vorbei ist. Da muss ich dringend Ordnung im Regal schaffen!

    Rückblick auf die Liste aus dem Oktober
    "Feinde der Zeit" von Julie Cross
    "Sturm der Zeit" von Julie Cross
    "Phoenix 2: Erbe des Feuers" von Ann-Kathrin Karschnick
    "Phoenix 3: Kinder der Glut" von Ann-Kathrin Karschnick
    "Coldworth City" von Mona Kasten
    "Chosen 2: Das Erwachen" von Rena Fischer



      Liste für den November

      Scythe 1: Die Hüter des Todes (Q)
      Das Buch von Neal Shusterman ist schon vor zwei Monaten bei mir eingezogen, weil ich es unbedingt direkt am Erscheinungstag kaufen musste. Seitdem liegt es auf dem SuB. Das ist leider ziemlich typisch für mich. Um mich da nicht weiter drüber ärgern zu müssen und weil ich tatsächlich echt gespannt auf das Buch bin, steht es jetzt auf der Leseliste.

      Phoenix 3: Kinder der Glut (Q)
      Der letzte Band der Reihe von Ann-Kathrin Karschnick stand schon im Oktober auf der Leseliste. Wegen der Stadt, Land, Fluss Challenge habe ich das Buch aber auf den November geschoben. Dementsprechend steht es jetzt wieder auf der Liste. Ich habe es auch schon angefangen, also werde ich diese Reihe auf jeden Fall im November beenden.

      Amani 1: Rebellin des Sandes (Q)
      Dieses Buch musste ich auch unbedingt sofort kaufen, als es erschienen ist. Gelesen ist es allerdings immer noch nicht. Mittlerweile liegt auch der zweite Band auf dem SuB. Daher habe ich die Reihe für den November auf die Liste geschrieben. Ich bin schon sehr gespannt, wie ich mit dem orientalischen Setting zurecht kommen werde.

      Amani 2: Verräterin des Throns (Q)
      Der zweite Band ist als Rezensionsexemplar bei mir eingezogen. Da ich diesen Monat versuchen möchte, alle Rezensionsexemplare abzuarbeiten, habe ich die ganze Reihe auf meine Leseliste geschrieben. Die vielen positiven Stimmen machen mich echt neugierig.

      Iskari 1: Der Sturm naht (Q)
      Über das Buch von Kristen Ciccarelli bin ich zufällig gestolpert, hatte dann aber das Glück, es als Rezensionsexemplar zu ergattern. Deshalb will ich es auf jeden Fall auch diesen Monat lesen. Drachen haben es mir in letzter Zeit irgendwie angetan. Ich freue mich schon darauf, herauszufinden, welche Rolle die Drachen in diesem Buch spielen.

      Mittwoch, 1. November 2017

      [Statistik] Oktober 2017

      An dieser Statistik wird doch ziemlich deutlich, dass das neue Semester angefangen hat. Zum Kaufen bin ich weiterhin gekommen, zum Lesen leider eher weniger. Nichtsdestotrotz habe ich zwei Reihen beendet und das vorletzte Buch für die SuB-Abbau-Challenge auf Lovelybooks gelesen. Insgesamt bin ich damit doch ganz zufrieden. Im November habe ich eher noch weniger Zeit zum Lesen, aber ich hoffe, einige Bücher zu lesen, die bisher liegen geblieben sind - vor allem Rezensionsexemplare.


         NEUZUGÄNGE
      • "Auf Kaperfahrt mit der 'Friedlichen Jenny'" von Boy Lornsen [Geschenk]
      • "Winston 5: Kater undercover" von Frauke Scheunemann [Kauf]
      • "Talon 4: Drachenblut" von Julie Kagawa [Kauf]
      • "Scythe 1: Die Hüter des Todes" von Neal Shusterman [Kauf]
      • "Witch Hunter 2: Herz aus Dunkelheit" von Virginia Boecker [Kauf]
      • "Iskari 1: Der Sturm naht" von Kristen Ciccarelli [Rezensionsexemplar]
      • "Herrscherin der tausend Sonnen" von Rhoda Belleza [Rezensionsexemplar]


         GELESEN
      > 6 Bücher | 2.692 Seiten | Ø 3,0 Sterne | Ø 448 Tage auf dem SuB <



      HIGHLIGHT DES MONATS



      ENTTÄUSCHUNG DES MONATS

      Montag, 30. Oktober 2017

      Neuzugänge #87

      Kurz vor Toresschluss sind noch ein paar neue Bücher bei mir eingezogen. Und da nach 15 Stunden ohne Storm und heißes Wasser und nach 37 Stunden ohne Telefon und Internet die Sturmschäden beseitigt sind, kann ich euch auch daran teilhaben lassen. Vermutlich sind es die letzten Rezensionsexemplare für den Rest des Jahres, weil es für mich kaum noch interessante Neuerscheinungen gibt. Auf diese Bücher freue ich mich aber noch sehr.



