Donnerstag, 29. Juni 2017

[Aktion] Top Ten Thursday #26 | Bisherige Highlights 2017

Heute gibt es auch von mir wieder einen Beitrag zum Top Ten Thursday. Das Zwischenfazit der ersten Jahreshälfte sieht dieses Jahr bedeutend besser aus als letztes Jahr. Diesmal habe ich schon jetzt sieben Bücher mit voller Punktzahl bewertet, letztes Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt erst zwei Bücher. So kann das Jahr gerne weiter gehen, auch wenn ich bis jetzt auch schon überraschend viele Flops hatte. Ich bin gespannt, was die anderen sechs Monate dieses Jahres noch bringen.
Weitere Informationen zur Aktion findet ihr bei Steffis Bücherbloggeria. :)


Das heutige Thema:
Deine 10 bisherigen Bücherhighlights 2017. 

Meine Top Ten:

Eines der Bücher mit vier Schreibfedern, die die Liste auffüllen, ist "A little something different". Darin wird die Liebesgeschichte zweier Studenten von vierzehn unterschiedlichen Erzählern beschrieben, darunter eine Parkbank, ein Eichhörnchen und ein Busfahrer. Das war wirklich faszinierend zu lesen und genau wie die verschiedenen Erzähler konnte ich einfach nicht anders als die beiden unglaublich niedlich zu finden.
Volle Punktzahl hat dagegen "Angelfall - Tage der Dunkelheit" bekommen. Dieser zweite Teil ist sehr atmosphärisch geschrieben. Selbst, wenn nichts passiert, herrscht atemloses Warten auf die Katastrophe. Außerdem habe ich sehnsüchtig auf jede Szene gewartet, in der Raffe vorkommt.

Mit vier Schreibfedern habe ich auch "Daniel is different" bewertet. In diesem Buch geht es um den 13jährigen Daniel, der an einer Zwangsstörung leidet. Seine kindliche Naivität liest sich wie knochentrockener Humor und hat mich oft zum Lachen gebracht. Gleichzeitig ist aber auch sehr authentisch und eindrücklich beschrieben, wie sehr er unter seiner Erkrankung leidet. Das hat mir mehrfach Tränen in die Augen getrieben.
Auch diese Liste kommt nicht ohne ein Buch von Cassandra Clare aus. An "Die Legenden der Schattenjäger-Akademie" habe ich vier Schreibfedern vergeben. Die einzelnen Kurzgeschichten greifen sehr geschickt Legenden aus der Vergangenheit auf und verknüpfen sie mit den Schicksalen der Charaktere, die aus den anderen Büchern des Schattenjäger-Universums bekannt sind. Dadurch werden viele neue Informationen zu geliebten Charakteren vermittelt.

"The Love Interest" hätte noch so viel mehr verdient als fünf Schreibfedern... Das Buch ist absolut genial, denn es greift jede Menge Klischees moderner Jugendbücher auf und pulverisiert sie innerhalb der Geschichte. Das Ausmaß der Metaebene ist einfach genial. Das Buch ist die perfekte Antwort auf alle Klischee-Jugendbücher, ganz besonders auf die immer gleichen Liebesdreiecke.
Umgehauen hat mich auch "More happy than not". Das Buch hat mir das Herz gebrochen, mich aber trotzdem glücklich gemacht und für dieses Kunststück fünf Schreibfedern bekommen. In der ersten Hälfte des Buches dachte ich, ich wüsste, was passieren würde, aber dann gab es eine Wendung, die ich überhaupt nicht habe kommen sehen. Ganz wunderbar gemacht!

Mit "Das Runner's World Laufbuch für Einsteiger" hat es sogar ein Sachbuch mit voller Punktzahl auf meine Highlight-Liste geschafft. Ich habe Joggen gehasst. Dann habe ich dieses Buch gelesen, das mich auf meine Fehler aufmerksam gemacht hat, immer ehrlich zu mir war und manchmal wirklich meine Gedanken gelesen hat. Jetzt macht mit das Joggen Spaß und ich mache es (beinahe) regelmäßig.
"Us - Du und ich für immer" hat mir eine emotionale Achterbahnfahrt beschert. Wes und Jamie sind unglaublich niedlich und ich mag sie beide wirklich gern. Deshalb konnte ich in ihrem Dilemma auch beide Positionen gleichermaßen nachvollziehen. Dass ihnen genauso wenig eine Lösung eingefallen ist wie mir, war wirklich herzzerreißend.

