Freitag, 31. März 2017

[Rezension] Aus dem Schatten – Sandra Glover


Titel: Aus dem Schatten
Autor: Sandra Glover
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 12. Januar 2009
Einband: Softcover
Seiten: 191
ISBN: 978-3-570304-38-9
Preis: 6,95 € [D]

Klappentext:
Es könnte jeder sein – selbst dein bester Freund
Ein unbeobachtet stehengelassenes Glas auf der Schulabschluss-Party wird Debra zum Verhängnis. Sie wird unter Drogen gesetzt und entführt – und ein paar Tage später wieder freigelassen. Doch von wem bleibt ein Rätsel. Debra hat das Gesicht ihres Entführers nie gesehen. Und er könnte jederzeit wieder zuschlagen...

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Das Buch lag dreieinhalb Jahre auf meinem SuB und hat mich immer nur mäßig interessiert – genug, um es nicht auszusortieren, aber zu wenig, um es zu lesen. Jetzt habe ich es endlich in die Hand genommen und bin sehr froh darüber. Da hatte sich ein richtiges Schätzchen in meinem Regal versteckt!

Normalerweise tue ich mich schwer mit Krimis und Thrillern, weil sie häufig so einfach zu durchschauen sind, dass ich mich langweile. Das ist bei diesem Buch nicht der Fall. Obwohl aus mehreren unterschiedlichen Perspektiven berichtet wird, beispielsweise aus Debras und aus der des Täters, wusste ich bis zur Auflösung nicht, wer es war. Die inneren Monologe des Täters, die immer wieder eingestreut sind, haben zwar kleine Anhaltspunkte gegeben, wie dass er eine Rechnung mit der Familie offen hat, aber das traf auf so viele Leute zu, dass es dann doch nicht hilfreich war.
Aus diesem Grund konnte mich das Buch auch immer wieder überraschen. Manche Verdächtige habe ich für mich ausgeschlossen gehabt, weil es irgendwie einfach nicht passte. Aber manchmal hat sich Debra plötzlich an etwas erinnert, jemand hat komische Bemerkungen gemacht oder ihre beste Freundin hat etwas Merkwürdiges beobachtet und das hat dann ganz unerwartete Personen in den Vordergrund gerückt, über die ich noch gar nicht nachgedacht hatte. Oh, das ist genial! Da wäre ich nie drauf gekommen!, habe ich dann gedacht. Um wenige Seiten später zu erfahren, dass es vermutlich nicht der Täter ist. Die Autorin hat sehr viele, sehr gute falsche Spuren gelegt, die allesamt so glaubwürdig waren, dass ich bis zum Schluss nicht wusste, wer Debra denn nun entführt hatte.

Auf kognitiver Ebene war das Buch damit sehr spannend. Leider hat mich das Buch auf emotionaler Ebene nicht so sehr mitgerissen, weil ich nicht genug Zeit hatte, um mich so weit in die Charaktere hineinzuversetzen, dass ich mit ihnen leiden konnte. Vereinzelte Szenen, in denen die Verzweiflung der Schwester oder die Schuldgefühle der besten Freundin behandelt wurden, haben mich berührt. Der Rest der Geschichte hat mich aber eher kalt gelassen.

Fazit:
Ich bin sehr froh, dass ich das Buch endlich gelesen haben. Es ist ein wirklich guter Thriller, der überhaupt nicht vorhersehbar und an vielen Stellen überraschend war. Bis zum Schluss wusste ich nicht, wer der Täter war, weil die vielen falschen Spuren so gut klingen, dass ich sie mir als Auflösung sehr gut vorstellen konnte. Zudem bringt die Perspektive des Täters, die aber absolut nichts verrät, noch eine ganz andere Dynamik in die Geschichte. Das Buch war wirklich ein spannendes Rätsel, auch wenn es mich emotional nicht mitgerissen hat. Daher vergebe ich an „Aus dem Schatten“ vier Schreibfedern.

Mittwoch, 29. März 2017

[Rezension] Lügen schützt vor Liebe nicht – Caitlin Daray


Titel: Lügen schützt vor Liebe nicht
Autor: Caitlin Daray
Verlag: Cursed Verlag
Erscheinungsdatum: 17. März 2016
Einband: Softcover
Seiten: 334
ISBN: 978-3-958230-48-4
Preis: 10,95 € [D]

Klappentext:
Als Mitläufer lässt sich Kian von Geldsorgen geplagt immer wieder von seiner Clique zu Einbrüchen überreden. Schnell rein, schnell raus, ohne dass jemand zu Schaden kommt – bis Wachmann Eric verletzt wird und Kians schlechtes Gewissen ihn dazu nötigt, Eric als scheinbar unbeteiligter Passant zu Hilfe zu kommen.
Als Kian seiner Einbrecherbande den Rücken kehren will und dafür zusammengeschlagen wird, ist es ausgerechnet Eric, der ihn aufliest und kurzerhand bei sich aufnimmt. Doch als die beiden sich näherkommen, steht nicht nur ihre Beziehung durch Kians Lügen auf dem Spiel, auch Erics Leben gerät in Gefahr. Denn Kians ehemaliger Bandenchef wittert nun eine Chance auf den ganz großen Coup...

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Die Geschichte wird abwechselnd vom arbeitslosen Kian und vom Wachmann Eric erzählt. Dass dabei Erics Werdegang zum Wachmann im Prolog den Auftakt bildet, hat mir den Einstieg in das Buch etwas schwer gemacht, denn während Kians Clique zum Hassen gemacht ist, sind Erics Freunde eigentlich wirklich seine Freunde. Leider waren sie mir im Prolog aber dermaßen unsympathisch, dass ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte, wie Eric mit ihnen befreundet sein kann. Dass er selbst genauso genervt war wie ich, hat nicht dazu beigetragen, dass ich ihn sympathischer fand oder mich in der Geschichte wohler gefühlt habe. Zum Glück ist mir zum einen Bastian im Laufe des Buches doch noch ans Herz gewachsen und taucht zum anderen im ersten Kapitel Erics Kollege Mark auf, der mir von der ersten Szene an absolut sympathisch war. Nach dem etwas missglückten Einstieg lief es dann sehr viel besser, sodass ich das Buch an einem Tag durchgelesen habe.