      Herrscherin der tausend Sonnen (Q)
      Bisher ist der Hype um intergalaktische Sciene-Fiction Romane völlig an mir vorbei gegangen. Der Klappentext zum Buch von Rhoda Belleza hat mich allerdings neugierig gemacht. Ich bin gespannt, ob mich der interplanetarische Krieg überzeugen kann. Da das Buch ein Rezensionsexemplar ist, werde ich es auf jeden Fall nächsten Monat lesen. 


      Iskari 1: Der Sturm naht (Q)
      Das Buch von Kristen Ciccarelli ist ebenfalls ein Rezensionsexemplar, auf das ich echt schon gespannt bin. Drachen haben es mir schon ein wenig angetan. Die Geschichte klingt sehr interessant, vor allem, weil ich mir die Frage stelle, ob die Drachen in diesem Buch tatsächlich ausnahmsweise wieder böse Kreaturen sind. Das Buch steht auch für den nächsten Monat auf der Leseliste.


      Witch Hunter 2: Herz aus Dunkelheit (Q)
      Der zweite Teil der Reihe von Virginia Boecker ist bei mir eingezogen, weil ich keine Versandkosten zahlen wollte. Den ersten Band fand ich ganz interessant, also freue ich mich schon auf die Fortsetzung. Ich hoffe darauf, die Reihe noch dieses Jahr zu beenden, auch wenn ich die Serienkiller-Challenge bereits beendet habe.

      Sonntag, 29. Oktober 2017

      [Rezension] Mythos Academy 1: Frostkuss – Jennifer Estep


      Titel: Mythos Academy - Frostkuss
      Autor: Jennifer Estep
      Verlag: IVI
      Erscheinungsdatum: 12. März 2012
      Einband: Softcover
      Seiten: 373
      ISBN: 978-3-492702-49-2
      Preis: 14,99 € [D]


      Im Mittelpunkt der Serie steht die 17-jährige Gwen Frost, die über ein außergewöhnliches Talent verfügt: Sie besitzt die »Gypsy-Gabe« – bei der eine einzige Berührung ausreicht, um alles über einen Gegenstand oder einen Menschen zu wissen. Doch dabei spürt Gwen nicht nur die guten Gefühle, sondern auch die schlechten und die gefährlichen. Auf der Mythos Academy soll sie lernen, mit ihrer Gabe sinnvoll umzugehen. Aber was Gwen nicht weiß: Die Studenten werden dort ausgebildet, um gegen den finsteren Gott Loki zu kämpfen. Und obwohl sie der Meinung ist, an der Mythos Academy nichts verloren zu haben, erkennt Gwen bald, dass sie viel stärker ist als gedacht und all ihre Fähigkeiten brauchen wird, um gegen einen übermächtigen Feind zu bestehen.


      - Frostkuss (Teil 1)
      - Frostfluch (Teil 2)
      - Frostherz (Teil 3)
      - Frostglut (Teil 4)
      - Frostnacht (Teil 5)
      - Frostkiller (Teil 6)


      „Ich kenne dein Geheimnis.“
      (Seite 7)


      Obwohl ich die Idee der Geschichte am Anfang noch ganz interessant fand, war vom ersten Kapitel an die enorme Ladung Klischees, die dieses Buch bedient, nicht zu übersehen. Gwen ist eine siebzehnjährige Protagonistin, deren Leben sich drastisch ändert, nachdem ihre Mutter gestorben ist und sie zur Waise wird (abgesehen von der Großmutter). Sie liebt Comics, läuft nur in Kapuzenpullovern herum und hat nicht besonders viel Geld. Das fällt natürlich besonders auf, als sie neu auf die Mythos Academy kommt, wo alle Schüler reich und mächtig sind, stets nur die neusten Designerklamotten tragen und dazu allerhand echten Schmuck. Außerdem sind alle auf der Mythos Academy Nachfahren von großen Kriegern, während Gwen nur ihre Gypsy-Gabe hat. Daher hat sie das Gefühl, eine Außenseiterin zu sein, überhaupt nicht auf diese Schule zu gehören und besser zu sein als ihre mit Geld vollgepumpten Mitschüler. Damit besteht die ganze Konzeption der Geschichte schon nur aus Klischees und Stereotypen. Hinzu kommt in der Handlung dann beispielsweise noch, dass Gwen mehrfach zufällig mit dem geheimnisvollen, gefährlichen Bad Boy in Lederjacke zusammenstößt, in den sie sich natürlich Hals über Kopf verliebt – obwohl sie weiß, dass er die Matratzen der Mädchen signiert, mit denen er schon geschlafen hat. Und so weiter. Die Autorin hat wirklich jedes einzelne Jugendbuch-Klischee bedient, das mir einfällt. Das machte das Buch langweilig, die Handlung vorhersehbar und die Geschichte abgenutzt.