"Vier Farben der Magie" hat mich nach allen Regeln der Kunst an der Nase herum geführt. Das hat mir wirklich gut gefallen. Außerdem hatte ich vom ersten Moment an meine Freude an den beiden Protagonisten, die nichts als platonische Zuneigung füreinander empfinden.
In "Winston - Im Auftrag der Ölsardine" hat die Autorin zu ihrem alten Witz zurückgefunden. Winstons Sicht der Welt nimmt wieder mehr Raum ein. In diesem Band müssen außerdem mehrere Fälle gleichzeitig gelöst werden, sodass die Geschichte es spannend und unterhaltsam ist.


Habt ihr eines der Bücher schon gelesen?
Welche Bücher haben euch dieses Jahr begeistert?

Sonntag, 25. Juni 2017

[Rezension] Nemesis: Geliebter Feind – Anna Banks


Titel: Nemesis – Geliebter Feind
Autor: Anna Banks
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 13. Juni 2017
Einband: Softcover
Seiten: 429
ISBN: 978-3-570311-42-4
Preis: 12,99 € [D]

Klappentext:
Prinzessin Sepora ist auf der Flucht: Ihr Vater will sich mithilfe ihrer einzigartigen Gabe zum Herrscher über alle fünf Königreiche aufschwingen. Um das zu verhindern, taucht sie im verfeindeten Theoria unter, wo sie unfreiwillig als Dienerin am Königshof landet. Prompt verliebt sie sich in den jungen König Tarik. Ist sie bereit, ihren Gefühlen nachzugeben und Tarik die Wahrheit über ihre Herkunft zu verraten?

Einordnung:
- Geliebter Feind (Teil 1)
- Ally (Teil 2, dt. unbekannt)

Rezension:
Das Buch hat mich in allen Aspekten positiv überrascht, denn der Titel und insbesondere der Klappentext klingen viel schlimmer als das Buch ist. Ich war eingestellt auf ein typisches Jugendbuch mit allen gängigen Klischees. Der Klappentext beschreibt die Geschichte als wäre die Protagonistin etwas ganz Besonderes, als würde ein konstruierter „Zufall“ auf den anderen folgen und als entstünde eine unglaubwürdige Liebe auf den ersten Blick, sodass das Buch nur aus Schmachten und Herzchenaugen besteht. Letztendlich bekommen habe ich aber eine interessante, spannende Handlung, authentische Entwicklungen und eine schöne, langsame, nur im Hintergrund stattfindende Liebesgeschichte. Das Buch lohnt sich also auch für Leser, die die immer gleichen Klischees in Jugendbüchern satt haben. Der Klappentext behauptet, dass Buch würde diese bedienen, tatsächlich tut die Handlung das aber nicht.

Nichtsdestotrotz habe ich mich mit dem Anfang des Buches etwas schwer getan. Insbesondere das erste Kapitel war eine wahre Begriffsschlacht, da Sepora, die dieses Kapitel erzählt, geradezu mit Namen für Königreiche, Städte, Völker, Tiere und andere Dinge um sich wirft. Diese Begriffe werden dabei auch nicht sofort erklärt, sondern erschließen sich erst im Laufe der Handlung, sodass es mir anfangs schwer fiel, die Wörter auseinander zu halten.
Trotz dieser wenigen direkten Erklärungen zieht sich die Einleitung in die Geschichte. Es vergehen dutzende Seiten, in denen von Seporas recht ereignisloser Flucht berichtet wird, und noch einige Dutzend mehr, in denen Tarik bei seinen Aufgaben als König über die Schulter geschaut wird, bevor die Handlung endlich richtig anläuft.
Außerdem war ich anfangs etwas verwirrt, weil die Geschichte abwechselnd von Sepora und Tarik erzählt wird, in beiden Handlungssträngen die Zeit aber in unterschiedlicher Geschwindigkeit zu vergehen scheint. Nur wenige Tage bei Sepora müssten mehreren Wochen bei Tarik entsprechen, weil die Entwicklungen kaum alle in diese Zeitspanne passen. Nachdem ich diese Schwierigkeiten aber überwunden hatte, hat mir der Rest der Geschichte sehr gut gefallen.