Als ich sie besser kennen gelernt habe, haben mir Kian und Eric als Charaktere wirklich gut gefallen, gerade weil sie mit einigen Klischees brechen. Eric ist ein einfach gestrickter, um nicht zu sagen beinahe naiver Mensch mit einem unglaublich großen Herzen, das er in jedem anderen Menschen auch sieht. Er ist keinesfalls dumm und lässt definitiv nicht alles über sich ergehen, aber ein raffinierter Intelligenzbolzen ist er eben auch nicht. Dass er außerdem nicht wirklich durchtrainiert ist und von einem Sixpack nur träumen kann, macht ihn zu einem ganz normalen Durchschnittsmenschen. Das ist mir sehr sympathisch. Genau wie Kian, der sein Leben kein bisschen im Griff hat und lange Zeit Ausreden erfindet, bevor er sich eingesteht, dass er einfach nur ein willenloser Mitläufer ist, der im Grunde nichts beizutragen hat. Er pendelt zwischen seinem nichtsnutzigen, alkoholkranken Vater und seinem gewalttätigen Freund hin und her, weil es der einfachste Weg ist. Als er dann Eric trifft, der ihm einen Ausweg aufzeigt, macht er eine wunderbare Entwicklung durch. Kian gewinnt Kontrolle zurück, findet eine Perspektive und gesteht sich endlich ein, dass er sein Leben hasst. Diese Entwicklung war authentisch beschrieben und schön zu beobachten.
Umso mehr Klischee war dagegen zum Teil die Beziehung der beiden. Zwar sind sie nicht nach dem ersten Kuss direkt ins Bett gestiegen und haben sich auch sonst sehr viel Zeit gelassen, aber insbesondere der Weg zur Beziehung hat bei mir mehr als nur ein Déjà-vu ausgelöst. Natürlich muss irgendwie deutlich werden, dass sie sich langsam ineinander verlieben, aber warum muss es auf dem Weg dahin immer eine Szene geben, in der einer über die weichen, sinnlichen Lippen des anderen nachdenkt und sich dann fragt, warum er da überhaupt drüber nachdenkt? Das habe ich gefühlt schon tausende Male gelesen. Herzklopfen kommt da nun wahrlich nicht mehr auf. Trotzdem hatte die Beziehung natürlich auch ihre individuellen Momente, die mir sehr gefallen haben. Besonders bei den ersten Küssen haben ich wirklich mitgefiebert, weil sie so süß und unschuldig waren. Außerdem bin ich ein Fan davon, wenn eine Beziehung nicht nur aus unendlich vielen bis ins letzte Detail ausgeschriebenen Sexszenen besteht. Das ist hier definitiv nicht der Fall, denn wie jeder normale Mensch haben die beiden wirklich noch anderen Dinge zu tun. Ihre Liebesgeschichte eingebunden in den ganz normalen Alltag zu beobachten, hat mir sehr viel Spaß gemacht, denn schließlich steht der Rest der Welt nicht still, nur weil die Protagonisten zueinander gefunden haben.

Außerdem kann das Buch die ganze Zeit mit einer unterschwelligen Spannung aufwarten, denn von Anfang an verstrickt sich Kian in ein Gerüst aus Lügen. Zwar erfährt Eric ziemlich bald seinen richtigen Namen, sein wahres Alter und auch von den schwierigen Verhältnissen in Kians Elternhaus, aber das ganz große Geheimnis, nämlich Kians Verbindung zur Einbrecherbande, bleibt sehr lange im Dunklen. Aber die Vergangenheit lässt Kian nicht los, Eric wird immer wieder mit Einbrüchen konfrontiert und Bastian, Erics bester Freund, schnüffelt ständig herum, um zu beweisen, dass Kian ein Nichtsnutz ist. Es war mitreißend zu lesen, wie Kian sehenden Auges auf die Katastrophe zusteuert, während Erics vollkommene Ahnungslosigkeit, die in den von ihm erzählten Kapiteln deutlich wird, alles irgendwie nur noch schlimmer gemacht hat.

Fazit:
Mit dem Prolog habe ich mich richtig schwer getan, aber danach wurde es so viel besser, dass ich das Buch an einem Tag beendet habe. Die Protagonisten waren mir sehr sympathisch, gerade weil sie mit ihren Hobbys, dem Körperbau und der geistigen Veranlagung absolut individuell waren. Auch die Beziehung war zum Teil individuell, wunderbar in den Alltag eingebettet und schön zu lesen, der Weg dorthin war allerdings gesäumt von Klischees. Spannend war das Buch außerdem auch, denn Kian verrennt sich immer mehr in seinen Lügen. Insgesamt hat mir „Lügen schützt vor Liebe nicht“ gefallen, bekommt aber wegen einiger Schwächen nur vier Schreibfedern.

Dienstag, 28. März 2017

Neuzugänge #77


Oha. Ja. Kein Kommentar, wollte ich eigentlich schreiben. Aber das ist für euch nicht besonders informativ, also werde ich das doch kommentieren. Schon mal als Warnung vorab: Der Post wird etwas länger. So viele Bücher... Es war eindeutig Buchmesse. Und ich habe mir den Rücken krumm geschleppt. Hinzu kommt, dass ich auch noch Geburtstag hatte (was den Stapel erhöht, obwohl die meisten Büchergeschenke noch gar nicht angekommen sind) und Leserunden- und Rezensionsexemplare bekommen habe. Also, um es kurz zu machen: Mein SuB ist innerhalb von fünf Tagen in eine Höhe geschossen, wo er schon länger nicht mehr war.


