Mittwoch, 3. Mai 2017

[Rezension] Vier Farben der Magie – V.E. Schwab


Titel: Vier Farben der Magie
Autor: V.E. Schwab
Verlag: Fischer Verlag
Erscheinungsdatum: 27. April 2017
Einband: Softcover
Seiten: 464
ISBN: 978-3-596296-32-3
Preis: 9,99 € [D]

Klappentext:
Es gibt vier Farben der Magie: Im roten London befindet sie sich im Gleichgewicht mit dem Leben. Im weißen London wird die Magie versklavt, kontrolliert, unterdrückt. Dem grauen London ist sie fast abhandengekommen. Und im schwarzen London hat sie das Leben selbst vertilgt.
Als einer der wenigen Antari springt Kell zwischen den verschiedenen Welten hin und her. Doch er führt ein Doppelleben: Er ist Botschafter der Könige, aber auch ein Schmuggler. Eines Tages wird ihm als Bezahlung für einen außergewöhnlichen Botengang ein schwarzer Stein zugesteckt. Dass es sich um ein mächtiges magisches Artefakt handelt, merkt er erst, als er sich von einem gefährlichen Feind verfolgt sieht, der ihm das gute Stück abjagen möchte und dabei vor keinem Mittel zurückschreckt.
Auf der Flucht trifft der Magier die gewitzte Diebin Delilah Bard, die Kell zunächst ausraubt, ihm dann aber hilft. Allerdings erwartet sie eine Gegenleistung von ihm ...

Einordnung:
- Vier Farben der Magie (Teil 1)
- Die Verzauberung der Schatten (Teil 2, erscheint im November 2017)
- Die Beschwörung des Lichts (Teil 3, Erscheinungsdatum unbekannt)

Rezension:
Bei Büchern hadere ich häufig mit den Protagonisten. Ich brauche lange, um mit ihnen warm zu werden, falls das überhaupt jemals geschieht. In diesem Buch stellte sich das Problem aber überhaupt gar nicht. Vom ersten Moment an wusste ich, dass ich meine Freude an Kell und Delilah, kurz Lila, haben würde. Sie waren mir beide auf Anhieb sympathisch. Kell finde ich niedlich, er ist beeindruckend mächtig, bescheiden und loyal. Auch Lila ist stark und darüber hinaus verfolgt sie zielstrebig ihren Traum und missachtet frech jegliche Autorität. Beide haben mir im Charakter wie in ihrer Erzählweise sehr zugesagt. Daher war ich nicht darauf eingestellt, dass sie bei ihrem ersten Treffen einfach keinerlei Chemie haben. Das hat mich wirklich überrascht, aber es hat mir auch wunderbar gefallen. Dadurch hat der Leser die Chance zu beobachten, wie erste Spuren von Sympathie sichtbar werden, als sich Kell und Lila notgedrungen miteinander arrangieren. Erst im Laufe der Zeit entwickelt sich langsam eine platonische Zuneigung. Das läuft aber alles vollkommen im Hintergrund ab und ist auch nur in den Handlungen und der Wortwahl in den Dialogen spürbar, denn das Buch hält sich nicht mit Romanzen und anderem zwischenmenschlichen Wirrwarr auf, sondern hat immer die eigentliche Geschichte und das Schicksal der Welt im Fokus.

Außerdem war das Buch sehr spannend, denn es hat mich nach allen Regeln der Kunst an der Nase herum geführt. Insbesondere am Anfang, als der Leser langsam in die verschiedenen Welten eingeführt wird, liegt noch Vieles im Dunklen. Das macht die Handlung unvorhersehbar. Die Spannung hat jedoch auch nicht nachgelassen, als ich mich genauer in den Welten auskannte. Der Schreibstil ist packend und viele Szenen sind wirklich mitreißend. Zeitweise bin ich regelrecht nervös geworden und konnte gar nicht schnell genug weiter lesen. Außerdem hat die Autorin es geschafft, die Spannung selbst in Atempausen, in denen nur die Umgebung beschrieben wird, noch weiter zu steigern. Kribbelnde Vorahnungen haben mich ganz verrückt gemacht.

Neben den großen Konstrukten wie dem Spannungsbogen und den Protagonisten gab es auch viele kleine Dinge, die mir Freude bereitet haben. Dazu gehören beispielsweise einige Nebencharaktere, die ich sehr ins Herz geschlossen habe. Leider haben diese am Ende des Buches nicht mehr alle gelebt, aber bei den bedrohlichen Entwicklungen war abzusehen, dass es eine Menge Tote geben würde. Darüber hinaus fand ich die Beschreibung der Magie wirklich faszinierend. Es handelt sich dabei nicht um eine Gabe oder Fähigkeit, sondern um beinahe so etwas wie ein Lebewesen. Die Magie verfolgt eigene Ziele, denkt und handelt selbstständig und wirkt damit unglaublich lebendig. Hin und wieder ist sogar ein Abschnitt des Buches aus der Perspektive der Magie geschrieben. Das fand ich gleichermaßen faszinierend und beängstigend. Und zu guter Letzt ist noch das Ende des Buches zu nennen, das wunderbar abgerundet ist. Das Buch ist in sich abgeschlossen und zufriedenstellend beendet, aber es lassen sich gleichzeitig noch einige Fäden finden, mit denen die Fortsetzungen gewinnbringend gefüllt werden können.

Fazit:
Das Buch hat mir wunderbar gefallen. An den Protagonisten hatte ich vom ersten Moment an meine Freude. Das hat sich bis zum Schluss nicht geändert. Besonders gefallen hat mir, dass das Buch auf Romantik verzichtet und den Fokus stattdessen immer auf die Geschichte legt. Charaktere und Beziehungen entwickeln sich innerhalb der Handlung weiter. Diese Handlung ist außerdem durchweg spannend und über weite Strecken unvorhersehbar. Das Buch hat mich wirklich an der Nase herum geführt. Dafür bekommt „Vier Farben der Magie“ alle fünf Schreibfedern von mir.


Ich bedanke mich beim Fischer Verlag und bei lovelybooks für das Rezensionsexemplar.

Kommentare:

  1. Huhu!

    Eine sehr schöne Rezension! Das Buch liegt auf englisch schon seit über zwei Jahren auf meinem SUB, ich sollte es wirklich mal erlösen... :-)

    Ich habe deinen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt!

    LG,
    Mikka
    mikka@mikkaliest.de

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    1. Hey Mikka,

      es lohnt sich auf jeden Fall, das Buch zu lesen! ;) Ich wünsche dir viel Spaß damit, wenn du es endlich erlöst.

      Liebe Grüße zurück,
      Jenny

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  2. Hallo Jennifer,

    ich bin durch Mikka´s Blogbeitrag ihrer "Kreuzfahrt" auf deinen Blog und diese Rezi aufmerksam geworden und gleich mal Leser geblieben :)

    Das Buch steht auf meiner WuLi und bin noch am Überlegen. Deine Rezi und gewählte Wortwahl bzgl. Nebencharakteren & deren Tod sowie der Tatsache, dass die Magie evtl. eine Art Lebewesen sein könnte, macht mir meine Entscheidung etwas leichter. Dankeschön :)

    Liebe Grüße,
    Uwe von Uwes-Leselounge

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    1. Hallo Uwe,

      herzlich Willkommen. ;)

      Es freut mich, dass meine Rezension dir helfen konnte. Ich fand das Buch wirklich gut und kann es dir daher nur empfehlen!

      Liebe Grüße zurück,
      Jenny

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