Den meisten Gefallen habe ich tatsächlich an der Liebesgeschichte gefunden. Sie entwickelt sich langsam, authentisch und nicht ohne Hürden. Sowohl für Sepora als auch für Tarik stellt sich die Frage, ob sie bereit sind, ihre Pflichten zu vernachlässigen, um ihren Gefühlen nachzugeben. Unabhängig und unkonventionell wie sie sind, versuchen sie beide, beides unter einen Hut zu bringen. Dabei wird nur die Handlung geschildert, die auch tatsächlich etwas zur Entwicklung der Geschichte beiträgt, natürlich verbunden mit Gedanken und Gefühlen der erzählenden Person. Ansonsten findet die Liebesgeschichte aber eher im Hintergrund statt. Sie ist ein zentraler Baustein der Geschichte, aber seitenlanges Schmachten oder unendliche Wiederholungen der gleichen Kuss- oder Kuschelszenen gibt es nicht. Dadurch war das Buch sehr angenehm zu lesen. Außerdem war damit genug Platz, die Handlung so auszuarbeiten, dass sie absolut sinnvoll ist und sich aus sich selbst heraus immer weiterentwickelt, ohne dass konstruierte Zufälle nötig sind.

Dass mir die Liebesgeschichte so gefallen hat, liegt aber zum Teil auch an den Charakteren, die mir beide wirklich zugesagt habe. Sepora ist dickköpfig, selbstbewusst und frech, was sie zu einer sehr sympathischen und sehr starken Figur macht. Außerdem lebt sie nach der Überzeugung, dass sie nur sich selbst Rechenschaft schuldig ist, und will sich nicht instrumentalisieren lassen. Das macht die Handlung spannend, denn einfache Lösungen für viele Probleme sind damit ausgeschlossen. Auch Tarik ist mir sehr sympathisch, denn er ist ein einfühlsamer, aufgeschlossener und volksnaher König. Immer wieder schleicht er sich in Dienstbotenkleidung aus dem Schloss, um unerkannt Zeit mit seinem Volk zu verbringen. Er regiert, wie er selbst sagt, mit harter Hand und weichem Herzen. Das bringt ihn oft in moralische Schwierigkeiten, aber er denkt erfrischend unkonventionell, sodass er für alle Probleme eine möglichst optimale Lösung findet. Dadurch konnte mich die Handlung mehrmals überraschen.

Fazit:
Das Buch ist ganz anders - besser! - als der Klappentext es ankündigt. Zwar fiel mir der Einstieg schwer, weil ohne Erklärungen viele unbekannte Begriffe genannt werden und die Einleitung sich etwas zieht, aber als die Handlung einmal angelaufen war, hat sie mir sehr gut gefallen. Besonders die Liebesgeschichte fand ich schön, weil sie sich langsam, authentisch und fast ohne konkrete Szenen eher im Hintergrund entwickelt. Dadurch ist viel Platz für die Handlung, die ausgearbeitet und stringent ist. Außerdem habe ich Gefallen an beiden Erzählern gefunden, die stark, selbstbewusst, warmherzig und unkonventionell sind. „Nemesis – Geliebter Feind“ hat mich in fast allen Belangen positiv überrascht und bekommt dafür vier Schreibfedern.


Ich bedanke mich beim cbt Verlag und beim Bloggerportal Randomhouse für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 21. Juni 2017

[Rezension] Die Roboterchroniken V: Die zweite Schöpfung – Wolfgang Bellaire


Titel: Die Roboterchroniken V – Die zweite Schöpfung
Autor: Wolfgang Bellaire
Verlag: Nordfriesischer Kinderbuch Verlag
Erscheinungsdatum: 18. September 2015
Einband: Hardcover
Seiten: 197
ISBN: 978-3-944243-20-7
Preis: 17,90 € [D]

Klappentext:
Die Künstliche Intelligenz BETTY hat mit dem BioFabber den Einstieg in die industrielle Herstellung von Menschen geschafft. Sie erfindet den Homo sapiens ganz neu. Die Menschheit, die ihr dabei im Wege steht, soll an einem Killervirus zugrunde gehen. Roboterjunge Jonathan und die Wobotniks kämpfen verzweifelt um jeden Menschen, aber können sie BETTY überhaupt noch stoppen? Kann ein Impfstoff rechtzeitig hergestellt und verteilt werden? In der Wildnis Lapplands erfüllt sich ihr Schicksal und das der Kinder, die ihnen anvertraut sind. Jonathan setzt alles auf eine Karte, doch BETTYS Agenten sind ihm hart auf den Fersen ...

Einordnung:
- Die Roboter kommen (Teil 1) 
- Die Roboter im Eis (Teil 3) 
nach Neuauflage der gesamten Reihe sind außerdem erschienen:
- Die zweite Schöpfung (Teil 5)
nach diesen Teil wird die noch nicht abgeschlossene Reihe nicht mehr fortgesetzt

Rezension:
Kann Spoiler bezüglich der ersten vier Teile enthalten!