Hier ist erst mal meine gesamte Messeausbeute zu sehen. Nachdem ich aussortiert habe, was ich weder brauche noch haben will. Eigentlich wollte ich schon immer nur Dinge einsammeln, die ich auch behalten möchte, aber da wird man ja dermaßen zugeschmissen mit Goodies aller Art, dass doch der eine oder andere Flyer dabei war, mit dem ich absolut nichts anfangen konnte. Aber über die meisten Dinge freue ich mich doch sehr, insbesondere über die vielen Bücher und die unendliche Anzahl cooler Postkarten.


Zu meinen Neuzugängen gehören jede Menge Bücher mit schwulen Protagonisten, weil diese Bücher meist von kleineren Verlagen veröffentlicht werden, wo die Autoren dann am Stand anzutreffen sind und das Buch auch gleich noch signieren können. Bei "Koch zum Frühstück" hat das allerdings nicht funktioniert. Das Buch habe ich gewonnen, aber leider erst 40 Minuten nach Ende der Signierstunde der Autorin. Wir sind zwar noch zum Stand gelaufen, aber da war sie leider schon weg.
Ebenfalls nicht signiert ist das Buch des amerikanischen Autors Andrew Grey: "Touchdown zum Glück". Eigentlich handelt es sich dabei um den zweiten Teil einer Reihe, aber da die Bände unabhängig voneinander lesbar sind, habe ich mich für den Band entschieden, der mich am meisten angesprochen hat. Das ist übrigens auch eines der wenigen Bücher, die ich zu kaufen geplant hatte.
Ungeplant ist dann "Lügen schützt vor Liebe nicht" in meinem Rucksack gelandet. Irgendwie kamen wir ständig am Stand des Cursed Verlags vorbei. Und da die Autorin gerade daneben saß und Bücher signiert hat... Mit dem Buch habe ich auch direkt schon angefangen und bisher gefällt es mir wirklich gut. Die Geschichte ist interessant und vielschichtig und es sind immer noch so viele Seiten übrig, dass noch unendlich viel passieren kann.
"Eisprinz und Herzbube" habe ich dagegen wieder geplant gekauft. Um das Buch schleiche ich schon so lange herum, dass es jetzt einfach mal fällig war. Auf die Geschichte bin ich schon sehr gespannt. Und bis ich zum Lesen komme, erfreue ich mich an dem coolen Schriftzug auf dem Cover.


Chris P. Rolls gehört zu den Autoren, die jedes Jahr, jeden Tag, jede Stunde irgendwie auf der Messe herumstehen und immer einen Stift in der Hand halten, um das nächste Buch zu signieren. Das habe ich natürlich gleich ausgenutzt. "Die Anderen" wollte ich eigentlich letztes Jahr schon haben, aber da konnte ich dann leider nicht zur Messe. Jetzt ist der zweite Band auch schon erschienen, da konnte ich ihn direkt mit kaufen.
Schon vorher vorbestellt und nur noch abgeholt habe ich außerdem "Bokeh". Das kurze Buch spielt in der gleichen Welt wie die Irgendwie-Reihe und während ich Joschi eigentlich nicht besonders mochte, war mir Dirk sehr sympathisch. Auf das Buch bin ich echt neugierig, gerade weil Dirk eigentlich als heterosexuell dargestellt wurde.


Neben den Gay Romances habe ich mich natürlich auch durch unendlich viele Kinder- und Jugendbücher und deren Leseproben gegraben. Die Leseprobe von "Daniel is different" ist eigentlich nur nebenbei halb interessiert in meiner Tasche gelandet. Abends habe ich mal rein gelesen - und zack, war sie schon wieder zu Ende. Dabei hätte ich so gerne weiter gelesen. Also bin ich am nächsten Tag direkt zum Stand des Magellan Verlags gesprintet und habe mir das Buch gekauft. Sobald ich irgendwie Ordnung in das Bücherchaos gebracht habe, werde ich mich in die Geschichte stürzen.
"Dass Ich Ich bin ist genauso verrückt wie die Tatsache, dass Du Du bist" steht schon eine Weile auf meiner Wunschliste. Prinzipiell klingt die Geschichte nicht so sehr interessant, aber: Das gesamte Buch ist in Listen geschrieben! Da geht einem Listenfreak wie mir doch gleich das Herz auf. Als ich das Buch dann in der Hand hatte, ist mir noch ein niedliches Detail aufgefallen. Das Buch ist nämlich ein Softcover, das aussieht als wäre es gerne ein Hardcover. Während der Buchrücken weich ist, sind die Buchdeckel mit dicker Pappe verstärkt. Vielleicht bin ich verrückt, aber das finde ich ziemlich niedlich.
Absolut zufällig bin ich dann am Stand gegenüber über "Die Welt übt den Untergang und ich grinse zurück" gestolpert. Wegen des coolen Covers habe ich es kurz in die Hand genommen und mäßig interessiert den Klappentext gelesen. Und ihn dann gleich noch mal gelesen. Es klingt nämlich, als wäre der Protagonist des Buches schwul. Für ein Jugendbuch eines größeren Verlags ist das leider immer noch etwas ziemlich Ungewöhnliches. Deshalb ist das Buch (am nächsten Tag, als Dressler auch am Stand verkauft hat) in meinen Rucksack gewandert. Jetzt bin ich wirklich gespannt, ob das Buch hält, was der Klappentext verspricht.
Ich hätte die Bücher in einer anderen Reihenfolge auf das Foto stellen sollen. Na ja. Das nächste Buch, "Luzifer Junior - Zu gut für die Hölle", war wieder ein geplanter Kauf. Im Vorfeld der Messe habe ich mich durch das gesamte Messeprogramm gearbeitet (hat auch nur sechs Stunden gedauert) und bin darauf gestoßen, dass der Autor zuerst aus dem Buch liest und es anschließend signiert. Das mag ich immer, weil ich dann mal rein hören kann, ob es tatsächlich etwas für mich ist, und es dann auch direkt signiert bekommen kann. Und, was soll ich sagen, die Lesung war ziemlich witzig. Also bin ich zum Verlagsstand gelaufen und noch ein Buch ist - signiert! - in meinem Rucksack gelandet (gut, dass ich einen Wanderrucksack dabei hatte).
Das letzte Buch auf diesem Foto habe ich wieder gewonnen. Beim Quiz einer Uni habe ich mit Lisas Hilfe (oder eher: hat Lisa für uns) die nötige Punktzahl erreicht, dass wir uns jeder ein Buch aussuchen durften. Da ich Kinderbücher mag und ein Fan von Geschichten über Götter bin, bot sich "Die Götter sind los" für mich natürlich geradezu an.


