Freitag, 31. März 2017

[Rezension] Aus dem Schatten – Sandra Glover


Titel: Aus dem Schatten
Autor: Sandra Glover
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 12. Januar 2009
Einband: Softcover
Seiten: 191
ISBN: 978-3-570304-38-9
Preis: 6,95 € [D]

Klappentext:
Es könnte jeder sein – selbst dein bester Freund
Ein unbeobachtet stehengelassenes Glas auf der Schulabschluss-Party wird Debra zum Verhängnis. Sie wird unter Drogen gesetzt und entführt – und ein paar Tage später wieder freigelassen. Doch von wem bleibt ein Rätsel. Debra hat das Gesicht ihres Entführers nie gesehen. Und er könnte jederzeit wieder zuschlagen...

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Das Buch lag dreieinhalb Jahre auf meinem SuB und hat mich immer nur mäßig interessiert – genug, um es nicht auszusortieren, aber zu wenig, um es zu lesen. Jetzt habe ich es endlich in die Hand genommen und bin sehr froh darüber. Da hatte sich ein richtiges Schätzchen in meinem Regal versteckt!

Normalerweise tue ich mich schwer mit Krimis und Thrillern, weil sie häufig so einfach zu durchschauen sind, dass ich mich langweile. Das ist bei diesem Buch nicht der Fall. Obwohl aus mehreren unterschiedlichen Perspektiven berichtet wird, beispielsweise aus Debras und aus der des Täters, wusste ich bis zur Auflösung nicht, wer es war. Die inneren Monologe des Täters, die immer wieder eingestreut sind, haben zwar kleine Anhaltspunkte gegeben, wie dass er eine Rechnung mit der Familie offen hat, aber das traf auf so viele Leute zu, dass es dann doch nicht hilfreich war.
Aus diesem Grund konnte mich das Buch auch immer wieder überraschen. Manche Verdächtige habe ich für mich ausgeschlossen gehabt, weil es irgendwie einfach nicht passte. Aber manchmal hat sich Debra plötzlich an etwas erinnert, jemand hat komische Bemerkungen gemacht oder ihre beste Freundin hat etwas Merkwürdiges beobachtet und das hat dann ganz unerwartete Personen in den Vordergrund gerückt, über die ich noch gar nicht nachgedacht hatte. Oh, das ist genial! Da wäre ich nie drauf gekommen!, habe ich dann gedacht. Um wenige Seiten später zu erfahren, dass es vermutlich nicht der Täter ist. Die Autorin hat sehr viele, sehr gute falsche Spuren gelegt, die allesamt so glaubwürdig waren, dass ich bis zum Schluss nicht wusste, wer Debra denn nun entführt hatte.

Auf kognitiver Ebene war das Buch damit sehr spannend. Leider hat mich das Buch auf emotionaler Ebene nicht so sehr mitgerissen, weil ich nicht genug Zeit hatte, um mich so weit in die Charaktere hineinzuversetzen, dass ich mit ihnen leiden konnte. Vereinzelte Szenen, in denen die Verzweiflung der Schwester oder die Schuldgefühle der besten Freundin behandelt wurden, haben mich berührt. Der Rest der Geschichte hat mich aber eher kalt gelassen.

Fazit:
Ich bin sehr froh, dass ich das Buch endlich gelesen haben. Es ist ein wirklich guter Thriller, der überhaupt nicht vorhersehbar und an vielen Stellen überraschend war. Bis zum Schluss wusste ich nicht, wer der Täter war, weil die vielen falschen Spuren so gut klingen, dass ich sie mir als Auflösung sehr gut vorstellen konnte. Zudem bringt die Perspektive des Täters, die aber absolut nichts verrät, noch eine ganz andere Dynamik in die Geschichte. Das Buch war wirklich ein spannendes Rätsel, auch wenn es mich emotional nicht mitgerissen hat. Daher vergebe ich an „Aus dem Schatten“ vier Schreibfedern.

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