Sonntag, 29. Januar 2017

[Rezension] Winston: Jagd auf die Tresorräuber – Frauke Scheunemann



Titel: Winston – Jagd auf die Tresorräuber
Autor: Frauke Scheunemann
Verlag: Loewe
Erscheinungsdatum: 09. März 2015
Einband: Hardcover
Seiten: 233
ISBN: 978-3-785581-13-1
Preis: 12,95 € [D]

Klappentext:
Skandal an Kiras Schule: Jemand hat den Tresor mit den Abi-Klausuren geklaut! Toms älterer Bruder Nico ist verzweifelt und befürchtet, dass die Prüfung nun wiederholt werden muss. Aber wie sind die Unbekannten überhaupt in die Schule gelangt? Das riecht nach einem neuen Fall für Kater Winston! Mit Unterstützung seiner zwei- und vierbeinigen Freunde macht er sich daran, das Rätsel zu lösen, und legt sich mit einer gefährlichen Tresorräuberbande an. Aber dabei droht dem schlauen Kater diesmal richtig Ärger ...

Einordnung:
- Jagd auf die Tresorräuber (Teil 3)
- Kater undercover (Teil 5)
- ob weitere Teile folgen, ist unbekannt

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten beiden Teile enthalten!

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich die ersten beiden Bücher der Reihe gelesen habe. Zwar habe ich noch gute Erinnerungen an die generellen Begebenheiten und die Charaktere, aber nicht mehr an die Kriminalfälle, die Winston und seine Freunde dort gelöst haben. Das war aber kein Problem, denn der angeberische Winston wirft immer wieder Kommentare und Erklärungen ein, die die Ereignisse in den vorherigen Büchern ausreichend auffrischen. Auf der einen Seite war das gut, um mich wieder an alles zu erinnern, auf der anderen Seite hat mir dadurch dieser dritte Teil nicht ganz so gut gefallen, denn es werden einige Entwicklungen für den aktuellen Fall wieder aufgegriffen. Damit meine ich nicht, dass Handlung weitergeführt wird, sondern dass einige Dinge aus den vorherigen Büchern einfach nochmals wiederholt werden. Das fand ich sehr schade, denn es hätte mit Sicherheit genügend Möglichkeiten gegeben, einen komplett neuen Fall zu basteln.

Ebenfalls nicht mehr so gut gefallen hat mir die Handlung an sich. Mehrfach hat sie sich selbst für ein Kinderbuch sehr gekünstelt angefühlt. Besonders sind mir dabei die Charaktere aufgefallen, die sich teilweise genauso benehmen wie die Kinder und in gewissen Gesichtspunkten genauso naiv sind. Die Tresorräuberbande besteht beispielsweise aus solchen begriffsstutzigen Idioten, dass ich beeindruckt davon bin, dass sie es organisiert bekommen haben, gleich mehrere Tresore zu stehlen. Außerdem kann ich verstehen, dass die Kinder abenteuerlustig sind und versuchen, den Fall auf eigene Faust zu lösen, aber dass sich Kiras Familie und der Professor anschließen, statt mit ihren Informationen zur Polizei zu gehen, konnte ich dann nicht mehr nachvollziehen. Daher hat mir in diesem Zusammenhang sehr gut gefallen, dass sie schlussendlich an einen strengen Polizisten geraten, der sie für ihre Arbeit als Hobbypolizei kritisiert und ihnen weitere Ermittlungen verbietet.

Positiv aufgefallen sind mir in diesem Buch die Weiterentwicklungen der Beziehungen. Am meisten wird natürlich auf Winstons Zuneigung zu Odette eingegangen. Doch während ich in den vorherigen Büchern das Gefühl hatte, in der Hinsicht irgendwie auf der Stelle zu treten, kommt jetzt Bewegung in die Sache. Das Gefühlsspektrum, das Winston in Odettes Nähe empfindet, erweitert sich. Verantwortlich dafür ist ein Kater, der neu in der Gegend ist und sich sehr um die Aufmerksamkeit der wunderschönen Katze bemüht. Mit der Zeit erkennt Winston, dass er den anderen Kater nicht ausstehen kann, weil er eifersüchtig ist. Damit fängt er an, den Empfindungen, die er in Odettes Nähe verspürt, Namen zu geben. Eine parallele Entwicklung gibt es auch bei den Menschen, denn Professor Hagedorn findet endlich den Mut, sich um seine Haushälterin Anna zu bemühen – oder es zumindest zu versuchen. Da er sich dabei nicht besonders geschickt anstellt, ist das Ergebnis immer wieder amüsant zu lesen.

Fazit:
In diesem dritten Teil hat mir die Handlung nicht mehr durchweg gefallen. Zum einen werden Aspekte aus vorherigen Büchern wiederholt, zum anderen wirkt die Handlung manchmal sehr gekünstelt. Dazu trägt bei, dass die Erwachsenen sich diesmal auch eher wie Kinder benehmen. Zum Glück werden sie dafür von der Polizei ordentlich gerügt, statt für ihren Leichtsinn auch noch belohnt zu werden. Außerdem haben mir die Beziehungen in diesem Band sehr gefallen. Winston fängt an, seinen Gefühlen für Odette Namen zu geben. Und der Professor versucht sich endlich um Anna zu bemühen. Dadurch gibt es auf dieser Ebene auf jeden Fall Weiterentwicklungen. Insgesamt hat mir „Jagd auf die Tresorräuber“ gefallen, bekommt aber wegen einiger Schwächen nur vier Schreibfedern.

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