Auf diesem Foto sind tatsächlich nicht nur Bücher von der Messe zu sehen. "Chosen - Die Bestimmte" habe ich auf lovelybooks als Leserundenexemplar gewonnen. Da ich neben der Buchmesse echt überhaupt keine Zeit hatte, hänge ich jetzt ein bisschen hinterher und muss rein hauen mit dem Buch. Aber da es interessant klingt, werde ich es vermutlich ohnehin verschlingen.
Als Geburtstagsgeschenk habe ich von meinen Geschwistern "Rat der Neun" bekommen. Da sich jeder Blogger auf das Buch gestürzt hat, habe ich es nirgendwo als Rezensionsexemplar ergattern können. Aber jetzt steht es ja trotzdem in meinem Regal und ich freue mich schon sehr darauf. Auch wenn es bei so vielen tollen Büchern wohl noch etwas dauern wird, bis ich für diesen Brocken Zeit finde.
Gleiches gilt auch für "Lady Midnight", das wieder ein Buch von der Messe ist. Eigentlich wollte ich es nicht auf der Messe kaufen, weil das Ding ja schwer ohne Ende ist. Leider musste man aber ein Buch von der Randomhouse Verlagsgruppe kaufen, um einen Stoffbeutel mit der Aufschrift "lesen macht sexy" zu bekommen. Und da Lisa unbedingt diesen Beutel haben wollte, habe ich es dann eben doch den ganzen Tag durch die Gegend getragen. (Und ja, ich habe auch einen eigenen Beutel bekommen, wie oben auf dem Bild zu sehen ist.)
Genauso spontan habe ich "Rebell - Gläserner Zorn" gekauft. Da gab es zwar keine Stoffbeutel zu, aber die Autorin war zum Signieren am Tisch, nachdem wir uns nach einer gefühlten Ewigkeit endlich von den schönen Covern in den Regalen losgerissen hatten. Also eine Kehrtwende und noch mal hin, immerhin stand das Buch schon seit einer Ewigkeit auf meiner Wunschliste.

   

Zusätzlich zu den ganzen Printbüchern haben mich im eBook Format dann noch zwei Rezensionsexemplare erreicht. Herzlichen Dank dafür! Zunächst hat Michael Drecker, der Übersetzer des Buches "Kalte Nächte, warme Herzen", mich gefragt, ob ich das Buch nicht lesen wollen würde. New Adult ist eigentlich nicht so richtig mein Genre, aber Autorin Sarina Bowen kann unglaublich packend erzählen, sodass ich es trotzdem sehr gerne versuche.
Zudem hat mich der Autor des Buches "Der Monsterjäger und die Prinzessin der Dämmerung" gefragt, ob ich sein am 01. Mai erscheinendes Buch lesen möchte. Für Young Adult mit Fantasyelementen bin ich immer zu haben, deshalb habe ich gleich zugesagt. Beide Bücher werde ich wohl im April lesen, auch wenn ich noch ausknobeln muss, womit ich anfange.

Ich habe fertig.

Donnerstag, 23. März 2017

[Rezension] Ich fürchte mich nicht – Tahereh Mafi


Titel: Ich fürchte mich nicht
Autor: Tahereh Mafi
Verlag: Goldmann
Erscheinungsdatum: 23. Juli 2012
Einband: Hardcover
Seiten: 316
ISBN: 978-3-442313-01-3
Preis: 16,99 € [D]

Klappentext:
Ihr Leben lang war Juliette einsam, eine Ausgestoßene – ein Monster. Ihre Berührung ist tödlich, man fürchtet sie, hat sie weggesperrt. Bis die Machthaber einer fast zerstörten Welt sich ihrer als Waffe bedienen möchten. Doch Juliette beschließt zu kämpfen – gegen die, die sie gefangen halten, gegen sich selbst, das Dunkel in ihr. An ihrer Seite ein Mann, zu dem sie sich unaufhaltsam hingezogen fühlt. Ihn zu berühren ist ihr sehnlichster Wunsch – und ihre größte Furcht ...

Einordnung:
- Ich fürchte mich nicht (Teil 1)
- Rette mich vor dir (Teil 2)
- Ich brenne für dich (Teil 3)

Rezension:
Stilistisch hat mich dieses Buch wirklich fertig gemacht. Auf der ersten Seite war ich noch begeistert, denn mitten im Text sind immer wieder Wörter oder Sätze durchgestrichen. Direkt dahinter stehen dann alternative Ausdrücke oder Sätze. Schon in den ersten Absätzen wird der Sinn deutlich: Gedanken, die Protagonistin Juliette nicht haben dürfte, Wahrnehmungen, die sie nicht akzeptieren möchte, Erinnerungen, die sich ungefragt aufdrängen, und die eigentlichen Aussagen, die hinter netteren Worten versteckt werden, sind durchgestrichen. Dahinter folgt dann die „zensierte“ Version. Diese ungewöhnliche Idee hat mir wirklich gut gefallen.

