Samstag, 11. März 2017

[Rezension] Göttlich verloren – Josephine Angelini



Titel: Göttlich verloren
Autor: Josephine Angelini
Verlag: Dressler Verlag
Erscheinungsdatum: 01. Mai 2012
Einband: Hardcover
Seiten: 504
ISBN: 978-3-791526-26-3
Preis: 19,95 € [D]

Klappentext:
Helen muss die Hölle gleich zweifach durchstehen: Nachts schlägt sie sich durch die Unterwelt, noch schlimmer quält sie tags, dass Lucas und sie sich unmöglich lieben dürfen. In der Unterwelt trifft Helen auf Orion. Je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, umso näher kommen sie sich. Dann geschieht etwas völlig Unerwartetes, das ausgerechnet Orion und Lucas zum Zusammenhalten zwingt: Die vier Häuser Scion werden vereint und ein neuer Trojanischer Krieg scheint unausweichlich!

Einordnung:
- Göttlich verdammt (Teil 1) 
- Göttlich verloren (Teil 2)
- Göttlich verliebt (Teil 3)

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich des ersten Teils enthalten!

Da mir der erste Band der Reihe nicht so gut gefallen hat, bin ich mit relativ niedrigen Erwartungen an das Buch heran gegangen. Gleich der Einstieg war dann auch schon schwierig, weil die Ereignisse aus dem letzten Band kaum wiederholt wurden, sodass ich mich an viele Details nicht mehr erinnern konnte. Der große Zusammenhang war zwar noch präsent, aber die vielen Namen der großen Delos-Familie und insbesondere die zahllosen übernatürlichen Fähigkeiten konnte ich nicht mehr wirklich zuordnen. Das kam aber zum Glück alles relativ schnell wieder, denn von ihren Fähigkeiten machen sie alle wirklich viel Gebrauch.

Schwierigkeiten hatte ich hin und wieder auch mit dem Handlungsverlauf. Helen verbringt jede Nacht in der Hölle, in der sie versucht, alle Scions von den Furien zu befreien. Dabei landet sie je nach Stimmung beim Einschlafen an unterschiedlichen Orten, an denen sie auf verschiedene Widrigkeiten stößt. Nachdem es bei ihrem Vorhaben deshalb zunächst gar nicht vorwärts geht, fangen die Probleme im weiteren Verlauf an, sich irgendwie von selbst zu lösen. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass Helen in jedem Gemütszustand und auch unter größtem Druck auf Kommando einschlafen kann, trifft sie wundersamerweise immer sofort auf Orion, wo auch immer sie in der Hölle landet. Entweder hat sie unrealistisch viel Glück oder ich kann die Logik hinter ihren Reisen in die Hölle nicht nachvollziehen. Gleiches gilt manchmal auch für die Handlung, wenn Helen wach und in der Welt der Lebenden unterwegs ist. Es gibt wirklich dramatische Entwicklungen und lebensbedrohliche Auseinandersetzungen, die von durch die Furien angestachelten Faustkämpfen bis zu blutigen Straßenschlachten reichen. Die Lösungen finden sich dabei trotzdem häufig spielend leicht und mehrfach sind Szenen in meinen Augen viel zu einfach gelöst, beispielsweise indem eine Person einfach noch eine übernatürliche Fähigkeit entwickelt, die sie zu genau dem befähigt, was benötigt wird.

Nichtsdestotrotz hat mir dieser Teil besser gefallen als der erste Band. Das liegt vor allem daran, dass die Geschichte nicht mehr so vorhersehbar war. Nachdem im ersten Teil alle wichtigen Eckpfeiler des trojanischen Krieges durchgesprochen wurden und die Handlung damit sehr vorhersehbar wurde, wurden in diesem Teil nur noch einige zusätzliche Informationen der griechischen Mythologie geliefert. Der Fokus lag mehr auf den aktuellen Geschehnissen, die nur noch ganz allgemeine Parallelen zur Vergangenheit aufweisen. Deshalb gab es teilweise wirklich überraschende Wendungen. Und besonders gegen Ende fand ich das Buch so packend, dass ich den dritten Teil gerne direkt hinterher gelesen hätte, wenn ich ihn zur Hand gehabt hätte.
Außerdem hat mir überraschenderweise auch das schon im Klappentext erwähnte Liebesdreieck sehr gut gefallen. Normalerweise ist es gar nicht mein Ding, weil es immer darauf hinausläuft, dass die Protagonistin zwei Jungen gleichzeitig liebt und sich dann ewig nicht entscheiden kann und die beiden sich dann auch noch ständig anfeinden. Dieses Buch hat das aber ganz anders gelöst. Zum einen hat Helen eigentlich gar keine Wahl, da sie sich für keinen von ihnen entscheiden darf. Zum anderen hat mir sehr gefallen, wie die vermeintlichen Konkurrenten Lucas und Orion miteinander umgehen. Sie sind auf einer Wellenlänge, respektieren sich gegenseitig und kommen ganz unabhängig von Helen miteinander aus. Dadurch werden große Dramen vermieden. Außerdem rückt die Liebesgeschichte nicht vollkommen in den Vordergrund, sodass es noch jede Menge andere Handlung gibt.

Fazit:
Das Buch hat mir besser gefallen als der erste Teil. Nach anfänglichen Verwirrungen bezüglich der Namen und Fähigkeiten der Charaktere bin ich schnell in die Geschichte hinein gekommen. Die Handlung ist spannend und hält einige überraschende Wendungen bereit, auch wenn einige Situationen viel zu einfach gelöst oder nicht nachvollziehbar waren. Ganz besonders gefallen hat mir das Liebesdreieck, das so ganz anders ist als ich es erwartet hatte, da Lucas und Orion absolut auf einer Wellenlänge sind und Helen kaum eine Rolle dabei spielt, wie gut sie miteinander auskommen. Jetzt bin ich so auf den dritten Teil gespannt, dass „Göttlich verloren“ insgesamt vier Schreibfedern von mir bekommt.

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