Freitag, 5. Mai 2017

[Rezension] Kalte Nächte, warme Herzen – Sarina Bowen


Titel: Kalte Nächte, warme Herzen
Autor: Sarina Bowen
Verlag: Rennie Road Books
Erscheinungsdatum: 01. Februar 2017
Einband: eBook
Seiten: 268
ISBN: 978-1-942444-33-6
Preis: 2,99 € [D]

Klappentext:
Er kann sie nicht haben. Und er kann niemandem sagen wieso.
Ski Champion Dane „Danger“ Hollister geht keine Beziehungen ein, seine Gründe dafür hält er allerdings geheim. Der Fluch, den er von seiner Mutter geerbt hat, wird ihn irgendwann alles kosten: Seinen Platz im olympischen Ski Team, seine Sponsoren und seine Fähigkeit, in Höchstgeschwindigkeit einen Berg runter zu rasen.
Country Girl wider Willen, Willow Reade, trifft Dane durch puren Zufall. Ihr ins Schleudern geratener Pick-up Truck drängt ihn während eines Schneesturms von der Straße. Während sie gemeinsam über Nacht in seinem Jeep gestrandet sind, kommen sich die beiden einsamsten Menschen in Vermont näher, als sie gedacht hätten.
Und doch kann keiner von beiden absehen, wie sehr ihr kleines Zusammentreffen nicht nur Danes erschreckendes Geheimnis gefährdet, sondern auch Willows vorläufigen Frieden, den sie mit sich und ihren Entscheidungen geschlossen hat. Nur gegenseitiges Vertrauen und Verstehen kann ihren Schmerz beenden und ihnen eine hart erkämpfte Chance auf Liebe bringen.

Einordnung:
Das Buch ist der erste Teil der „Gravity“-Reihe. Die Bücher der Reihe haben jedoch alle unterschiedliche Protagonisten und können daher unabhängig voneinander gelesen werden.

Rezension:
Mit der Rezension zu diesem Buch tue ich mich wirklich schwer. Ich weiß gar nicht so richtig, was ich eigentlich sagen soll. Das Buch hat so gut wie keine Handlung und die wenigen Handlungsfetzen sind allesamt vorhersehbar. Mehr weiß ich nicht zu berichten. Im Grunde hat das Buch damit ganz genau meinen Erwartungen entsprochen, denn so sind New Adult Bücher nun einmal. Da ich aber schon andere Bücher der Autorin gelesen habe, die mich tatsächlich richtig mitgerissen haben, hatte ich gehofft, ihr Erzählstil würde die Geschichte interessanter machen. Daher habe ich dem Buch trotzdem eine Chance gegeben.

Leider hat sich ziemlich schnell herausgestellt, dass überhaupt kein Platz für große Erzählkunst ist. Denn im Grunde besteht das Buch aus explizit beschriebenen Sexszenen, zwischen denen sich die Charaktere anschmachten. Die Zeit, in der nichts von beidem passiert, wird mit kurzen Zusammenfassungen übersprungen. Die Handlung beginnt direkt rasant damit, dass Willow im Schneesturm die Kontrolle über ihr Auto verliert und Dane beim Versuch, ihr auszuweichen, ebenfalls im Graben landet. In diesem Tempo geht es dann auch weiter, denn nach 23 Seiten ist Willow bereits verliebt. Und nach 38 Seiten haben sie das erste Mal Sex. Für Charakterisierungen der Figuren, Beschreibungen der Umgebung und Erwähnung aller anderen Aspekte, die eine Geschichte greifbar, authentisch und lebendig machen, ist keine Zeit.
Erst gegen Ende kam hin und wieder ein bisschen Atmosphäre auf. Gerade Danes Begeisterung, wenn es ausnahmsweise einmal um den Ski-Sport geht, hat mich angesprochen. Leider liebt er den Sport eigentlich gar nicht wirklich, sodass diese Szenen sehr selten waren. Dafür habe ich in seinem Trainer Karl einen sympathischen Nebencharakter gefunden, an den ich mein Herz hängen konnte. Das hat mich positiv überrascht, da ich die Charaktere, die mehr als einmal auftauchen, an einer Hand abzählen kann.

Ansonsten wartet das Buch leider mit keinerlei Überraschung auf. Es ist alles ganz genau so wie ich es erwartet habe. Beide Charaktere sehen umwerfend aus, brechen all ihre Regeln füreinander und welchen Fluch Dane von seiner Mutter geerbt hat, ist mehr als offensichtlich. Zu den Dingen, die ich schon vor Beginn des Buches vorhersagen konnte, gesellten sich dann immer mehr Aspekte, deren Entwicklung nach der ersten Erwähnung auf der Hand lag. Es gab nicht ein einziges Detail, das mich überrascht hat. Damit hat das Buch überhaupt keine Spannung und ist weder packend noch berührend.

Fazit:
Das Buch ist ganz genau so wie ich es erwartet habe. Es hat im Grunde keine Handlung, weil die Charaktere sich fast immer anschmachten oder Sex haben. Dadurch bleibt der tolle Erzählstil der Autorin vollkommen auf der Strecke. Die wenigen Handlungsfetzen, die es gibt, sind allesamt vorhersehbar. Dreiviertel der Geschichte konnte ich erzählen, ohne eine einzige Seite gelesen zu haben. Und die restlichen Entwicklungen waren im Verlauf der Geschichte mehr als offensichtlich. Für das kurze Aufblitzen von Atmosphäre am Ende und für den sehr sympathischen Trainer Karl bekommt „Kalte Nächte, warme Herzen“ gerade so noch zwei Schreibfedern.


Ich bedanke mich beim Übersetzer Michael Drecker dafür, dass er es mich mit dem Rezensionsexemplar hat versuchen lassen.

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