„Er runzelt die Stirn und verengt die Augen, und seine Lippen seine Lippen seine Lippen sind frustriert zusammengepresst.“ (S. 64)

Leider beinhaltet das Buch noch jede Menge weitere ungewöhnliche stilistische Mittel, mit denen ich überhaupt nicht zurecht gekommen bin. Zunächst einmal ist da die blumige Sprache zu nennen, die kaum ein Detail jemals beim Namen nennt, sondern immer eine metaphorische Umschreibung findet. Dadurch werden die Formulierungen extrem aufgebläht, ohne dass wirklich eine Aussage dahinter steckt, die irgendetwas zur Handlung beitragen würde. Außerdem ist in dem Buch kaum Platz für Details, weil ständig Wörter, Sätze oder Satzbruchstücke drei- oder viermal direkt hintereinander wiederholt werden. Wenn diese ganzen Wiederholungen heraus gestrichen werden würden, hätte das Buch deutlich weniger Seiten. Hinzu kommt, dass diese Wortwiederholungen ohne Punkt und Komma erfolgen. Das hat mich völlig wuschig im Kopf gemacht. Zusätzlich gestört haben mich dann auch noch die Tatsachen, dass Zahlen immer als Ziffern geschrieben werden und dass manchmal willkürlich Absätze mitten im Satz gemacht werden, sodass sich ein Satz über vier nicht vollständig bedruckte Zeilen zieht. Inhaltlich betont Juliette immer wieder, dass sie nicht verrückt ist, aber der Erzählstil hat bei mir den Eindruck hinterlassen, dass sie eben doch völlig verrückt ist.

„Meine Augen sehen 2 Augen 2 Lippen 2 Ohren 2 Augenbrauen.“ (S. 10)

Inhaltlich habe ich mich zum Teil auch schwer getan mit dem Buch. Das größte Problem hatte ich mit der Liebesgeschichte, die leider auch den größten Raum einnimmt. Das Buch spielt zwar in einer dystopischen Welt, aber außer dass diese Welt in Sektoren unterteilt ist, irgendwie alle Ressourcen knapp geworden zu sein scheinen und eine Organisation namens „Reestablishment“ die Regierungsarbeit übernommen hat, bekommt der Leser keinerlei Informationen. Stattdessen werden Adams Augen mehr als ein Dutzend mal mit den schönsten Metaphern beschrieben. Diese Beschreibungen gehen einher mit ständigen Kuss- oder Kuschelszenen, wobei die Charaktere dann aber immer gestört werden, bevor sie mehr tun können. Abgesehen davon, dass die Liebesgeschichte unglaubwürdig und überstürzt ist, ist sie also auch noch relativ langweilig. Trotzdem nimmt sie fast den gesamten Handlungsraum ein, der zwischen den ganzen Wortwiederholungen noch übrig bleibt.

In der zweiten Hälfte hat das Buch dann zum Glück etwas mehr Handlung, die auch über die Liebesgeschichte hinaus geht. Da habe ich die letzten Seiten dann tatsächlich gespannt und ziemlich schnell gelesen. Das lag allerdings weniger daran, dass die Geschichte nervenaufreibend, dramatisch oder packend gewesen wäre, sondern mehr daran, dass ich auf sachlicher Ebene Interesse an der Geschichte entwickelt habe. Emotional hat mich das Buch relativ kalt gelassen, aber über jedes Detail zur dystopischen Welt und zu anderen Charakteren habe ich mich gefreut. Nervenkitzel verursacht das Buch nicht, aber es ließ sich als leichte Lektüre entspannt nebenher lesen.

Fazit:
Ich stehe allen Aspekten des Buches zwiegespalten gegenüber. Auf der einen Seite ist es ein geniales Stilmittel, verbotene Gedanken oder unerwünschte Erinnerungen durchgestrichen darzustellen, auf der anderen Seite haben mich andere ungewöhnliche Stilmittel wie ständige Wortwiederholungen völlig verrückt gemacht. Außerdem nimmt die langweilige Liebesgeschichte extrem viel Raum ein, sodass der dystopische Teil des Buches komplett vernachlässigt wird, aber interessant war die Geschichte trotzdem. Emotional hat das Buch mich kalt gelassen, trotzdem möchte ich die Reihe demnächst fortsetzen. Insgesamt war „Ich fürchte mich nicht“ kein schlechtes Buch, hatte aber doch so viele Schwächen, dass ich nur drei Schreibfedern vergebe.

Dienstag, 21. März 2017

[Rezension] Die Legenden der Schattenjäger-Akademie – Cassandra Clare


Titel: Die Legenden der Schattenjäger-Akademie
Autor: Cassandra Clare
Verlag: Arena
Erscheinungsdatum: 08. November 2016
Einband: Hardcover
Seiten: 840
ISBN: 978-3-401601-47-2
Preis: 24,99 € [D]

Klappentext:
Simon ist ohne seine Erinnerungen völlig machtlos und muss herausfinden, wer er eigentlich ist. Hat er das Zeug zum Helden, der Dämonen bekämpft – wie ihm seine früheren Freunde Clary und Jace ständig erzählen? Oder ist er nicht eigentlich doch der bleiche und schwächliche Comicfan, der nicht einmal die Kraft hat, eine Waffe der Nephilim richtig in der Hand zu halten. Unzählige Übungsstunden in der Akademie bekräftigen eher diese Version.
Und dann ist da noch Isabelle, an deren Liebe er sich einfach nicht erinnern kann, auch wenn es in seinem Bauch flattert, wenn er an sie denkt. War er wirklich mit diesem tollen Mädchen zusammen und wenn ja, wie hat er das nur angestellt?

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe, spielt aber nach den Chroniken der Schattenjäger und den Chroniken der Unterwelt und vor der Reihe „Die Dunklen Mächte“.

Rezension:
Kann, genau wie das Buch selbst, Spoiler bezüglich der anderen Bücher enthalten, die in Cassandra Clares Schattenjäger-Welt spielen.

