Mittwoch, 26. April 2017

[Rezension] Zwölf – Nick McDonell


Titel: Zwölf
Autor: Nick McDonell
Verlag: KiWi
Erscheinungsdatum: 20. Februar 2003
Einband: Softcover
Seiten: 230
ISBN: 978-3-462032-28-4
Preis: 7,90 € [D]

Klappentext:
White Mike ist clean. Er raucht nicht, er trinkt nicht, er kifft nicht. Aber er ist ein erfolgreicher Drogendealer. White Mike war gut in der Schule, doch die Schulzeit ist seit sechs Monaten vorbei. Und obwohl sich manche Leute fragen, was er eigentlich die ganze Zeit treibt, kümmert es keinen, dass sich White Mike ein Jahr Auszeit nimmt, bevor er dann aufs College geht. Vielleicht aber auch nicht. White Mikes Kunden sind reiche weiße Highschool-Schüler, die in den Schulferien gegen die Langeweile kämpfen und dabei viel Geld ausgeben. Während ihre erfolgreichen Eltern im Urlaub oder auf Geschäftsreise sind, feiern sie in deren New Yorker Villen Sex- und Drogenpartys. Es ist kurz nach Weihnachten, und Silvester soll die größte Party aller Zeiten stattfinden ...

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
An dieses Buch bin ich vollkommen ohne jegliche Erwartung herangegangen. Trotzdem hat das Buch es geschafft, irgendwie noch schlechter zu sein. Denn auf den ersten 225 (von 230) Seiten passiert: nichts. Die einzelnen Kapitel, die manchmal nur eine und selten mehr als vier Seiten lang sind, sind kaum zusammenhängende Aneinanderreihung derselben Dinge. Es geht um das Beschaffen von Drogen, das Konsumieren von Drogen, Schlägereien und andere Gewalttaten, Partys, Alkohol und Sex – wobei die Charaktere nicht einmal wirklich Sex haben, sondern sich einfach nur in aller Vulgarität darüber auslassen, dass sie jedes Mädchen gerne ins Bett bekommen würden. Mehr Handlung hat das Buch nicht, bevor es dann mit einem kurz zusammengefassten, vollkommen aus dem Zusammenhang gerissenen Knaller endet. Das war wirklich unglaublich langweilig zu lesen. Möglicherweise soll die Tatsache, dass die Charaktere beinahe alle minderjährig sind, den Leser schockieren, aber das ist völlig an mir vorbei gegangen.

Neben der fehlenden Handlung waren auch die ständigen Perspektivenwechsel ein großes Problem für mich. Bis zum Schluss konnte ich die Figuren schlichtweg nicht auseinander halten. Sie sind alle Kinder reicher Eltern, nehmen Drogen, feiern Partys, betrinken sich und denken, egal ob männlich oder weiblich, ständig über den Sex nach, den sie dann doch nicht haben. Weder im Charakter noch in den Handlungen haben sich die Charaktere irgendwie unterschieden. Ich muss ehrlicherweise gestehen, dass ich nicht einmal weiß, aus wie vielen Perspektiven das Buch eigentlich geschildert wird. Geschätzt hätte ich zwischen zehn und zwanzig. Jede neue Perspektive war aber bloß eine Wiederholung der Beschreibungen irgendeines vorherigen Erzählers – mit einem neuen Namen. Noch verwirrender wurde es dadurch, dass die Charaktere sich zum Teil kennen, zum Teil aber auch nicht, manchmal haben sie schon voneinander gehört oder sie kennen sich um mehrere Ecken. Oder auch nicht.

Die einzige Figur, die aus der gleichförmigen Masse heraussticht, ist White Mike. Allerdings sind die Kapitel, die aus seiner Perspektive geschildert werden, kein Stück interessanter. Er trifft einfach nur nacheinander die unzähligen Charaktere und verkauft ihnen Drogen. Dabei wird auch keinerlei Begründung geliefert, warum er das macht. Er ist intelligent genug, um aufs College zu gehen, hat das Geld nicht nötig, die falschen Freunde hat er auch nicht und unter Druck gesetzt wird er ebenfalls nicht. Er dealt halt einfach. Das hebt ihn zwar von den anderen Charakteren ab, da er auf der anderen Seite des Tisches sitzt, aber schlussendlich ist er genauso platt konstruiert wie alle andere Figuren.

Fazit:
Mit diesem Buch konnte ich überhaupt nichts anfangen. Es wird erzählt von einer extrem großen Anzahl an Figuren, die ich aber überhaupt nicht auseinander halten kann, weil sie alle gleich denken und handeln. Daher weiß ich nicht einmal, wie viele Erzähler es tatsächlich sind. Die kurzen, aneinander gereihten Kapitel wiederholen trotz vieler Erzähler immer dieselben Elemente: Drogen, Alkohol, Sex, Partys und Gewalt. Nur die letzten fünf Seiten haben tatsächlich Handlung, die allerdings völlig aus dem Zusammenhang gerissen ist. Da für mich an „Zwölf“ absolut gar nichts gestimmt hat, vergebe ich nur eine Schreibfeder.

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