Auch der fünfte Teil der Reihe erzählt wieder eine spannende Geschichte. Jonathan ist dem Cyberspace zwar entkommen, doch auch BETTY hat die reale Welt betreten. Außerdem ist es ihr gelungen, einen 3D-Drucker zu entwickeln, der ihr vollkommen hörige Menschen produziert. Mit diesen Menschen möchte sie die Welt bevölkern, da die echte Menschheit in ihren Augen schlecht und böse ist. Sie führt Experimente durch, um diese These zu beweisen. Daraus ergibt sich die interessante Diskussion, ob Menschen grundsätzlich böse sind oder durch widrige äußere Umstände zu schrecklichen Taten bewegt werden. Denn grausame Umstände hat das Buch eine Menge zu bieten, da BETTY einen Killervirus freigesetzt hat, der nach und nach die gesamte Menschheit vernichtet, während sie jeden Versuch, ein Heilmittel zu finden, unterbindet.

BETTY ist damit eine absolut übermächtige Gegnerin, vor der es kein Entkommen gibt. Sie hat nicht eine einzige Schwäche, an der Jonathan und seine Familie, die diesmal abwechselnd die Geschichte erzählen, ansetzen könnten. Das ist für mich allerdings ein Schwachpunkt des Buches, denn so läuft es darauf hinaus, dass alle Vorhaben, alle Rebellionen und alle Fluchtversuche scheitern. Keiner der Helden hat BETTY in irgendeiner Hinsicht etwas entgegen zu setzen, sodass sie einfach (zumindest unblutig) abgeschlachtet werden. Das mag zwar realistisch sein, war als Geschichte aber nicht besonders schön zu lesen. Es waren zwar noch mehr Bücher für die Reihe geplant, in denen sich bestimmt ein Mittel gegen BETTY gefunden hätte, aber das ändert nichts daran, dass die Helden in diesem fünften Teil keinen einzigen strahlenden Moment haben. Insbesondere da gescheiterte Missionen so gut wie immer mit dem Tod des Erzählers oder der Erzählerin sowie unzähliger Menschen enden. Das fand ich deprimierend zu lesen.

Ein Punkt, den ich bei diesem letzten Teil noch ansprechen möchte, betrifft die Nebencharaktere. Im Laufe dieser Geschichte wie auch der vorherigen vier Teile werden immer wieder neue Nebencharaktere vorgestellt, teilweise sogar recht ausführlich. Aber sofern sie nicht an der Seite der Wobotniks bleiben, tauchen sie danach nie wieder auf. Beispielsweise verschwendet Jonathan nie einen Gedanken an Patrick, den Jungen, der im ersten Teil sogar der Erzähler war, obwohl die Menschheit gerade dabei ist, auszusterben. Gleiches gilt für Gabriel, einen Jungen, den Großmutter und Großvater Wobotnik in diesem Buch kennen lernen. Er wird verletzt, sie bringen ihn ins Krankenhaus und damit endet seine Geschichte. Es sind mehrere sympathische Figuren, insbesondere Kinder, vorgestellt worden in den bisherigen fünf Bänden, aber ihre Schicksale werden dann nicht mehr weiter verfolgt und nicht wieder aufgegriffen. Die Handlungsfäden verlaufen einfach ins Nichts. Das finde ich schade, denn die Protagonisten sind in meinen Augen nicht die einzigen wichtigen Charaktere einer Geschichte.

Fazit:
Der fünfte Teil der Roboter-Chroniken hat die Handlung wieder interessant weitergeführt. Der Kampf im Cyberspace aus dem vierten Band hat sich in die echte Welt verlagert. BETTY vernichtet nach und nach die Menschheit, während sie gleichzeitig industriell neue Menschen produziert. Dagegen sind die Wobotniks leider vollkommen machtlos. Sie erleiden in diesem Buch nur Fehlschläge, sterben gemeinsam mit unzähligen Menschen und haben generell keinen einzigen Erfolgsmoment. Das war echt deprimierend zu lesen. Außerdem tauchen auch in diesem Buch wieder neue Nebencharaktere auf, deren Handlungsfäden einfach ins Leere laufen. Insgesamt vergebe ich an „Die Roboterchroniken V – Die zweite Schöpfung“ trotz der Schwächen für die interessante Geschichte drei Schreibfedern.