Das Buch beinhaltet zehn Kurzgeschichten, die Simons Leben und Werdegang an der Akademie der Schattenjäger in Idris beschreiben, vom Tag seiner Ankunft bis zum Tag seiner Aszension, also seiner Umwandlung vom Irdischen in einen Schattenjäger. In diese Erzählungen sind durch persönliche Gespräche oder Lektionen im Unterricht anfangs immer Geschichten oder eben auch die im Titel erwähnten Legenden aus der Vergangenheit eingebaut. Dabei sind diese Blicke in die Vergangenheit aber nicht willkürlich gewählt, sondern stehen immer in Zusammenhang mit einer der Reihen, die im gleichen Universum spielen. Bestimmte Details oder Aspekte der jeweiligen Geschichte sind in den anderen Büchern bereits erwähnt worden und werden nun in diesem Buch weiter ausgeführt. So kommt es, dass Simon zwar der Protagonist seiner eigenen Geschichte ist, aber auch Tessa Gray, eine Menge Herondales, Magnus Bane, Alec und Robert Lightwood, Emma Carstairs sowie Julian, Helen und Mark Blackthorn Teile des Buches erzählen oder zumindest darin vorkommen. Da einige dieser Charaktere aber aktuelle Entwicklungen durchleben und nicht vergangene Ereignisse beschreiben, geht der Aspekt mit den Legenden leider gegen Ende des Buches verloren.

Simon ist hier als Protagonist leider genauso anstrengend wie in den Chroniken der Unterwelt. Natürlich hat er es mit seinem Gedächtnisverlust nicht gleich, aber er gibt sich deshalb dermaßen wehleidig, dass er mir schon nach wenigen Seiten auf die Nerven gegangen ist. Er hält sich für ein völliges Weichei, glaubt ein ganz anderer Mensch zu sein als zuvor und fühlt sich von seinen ehemaligen Freunden ständig beobachtet und bedrängt, weshalb er beinahe ununterbrochen vor sich hin jammert. Positiv an dieser Sichtweise war nur, dass er dadurch mit dem total direkten, völlig unverblümten und nach Strich und Faden lügenden Jace am besten zurecht kam. Stellenweise waren die Begegnungen der beiden regelrecht witzig. Zum Glück fanden alle anderen Charaktere, genau wie ich, dass Simon sich nicht verändert hat. Er ist noch immer ein Nerd, aber absolut loyal, kann Ungerechtigkeit nicht ausstehen und ist gleichermaßen witzig wie mutig. Dadurch ist er als Person mit seinen Handlungen sehr sympathisch, nur wenn er vor dem Leser seine Gedanken und seinen „Alter-Simon-neuer-Simon-Minderwertigkeitskomplex“ (Izzy, S. 498) ausbreitet, ist er schwer zu ertragen.

Auch die Handlung der Kurzgeschichten hat mir prinzipiell gut gefallen, aber sie hatten fast alle auch Schwächen. Zunächst einmal hätte ich gerne mehr über Simons Unterricht erfahren, aber bis auf die Theorieteile, in denen dem Leser eine Legende näher gebracht wird, wird beinahe alles übersprungen oder von Simon als dämlich und übermenschlich anstrengend zusammengefasst. Dadurch drehen sich die Teile, die er erzählt, fast immer nur um seine Beziehung oder auch Nicht-Beziehung mit Izzy, darum, wie toll er sie findet und dass er mit ihr zusammen sein will, aber lieber doch nicht, eigentlich aber doch oder vielleicht auch doch nicht. Das hat manchen Geschichten vollkommen die Spannung genommen. An anderen Stellen hatten sich die Charaktere im Vergleich zu den Chroniken der Unterwelt, die zeitlich direkt vor diesem Buch spielen, dermaßen verändert, dass ich sie kaum wiedererkannt habe. Beispielsweise konnten Alecs Eltern, insbesondere sein Vater, Magnus eigentlich nie leiden, aber plötzlich überschlagen sie sich geradezu vor Begeisterung. Ihre Vorurteile gegenüber Schattenweltlern sind wie weggeblasen. Nichtsdestotrotz hat mir das Buch gut gefallen, denn meine Kritikpunkte sind immer nur kleinere Details in manchmal mehr als 100 Seiten langen Geschichten.

Fazit:
Das Buch ist eine schöne Erweiterung zu den Reihen, die im Schattenjäger-Universum spielen. Zwar erzählt Simon auch seine eigenen Erlebnisse auf der Akademie, aber es werden immer Geschichten eingeschoben, die das Schicksal der Protagonisten der anderen Reihen weiter beleuchten. Diese Geschichten sind leider weit spannender als Simons Wehleidigkeit wegen des Gedächtnisverlusts und seine Unentschlossenheit bezüglich Izzy. Als Charakter hat sich Simon nicht verändert, aber als Erzähler ist er echt anstrengend. Deshalb hat mir das Buch zwar gut gefallen, hatte aber zwischendurch immer wieder Schwächen. Insgesamt bekommt „Die Legenden der Schattenjäger-Akademie“ deshalb vier Schreibfedern von mir.

Donnerstag, 16. März 2017

Neuzugänge #76


Eigentlich sollten die Buchmesse und mein Geburtstag die einzigen Neuzugänge des Monats bringen. Offensichtlich hat das nicht so ganz funktioniert. Es sind schon wieder drei Bücher bei mir eingezogen und zwei weitere sind noch auf dem Weg. Aber immerhin habe ich keines davon gekauft, sodass mein Budget für die Buchmesse unangetastet ist.