      Relativ bald wurde auch der Schreibstil anstrengend. Die unzähligen Wiederholungen gingen mir unfassbar auf die Nerven. Teilweise klang Gwen wirklich wie eine kaputte Schallplatte. Besonders schlimm waren ihre Begegnungen mit den Statuen. Wenn Gwen an einer Statue einer Person oder eines mythischen Wesens vorbei geht, hat sie das Gefühl, dass diese Statue lebendiger ist als sie sein sollte. Sie fühlt sich beobachtet und befürchtet, die Statue könnte jeden Moment zum Leben erwachen, um sie zu vernichten. Diese Gefühle werden jedes Mal ausführlich mit annähernd der gleichen Wortwahl beschrieben, wenn Gwen an einer Statue vorbei geht. Und in der Mythos Academy stehen überall unzählige Statuen, sodass ich diesen Absatz gefühlt mehrere Dutzend Mal lesen musste. Dasselbe gilt beispielsweise auch für Personen mit purpurfarbenen Augen. Jedes Mal, wenn diese Personen auftauchen, muss die Augenfarbe nochmals erwähnt werden und dass sie zwischen Purpur und Grau liegt und Gwen an die Dämmerung erinnert. Jedes einzelne Mal. Und dann erzählt sie natürlich auch noch von ihrer Gypsy-Gabe, ihre Psychometrie, ihrer Fähigkeit, Dinge anzufassen und alles darüber zu wissen, ihrer Fähigkeit zu sehen und so weiter. Fast auf jeder Seite wird das einmal angesprochen und Gwen nutzt nie nur einen einzigen Begriff, sondern klatscht jedes Mal eine unendliche Liste von Synonymen dahinter.
      Diese Wiederholungen beschränken sich aber nicht auf die Beschreibungen von Personen, Objekten oder Gefühlen, sondern betreffen auch die Handlung. In mehreren Situationen funktioniert zum Beispiel Gwens Gabe überraschenderweise nicht. Die Situationen erlebt der Leser immer gemeinsam mit Gwen. Das scheint die Autorin aber vergessen zu haben, denn wann immer Gwens Gypsy-Gabe einen Aussetzer hat, wird jede einzelne Situation aufgelistet, in der das bisher schon einmal passiert ist. Dabei wird ebenfalls ein beinahe identischer Wortlaut verwendet. Zusammenfassungen der bisherigen Handlung finden sich damit in so gut wie jedem Kapitel.

      Wenn alle Wiederholungen der bisherigen Handlung oder Wiederholungen der Beschreibungen aus dem Buch gestrichen werden würden, würden kaum mehr als 100 Seiten übrig bleiben. Das macht einen weiteren Kritikpunkt am Buch deutlich: Es hat keine Handlung. Nachdem auf den ersten Seiten die beliebteste Schülerin der Schule ermordet wurde, hört die Handlung auf. Gwen schleicht ein bisschen herum, verliebt sich in den Bad Boy, zieht gedanklich über ihre Mitschülerinnen her und verleugnet beharrlich alle übernatürlichen Vorkommnisse. Auf den letzten Seiten folgt dann noch eine vorhersehbare, schnelle und langweilige Auflösung. Die Handlung des Buches, die nichts mit Gwens stereotypem Teenager-Verhalten zu tun hat, lässt sich in einem Satz zusammenfassen.
      Wenn dieser Mangel an Handlung wenigstens durch Erklärungen oder Informationen, die Gwen in dieser auch für sie neuen Welt erfahren muss, kompensiert worden wäre, wäre das Buch deutlich interessanter gewesen. Leider ist Gwen deutlich minderbemittelt, sodass sie sich mit solchen Dingen gar nicht auseinandersetzt. Sie hat eine eindeutig übernatürliche Gabe und geht auf eine Schule mit Jugendlichen, die übernatürlich stark und schnell sind und Magie beherrschen. Aber bis fast zum bitteren Ende beharrt Gwen darauf, dass sie nicht an Götter, Magie und Mythen glaubt. Aus diesem Grund hört sie im Unterricht nie zu, sodass auch ich als Leser keinerlei Informationen erhalten habe – außer, dass Gwen nicht zuhört, weil sie das alles lächerlich findet. Zudem versteht sie im Grunde nie die Zusammenhänge, blickt überhaupt nicht durch, hat eine völlig verdrehte Vorstellung von Moral und steht selbst bei Offensichtlichkeiten noch unfassbar lange auf dem Schlauch. Damit kommt die Geschichte natürlich auch auf Ebene der Informationen überhaupt nicht vom Fleck.


      Dieses Buch ist vom Deckel bis zur Rückseite mit Klischees und Stereotypen vollgestopft, hat bis auf die ersten und letzten Seiten keine nennenswerte Handlung, wird erzählt von einer minderbemittelten, um nicht zu sagen strohdummen, Protagonistin und beinhaltet unzählige wortwörtliche Wiederholungen von Beschreibungen und Situationen. Lesevergnügen war da leider keines zu finden. Ich fand das Buch langweilig, abgenutzt und vorhersehbar, konnte überhaupt keine Spannung finden und war spätestens in der Mitte einfach nur noch unfassbar genervt. „Mythos Academy 1 – Frostkuss“ war eine Katastrophe und bekommt dafür nur eine Schreibfeder.