Ich bedanke mich herzlich bei Autor Wolfgang Bellaire für das Rezensionsexemplar.

Samstag, 17. Juni 2017

[Rezension] The Love Interest – Cale Dietrich


Titel: The Love Interest
Autor: Cale Dietrich
Verlag: Feiwel and Friends
Erscheinungsdatum: 16. Mai 2017
Einband: Hardcover
Seiten: 373
ISBN: 978-1-250107-13-8
Preis: 15,99 € [D]

Klappentext:
There is a secret organization that cultivates teenage spies. The agents are called Love Interests because getting close with people destined for great power means obtaining valuable secrets.
Caden is a Nice: the boy next door, sculpted to physical perfection. Dylan is a Bad: the brooding, dark-souled guy who is dangerously handsome. The girl they are competing for is important to the organization, and each boy will pursue her. Will she choose the Nice or the Bad?
Both Caden and Dylan are living in the outside world for the first time. They are well-trained and at the top of their game. They have to be – whoever the girl doesn't choose will die. What the boys don't expect are feelings that are outside of their training. Feelings that could kill them both.

Einordnung:
Das Buch ist kein Teil einer Reihe.

Rezension:
Ein Buch mit einem Liebesdreieck, bei dem die beiden Jungs das Mädchen ignorieren und sich stattdessen füreinander interessieren – wie cool ist das denn bitte?! Ich dachte bisher, solche Bücher würden nicht existieren. Dann bin ich über „The Love Interest“ gestolpert und es ist einfach perfekt! Die Idee, die Umsetzung, die Geschichte, die Charaktere – ich bin absolut begeistert von diesem tollen Buch und kann es jedem nur ans Herz legen, der keine Lust mehr auf die immer gleichen klischeehaften Liebesdreiecke in Jugendbüchern hat.

Meine Begeisterung erstreckt sich jedoch auch auf den Rest des Buches. Allein die Konzeption der Geschichte ist schon total spannend. In einem geheimen Labor werden Jugendliche darauf trainiert, alle Dinge zu wissen und zu beherrschen, die relevant sein könnten, um dafür zu sorgen, dass ihr Chosen sich später in sie verliebt. Dazu zählen viel körperliches Training für definierte Muskeln, Übungsstunden zum Küssen und Vorträge darüber, dass verletzte Männer heiß sind. Zusätzlich werden die Jugendlichen mit einer Geschichte und einer Persönlichkeit ausgestattet, die sie entweder zu einem Nice, dem sympathischen, lieben, treuen und fürsorglichen Jungen von nebenan, oder zu einem Bad, dem harten Kerl mit weichem Kern und tragischer Vergangenheit, machen. Das sind alles absolute Klischees, die aber in mehr Büchern vorkommen als mir lieb ist. „The Love Interest“ bricht aber mit diesen Klischees, nach denen die geheime Organisation die Jugendlichen formt, indem ziemlich schnell deutlich wird, dass Caden, der Erzähler, sich weder perfekt noch nett fühlt. Der Nice ist eine Rolle, die er spielen muss, während er rebellischen Gedanken nachhängt, heimlich ungesunde Lebensmittel isst und eine Lüge nach der anderen spinnt. Das macht die Geschichte unglaublich authentisch.

Mitgerissen haben mich auch die Charaktere. Ich finde sowohl Caden, den Erzähler, als auch Dyl, seinen Kontrahenden, als auch Juliet, das Mädchen, um das sie konkurrieren, sehr sympathisch. Deshalb wäre ich tatsächlich mit allen möglichen Beziehungen, die sich aus diesem Liebesdreieck hätten ergeben können, einverstanden gewesen. Das ist mir noch nie passiert. Nichtsdestotrotz war das Buch in dieser Hinsicht sehr lange sehr spannend. Denn außer dass Caden romantische Gefühle für Dyl entwickelt statt für Juliet, ist ihm genau wie dem Leser fast bis zum Schluss alles andere unklar. Da nie aus Dyls Perspektive berichtet wird, kann über seine Gefühlswelt nur spekuliert werden. Denn obwohl er Caden zu mögen scheint, befinden sie sich trotzdem in einem tödlichen Wettstreit. In dieser festgefahrenen Situation sind alle Lösungen möglich. Da das Buch außerdem in erster Linie als Science Fiction deklariert ist und nicht als Gay Romance, lässt auch das Genre keinen Schluss darüber zu, wie die Geschichte wahrscheinlich enden wird. Es hat mich einerseits ganz verrückt gemacht, keinen Ausweg zu wissen, und andererseits extrem durch die Seiten getrieben, um zu erfahren, wie das Buch denn nun tatsächlich endet.