Als erstes ist "Saeculum" bei mir eingetroffen. Das Buch habe ich über lovelybooks ertauscht. Nachdem ich Erebos nur ganz gut fand, haben mir einige Blogger mitgeteilt, dass ihnen Saeculum besser gefallen hat. Deshalb will ich es mit dem Buch gerne auch mal probieren. Wann immer ich dazu komme.
Schon angefangen zu lesen habe ich "Das Runner's World Laufbuch für Einsteiger", das ich als Rezensionsexemplar bekommen habe. Eigentlich wollte ich das im Winter schon anfragen, aber da war es mir zu kalt, um joggen zu gehen. Jetzt ist wunderschönes Wetter und ich kann die Weisheiten dieses Buches gleich umsetzen. Denn voller Weisheiten ist es wirklich. Und es kann meine Gedanken lesen. Immer, wenn ich einen Absatz kritisch hinterfrage, setzt sich das Buch im nächsten Absatz mit genau dieser Kritik auseinander. Und es ertappt mich jedes Mal, wenn ich mit der Chipstüte auf dem Sofa sitze. Also eigentlich habe ich es gar nicht mit Ratgebern, aber das Buch ist nicht nur nützlich, das spricht mich auch noch richtig an. Ich bin sehr gespannt auf den Rest.
Heute kam dann nach langer Wartezeit außerdem endlich "Der Kuss der Lüge" bei mir an. Das Buch habe ich bei einer Verlosung auf lovelybooks gewonnen. Auf die Geschichte bin ich wirklich schon gespannt, auch wenn ich sehr verschiedene Meinungen dazu gehört habe bisher. Auf jeden Fall ist es in nächster Zeit fällig.

Samstag, 11. März 2017

[Rezension] Göttlich verloren – Josephine Angelini



Titel: Göttlich verloren
Autor: Josephine Angelini
Verlag: Dressler Verlag
Erscheinungsdatum: 01. Mai 2012
Einband: Hardcover
Seiten: 504
ISBN: 978-3-791526-26-3
Preis: 19,95 € [D]

Klappentext:
Helen muss die Hölle gleich zweifach durchstehen: Nachts schlägt sie sich durch die Unterwelt, noch schlimmer quält sie tags, dass Lucas und sie sich unmöglich lieben dürfen. In der Unterwelt trifft Helen auf Orion. Je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, umso näher kommen sie sich. Dann geschieht etwas völlig Unerwartetes, das ausgerechnet Orion und Lucas zum Zusammenhalten zwingt: Die vier Häuser Scion werden vereint und ein neuer Trojanischer Krieg scheint unausweichlich!

Einordnung:
- Göttlich verdammt (Teil 1) 
- Göttlich verloren (Teil 2)
- Göttlich verliebt (Teil 3)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!

Da mir der erste Band der Reihe nicht so gut gefallen hat, bin ich mit relativ niedrigen Erwartungen an das Buch heran gegangen. Gleich der Einstieg war dann auch schon schwierig, weil die Ereignisse aus dem letzten Band kaum wiederholt wurden, sodass ich mich an viele Details nicht mehr erinnern konnte. Der große Zusammenhang war zwar noch präsent, aber die vielen Namen der großen Delos-Familie und insbesondere die zahllosen übernatürlichen Fähigkeiten konnte ich nicht mehr wirklich zuordnen. Das kam aber zum Glück alles relativ schnell wieder, denn von ihren Fähigkeiten machen sie alle wirklich viel Gebrauch.

Schwierigkeiten hatte ich hin und wieder auch mit dem Handlungsverlauf. Helen verbringt jede Nacht in der Hölle, in der sie versucht, alle Scions von den Furien zu befreien. Dabei landet sie je nach Stimmung beim Einschlafen an unterschiedlichen Orten, an denen sie auf verschiedene Widrigkeiten stößt. Nachdem es bei ihrem Vorhaben deshalb zunächst gar nicht vorwärts geht, fangen die Probleme im weiteren Verlauf an, sich irgendwie von selbst zu lösen. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass Helen in jedem Gemütszustand und auch unter größtem Druck auf Kommando einschlafen kann, trifft sie wundersamerweise immer sofort auf Orion, wo auch immer sie in der Hölle landet. Entweder hat sie unrealistisch viel Glück oder ich kann die Logik hinter ihren Reisen in die Hölle nicht nachvollziehen. Gleiches gilt manchmal auch für die Handlung, wenn Helen wach und in der Welt der Lebenden unterwegs ist. Es gibt wirklich dramatische Entwicklungen und lebensbedrohliche Auseinandersetzungen, die von durch die Furien angestachelten Faustkämpfen bis zu blutigen Straßenschlachten reichen. Die Lösungen finden sich dabei trotzdem häufig spielend leicht und mehrfach sind Szenen in meinen Augen viel zu einfach gelöst, beispielsweise indem eine Person einfach noch eine übernatürliche Fähigkeit entwickelt, die sie zu genau dem befähigt, was benötigt wird.

Nichtsdestotrotz hat mir dieser Teil besser gefallen als der erste Band. Das liegt vor allem daran, dass die Geschichte nicht mehr so vorhersehbar war. Nachdem im ersten Teil alle wichtigen Eckpfeiler des trojanischen Krieges durchgesprochen wurden und die Handlung damit sehr vorhersehbar wurde, wurden in diesem Teil nur noch einige zusätzliche Informationen der griechischen Mythologie geliefert. Der Fokus lag mehr auf den aktuellen Geschehnissen, die nur noch ganz allgemeine Parallelen zur Vergangenheit aufweisen. Deshalb gab es teilweise wirklich überraschende Wendungen. Und besonders gegen Ende fand ich das Buch so packend, dass ich den dritten Teil gerne direkt hinterher gelesen hätte, wenn ich ihn zur Hand gehabt hätte.
Außerdem hat mir überraschenderweise auch das schon im Klappentext erwähnte Liebesdreieck sehr gut gefallen. Normalerweise ist es gar nicht mein Ding, weil es immer darauf hinausläuft, dass die Protagonistin zwei Jungen gleichzeitig liebt und sich dann ewig nicht entscheiden kann und die beiden sich dann auch noch ständig anfeinden. Dieses Buch hat das aber ganz anders gelöst. Zum einen hat Helen eigentlich gar keine Wahl, da sie sich für keinen von ihnen entscheiden darf. Zum anderen hat mir sehr gefallen, wie die vermeintlichen Konkurrenten Lucas und Orion miteinander umgehen. Sie sind auf einer Wellenlänge, respektieren sich gegenseitig und kommen ganz unabhängig von Helen miteinander aus. Dadurch werden große Dramen vermieden. Außerdem rückt die Liebesgeschichte nicht vollkommen in den Vordergrund, sodass es noch jede Menge andere Handlung gibt.

