Montag, 24. April 2017

[Rezension] Quidditch im Wandel der Zeiten – Joanne K. Rowling


Titel: Quidditch im Wandel der Zeiten
Autor: Joanne K. Rowling
Verlag: Carlsen
Erscheinungsdatum: 17. März 2010
Einband: Softcover
Seiten: 71
ISBN: 978-3-551359-47-6
Preis: 4,99 € [D]

Klappentext:
Falls Sie sich je gefragt haben, woher der goldene Schnatz stammt, wie die Klatscher ins Spiel kamen oder weshalb auf den Umhängen der Wigtown Wanderers ein Fleischerbeil prangt, dann brauchen Sie „Quidditch im Wandel der Zeiten“. Diese Sonderausgabe ist ein Nachdruck eines Bandes aus der Schulbibliothek von Hogwarts, den Quidditch-Fans täglich zu Rate ziehen.

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe, spielt aber im Harry Potter Universum.

Rezension:
Es tut mir in der Seele weh, ein Buch aus dem Harry Potter Universum schlecht zu bewerten, aber dieses Buch war echt langweilig. Während „Phantastische Tierwesen“ noch informativ und durch die von Harry, Ron und Hermine eingefügten Kommentare auch witzig war, ist „Quidditch im Wandel der Zeiten“ einfach nur dröge. Hauptsächlich liegt das am Inhalt, dem ich beim besten Willen nichts abgewinnen konnte. Die meisten gelieferten Informationen sind jedem bekannt, der mindestens ein Buch der Reihe gelesen oder einen Film gesehen hat, denn über weite Strecken befasst sich das Buch mit den verschiedenen Bällen und Spielerpositionen. Dazu werden zwar Hintergrundinformationen geliefert, aber dass der Quaffel früher Grifflöcher hatte und primitive Klatscher aus Gesteinsbrocken bestanden, ist auch nur bedingt wissenswert. Die wirklich interessanten Informationen, wie dass Schnatze Körperspeicher haben, werden gar nicht angesprochen. Natürlich ist dieser Fakt auch weithin bekannt, aber es hätten sich bestimmt noch ähnliche Informationen finden lassen, die über eine bloße Erzählung, wie sich die Materialien der Bälle, das Aussehen der Tore und die Form des Feldes verändert haben, hinaus gegangen wären.

Hinzu kommt, dass es mir so gut wie unmöglich war, mir genannte Dinge zu merken. Zum Teil liegt das daran, dass die Bezeichnungen wahre Zungenbrecher sind. Beispielsweise gibt es ein Foul, dass 'Stutschen' heißt. Dieser neu geschaffene Begriff lässt außerdem in keinster Weise vermuten, was dahinter steckt, sodass wohl nur Hardcore-Fans am Ende den Unterschied zwischen Flacken, Kollern, Stutschen und Zockeln kennen werden. Der Teil, der mir jedoch weit größere Probleme gemacht hat, betrifft die Flut an Namen. Da es in dem Buch um die Entwicklung des Quidditch geht, finden sich immer wieder abgedruckte Berichte von Zeitzeugen in den Kapiteln, die von Fachleuten kommentiert werden. Darüber hinaus wird die Entwicklung von Besen geschildert, die häufig nach ihrem Erfinder benannt sind. Gleiches gilt für die unzähligen Spielmanöver. Berühmte Spieler, mutige Schiedsrichter oder begeisterte Zuschauer werden ebenfalls genannt. Und dann gibt es natürlich auch noch die gegenwärtigen und ehemaligen Quidditch-Mannschaften Britanniens und Irlands, deren Namen zwar fast alle Alliterationen, aber trotzdem nicht hängen geblieben sind. Schon am Ende einer Seite konnte ich die Namen, die auf dieser genannt wurden, nicht mehr auflisten. Außer 'da war so ein Typ, der Besen gemacht hat, mit denen unterschiedliche Geschwindigkeiten geflogen werden konnten' kann ich leider nichts wiedergeben.

Dass ich dem Buch so wenig abgewinnen konnte, hat mich doch irgendwie überrascht, denn der Anfang war noch ziemlich gut. Da es sich um eine Kopie eines Buches aus der Bibliothek von Hogwarts handelt, findet sich ganz vorne eine Liste der Personen, die das Buch ausgeliehen haben (allesamt Quidditchspieler + Hermine). Darunter hat Madame Pince, die Bibliothekarin, eine Notiz hinterlassen, in der ganze elf Arten genannt werden, wie das Buch auf keinen Fall zu behandeln ist. Das fand ich ziemlich witzig, besonders da der Autor des Buches im Vorwort beschreibt, wie viel Mühe er hatte, Madame Pince zu überreden, eine Kopie anfertigen zu dürfen. Zudem befindet sich am Anfang eine Seite mit Leserstimmen. Es sind unter anderem Kommentare von Gilderoy Lockhart, Ludo Bagman und Rita Kimmkorn abgedruckt, die die jeweilige Person einfach perfekt illustrieren. Leider ist sämtlicher Witz am Beginn des ersten Kapitels verloren gegangen.

Fazit:
Das Buch war eine echte Enttäuschung. Ausleihliste, Leserstimmen und Vorwort waren witzig und haben den Charakter der betreffenden Personen auf den Punkt gebracht. Doch ab dem ersten Kapitel war es langweilig und dröge. Inhaltlich werden kaum neue Informationen geliefert und diese wenigen Neuerungen sind auch noch alles andere als interessant. Zudem hatte ich meine liebe Mühe damit, die Wortneuschöpfungen der Autorin überhaupt auszusprechen. Merken konnte ich sie mir schon gar nicht. Dasselbe gilt für die unendlich vielen Namen von Personen, Mannschaften, Spielzügen, Firmen und so weiter, die mir den Kopf haben schwirren lassen. Insgesamt kann ich an „Quidditch im Wandel der Zeiten“ daher beim besten Willen nicht mehr als zwei Schreibfedern vergeben.

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