Je mehr sich die Geschichte der finalen Auflösung näherte, desto spannender und dramatischer ist sie geworden. Es scheint tatsächlich keinen Ausweg zu geben, aber irgendeinen Ausgang muss der Wettbewerb ja haben, also habe ich im Grunde nur noch darauf gewartet, dass alles explodiert. Während Caden immer verzweifelter nach einer Lösung für diese vertrackte Situation sucht und Juliet keine Ahnung davon hat, dass sie dabei ist, jemanden zu töten, offenbaren sich nach und nach auch Dyls Motive. In den letzten Kapiteln hat die Geschichte mein Herz durch mehrfache überraschende Wendungen abwechselnd erwärmt und gebrochen. In diesem riesigen System aus Lügen, Verrat, Schauspielerei und Geheimnissen ergab sich dann immer irgendwo noch eine neue Entwicklung oder Offenbarung, die die ganze Situation wieder über den Haufen geworfen hat. Das Buch hat mich am Ende wirklich fertig gemacht. Insbesondere, da ich mich inzwischen so sehr mit Caden identifiziert hatte, dass es mir nicht mehr gelungen ist, die Bahnen seiner Gedanken zu verlassen und eigene Überlegungen anzustellen. So bin ich jedes Mal mit ihm auf alles hereingefallen, als die verzweifelte Situation sich zu einer wahren Achterbahnfahrt der Gefühle entwickelt hat.

Fazit:
Ich liebe dieses Buch. Es hat all meine Wünsche erfüllt. Es ist eine tolle Alternative zu den langweiligen, klischeehaften Liebesdreiecken. Außerdem hatte ich manchmal das Gefühl, dass das Buch auf einer gewissen Metaebene auch an anderen nervigen Klischees aus Jugendbüchern Kritik übt, unter anderem an den perfekten Charakteren und der ständigen Auseinandersetzung Good Boy vs. Bad Boy. Zudem sind mir überraschenderweise alle drei Charaktere des Liebesdreiecks sehr sympathisch. Darüber hinaus ist auch noch die Geschichte spannend, die Konzeption der Science-Fiction-Welt unglaublich interessant und die Handlung bis zum Schluss unvorhersehbar. „The Love Interest“ ist ein geniales Jugendbuch, das all meine Wünsche erfüllt hat und dafür natürlich alle fünf Schreibfedern bekommt.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Neuzugänge #81


Wie war das noch gleich mit der Prioritätenliste? Es sind schon wieder drei neue Bücher bei mir eingezogen. Zwei sind Rezensionsexemplare, eins habe ich mir selbst gekauft. Langsam wächst mir der Stapel der Rezensionsexemplare über den Kopf. Genau wie die Dinge, die ich für die Uni machen muss. Daher wird der Juni wohl trotzdem ein sehr lesearmer Monat sein ...


Als erstes traf "Die Roboter-Chroniken: Die zweite Schöpfung" bei mir ein, der fünfte Teil der Reihe. Der Autor hat mir das Buch freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich bin schon sehr gespannt darauf, wie die Reihe endet. Insbesondere, weil der vierte Band mich mit einem ziemlichen Cliffhanger hat hängen lassen. Das Buch werde ich als nächstes lesen.
Ebenfalls als Rezensionsexemplar hat mir das Bloggerportal Randomhouse das Buch "Nemesis: Geliebter Feind" zukommen lassen. Das Cover finde ich ziemlich cool, obwohl ich Gesichter auf Covern normalerweise nicht mag. Und auf die Geschichte bin ich auch schon sehr gespannt. Ich hege die Hoffnung, dass das Buch aus mehr besteht als der Liebesgeschichte.
Außerdem ist "The Love Interest" noch bei mir eingezogen. Als ich das Cover gesehen habe, hatte ich spontan den Eindruck, dass es sich um eine Gay Romance handeln könnte. Das hat sich im Klappentext dann tatsächlich bestätigt. Es geht um zwei junge Spione, die auf Leben und Tod um die Liebe eines Mädchens konkurrieren müssen, dabei aber feststellen, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen. Wie cool ist das denn bitte?! Das Buch habe ich direkt angefangen und es ist einfach genial! Die Idee, die Aufweichung von Klischees, die Spannung, es stimmt alles! Riesige Leseempfehlung!