Fazit:
Das Buch hat mir besser gefallen als der erste Teil. Nach anfänglichen Verwirrungen bezüglich der Namen und Fähigkeiten der Charaktere bin ich schnell in die Geschichte hinein gekommen. Die Handlung ist spannend und hält einige überraschende Wendungen bereit, auch wenn einige Situationen viel zu einfach gelöst oder nicht nachvollziehbar waren. Ganz besonders gefallen hat mir das Liebesdreieck, das so ganz anders ist als ich es erwartet hatte, da Lucas und Orion absolut auf einer Wellenlänge sind und Helen kaum eine Rolle dabei spielt, wie gut sie miteinander auskommen. Jetzt bin ich so auf den dritten Teil gespannt, dass „Göttlich verloren“ insgesamt vier Schreibfedern von mir bekommt.

Donnerstag, 9. März 2017

[Aktion] Top Ten Thursday #24 | 10 Autoren mit den meisten Büchern in deinem Regal

Nachdem ich eine ganze Weile ausgesetzt habe, interessiert mich der heutige Top Ten Thursday wieder sehr. Als ich meine Regale durchsucht habe, gab es doch einige Überraschungen. Ich weiß zwar, wer meine Lieblingsautoren sind, aber gerade bei Autoren, von denen ich verschiedene Reihen und Einzelbände im Regal habe, war ich dann doch überrascht, wie viele Bücher da zusammen gekommen sind. Allerdings ist es bei mir eher eine Top Fourteen, weil ich irgendwann von vielen Autoren gleich viele Bücher im Regal stehen hatte. Da wollte ich mich nicht entscheiden, wen ich nenne und wen nicht, also habe ich sie alle aufgeführt.
Weitere Informationen zur Aktion findet ihr bei Steffis Bücherbloggeria. :)


Das heutige Thema:
10 Autoren, von denen du am meisten Bücher im Regal stehen hast 

Meine Top Ten:

Platz 1: Joanne K. Rowling (11 Bücher)


Platz 2: Tom Clancy (10 Bücher)


  
Platz 3: Arthur Conan Doyle, Cassandra Clare und Rick Riordan (9 Bücher)


 
Platz 4: Chris P. Rolls und Peter Freund (8 Bücher)


Platz 5: Kai Meyer (7 Bücher)


  
Platz 6: Jennifer L. Armentrout, Jacquelyn Frank, Michelle Raven,

  
... Jennifer Estep, Malcolm Rose und Monika Feth (6 Bücher)

Kennt ihr diese Autoren?
Von welchen Autoren habt ihr am meisten Bücher im Regal stehen?

Mittwoch, 1. März 2017

[Statistik] Februar 2017

Dieses Semester hatte ich so überhaupt gar keine Lust auf Prüfungsvorbereitung, dass ich stattdessen lieber ein Buch nach dem anderen gelesen habe. Da richtig gute Bücher darunter waren, ich außerdem SuB-Leichen beseitigt und trotzdem (bisher) alle Prüfungen bestanden habe, bereue ich das auch nicht. Da ich mehr Bücher gelesen als gekauft habe, ist zudem der SuB-Abbau weiter fortgeschritten. Hoffentlich geht es im März weiter so, da sind schließlich endlich wirklich Semesterferien.


Neuzugänge:

- "A little something different" von Sandy Hall [Kauf]
- "Plötzlich Banshee" von Nina MacKay [Tausch]
- "Oblivion" von Jennifer L. Armentrout [Kauf]
- "Nightmares - Die Stunde der Ungeheuer" von Jason Segel [Kauf]

Gesamtanzahl: 4 Bücher





Gelesen:

- "A little something different" von Sandy Hall (242 Seiten) [4/5]
- "Him - Mit ihm allein" von Sarina Bowen und Elle Kennedy (384 Seiten) [4/5]
- "Us - Du und ich für immer" von Sarina Bowen und Elle Kennedy (350 Seiten) [5/5]
- "Ein ganzes Jahr Liebe" von der Kuschelgang (367 Seiten) [3/5]
- "Tote Mädchen lügen nicht" von Jay Asher (283 Seiten) [3/5]
- "Die Auserwählten - Phase Null" von James Dashner (437 Seiten) [3/5]

Bücher insgesamt: 6 Bücher
Seiten insgesamt: 2063 Seiten
durchschnittliche Bewertung: 3,67 von 5 Schreibfedern
durchschnittliche Anzahl der Tage auf dem SuB: 304 Tage





Highlight des Monats:


Das Buch hat mir noch besser gefallen als der erste Band. Das emotionale Auf und Ab hat mich wirklich mitgenommen. Ich konnte sowohl Jamie als auch Wes absolut verstehen und habe mich echt hilflos gefühlt, weil auch mir keine Lösung für ihr Problem eingefallen ist.


Enttäuschung des Monats:


Es gab eigentlich keine richtige Enttäuschung diesen Monat, aber das Buch, von dem ich mir definitiv mehr erwartet habe, war "Tote Mädchen lügen nicht". Leider ging die erste Hälfte völlig an mir vorbei und ich konnte die überdramatisierenden Teenager beim besten Willen nicht verstehen. Erst gegen Ende wurde es besser.