Sonntag, 14. Mai 2017

[Rezension] More happy than not – Adam Silvera


Titel: More happy than not
Autor: Adam Silvera
Verlag: Soho Teen
Erscheinungsdatum: 26. April 2016
Einband: Softcover
Seiten: 293
ISBN: 978-1-616956-77-6
Preis: 10,49 € [D]

Klappentext:
Sixteen-year-old Aaron Soto is struggling to find happiness after a family tragedy leaves him reeling. He's slowly remembering what happiness might feel like this summer with the support of his girlfriend Genevieve, but it's his new best friend, Thomas, who really gets Aaron to open up about his past and confront his future. As Thomas and Aaron get closer, Aaron discovers things about himself that threaten to shatter his newfound contentment. A revolutionary memory-alteration procedure, courtesy of the Leteo Institute, might be the way to straighten himself out. But what if it means forgetting who he truly is?

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Wow, was für ein Buch. Es ist wahnsinnig tiefgründig, ohne dabei die Handlung aus den Augen zu verlieren. Es hat mich zum Lachen gebracht, während ich eigentlich noch geweint habe. Ich bin voller Hoffnung verzweifelt. Und ich liebe das blöde Ende. „Silvera managed to leave me smiling after totally breaking my heart“, sagt Becky Albertalli (Autorin von „Simon vs. The Homo Sapiens Agenda“, dt. „Nur drei Worte“) über das Buch. Da kann ich ihr nur absolut zustimmen. Diese Achterbahnfahrt der Gefühle hat mich völlig fertig gemacht, aber ich liebe das Buch.

Ein Aspekt, der mich vom ersten Moment an gepackt hat, ist der Erzählstil. Ich hatte das Buch kaum angefangen, da musste ich schon über die ersten Wortwitze lachen. Ich-Erzähler Aaron teilt meinen Humor, weswegen er mir ziemlich schnell sympathisch war. Aber auch abgesehen von gelungenen Wortwitzen ist das Buch angenehm zu lesen. Obwohl Aaron ein sechszehnjähriger Junge ist, der nicht gerade aus den besten Verhältnissen stammt, erzählt er seine Geschichte in anständigem Englisch. Nur wenn er sich aufregt, baut er manchmal vor jedem Substantiv und vor der Hälfte der Verben das Wort 'fucking' ein, aber das passt immer absolut in die Szene und hält auch nie länger als eine halbe Seite an. Außerdem benutzen er und seine Freunde häufig den Ausdruck „No homo“, aber in Anbetracht der LGBTQ+ Thematik des Buches ist das schon wieder witzig. Abgesehen von diesen kleinen, passend verwendeten Details hat der Autor darauf verzichtet, Aaron in nervtötender Jugendsprache erzählen zu lassen. So hat das Lesen Spaß gemacht.

Begeistert hat mich außerdem die Entwicklung der Geschichte. Während der ersten Hälfte des Buches dachte ich, ich hätte die Geschichte durchschaut und wüsste, womit ich noch rechnen muss. Der Klappentext scheint ja auch nicht gerade uneindeutig zu sein. Aber dann bin ich in der Mitte des Buches angekommen und mir wurde klar: Ich wusste überhaupt nichts. Ich hatte, ehrlich gesagt, nicht damit gerechnet, dass das Buch überhaupt eine überraschende Wendung haben würde, und schon gar nicht damit, in welche Richtung diese gehen würde. Das hat der Autor wirklich richtig genial gemacht. Ab diesem Zeitpunkt war das Buch ganz anders als erwartet. Die Handlung war überhaupt nicht mehr vorhersehbar. Hinweise auf zukünftige Ereignisse waren geschickt im Text versteckt und im Nachhinein doch offensichtlich. Das Buch ist aber trotz aller Wendungen aus beiden Perspektiven (unwissend beim Lesen und aufgeklärt am Ende) absolut schlüssig, sinnig und packend. Im Grunde war jede Seite zweimal eine Überraschung – einmal durch die Unvorhersehbarkeit während des Lesens und einmal durch die unerwartete Erklärung, welche Bedeutung die Szene eigentlich wirklich hat. Das hat mich so mitgerissen, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte zu lesen.

Fazit:
Das Buch hat mich in jeder Hinsicht absolut überzeugt. Der Erzählstil ist sehr angenehm, flüssig zu lesen und die Wortwitze sind lustig. Die Handlung ist kein Stück vorhersehbar, denn die Geschichte läuft auf zwei Ebenen ab: Überraschungen während des Lesens und nochmalige Überraschung, wenn die eigentliche Bedeutung der Szene offenbart wird. Das war wirklich packend. Außerdem hat mich das Buch auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitgenommen, nach der ich selbst die Aspekte, die ich hasse, absolut liebe. „More happy than not“ hat mich genau so hinterlassen, nämlich more happy than not, und bekommt dafür alle fünf Schreibfedern.

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