Samstag, 10. Juni 2017

[Rezension] Magnus Chase: Der Hammer des Thor – Rick Riordan


Titel: Magnus Chase – Der Hammer des Thor
Autor: Rick Riordan
Verlag: Carlsen Verlag
Erscheinungsdatum: 26. Mai 2017
Einband: Hardcover
Seiten: 497
ISBN: 978-3-551556-69-1
Preis: 19,99 € [D]

Klappentext:
Der Donnergott Thor hat mal wieder seinen Hammer Mjöllnir verloren – die stärkste Waffe in allen Neun Welten! Und diesmal ist der Hammer zu allem Übel in Feindeshände geraten. Magnus und seine Freunde müssen ihn so schnell wie möglich zurückholen, denn ohne ihn ist die Welt der Sterblichen einem Angriff der Riesen wehrlos ausgeliefert. Der Weltuntergang Ragnarök droht! Als Verbündeten braucht Magnus ausgerechnet den gerissenen Gott Loki – doch der Preis für seine Hilfe ist hoch ...

Einordnung:
- Der Hammer des Thor (Teil 2)
- weitere Teile werden folgen

Rezension:
Der zweite Band der Reihe um Magnus Chase ist genauso spannend wie sein Vorgänger, der Fokus ist jedoch etwas anders. Denn obwohl sich Magnus und seine Freunde auf die Suche nach Thors Hammer machen und dabei allerlei Abenteuer erleben, stehen diesmal eher die Charaktere, ihr Leben und ihre Vergangenheit im Vordergrund. Beispielsweise spielt Sams Verlobter Amir eine größere Rolle als im vorherigen Teil. Um ihre Beziehung zu retten, weiht sie ihn in ihr geheimes Leben als Walküre ein und zeigt ihm die mythischen Dinge, die normale Sterbliche eigentlich nicht sehen können, weil ihr Gehirn dieses Ausmaß an Unlogik nicht verarbeiten kann. Außerdem erfährt der Leser mehr über Hearth Vergangenheit, als die Suche nach dem Hammer ihn, Magnus und Blitzen in seine Heimatwelt und ins Haus seines Vaters führt. Viele Anspielungen, die im ersten Band gemacht wurden, werden hier wieder aufgegriffen und genauer erläutert. Dadurch werden die Charaktere alle weiter ausgestaltet und bekommen noch mehr Tiefe.

Die Figur, mit der sich das Buch aber am meisten beschäftigt, heißt Alex, ist ein Kind des Loki und genderfluid. Das hat mich vom ersten Moment an fasziniert, denn homosexuelle Charakter sind mittlerweile in so gut wie jeder Geschichte anzutreffen, einem genderfluiden Charakter bin ich aber noch nie über den Weg gelaufen. Diese Lücke füllt Autor Rick Riordan mit einer sehr sympathischen Figur und vielen Erklärungen. Zum Beispiel wird erläutert, dass schon bei allen alten Völkern, wie den Griechen und den Wikingern, Menschen bekannt waren, die sich abwechselnd mit dem männlichen und dem weiblichen Geschlecht identifiziert haben. Diese Personen wurden, zumindest bei den Wikingern, mit dem altnordischen Begriff „Ergi“ (dt. Unmännlichkeit) bezeichnet. Diese Beleidigung benutzt auch im Buch viele Charaktere, manchmal tatsächlich herablassend, manchmal auch einfach nur als das Label der Schublade, in die Alex gesteckt wird. Gegen das Wort und die Schublade wehrt sich Alex das ganze Buch über, unterstützt von Magnus und seinen Freunden. Denn gerade für Magnus ist es überhaupt nichts Besonderes, da er in seiner Zeit auf der Straße viele Jugendliche kennen gelernt hat, die von ihren Eltern vor die Tür gesetzt wurden, weil sie homosexuell, transgender oder genderfluid sind. Da Magnus der Ich-Erzähler ist, wird das Thema dadurch mit einer selbstverständlichen Akzeptanz und toleranten Neugierde besprochen. Manchmal hatte ich sogar das Gefühl, dass Magnus sich ein bisschen zu Alex hingezogen fühlt. Das alles hat mir nicht nur auf Ebene der Geschichte, sondern darüber hinaus auch auf der moralischen, lehrreichen Ebene sehr gefallen, und lässt mich neugierig zurück.

Neben den Charakterentwicklungen und der Lehrstunde in Toleranz wird natürlich trotzdem die Handlung weitergetrieben. Magnus und seine Freunde müssen unbedingt Thors Hammer finden, wobei ihnen ein Haufen nutzloser Götter im Weg herumsteht. Ausgerechnet der Gott Loki ist jedoch alles andere als nutzlos, denn er hat den Hammer aufgespürt und einen Weg gefunden, um ihn zurück zu holen. Dafür schickt er Magnus und seine Freunde auf eine wahre Schnitzeljagd, bei der sie wohl oder übel mitmachen müssen. Diese Jagd führt sie von einer gefährlichen Situation in die nächste, wo sie manchmal kaum mit dem Leben davon kommen, und quer durch die Neun Welten. Allerdings hat es für meinen Geschmack fast etwas zu lange gedauert, bis die Handlung wirklich angefangen hat, weil am Anfang eine Ewigkeit lang die Ereignisse aus Band 1 wiederholt und Alex als neuer Charakter eingeführt wurde. Da ist dann auch der für Rick Riordan so typische Humor manchmal etwas auf der Strecke geblieben.

Fazit:
In diesem Band hat der Autor viel Wert auf die Ausarbeitung der Charaktere gelegt. Es wird aus der Vergangenheit bereits bekannter Charaktere berichten, das aktuelle Leben anderer Charaktere wird ausgearbeitet und mit Alex wird eine neue, sehr interessante, sehr detailliert ausgearbeitete Figur eingeführt. Da Alex genderfluid ist, ist dieses Buch außerdem nicht nur in Bezug auf die nordische Mythologie lehrreich, sondern auch in Bereichen der Akzeptanz und Toleranz. Damit war Alex für mich auf allen Ebenen die interessanteste Figur der Geschichte. Allerdings hat seine Einführung so lange gedauert, dass Handlung und Humor am Anfang etwas auf der Strecke geblieben sind. Später ist das Buch dann aber wie gewohnt witzig, spannend und sehr unterhaltsam gewesen. Daher bekommt „Der Hammer des Thor“ insgesamt vier Schreibfedern von mir.

Donnerstag, 1. Juni 2017

[Statistik] Mai 2017

Und der Mai ist auch schon wieder um. Das Jahr rennt echt extrem, kaum zu glauben. Zum Glück habe ich diesen Monat einige Bücher lesen können. Witzigerweise war kein einziges Buch dabei, das ganz okay war. Alle waren entweder genial oder schrecklich. Leider hält sich das auch ziemlich die Waage, sodass ich mir für den Juni Bücher vorgenommen habe, von denen ich schon weiß, dass ich sie auf jeden Fall lieben werde. Das kann ich echt mal wieder gebrauchen.


Neuzugänge:

- "Die Dämonenakademie: Die Inquisition" von Taran Matharu [Rezensionsexemplar]
- "Zeitenzauber: Die goldene Brücke" von Eva Völler [Kauf]
- "Magnus Chase: Der Hammer des Thor" von Rick Riordan [Kauf]

Gesamtanzahl: 3 Bücher






Gelesen:

- "Vier Farben der Magie" von V. E. Schwab (464 Seiten) [5/5]
- "Kalte Nächte, warme Herzen" von Sarina Bowen (268 Seiten Seiten) [2/5]
- "More happy than not" von Adam Silvera (293 Seiten) [5/5]
- "Daniel is different" von Wesley King (299 Seiten) [4/5]
- "Plötzlich Prinzessin" von Meg Cabot (285 Seiten) [1/5]
- "Der Monsterjäger und die Prinzessin der Dämmerung" von Michael Karner (330 Seiten)[1/5]

Bücher insgesamt: 6 Bücher
Seiten insgesamt: 1939 Seiten
durchschnittliche Bewertung: 3 von 5 Schreibfedern
durchschnittliche Anzahl der Tage auf dem SuB: 221 Tage







Highlight des Monats:


Dieses Buch hat mich wirklich umgehauen. Es war ganz anders als ich erwartet habe, weil ab der Mitte einfach alles auf den Kopf gestellt wurde. Diese Wendung habe ich echt nicht kommen sehen. Wunderbar gemacht.


Enttäuschung des Monats:


An dieses Buch hatte ich schon kaum Erwartungen, aber es war einfach noch viel grottiger. Es kommt nicht ein einziger sympathischer Charakter vor. Außerdem handelt es sich um das Tagebuch eines vierzehnjährigen Teenagers in der schlimmsten Phase der Pubertät. Und genau so liest es sich auch.
Finger weg vom Buch, lieber den schönen Film anschauen!